Cembali, Cembalo hör ich an, das macht mich froh (EAV)

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    • Nun, da gibt es ja doch was, immerhin eine ganze Box! Und so anderes mehr.

      Hoffen wir mal, daß der in der Versenkung verschwundene Rest wenigstens gut aufbewahrt wird,
      ohne daß Klangmaden und Tonwürmer die Aufnahmen zerfressen! ;+)


      :wink:

      amamusica :pfeif:
      Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
      all das verkündet dir, daß der Schöpfer ein Künstler ist. (Tertullian)

      ...und immer wieder schaffen es die Menschen auch, Künstler zu sein.
      Nicht zuletzt mit so mancher Musik. Die muß gar nicht immer "große Kunst" sein, um das Herz zu berühren...



    • amamusica schrieb:

      Hoffen wir mal, daß der in der Versenkung verschwundene Rest wenigstens gut aufbewahrt wird,
      ohne daß Klangmaden und Tonwürmer die Aufnahmen zerfressen! ;+)

      Ja, das hoffe ich auch... :fee:

      Was Richter betrifft, da gibt es wirklich nur wenig Grund zum Klagen.


      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Also, Leute, Kater Murr hat's gerade unter Musik: Erwerben im Thread Was so kommt - anstehende Neuerscheinungen und Wiederveröffentlichungen gepostet (#1372, S.35):

      Komplett-Archiv-Box ante portas, die Kultur für die Menschheit gerettet, die Wurm- und Madengefahr ist gebannt! ;+)



      Und - pünktlich zum Fastenzeit-Ende!

      Vielleicht besteht beim einen oder anderen ja Nachholbedarf? 8o ;+)


      :wink:

      amamusica :pfeif:


      ------------------

      Solche Mega-Boxen gibt es anscheinend öfters -

      so auch den kompletten Bach-Glenn Gould!


      (Gibt's schon länger, und ein Klavier ist kein Cembalo... :hide: )
      Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
      all das verkündet dir, daß der Schöpfer ein Künstler ist. (Tertullian)

      ...und immer wieder schaffen es die Menschen auch, Künstler zu sein.
      Nicht zuletzt mit so mancher Musik. Die muß gar nicht immer "große Kunst" sein, um das Herz zu berühren...



    • Naja, die Archivbox ist natürlich weit davon entfernt, komplett zu sein. In der ARCHIV-Reihe sind Tausende von Platten erschienen...
      Und die Auswahl ist leider auch ziemlich langweilig.




      --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

      Ich habe Schrauben in den Himmel gesteckt
      und die Rabenmuttern festgedreht
    • Endlich postet einer der Online-Händler den Inhalt der Archiv-Box; darauf habe ich die ganze Zeit gewartet. Und was nun?

      Erstens - Die Aufnahmen sind nach Alter sortiert.

      Zweitens - Es gibt CD-Premieren:

      3 - Bach: Kantaten 19/21/79 (Weber/Lehmann) ==> nur als Download
      4 - Gregorianische Gesänge (Maurus Pfaff)
      5 - de la Halle: Jeu de Robin... (Safford Cape)
      6/7 - Bach: Brandenburgische/Gambensonaten (Wenzinger) ==> neu/nur als Japan-CD
      16 - Telemann: Tafelmusik (Wenzinger) ==> nur als Japan-CD

      Drittens - Der Rest sind Neuauflagen, teilweise von Titeln, die vor zwanzig Jahren einmal herauskamen [23 - Corelli: op. 5 (Melkus)]. Ab CD 28 sind es Digitalaufnahmen, d.h. keine CD-Premieren mehr (ist ja logisch... :-PPP ).


      Fazit: Wurm- und Madengefahr nicht wirklich gebannt, aber das sollte man wirklich mal im Archiv-Thread klären. Bin generell dafür, etwas hieraus umzukopieren.


      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • amamusica schrieb:

      Concerto im italienischen Stil F-Dur BWV 971
      Chromatische Fantasie und Fuge d-moll BWV 903
      Toccata und Fuge g-moll BWV 915
      Pastorale F-Dur BWV 590
      Fantasie c-moll BWV 906

      Habe die Platte immer sehr gerne gehört, die ist richtig gut, die Stücke sind phantastisch und der Richter spielt(e) da alles andere als "getragen".

      Warum gibt es die nicht auch als CD? Deutsche Grammophon, warum laßt Ihr das im Archiv vergammeln?

      Die DG hat Dein Flehen erhört. Nunmehr finden sich die Werke auf CD 2 dieser Edition:

    • Die Interpretation mag eventuell nicht ganz in den allerhöchsten WK-Olymp aufsteigen, aber der Cembalo-Klang ist umwerfend:



      Ach ja, ein WK-Interpretationsvergleich ... wäre auch mal dran ... :pop:

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Nur Hexenverbrennung und Lynchmord gibt es bei uns nicht mehr so oft. Das haben wir erfolgreich in soziale Netzwerke ausgelagert." (Axel Weidemann im Artikel "Dorfkinder über #Dorfkinder" in der Online-Version der FAZ)
    • ...aber der Cembalo-Klang ist umwerfend...


      Mehr im Hinblick auf die Aufnahmetechnik oder auf das zum Einsatz gekommene Instrument? Oder kann man das gar nicht genau sagen?

      Zufälligerweise habe ich gestern bei Bekannten diese Aufnahme als Dauerleihgabe erhalten:



      Das, was ich bislang gehört habe, gefällt mir gut (soweit ich das bei Cembalo-Interpretationen überhaupt sagen kann :D ). Das Instrument klingt vergleichsweise kraftvoll, und van Asperen spielt mit einer klugen Agogik, die gleichzeitig dem Ausdruck und der Durchhörbarkeit der Stimmführung dient.

      Aber trotzdem steht die olle Klavieraufnahme mit Edwin Fischer meinem Herzen weit näher.... :hide:

      Viele Grüße

      Bernd
    • Ich bin ein erklärter Freund von Trevor Pinnocks Cembalo-Spiel - und werfe hier mal die Goldberg-Variationen ins Spiel:



      Darüber hinaus bin ich überzeugt davon, dass es - nicht anders als bei jedem anderen Instrument letztlich auch - vor allem darum geht, wie der Spieler des Instruments darauf spielt. ;+) Davon wird das Instrument selbst zwar nicht besser, aber dessen Klangqualität tritt dann zugunsten der Interpretation in den Hintergrund ...

      BG - eloisasti
      Klemperer: "Wo ist die vierte Oboe?" 2. Oboist: "Er ist leider krank geworden." Klemperer: "Der Arme."
    • arundo donax schrieb:

      ...aber der Cembalo-Klang ist umwerfend...


      Mehr im Hinblick auf die Aufnahmetechnik oder auf das zum Einsatz gekommene Instrument? Oder kann man das gar nicht genau sagen?

      Zufälligerweise habe ich gestern bei Bekannten diese Aufnahme als Dauerleihgabe erhalten:



      Das, was ich bislang gehört habe, gefällt mir gut (soweit ich das bei Cembalo-Interpretationen überhaupt sagen kann :D ). Das Instrument klingt vergleichsweise kraftvoll, und van Asperen spielt mit einer klugen Agogik, die gleichzeitig dem Ausdruck und der Durchhörbarkeit der Stimmführung dient.

      Aber trotzdem steht die olle Klavieraufnahme mit Edwin Fischer meinem Herzen weit näher.... :hide:

      Viele Grüße

      Bernd
      [Hervorhebung von mir]

      Die Aufnahme mag ich auch sehr gern - welche von den Aufnahmen, die ich habe meinem Herzen nah steht, kann ich nicht sagen. Das ändert sich häufig. Edwin Fischer war aber noch nie dabei.

      Aber ich freu' mich, dass wir uns hier (s.o.) mal im Urteil treffen.


      lg vom eifelplatz, Chris.
    • bustopher schrieb:

      eloisasti schrieb:

      Davon wird das Instrument selbst zwar nicht besser, aber dessen Klangqualität tritt dann zugunsten der Interpretation in den Hintergrund ...

      ?(

      für mich könnte Gulda auch auf einem Honkytonk-Klavier Bach oder Beethoven spielen, es wäre mir letztlich egal. Die Klangqualität spielt dann nicht mehr die Rolle. - Das meinte ich damit.

      BG - eloisasti
      Klemperer: "Wo ist die vierte Oboe?" 2. Oboist: "Er ist leider krank geworden." Klemperer: "Der Arme."
    • für mich könnte Gulda auch auf einem Honkytonk-Klavier Bach oder Beethoven spielen, es wäre mir letztlich egal.


      Eloisasti, wenn Gulda Bach oder Beethoven spielt, ist es mir letztlich auch egal, auf welchem Instrument er das macht - aber vermutlich aus Gründen, die den deinigen diametral entgegengesetzt sind. :D

      Generell ist die Schönheit des Klangs aber schon ein mal mehr, mal minder wichtiger interpretatorischer Aspekt. Mir kommt es merkwürdig vor, wenn man "Klang" und "Interpretation" komplett voneinander trennen will. Ersterer gehört zu letzterer dazu. Ansonsten müsste ich mir nicht so viel Mühe mit den Röhrchen machen....

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Yukon schrieb:

      Die DG hat Dein Flehen erhört. Nunmehr finden sich die Werke auf CD 2 dieser Edition:


      Hm, mit dem Klops, den Bachkantaten und den Vokalwerken hat man bestimmt alles an Bach zusammen. Drei Boxen mit zusammen 54 CDs.

      Jetzt fehlt nur noch die Box mit den kompletten Archiv-Aufnahmen Richters (zusaätzlich Händel, Gluck usw.) - ich besorge mir schon mal einen Tieflader... :D


      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Für klanglich interessante Instrumente (in der ersten hauptsächlich das Virginal auf einigen Tracks) empfehle ich diese beiden CDs. Staiers Auswahl kann ich nur in der Händel-Chaconne mit anderen Aufnahmen vergleichen; besonders für Buxtehude und Weckmann ist der Einsatz des Instruments wohl eher fragwürdig. Die Klangpracht als solche finde ich aber interessant und die Bearbeitungen der Telemann-Stücke sind es ebenfalls

      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Ein alter Freund meinte mal zu mir, Cembalo klinge, als werfe einer einen Sack Besteck gegen die Wand.
      Spaß beiseite – ich liebe das Cembalo.

      Ist die Frage nach den unterschiedlichen Klangqualitäten eigentlich schon geklärt worden?

      Ich teile den Eindruck, dass Klangunterschiede gerade bei Cembali geradezu verblüffen können.
      Es hängt von Vielem ab. Generell lässt sich sagen, dass moderner Klavierbau auch international in gewissem Maße
      standardisiert ist – jedenfalls standardisierter, als es der Cembalobau des 16.–18. Jahrhunderts war: Die regionalen
      und lokalen Zentren hatten alle ihre eigene Baupraxis kultiviert, sodass man heute mit Leichtigkeit feststellen kann,
      ob es sich um ein flämisches, ein italienisches, ein nord- oder süddeutsches Exemplar handelt. Angefangen von dem
      Material der Saiten (Eisen, Kupfer...) über das Material der Plektren (Leder oder Federkiel, ganz selten sogar Metall,
      habe ich gelesen), dann die Beschaffenheit des Korpus: Welches Holz wurde für die Zargen, für den Unterboden,
      für den Resonanzboden verwendet? Zeder, Zypresse, Eiche, Fichte, Pappel, Linde...? (Da gab es auch teilweise
      Kombinationen, wenn ich mich recht erinnere.) Wie dick sind Zargen und Böden? Bei italinischen Cembali sind
      die Wände i. d. R. aus dünnem Hartholz gefertigt, während in mitteleuropäischen Werkstättetn bevorzugt dickere
      Zargen aus etwas weicherem Holz eingesetzt wurden. Man kann dann noch sehr tief ins Detail gehen und den
      Anreißpunkt des Plektrums untersuchen und das Schwingungsverhalten der Saiten. Diese wenigen und sicher
      noch mehr Faktoren wirken sich in außerordentlichem Maße auf den Klang eines Cembalos aus, und die
      Variabilität der Parameter machte es möglich, Cembali von äußerst charakteristischem Klangbild herzustellen,
      nicht selten auch angepasst an die musikalischen und akustischen Vorlieben der Kunden...


      ... und soweit ich weiß, geht der Authentizitäts-Fetisch der historisch informierten Aufführungspraxis sogar so weit,
      dass für Rekonstruktionen teilweise gar die Messungenauigkeiten der historischen Vorlage kopiert werden.
      Das kann ich aber gerade nicht versichern.



      P. S. Ich merke gerade, dass der Thread vor 6 Jahren eröffnet worden ist. Hoffentlich wird sowas hier nicht
      als Leichenschänderei geahndet...
    • In der SZ ist am 09.06.2015 ein sehr schöner Artikel von Marc Hoch über den pensionierten Frauenarzt und Cembalobauer, den Niederländer Gerhard Boogaard erschienen, der in der Nachfolge des Bremers Martin Skowroneck als Saiteneinsteiger Cemabali erschafft. So lobte Bob van Asperen das "musikalische Fingerspitzengefühl" Boogaards, der zudem über ein "gutes Gehör für Holz" verfüge.

      Was aber ist das Besondere am Klang? Das hat Boogaards Meister Martin Skowroneck schon vor Jahrzehnten so erklärt: "Das alte Cembalo klingt lauter und voller, dabei weicher und dunkler, doch mit großer Klarheit. Neben den stark ausgeprägten harmonischen Obertönen ist wesentlich mehr Grundton vorhanden. Der Ton ist intensiver, aber kaum aggressiv." Bob van Asperen bringt es auf die Formel, ein gutes Cembalo habe eine "milde Schärfe".


      Wie schön, dass es solche Besessene gibt.

      Der Artikel von Marc Hoch ist online verfügbar:

      http://www.sueddeutsche.de/kultur/musik-der-saiteneinstieg-1.2511004
    • :wink:

      Bei meinem Lieblingsplattenhändler eine Scheibe mit Glenn Gould, der Händel spielt, gesehen. Natürlich gleich gekauft, aber erst zuhause entdeckt, dass er Cembalo spielt. Mal was anderes, nicht ein Spiel, wie ich es von den bekannten Cembalisten gewohnt bin. Aber eine sehr interessante Cembalo-Aufnahme, die ich nicht missen möchte.

      Gruß, Frank