Zur aktuellen Salome-Inszenierung der Semperoper Dresden

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    • Zur aktuellen Salome-Inszenierung der Semperoper Dresden




      Als ein dem Regie-Theater skeptisch gegenüber stehender hat sich mir aber diese nun achte Dresdner Salome richtig gut gefallen, da die Inszenierung das Bühnengeschehen kompromisslos von den historischen Überlieferungen abgekoppelt hat.

      Dabei habe ich die im bierernsten Beitrag des Herrn Schulz angekündigte Gesellschaftskritik völlig anders empfunden.

      Ich habe die Aufführung als die Albtraum-Vision einer spätpubertierenden etwas moralisch verkommender Kindfrau mit entsprechend fragwürdiger Phantasie empfunden. Und als solche war das Bühnengeschehen absolut schlüssig. Da passten die Kinderzimmerausstattung, das Spielzeug und manches skurrile Detail bis hin zu den umwerfenden sechs Burleske-Damen einschließlich des Herodes-Transvestiten.

      Auch passten die Manipulationen mit dem Theater-blutigem Paket und, so zumindest glaube ich von meinem Platz aus empfunden, dass ein wieder komplettierter Herodes letztlich der Fantasie-Bettgesell der Salome wurde.

      Natürlich ist auch für mich schwer erträglich, dass in Mittelost die Gesellschaft völlig aus den Fugen ist, aber hier die große Sorge dem Oktoberfest-Geschäft gilt. Aber derartige gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge konnte ich bei Michael Schulz nicht finden.

      Letztlich war es mir möglich, die mir bekannte „Salome“ vom Bühnengeschehen abzukoppeln und mich von ausgezeichnetem Gesang und dem hervorragenden Orchesterklang tragen zulassen.

      Gleichzeitig aber das Bühnengeschehen auch zu verfolgen.
      Dabei war aber ständig auf der Bühne etwas los. Schon ob der Fülle der Ereignisse ist ein zweiter Besuch erforderlich.

      Aber, ich musste eben das Wissen um das Operndrama ausklammern und durfte nicht den Blick zu den Texteinblendungen abschweifen lassen.

      Über die Leistungen der Agierenden haben sich Berufenere geäußert. Ich war durchweg angetan.
      Und wann erlebt man mal Georg Zeppenfeld in einer so kleinen Rolle.
    • Herr Schulz ist wohl der Regisseur, vgl. semperoper.de/spielplan/stueck…alome1/60823.html#a_24761. Demnach hat thomathi (vielen Dank für den Bericht!) eine der Aufführungen am 24.9., 28.9. oder 4.11.2016 gesehen (stimmt's?). In dieser Spielzeit wird Salome offensichtlich nicht mehr gegeben.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
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      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
      Künstler und Schwein gelten erst nach dem Tode etwas.
      Max Reger
    • <= <= so einen "Fluxus - Happening" - Parsifal (Schulzens Salzburger Insz. habe ich je`nfalls als solches wahrgenommen!) würde ich mir ja gerne mal als Video-Installation
      in einem geeigneten Museum
      zu Gemüte führen . . . im Opernhaus - - - hmmm

      Michael Schulz ist aber zunächst mal Intendant des "Musiktheaters im Revier" >welches sich (eben so gewagt wie hochsympathisch) als "schönstes Opernhaus im Revier" bewirbt<
      und macht als solcher wohl (mindestens) einen soliden Job!
      Obwohl ich jetzt gut 10 Jahre nicht mehr im Pott lebe, ist eine Inszenierung pro Jahr dort quasi Pflicht!!
      Auf die letztj. "Turn of the Screw" - Aufführungsserie habe ich eben hier andernorts verlinkt - und in wenigen Wochen hat dort Weinbergs "Passagierin" Premiere:
      meines Wissens
      (nach Karlsruhe und Frankfurt) erst die dritte bundesdeutsche Aufführung dieses Werkes . . . . .

      mussd ich gezz loswerdn hömma :P
      >>>>Wer Rechtschreibefehler findet, darf mich g e r n e darauf hinweisen!!<<<<

      Es ging aus heiterem Himmel um Irgendwas. Ich passte da nicht rein. Die anderen auch nicht. (Fischer-Dieskau üb. seine 1. >u. letzte!< Talk-Show)

      Hollywood ist ein Witz (Aki Kaurismäki)