Das Streichquintett: problematische, dem »reinen« Quartett unterlegene Gattung?

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    • In dieser Box sid aber anscheinend 16 CDs mit Streichquintetten von La Magnifica Comunità enthalten, und sie ist auch noch lieferbar:



      Ich scheue mich aber immer davor, so riesige Boxen zu kaufen, denn wann soll ich das alles durchhören? Bei 10,12 CDs ist meine persönliche Grenze, dann habe ich das Gefühl, es wird unübersichtlich.

      Von Boccherini hab ich daher momentan nur eine Aufnahme, und zwar Streichquintette mit zwei Violen:



      Mir gefällt die Aufnahme sehr gut, ohne irgendwelche Vergleichsmöglichkeiten zu besitzen. Angeregt durch diesen Thread hab ich mir gerade vor ein paar Tagen folgende CD bestellt, die hoffentlich bald eintrudelt, mit den "Hits" von Boccherini - "La musica notturna delle strade di Madrid", das "Fandango"-Gitarrenquintett und natürlich das E-Dur-Quintett mit dem unvermeidlichen Menuett. Das man eigentlich auch recht temperamentvoll und feurig spielen könnte und nicht nur als elegantes Salonzuckerl.



      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Areios schrieb:

      Angeregt durch diesen Thread hab ich mir gerade vor ein paar Tagen folgende CD bestellt […]
      die Casals spielen das Op. 30 von der Lautstärke her etwas dynamisch.
      Ganz interessant – aber gelungen? Na ja, mal was anderes.
      Unbedingt kennen sollte man natürlich folgende Aufnahme:


      Pau
      Die Bürger demokratischer Gesellschaften sollten Kurse für geistige Selbstverteidigung besuchen, um sich gegen Manipulation und Kontrolle wehren zu können. (Noam Chomsky)
    • Mauerblümchen schrieb:

      Ich bilde mir sogar ein, dass die C-Saite des Cellos mit dem Klavierklang eine halbe Sekunde, nachdem das Klavier zum ersten Mal sein finales c-Moll angeschlagen hat, in Resonanz kommt. - Aber vielleicht hast Du da auch einfach nur den Ton auf der leeren Saite ein Gran knarziger gespielt.
      Nein, ich habe Ihn korrigiert..
      Innerhalb einer halben Sekunde mit meiner linken Hand.
      Eine leere C-Saite kann man leicht nach oben korrigieren, nach unten wird es schwerer. ;)
      Eine Spirocore C-Saite, die leider 120,- kostet, verstimmt sich nicht mehr großartig nach einer Einspielzeit von etwa 3-4 Wochen.
      Da es sich dabei um eine sog, Seilsaite, also eine"geflochtene" und keine Stahlkernsaite handelt, bricht sie nicht so schnell.
      Braucht aber etwas länger zum Einspielen.
      Und ist teuer!
      Falls sie nicht bricht, funktioniert sie aber etwa 2 Jahre.
      Ein kompletter neuer Saitensatz für ein Cello kostet etwa 400,- .

      Langer Rede kurzer Sinn:
      Mein Cello hat sich durch die Luftfeuchtigkeit halt trotzdem verstimmt, das ist ganz normal.
      Es ist abgesackt um einen Viertelton,was im übrigen völlig normal ist.
      Oder das Klavier ist durch Luftfeuchtigkeit hochgegangen, was auch normal ist.
      Damit muß man ständig rechnen.
      Da gibt es kein richtig oder falsch, da muß man reagieren.
      Und zwar schnell.

      Und daher habe ich den Schlußakkord auf der eigentlich leeren C-Saite durch Greifen ausgeglichen.
      Das sollte man als Profi draufhaben, das muß man nämlich eigentlich ständig machen trotz der verschiedenen Arten von Stahlsaiten.
      Komischerweise wird das aber so gut wie nicht unterrichtet.

      ;) Michael
    • zabki schrieb:

      Alberich schrieb:

      Sollte heißen: Mozart lässt die Vl und Va jeweils Paare bilden, die sich beide des Vc als Bass bedienen - demnach spielen eigentlich zwei Streichtrios.
      interessant, irgendwo habe ich es als einen kritischen Einwand gegen Bruckners Streichquintett gelesen, das wäre kein "echtes" Quintett, weil Bruckner immerzu Teilgruppen bilden würde und kaum jemals alle Fünfe zusammen. Positives Gegenbeispiel war Brahms.

      Ich finde solche Gruppenbildung allerdings völlig legitim.
      Ja, ich auch.

      Nach längerem Suchen habe ich die Quelle gefunden: Konrad Küsters Mozart-Buch, das ich insgesamt leicht geschwätzig finde.

      Die Paarbildung kann man bei Mozart wie bei Bruckner durchaus feststellen, wenn man mitliest. Wer nicht so ein Streber ist, merkt dieses Konstruktionsprinzip m.E. gar nicht, denn es ist ja eben nicht so, dass nicht "alle Fünfe zusammen" spielen, sondern es spielen ja zwei Beinahe-Trios gleichzeitig.

      Rein theoretisch finde ich das allerdings raffinierter als Brahms´ orchestralen Ansatz. Aber das sind zwei verschiedene Auffassungen von Quintett, und der Erfolg gibt ja beiden Auffassungen Recht. Schubert z.B. (für mich das geilste Quintett ever) ist nach diesen Maßstäben ja auch eher brahmsisch.

      Beethoven liegt mir jetzt erst vor. Ich freue mich wie verrückt auf Op. 29, das ich tatsächlich noch nie gehört habe. :sofa1:
      Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere.
    • Bin zur Zeit höchlich angetan von folgender Aufnahme des Beethoven-Quintetts mit dem Erben-Quartett:

      youtube.com/watch?v=_aL7wNDvmpM
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Das Finale des Beethoven-Quintetts ist m.E. einer der bizarrsten Sätze der Klassik. Meiner Erinnerung nach hatte ich mal in einem Rätsel große Schwierigkeiten, einen Auschnitt zuzuordnen, entweder habe ich es dann doch wiedererkannt oder mich an die Faustregel gehalten, dass, wenn etwas zwar nach Klassik/Frühromantik klingt, aber wirklich eigenartig und bizarr, es im Zweifel Beethoven ist...
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)