Die Reise nach Westen

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    • tOm~! schrieb:

      dort kommt niemand zu schaden, bis Buddha ihn verbannt
      dann ist die Serie ziemlich beschönigend. Es gibt auch verschiedene Überlieferungen des Werks.
      Buddha wird um Hilfe gebeten, weil viel Schaden angerichtet worden war (es gab Kämpfe zwischen/mit mehreren Armeen) und kein Ende abzusehen war (und die List Laozis versagt hatte).
      Hätte Buddha die Herausforderung verloren so wäre die Herrschaft über den Himmel an Sun Wukong gegangen.
      Gruß, minuetto
    • tOm~! schrieb:

      Die Lieder von Schubert, auch Beethoven, oder aber später Gustav Mahler und Richard Strauss, lassen mich zu dieser Erkenntnis kommen. Es bleibt abzuwarten, ob man die Werke eines Bushido oder Farid Bang in 100, oder 200 Jahren auch noch guten Gewissens rezitieren wird.
      Die Gedichte von Ernst Moritz Arndt sind überhaupt nicht gewaltverherrlichend.
      Alles, wie immer, IMHO.
    • minuetto schrieb:

      Hätte Buddha die Herausforderung verloren so wäre die Herrschaft über den Himmel an Sun Wukong gegangen.
      Ja genau. Wobei es sich in der Serie so darstellt, daß Buddha vollkommen überlegen ist, und er weist Son Wukong ziemlich schroff zurecht, in dem er ihn verhöhnt, mit den Worten er sei nur ein kleiner "Piss-Affe".

      Hier zu sehen:

      "https://youtu.be/BTZ5pjCbYoQ?t=27m55s"
      Jean Paul: "In Schillers gesammelten Werken ist überall »Religionempfindung, Wahrheitgefühl, Landschaftmalerei, Einbildungkraft« zu finden."
    • Philbert schrieb:

      Die Gedichte von Ernst Moritz Arndt sind überhaupt nicht gewaltverherrlichend.
      Die Franzosen schmettern bis heute eine Nationalhymne, die blutrünstiger kaum sein könnte. Das ist mir alles bekannt. Das widerlegt aber nicht meine These, das die Menschen damals vor Gott, der Natur und den Menschen mehr Respekt hatten. Der große Unterschied dabei ist nämlich, daß die so etwas nicht getextet haben, um damit Profite zu machen und Geld zu verdienen, sondern wegen dem Freiheitskampf. Kommerz aber, ist die Hauptantriebsfeder all jener, die heute in Bild oder Ton jegliches Niveau vermissen lassen. Gäbe es für einen Rapper wie Bushido keinen Markt, würde der sich mit seiner Musik auch nicht satt verdienen.
      Jean Paul: "In Schillers gesammelten Werken ist überall »Religionempfindung, Wahrheitgefühl, Landschaftmalerei, Einbildungkraft« zu finden."
    • tOm~! schrieb:

      Der große Unterschied dabei ist nämlich, daß die so etwas nicht getextet haben, um damit Profite zu machen und Geld zu verdienen, sondern wegen dem Freiheitskampf.
      Also nicht nur aus "Profitgier", sondern aus ehrlicher Überzeugung? Das wäre doch eher umso schlimmer!
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • motiaan schrieb:

      Also, die "Journey to the west" gibt es frei zum Herunterladen, 1400 Seiten in 100 Kapiteln Das hat was. Die Verfilmung hat 66 Folgen à 40 Minuten, also 44 Stunden Spielzeit Auch das hat was.

      Die Frage ist, was geht schneller?
      Lesen. Unbedingt. Und sich dabei an faszinierende Szenen aus chinesischen Filmen erinnern, die gibt es ja.

      Die erste Folge der Serie habe ich mir eben angesehen, sehr langatmig - beim Lesen mag ich das manchmal, bei TV-Serien nicht. Aber reingucken ist schon interessant - allerdings nicht so überwältigend, dass ich noch mehr sehen möchte.

      lg vom eifelplatz, Chris.
    • Ja, Lesen ist definitv besser. Da kann ich nicht nur mein eigenes Tempo bestimmen, sondern auch Musik hören.

      OT: ich überlege grade, wie wohl eine Serie "Der Herr der Ringe" mit 66 Folgen aussähe...
      Schöne Grüße, Helli


      Immer cool bleiben.
    • eifelplatz schrieb:

      Kannst Du bitte enmal angeben, welchen Zeitraum Du mit "damals" meinst?
      ebenso wäre es allerdings dienlich, das "heute" genauer festzulegen. "Heute besser" - läßt sich ja wohl einigermaßen plausibel nur von der Zeit nach WKII sagen.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • tOm~! schrieb:

      philmus schrieb:

      Ich kann ja verstehen, daß man die Leistungen früherer Generationen verteidigt
      Und ich kann auch verstehen, dam man die Leistungen früherer Generationen herabwürdigt. Aber das ist mir zu "Hollywood".
      das mag schlagfertig erscheinen, zeigt aber leider, daß Dich der Inhalt garnicht interessiert: Niemand hier hat "die Leistungen früherer Generationen herabgewürdigt". Und was ich (in Anlehnung an Deinen Sprachgebrauch) mit "zu Hollywood" meinte, nämlich Deine grob vereinfachende Darstellung von Kultur- und Geistesgeschichte, hast Du garnicht zur Kenntnis genommen. Daraus schließe ich, daß Du gar kein inhaltliches Interesse an dem Thema hast.
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • philmus schrieb:

      das mag schlagfertig erscheinen, zeigt aber leider, daß Dich der Inhalt garnicht interessiert: Niemand hier hat "die Leistungen früherer Generationen herabgewürdigt"
      So habe ich es aber empfunden, wenn man meine fundierte Kritik an Hollywood-Produktionen damit widerlegen möchte, daß Opern auch so oder ähnlich waren. Oder wenn so argumentiert wird, daß die Menschen früher gewalttätiger waren, obwohl die von Angesicht zu Angesicht für ihre Sache kämpften, während heute mit Killerdrohnen und Kampfbombern operiert wird.

      philmus schrieb:

      Und was ich (in Anlehnung an Deinen Sprachgebrauch) mit "zu Hollywood" meinte, nämlich Deine grob vereinfachende Darstellung von Kulur- und Geisesgeschichte, hast Du garnicht zur Kenntnis genommen.
      Doch. Ich wäre sogar versucht, Dir und anderen hier teilweise Recht zu geben, und mich mit Euren Sichtweisen zu arrangieren, damit ich es mir bei Capriccio gemütlich machen kann. Aber das wäre Selbstverleugnung. Es fällt mir jedenfalls nicht schwer, den Denkweisen der hier aktiven Foristen Folge leisten zu können.

      philmus schrieb:

      Daraus schließe ich, daß Du gar kein inhaltliches Interesse an dem Thema hast.
      Hilf mir bitte, welches Thema meinst Du genau, wo mir das inhaltliche Interesse fehlen würde?
      Jean Paul: "In Schillers gesammelten Werken ist überall »Religionempfindung, Wahrheitgefühl, Landschaftmalerei, Einbildungkraft« zu finden."
    • tOm~! schrieb:

      Gäbe es für einen Rapper wie Bushido keinen Markt, würde der sich mit seiner Musik auch nicht satt verdienen.
      Das ist kaum zu bestreiten. Gäbe es keine Autos, könnte man auch nicht mit ihnen fahren. Echt schlimm.

      Christian
      Jeder Eindruck, den man macht, schafft Feinde. Um populär zu bleiben, muss man mittelmäßig sein.
      Oscar Wilde
    • ChKöhn schrieb:

      Gäbe es keine Autos, könnte man auch nicht mit ihnen fahren.
      Mal daran gedacht, daß es schon seit geraumer Zeit keine Verbrennungsmotoren mehr geben müsste, wenn wir in einem anderen - weniger profitorientiertem - System leben würden?
      Jean Paul: "In Schillers gesammelten Werken ist überall »Religionempfindung, Wahrheitgefühl, Landschaftmalerei, Einbildungkraft« zu finden."
    • tOm~! schrieb:

      Es fällt mir jedenfalls nicht schwer, den Denkweisen der hier aktiven Foristen Folge leisten zu können.
      "Folge leisten" kann man einer Aufforderung oder einem Befehl. Einem Gedankengang kann man folgen. Eine Denkweise kann man nachvollziehen, so ungefähr mal zur sprachlichen Differenzierung, falls Dir die nicht zu altmodisch ist.. ;)

      tOm~! schrieb:

      So habe ich es aber empfunden, wenn man meine fundierte Kritik an Hollywood-Produktionen damit widerlegen möchte, daß Opern auch so oder ähnlich waren. Oder wenn so argumentiert wird, daß die Menschen früher gewalttätiger waren, obwohl die von Angesicht zu Angesicht für ihre Sache kämpften, während heute mit Killerdrohnen und Kampfbombern operiert wird.
      1. war das keine "fundierte Kritik", sondern ein Pauschalurteil,
      2. waren die Antworten Versuche, Dir Fakten vor Augen zu führen, die helfen könnten, das Bild etwas zu differenzieren.

      Wenn Du das als Angriff empfindest, weiß ich auch nicht weiter.
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • tOm~! schrieb:

      ChKöhn schrieb:

      Gäbe es keine Autos, könnte man auch nicht mit ihnen fahren.
      Mal daran gedacht, daß es schon seit geraumer Zeit keine Verbrennungsmotoren mehr geben müsste, wenn wir in einem anderen - weniger profitorientiertem - System leben würden?
      Mag ja sein. Deine gepriesenen feudalistischen Zeiten sind da aber nicht wirklich als Vorbild.geeignet.
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • EinTon schrieb:

      tOm~! schrieb:

      Es ist wohl ein gewaltiger Unterschied, ob man Gewalt in einer großartigen Geschichte verarbeitet, wie dem Ring der Nibelungen, oder man diese verherrlicht,
      Siegfried, einer der Haupthelden des "Rings" und eindeutig als Positivfigur gemeint, haut ziemlich bedenkenlos alles nieder, was ihm hinderlich ist, auch wenn kein direkter Grund zur Notwehr besteht. Insofern könnte man durchaus auch den Ring als z. T. gewaltverherrlichend charakterisieren...
      Wen haut Siegfried bedenkenlos nieder?
      Den Drachen (der ihn fressen will)
      Mime (der ihn vergiften will)
      Den Wanderer, bzw. er haut ihn nicht nieder, sondern greift ihn erst an, nachdem er ihm Gelegenheit gegeben hat, ihn durchzulassen.

      Die gestiegene Brutalität neuerer Filme und Serien ist m.E. kaum zu bestreiten, bzw. sind es eben auch andere Sachen. So gibt es heute kaum einen Krimi mehr ohne mehr oder minder eklige Szene in der Gerichtsmedizin. Gab es vor 20 Jahren meiner Erinnerung nach so gut wie nie.

      Das Interessante ist, dass man sich selbst als eher Gelegenheitsglotzer an diese Veränderungen schnell und unmerklich gewöhnt. Ich habe mir vor ein paar Jahren mal die "Seewolf"-Serie (mit Kartoffelquetsch-Harmstorf) aus den 1970ern schenken lassen, weil ich die in sehr positiver Erinnerung hatte (und ich habe die eher in den frühen 1990ern mit Anfang 20 ein bis zweimal im TV gesehen, in den 1970ern war ich noch zu klein).
      Ich habe nicht einmal die erste Folge durchgehalten. Das war unglaublich lahm ggü. dem Tempo, an das man sich in neueren Filmen und Serien gewöhnt hat.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Ich habe nicht den kompletten Thread gelesen, aber zum Thema "Hollywood und Verrohung" möchte ich mal ganz kurz anführen, dass die heftigsten Filme, die ich bisher gesehen habe, allesamt nicht US-amerikanisch waren. Eine Auswahl:

      - Die 120 Tage von Sodom (Pasolini)
      - Die Klavierspielerin (Haneke/Jelinek)
      - Romance XXX (Breillat)
      - Im Reich der Sinne (Japan)
      - Moebius (Südkorea)

      Gegen diese Filme ist ein Tarantino-Streifen die Sesamstrasse...

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • philmus schrieb:

      "Folge leisten" kann man einer Aufforderung oder einem Befehl. Einem Gedankengang kann man folgen. Eine Denkweise kann man nachvollziehen, so ungefähr mal zur sprachlichen Differenzierung, falls Dir die nicht zu altmodisch ist..
      Keineswegs. In einer Diskussion geht es ja aber oft auch darum, sein Gegenüber zu "überzeugen". Dahingehend war meine Äußerung zu verstehen. Es wäre mir also möglich, Deiner Meinung zu folgen. Das wäre dann aber nicht mehr meine Überzeugung.

      philmus schrieb:

      Deine gepriesenen feudalistischen Zeiten sind da aber nicht wirklich als Vorbild.geeignet.
      Hier hatte ich auch eher an modernere Alternativen gedacht, nicht an die schrecklichen Zeiten der Feudalherrschaft.

      Man darf mich bitte auch nicht falsch verstehen. Es geht mir keineswegs darum, die Vergangenheit zu glorifizieren. Auch die Aussage, früher war alles besser, ist natürlich Unsinn. Ich sage nur, daß früher nicht alles schlechter war, und es durchaus Sinn machen würde, Gutes von Gestern zu bewahren oder es wieder zu beleben. Und in gleichem Maße muss man nicht alles widerstandslos akzeptieren, was die schöne neue Welt uns schmackhaft machen will.
      Jean Paul: "In Schillers gesammelten Werken ist überall »Religionempfindung, Wahrheitgefühl, Landschaftmalerei, Einbildungkraft« zu finden."
    • Symbol schrieb:

      Die 120 Tage von Sodom (Pasolini)
      - Die Klavierspielerin (Haneke/Jelinek)
      - Romance XXX (Breillat)
      - Im Reich der Sinne (Japan)
      - Moebius (Südkorea)
      Und von diesen Filmen gibt es kein amerikanisches "Remake"? Das würde mich allerdings überraschen. :D
      Jean Paul: "In Schillers gesammelten Werken ist überall »Religionempfindung, Wahrheitgefühl, Landschaftmalerei, Einbildungkraft« zu finden."
    • tOm~! schrieb:

      Wer den Ring der Nibelungen mit aktuellen Hollywood-Machwerken vergleichen und gleichsetzen möchte, kann das gerne tun. Man kann aber nicht erwarten, daß alle Menschen das genauso so handhaben.


      Es ist übrigens "Der Ring des Nibelungen"...

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler