Stimmen die zu früh schwiegen

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    • Stimmen die zu früh schwiegen

      es gibt viel sängerInnen die - was auch der grund war - zu früh nicht mehr gehört wurden. das, obwohl sogar jetzt noch mit bewunderung über einige dieser gruppe geredet wird.

      nimm fritz wunderlich. ein stürz beendete sein leben, als er gerade seine stimme sich am besten enfalten und zeigen konnte.

      oder kathleen ferrier. auch sie ist heute noch ein begriff. ihr einzigartiges timbre habe ich nie mehr so schön gehört.

      wer kennt noch den namen wolfgang anheiser? auch hier wurde seine stimme durch einen unglücklichen fall auf der bühne beendet.


      werner krenn, der gute tenor, der durch ein problem mit dem singen danach als bläser bei den wiener aktiv wurde.


      arleen auger, die phänomenale sopran. ein krebsgeschwur im gehirn war die ursache davon, daß sie verstarb. gerade als sie die größte triomphen feierte.

      die niederländische sopran erna spoorenberg. sie begann eine steile karriere. bis ein autounfall sie so schlimm verwundete, daß ihr atemtechnik das nicht mehr kompensieren konnte. mit einem schlag war das singen vorbei. glücklicherweise hat sie sich danach konzentriert aufs unterrichten. soweit ich es verstand, mit sehr viel erfolg.

      und lassen wir vor allem nicht josef schmidt vergessen, der unvergeßliche tenor. die nazis (aber auch die schweizer !) waren die ursache seines todes. auf die flucht bekam er eine lungenentzündung die zu seinem tod führte.

      es gibt viel mehr personen, die hier genannt werden müssen. diese genannten kamen mir sofort ins gedächtnis. bitte, ergänze den thread.
      Wirklich schöne Musik rührt
    • musicophil schrieb:

      wer kennt noch den namen wolfgang anheiser?
      Ich.
      Allerdings unter dem Namen Wolfgang Annheisser.
      In Köln ist eine Strasse nach Ihm benannt.

      Wie geht es Dir, Paul?
      Ich mache mir Sorgen.


      musicophil schrieb:

      werner krenn, der gute tenor, der durch ein problem mit dem singen danach als bläser bei den wiener aktiv wurde.
      Ja, das läßt tief blicken, aber man kann das auch völlig falsch verstehen.
      Außerdem war es genau anders herum.
      Er war erst Fagottist und danach dann auch Sänger.
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Wie geht es Dir, Paul?
      Ich mache mir Sorgen.


      musicophil schrieb:

      werner krenn, der gute tenor, der durch ein problem mit dem singen danach als bläser bei den wiener aktiv wurde.
      Ja, das läßt tief blicken, aber man kann das auch völlig falsch verstehen.
      Außerdem war es genau anders herum.
      Er war erst Fagottist und danach dann auch Sänger.
      lieber micha,

      a dirty mind is a joy for ever. :P
      krenn ging nach dem singen zurück zu den wiener. endete also als .... :versteck1:

      es geht mir einfach mies, körperlich bin ich fast ein wrack geworden. es gibt aber soviel menschen, jünger als ich, die viel schlimmere krankheiten haben. ich darf also nicht klagen und bin zufrieden. obwohl ich meine wohnung nicht wage zu verlassen. sonst habe ich sofort eine entzündung.

      lg, paul
      Wirklich schöne Musik rührt
    • Ein trauriges Thema, lieber Paul, aber erfüllt mit wunderbaren Erinnerungen...

      Unvergeßlich vor allem Lucia Popp, die zu den besten und beliebtesten Sopranistinnen der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts zählte, und uns mit 54 Jahren durch eine bösartige Krankheit entrissen wurde.

      Nur teilweise berechtigt ist es, hier Stefania Bonfadelli zu nennen, die noch am aufsteigenden Ast war, als ein Hörsturz und eine mißlungene Operation ihre Karriere jäh unterbrachen. Sie hat zwar tapfer versucht, diese fortzusetzen, konnte aber nie wieder an ihre früheren Erfolge anschließen (seinerzeit debütierte sie an der Wiener Staatsoper in den "Puritani", ihre Zeffirelli-Traviata ist vom feinsten!). Letzten Nachrichten zufolge widmet sie sich jetzt der Regie.
      ______________________

      Homo sum, ergo inscius.
    • Und der arme Klaus Nomi hätte es vielleicht mit einem entsprechenden Regisseur und Intendanten, gewissermaßen ehrenhalber, vielleicht auch noch mal auf eine Opernbühne geschafft, wäre er nicht mit unter 40 dahingerafft worden.
      Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.
    • Der amerikanische Tenor Jerry Hadley, den ich vor allem durch Bernsteins Aufnahmen der "Boheme" und von "Candide" sehr schätzen gelernt habe (außerdem singt er in der Nagano-Aufnahme der "Mass" den Zelebranten), wurde auch nur 55 Jahre alt.
      "https://de.wikipedia.org/wiki/Jerry_Hadley"
      Zur Info: Bis auf weiteres keine aktive Moderationstätigkeit meinerseits.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • In dieses Thema gehört - leider - auch der herausragende kanadische Heldenbariton George London, der 1967 mit nur 46 Jahren seine aktive Karriere wegen einer Stimmbandlähmung beenden musste. Er war unter anderem ein großartiger Wotan. In Georg Soltis berühmter Gesamtaufnahme des Rings singt er diese Rolle im Rheingold. In der Walküre konnte er sie für diese Aufnahme nicht mehr singen, weil seine Erkrankung dazwischenkam. Stattdessen wurde Hans Hotter engagiert, der damals seinen Zenit schon weit überschritten hatte. Mit London durchgehend als Wotan und Wanderer wäre die Solti-Aufnahme der Idealbesetzung noch näher gekommen.
    • Obwohl ich kaum mit Sängern konfrontiert werde, würde mir auch der Tenor Peter Hofmann einfallen (1944-2010), der Parkinson hatte. Er fiel auch durch einen völlig anderen Lebenswandel auf, wirkte als Rockmusiker, fuhr Motorrad oder war Hessischer Jugendmeister im Zehnkampf und Stabhochsprung. Auch sang er die Titelrolle in dem Musical "Phantom der Oper" in Hamburg. 1997 war er gar bei dem Karl May-Festspielen als die Figur "Old Firehand" zu sehen.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Mezzosopranistin Leandra Overmann starb sehr früh am 20.04. 2012 .
      Sie war als Solistin maßgeblich an der Premiere von Nonos fetzigen Meisterwerk Al gran sole carico d'amore am 09.05.04 im Niedersächischen Staatstheaer beteiligt.
      Im gleichen Haus gestaltete sie die Küsterin in einer überwältigenden Wiederaufnahme von Janaceks Jenufa am 07.03.04; eine Aufführung in kaum überbietbarer Intensiträt unter der Leitung von Lutz de Veer.
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Im Dezember letzten Jahres verstarb die Mezzosopranistin Stella Doufexis erst 47jährig.

      Durch eine Aufnahme von Brahms' Liebesliederwalzer bin ich auf sie aufmerksam geworden. Ihre CD mit Liedern von Hans Sommer schätze ich sehr und auch im französischen Liedgesang gefällt sie mir ausnehmend gut.
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Danke, ja ist bekannt.
      Christian Jost, ein Freund , ist außer sich, da sie in seinen Armen starb.
      Was soll das jetzt hier?
      Laßt die Leute in Ruhe!

      amelia grimaldi schrieb:

      Ich wüsste nicht, was ich Despektierliches in meinem Beitrag geschrieben hätte. Den Mund lasse ich mir von Michael Schlechtriem allerdings nicht verbieten.
      Bei allem Verständnis und Respekt gegen oder für jede Meinung, aber auch ich kann hier nichts Anstößiges feststellen oder sagen. Hier wird respektvoll an Sänger(Innen) gedacht, die man gerne länger gehört hätte, aber durch in der Regel tragische Umstände früh verstorben sind. Es ist bestimmt hier NIEMAND dabei, der so etwas wie die Totenruhe stören will, oder gar auf den Gefühlen von noch lebenden Angehörigen oder Freunden herumtreten will oder wird.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • amelia grimaldi schrieb:

      Ich wüsste nicht, was ich Despektierliches in meinem Beitrag geschrieben hätte.
      Ich auch nicht.

      Stella Doufexis habe ich vor Jahren zweimal im Konzertsaal erlebt, einmal mit einem französischen Programm (Debussy, Ravel), dann im Quartett mit Brahms. Beide Abende waren sehr berührend und eindrucksvoll.

      Dazu kommt eine wunderbare Aufnahme von Liedern des weithin unbekannten Hans Sommer.

      Die Nachricht von ihrem Tod im Dezember 2015 - sie wurde nur 47 Jahre alt - hat mich seinerzeit traurig gestimmt. Von dieser großen Künstlerin hätte noch so viel Schönes kommen können.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Sorry, war unglücklich ausgedrückt.
      Es ist halt noch sehr aktuell.
      Das dachte ich mir. Super, dass Du Dich entschuldigst!! Es war von niemandem hier böse gemeint, im Gegenteil. Vielleicht wird dem ein oder anderen User so die Person näher gebracht, und dann hat sich doch der Thread gelohnt. So bleiben diese großartigen Künstler auch weiterhin in Erinnerung.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Traurig ist es auch um Katia Ricciarelli (eine meiner Lieblingssängerinnen) und Elena Souliotis.
      Viel zu kurze Karrieren leider. Es gibt auf Youtube einige Videos mit Riccirelli von kürzlichen Gesangsversuchen.
      Es ist furchtbar was aus dieser wundervollen Stimme geworden ist :(
      "....Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser...." (Giuseppe Verdi)