Walton, William – Sinfonische Werke

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    • Walton, William – Sinfonische Werke

      Hallo Walton-Freunde, oder die es werden sollen,

      dieser Tage beschäftige ich mich wiedermal mit dem hochgeschätzten britischen Komponisten William Walton (1902 - 1983). Hochgeschätzt, weil er neben Benjamin Britten und ein halbes Jahrhundert nach dem großen (aber oftmals weit langweiligerem) Neuerer der englischen Musik Edward Elgar ebenfalls Musik des 20.Jahrhunderts ablieferte, die durch ihre tonal Grundtendenz genießbar ist und gefühlsmäßige Emotionen zeigt.

      :!: Waltons Sinfonie Nr.1 wurde 1935 nach der Uraufführung unter Harty von der britischen Öffentlichkeit als "historischer Abend für die britische Musik" gefeiert. Ein heute nachvollziehbares Ereignis.


      *** Angeregt wurde das Thema Walton bei mir durch einen Neukauf der EMI-CD in den letzten Tagen der Sinfonie Nr.1 (1935) unter dem großen Vernon Handley der das Bournemouth SO mit großvolumiger Attacke anheizt, klar die ansonsten auch sehr gute Naxos-Aufnahme mit Paul Daniel übertrifft und wiedermal zeigt wer britische Komponisten angemessen dirigieren kann. Da bleibt kein Auge trocken, da wird Präzision mit großer Emphase verbunden und die Musiker kommen an die Grenzen der Möglichkeiten --- fabelhafte Aufnahme - fabelhaftes Werk. Den emotionalen monumental-majestätischen Höhepunkt des Finales könnte ich mir nicht noch spannender vorstellen.
      [Blockierte Grafik: http://www.tamino-klassikforum.at/images/smilies/ja.gif] Da kann man nur wieder sagen: Vernon Handley - wer sonst ?

      An den ebenfalls auf der CD enthaltenen Hindemith-Variationen (1963) unter Handley gibt es ebenfalls nichts auszusetzen, aber hier ist das Verhältnis umgekehrt, denn hier bleibt Handley an Konturenschäfe und Spannung doch etwas hinter dem flotten Daniel zurück; aber weit professioneller als Litton auf Decca.

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      Bournemouth SO, Handley
      EMI, 1989, DDD


      *** Mein Einstieg für Walton war im Jahre 2005 durch die hervorragenden Naxos-CD´s unter Paul Daniel. Es sind die Sinfonien Nr.1 (1935) + 2 (1960), Violinkonzert (1929), Cellokonzert (1956, für Piatgorsky), Violakonzert (1929), die spritzige Johannesburg Festaval Ouvertüre und die genialen Hindemith-Variationen (1963).

      Paul Daniel liefert insgesamt eine zupackende Interpretation, die ich bis dahin bei keinem anderen Dirigenten bei Walton so erlebt hatte. Volle Kaufempfehlung für diese Naxos-CD´s:




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      NAXOS, 1994, DDD

      :wink: Ich wünsche uns nun interessante Beiträge über die Walton - Werke und weitere interessante Aufnahmen.
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      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Hallo Teleton,
      leider kann ich zu Aufnahmen gar nichts beitragen, Walton live in Deutschland bekommt man recht selten zu hören, einiges kenne ich aus dem Radio. Können wir die Diskussion über sinfonische Werke noch ausweiten in Richtung Gesang? "Der Bär" ist eine hinreißende Kammeroper. Und jetzt lässt mich meine Allgemeinbildung im Stich - ist das nach Tschechow? Walton hat den witzigen aber auch ein bißchen rührenden Tonfall des Schauspiels kongenial "veropert". Durch die Musik werden die Emotionen der Personen intensiver ausgedrückt. Man braucht dazu Sänger, die auch exzellente Schauspieler sind, das lediglich zu hören, stelle ich mir schwierig vor, vielleicht gibt's ja eine dvd?
      "Belshazzar's Feast" (1931) hat Längen, erst beim eigentlichen Fest wird die Musik mitreißender, "Praise ye the God of Gold" ist monumental vor dem Menetekel, der Schrift an der Wand, die der Erzähler (Bass) "vorliest". Die Klangfarbe an manchen Chorstellen hat mich an Honeggers "Le roi David" erinnert. "Beshazzar's Feast" war ein Kompositionsauftrag der BBC, die eigentlich ein Werk für kleines Orchester und kleinen Chor bestellt hatte, Im Laufe der Arbeit stellte sich aber heraus, dass das Werk nur mit großem Sinfonieorchester aufgeführt werden kann (so A. Lieberknecht und J. Schwachhöfer im Programmheft der Würzburger Aufführung Febr. 2009). Zum Glück!! Das Thema als kleine Chorkantate kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
      Nun verabschiede ich mich in den Urlaub....
      Gute Nacht
      Alexa
      "Im Augenblick sehe ich gerade wie Scarpia / Ruggero Raimondi umgemurxt wird, und überlege ob ich einen Schokoladenkuchen essen soll?" oper337
    • RE: Belshazzar's Feast

      Hallo Alexa,

      es freut mich hier im Capriccio-Forum wenigstens mal eine Antwort zu diesem wirklich lohnenden britischen Komponisten zu bekommen. :P In anderen Klassikforen scheint Walton mehr Resonanz auszulösen.

      Du sprichst Belshazzar's Feast (1931) an. Obwohl ich mich weniger für "Musik mit Gesang" interessiere (da seien die anderen Capriccio-Teilnehmer angesprochen), habe ich von diesem großorchestralen Gesangswerk auch eine CD mit dem BBC SO / Sir John Prichard (BBC Music, 1995, DDD).

      Auf der CD befinden sich noch die Werke The Wiese Virgin - Ballettsuite, Siesta für kleines Orchester, Henry V- Suite, hier mir dem English Chamber Orchestra / Charles Mackeras.

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      BBC Music, 1995, DDD

      Die CD hatte ich gekauft, weil ich gelesen hatte, das Belshazzar's Feast unglaublich monumental und spannend aufgebaut sein soll, mit einem orchestralen "Knock Out"......... Na ja, ich fand es ganz interessant (nett), aber insgesamt hat mich der gesamte Inhalt der CD nicht so "umgehauen". Da spricht mich beispielsweise die Sinfonie Nr.1 und die fabelhaften Hindemith-Variationen einfach mehr an - denn das entspricht auch meinem Interessengebiet.



      :wink: Ich würde mich freuen mehr Reaktionen über Walton hier zu bekaommen: im Instrumentalbereich für mich und im Gesangsbereich für Alexa.
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      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Lieber Teleton!

      Herzlichen Dank für Deinen interessanten Walton-Thread. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich zu Walton bisher nicht so wirklich einen Zugang finden konnte und kann Dir nicht sagen warum - obwohl meine Ohren ganz andere "Dinge" zu hören bekommen ;+) .

      Ich besitze die Einspielungen von Waltons Symphonien (die hier):



      (leider ist nur mehr ein Coverbild der 2. Symphonie vorhanden)

      Dirigent ist Andrew Litton und ausführendes Orchester das Bournemouth Symphony Orchestra

      Die 1. Symphonie von Walton gefällt mir z.B. sehr, sehr gut :love: - in die 2. Symphonie konnte ich mich bis heute nicht einfinden.

      Weiters besitze ich noch eine Einspielung der Filmmusik zu Henry V (auch hier leider kein Cover mehr zu finden). Die finde ich wirklich sehr gut - vor allem die Passacaglia - The Death of Falstaff finde ich einfach großartig :juhu: :juhu: :juhu: und so traurig :cry: .

      Auf alle Fälle nehme ich den Thread zum Anlass, mich nochmals mit Waltons Musik näher zu beschäftigen :yes:

      Liebe Grüße

      Peter
    • Hallo Peter,

      knöpf Dir doch mal das Violakonzert vor - vielleicht die "Königin" der Gattung und mit Sicherheit eines der besten Werke Waltons. Die Naxos-Reihe ist in Sachen Walton durchweg zu empfehlen, das Konzert mit Tomter unter Daniel gefällt mir besser als eine Einspielung mit dem ungleich bekannteren Yuri Bashmet.

      :wink:
      Wulf
      "Gar nichts erlebt. Auch schön." (Mozart, Tagebuch 13. Juli 1770)
    • Lieber Wulf!

      Wulf schrieb:

      knöpf Dir doch mal das Violakonzert vor - vielleicht die "Königin" der Gattung und mit Sicherheit eines der besten Werke Waltons. Die Naxos-Reihe ist in Sachen Walton durchweg zu empfehlen, das Konzert mit Tomter unter Daniel gefällt mir besser als eine Einspielung mit dem ungleich bekannteren Yuri Bashmet.
      Danke für Deinen Tipp :thumbsup: das werde ich gerne machen - möglicherweise liegt es ja auch an der Einspielung die ich habe.

      Liebe Grüße

      Peter
    • Wulf schrieb:

      [...] knöpf Dir doch mal das Violakonzert vor - vielleicht die "Königin" der Gattung und mit Sicherheit eines der besten Werke Waltons.
      Das schätze ich auch sehr, wobei ich die Einspielung mit Maxim Vengerov (ausnahmsweise an der Viola), M. Rostropowitsch und dem LSO (EMI, aufg. 2002) mag:



      Es handelt sich hier um eine revidierte Fassung von 1961, so steht es jedenfalls da; das bedeutet wohl, daß mehrere Fassungen existieren...? Brittens Violinkonzert, das auch dabei ist, liebe ich hier besonders wegen der feinen Melancholie, die gerade in dieser Interpretation eindrucksvoll aufscheint.

      Die beiden Symphonien könnte ich mir auch mal wieder vornehmen - ach, es gibt einfach so vieles...
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
      Künstler und Schwein gelten erst nach dem Tode etwas.
      Max Reger
    • Lieber Peter,

      erlaube mir noch einen Tip hinterher zu liefern. Ich denke, das könnte Dich begeistern: Waltons Facade. Das gehört zwar in seiner Besetzung für zwei Sprecher und ein paar Instrumentalisten nicht mehr zum sinfonischen Bereich, manche sagen, fast so gut wie der Pierrot lunaire, aber deutlich humorvoller (mit einer der ersten Beispiele von Rap). Die für mich unübertroffene Aufnahme:



      Einfach mal die Hörschnipsel zu Gemüte führen. Entweder Du findest es faszinierend, oder es fällt Dir auf die Nerven - was dazwischen kann ich mir kaum vorstellen. :D

      :wink:
      Wulf
      "Gar nichts erlebt. Auch schön." (Mozart, Tagebuch 13. Juli 1770)
    • Hallo Wulf,

      Facade, hatte ich auch ganz vergessen. Das Werk hatte ich rein zufällig bekommen und kennengelernt, weil es bei der Bernstein-Aufnahme von Holst´s Planeten mit auf der CD enthalten ist, die ich als Interpretationsvergleich (natürlich für die Planeten) gekauft hatte. Die Aufnahme von Facade ist hier mit Ormandy / Philadelphia Orchestra !

      Mit Deinem Zitat

      Entweder Du findest es faszinierend, oder es fällt Dir auf die Nerven - was dazwischen kann ich mir kaum vorstellen.

      hast Du ganz recht - genau so ist es.....

      nachdem ich das Werk einmal auf meiner CD gehört habe, hatte ich b i s h e r nicht die Laune dies zu wiederholen - aber ganz nach John Wayne : "Der Tag wird kommen !"

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      SONY, 1971(Holst), 1961(Walton), ADD
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      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Lieber Wulf!

      Wulf schrieb:

      Lieber Peter,

      erlaube mir noch einen Tip hinterher zu liefern. Ich denke, das könnte Dich begeistern: Waltons Facade. Das gehört zwar in seiner Besetzung für zwei Sprecher und ein paar Instrumentalisten nicht mehr zum sinfonischen Bereich, manche sagen, fast so gut wie der Pierrot lunaire, aber deutlich humorvoller (mit einer der ersten Beispiele von Rap). Die für mich unübertroffene Aufnahme:
      Die Hörschnipsel haben mich schon einmal angesprochen - ich habe die CD schon auf meiner Wunschliste vermerkt :yes: - vielen Dank dafür!!!

      Ich werde mich am Wochenende eingehender mit Walton beschäftigen - manche Dinge müssen einfach einmal "abliegen" und beim Wiederhören erlebt man dann die Überraschung - ging mir mit Britten genauso ;+)

      Liebe Grüße

      Peter
    • Hallo teleton,

      das ist leider die Crux, wenn man wirklich jegliche menschliche Stimme vermeiden will. Ich bin ja auch kein großer Freund großer Gesangspartien und nähere mich dem Genre Oper auf sehr kleinen Füssen, aber Facade ist nur in der originalen Fassung für zwei Sprecher und Instrumentalisten wirklich interessant. Die kastrierte Suiten-Fassung ist in der Tat eher fad - ich kann nur empfehlen, zumindest mal die Hörschnipsel bei jpc zu Gemüte zu führen.

      :wink:
      Wulf
      "Gar nichts erlebt. Auch schön." (Mozart, Tagebuch 13. Juli 1770)
    • Hallo wulf,

      es ist keineswegs so, das ich immer die menschl.Stimme vermeiden will. Es fallen mir jetzt spontan drei Werke ein in denen ich den Einsatz eines Sprechers sehr Bedeutungsvoll und wichtig finde.

      :thumbup: Hier finde ich es absolut Spitze:

      1. Copland: Lincoln Porträt

      2. Schönberg: Ein Überlebender aus Warschau

      3. Henze: Tristan Preludes
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      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • RE: Facade für Sprecher und Orchester

      Hallo wulf und alle Walton-Fans,

      ich habe gestern, wie angekündigt nochmal in die Ormandy-Aufnahme von FACADE hineingehört. Hier in wirklich guter Klangqualität wird Facade von einer Rapp-Sprecherin mit dem Orchester dargeboten.

      :thumbdown: Aber mehr als Hineinhören in alle Sätze war wirklich nicht drin, den solche Art von Musik nervt mich unendlich - einfach fürchterlich dieses Werk mit diesem ständigen Geplappere :shake: !

      Es mag ja sein, das die Original-Fassung für zwei Sprecher besser ist, aber letztendlich ist es das "Selbe in grün" und dann nerven auch noch zwei von der Sorte.
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      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • :shake: :shake: :shake:

      Das ist kein Geplappere, lieber Teleton, das ist exakt rhythmisierte Sprechstimme. Und bitte nur - hier werde ich zum Missions-Wulf - nur mit Hickox!! Zur Not auch mit Chailly.
      Probier es doch nochmal mit den Hörschnipseln bei jpc.

      Ich kann allerdings nachvollziehen, dass das Werk auf manchen befremdlich wirken kann. Auch ich bin da sehr wankelmütig - meine aber nach ein paar Vergleichen sagen zu können, dass v.a. die Sprechstimmen nirgends so witzig, so pointiert daherkommt wie bei der Hickox-Aufnahme.

      Das Werk polarisiert. Entweder es nervt oder man ist begeistert. Ich habe selbst schon beides erlebt. ;+)

      :wink:
      Wulf
      "Gar nichts erlebt. Auch schön." (Mozart, Tagebuch 13. Juli 1770)
    • Das kommt am 31. August dieses Jahres:


      William Walton - The Collector's Edition

      Inhalt:
      Symphonien Nr. 1 & 2;Violinkonzert;Violakonzert;Sinfonia concertante für Klavier & Orchester;Improvisations on an Impromptu of Benjamin Britten;Portsmouth Point Overture;A Comedy Overture "Scapino";Siesta;Sonate für Streichorchester;Cellokonzert;Coronation March "Crown Imperial";Coronation March "Orb and Sceptre";Johannesburg Festival Overture;Capriccio burlesco;Spitfire Prelude & Fugue;Battle of Britain-Suite;Hindemith-Variationen;Henry V-Suite;Poem für Orchester nach Shakespeares "As you like it";Richard III-Suite;Richard III-Prelude;
      Facade;The Wise Virgins-Ballettsuite nach Bach;Partita für Orchester;Streichquartett a-moll;Klavierquartett;Violinsonate;5 Bagatellen für Gitarre;Belshazzars Fest;Troilus and Cressinda (Oper in 3 Akten);Gloria;The Bear;A Queen's Fanfare;In Honour of the City of London;Coronation Te Deum

      Künstler:
      Nigel Kennedy, David Bell, Lynn Harrell, Ida Haendel, Thomas Hamspon, Hollywood String Quartet, Philharmonia Orchestra, London SO, City of Birmingham SO, London PO, William Walton, Richard Hickox, Louis Fremaux, Andre Previn u. a.

      Ich glaube, da möchte ich auch gern mitmachen.

      Beste Grüße, Ansgar
    • Also ich finde Walton unglaublich mitreisend. Besonders seine Werke für Chor und Orchester sind wirkliche Leckerbissen (Opern hasse ich allerdings, keine Ahnung warum). Werke die mir da gerade so einfallen sind natürlich Belshazzar's Feast, dann das Gloria, Coronatio Te Deum und In Honour of the City of London. Also diese Stücke gehen wirklich richtig ab. Wunderschöne Orchestration, oft 8-stimmige Chorsätze und mitreisende Melodien.
      Dieser Komponist ist ein absolutes Muss, wenn man sich mit der englischen Musik der Moderne befasst.
      Einer meiner Lieblingskomponisten.

      :love:
      Die Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.
      Victor Hugo
    • Walton - Sinfonien mit Ashkenazy / RPO

      Leider konnte meine Frage im Kaufberatungs-Thread zu den Ashkenazy-Aufnahmen der Sinfonien von keinem beantwortet werden. So habe ich mir diese Frage selbst beantwortet:

      Die Doppel-CD habe ich diese Woche in der Post vorgefunden und bereits mehrfach gehört .. :thumbup: mehrfach, weil der Hörspass einfach vorhanden ist.

      Decca, 1972 (VC), 1991 (Sinfonien); ADD/DDD

      Die Sinfonie Nr.1 (1935) halte ich rein von der Interpretation für keine bessere Umsetzung als mein langjähriger Favorit Handley (EMI). Vom Tempo her liegt Ashkenazy in allen Sätzen auf gleichem Niveau wie Handley. Aber der Hörspass ist bereits durch die umwerfende, hier atemberaubende Decca-Klangtechnik (Lutgra schreibt passend = Spektakulär !) so hoch, dass diese Aufnahme bei mir noch mehr Hörspass auslöst. Ashkenazy verpasst keinen Effekt und schlägt einem die Paukenfelle nur so um die Ohren :angel: . Keine Frage Ashkenazy´s Sichtweise ist eindeutig weniger weich und warm empfunden, sondern eher hart und unerbittlich, was gut zu der Sinfonie passt.
      Das Scherzo (2.Satz)soll laut Walton "richtig böse" gespielt werden - das macht Ashkenazy superklasse und zieht das Werk bis zum aufwühlenden Finale packend durch. Die Klangtechnik verschweigt kein Detail legt alle Strukturen offen; das RPO habe ich noch selten so Emotional angeheizt gehört.

      Die Frage nach nach der Aufnahme des Uraufführungsdirigenten Hamilton Harty mag für Historiker von Interesse sein - ich finde aus meiner Sicht: man muss die Sinfonie in bestmöglicher Klangtechnik hören um optimalen Hörspass zu erhalten, sonst würde sie (bei mir) ihre Wirkung verfehlen.

      Die Sinfonie Nr.2 (1957) besass ich bisher "nur" in der ausgezeichneten NAXOS-Aufnahme mit Paul Daniel. Aus dem straffen dreisätzigen Werk holt Ashhkenazy, das weniger auf Dramatik, sondern auf Klangfarben abgestimmt ist, doch noch einiges an Ah-Effekten mit Power heraus, dass den Hörer erstaunt und begeistert. Klarer Fall - auch hier punktet eindeutig Ashkenazy höher mit Lust auf wiederholtes Hören.


      Die enthaltenen Konzerte für Violine - Cello - Viola sind durchweg hochkarätige Aufnahmen:
      Das Violinkonzert mit Kyung Wha Chung / LSO / Previn ist ganz famos gelungen und verursacht zumindest bei mir durch seine Kurzweiligkeit und moderne neoklassische Tonsprache totalen Hörspass. Dies ist die einzige Analogaufnahme der CD (was Null auffällt, weil die Decca-Klangtechnik alles bietet, was man erwartet.)
      Das Cellokonzert mit Robert Cohen / Bournemouth PO / Litton begeistert mich persönlich zumindest in den schnellen Sätzen und geht ebenfalls als Spitzenaufnahme durch; genau wie das Violakonzert mit Paul Neubauer / Bournemouth PO / Litton .
      Obwohl ich den Naxos-Aufnahmen mit Daniel ebenfalls sehr hohes Niveau zuspreche, würde ich auch diesen Aufnahmen der 3 Konzerte auf dieser Decca-Doppel-CD den Vorzug geben.
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      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Walton-Sinfonien mit Charles Mackerras

      Die Walton-Sinfonien und Werke haben es mir angetan. Die treffen meinen Geschmack voll ! Von daher kaufe ich von Waltons orchestralem Repertoire gerne einige Vergleichsinterpretationen die auch über einen guten Klnag verfügen, denn "historisches" wäre für Waltons farbige Orchestration wirklich daneben und für mich am Hörspass absolut vorbei ...

      *** Mit Charles Mackerras habe ich ja noch nie eine Aufnahme im CD-Player gehabt, die zu bemängeln gewesen wäre oder Zweifel ausgelöst hätte. Warum sollte also die Aufahmen seines Landsmannes Walton es nicht auch sein ? (OK, Mackerras wurde in Australen geboren - aber egal !)
      Kurzes Fazit: Bestellt - gehört - sehr zufrieden gewesen !


      Bei den Sinfonien Nr.1 und 2 kommt es Mackerras auch auf die Orchesterfarben in Waltons Musik an, die er sehr schön ausspielt.
      In der Sinfonie Nr.1 nicht ganz mit dem Biss und Power, wie Ashkenazy (Decca) und Handley (EMI), aber in der Sinfonie Nr.2 kommt er Ashkenazy (Decca) qualitativ ziemlich gleich.
      Das Einzige was noch insgesamt mehr für Ashkenazy (Decca) spricht ist die audiophile Klangquaität ! Aber das sind Marginalien, denn ohne Vergleich sind auch disee EMI-Digital-Aufnahmen von 1989 ausgezeichnet aufgenommen. Die Erste mit dem London Philharmonic und die Zweite mit dem noch brillanter aufspielenden London SO; TOP_Pauken inclusive.
      Die Aufnahmen beider Sinfonien übertreffen klar die etwas nervös geratenen Daniel-Aufnahmen (NAXOS), auch klanglich, denn die Naxosen sind trotz digital etwas verfäbt (auch wenn es nur wenige verstehen, so würde ich sagen: "Naxos-Sound-Like").

      Die Doppel-CD hat sich aber auch wegen des Cellokonzertes (1957) absolut gelohnt:
      Paavo Berglund legt eine saftige Orchesterbegleitung hin (besonders im tollen 2.Satz), die alle Sprachen spricht. Paul Tortellier, der Altmeister des Cellos, auch ganz gross. Der dritte Satz ist ungewöhnlich, da sich Orchester und Cello abwechseln; bis auf den Finalschluss. Aber sowohl Tortellier, wie auch Berglund liefern ihr Bestes mit Biss und Klasse.
      *** Vom Tempo her mit 6:52 - 6:31 - 13:34 auch keine langgezogene Sosse, sondern straff und spannend interpretiert und damit alle meine Cellokonzert-Aufnahmen mit Hugh/Daniel (Naxos) sowie Cohen/Litton (Decca) deutlich übertreffend.

      Das Violinkonzert (1939) ist Jascha Heifetz gewidtmet.
      Ich weis nicht ob Nigel Kennedy / hier mit Previn der richtige Solist ist ? Mir kam das Ganze zu "seicht-kitschig mit Romantikschmalz" vor. Das Gehörte konnte ich nun wirklich nicht mit Heifetz in Einklang bringen.
      Ich denke mit Chung hatte Previn (Decca) die bessere Solistin für dieses VC (siehe Vorbeitrag).

      Die von Walton in der Suite The Wise Virgins sechs orchestrierten Bach-Kantaten als Ballett werden hier von Lois Fremaux mit dem City of BirminghamPO in einer sehr schönen, einfühlsamen und trotzden saftigen Einspielung geboten, die richtig Spass macht.

      [Blockierte Grafik: http://ec2.images-amazon.com/images/P/B004ZARWVQ.03._SS300_SCLZZZZZZZ_.jpg]
      EMI, 1989 (Sinfonien), 1973 (CC), 1987 (VC), 1976 (TWV), ADD/DDD

      Empfehlung !
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Passt zwar nicht so ganz, aber..

      Dass Walton ein begnadeter Komponist und ätzender Kritiker seiner Kollegen war, macht ihn mir schon mal sympathisch.
      Besonders schätze ich seine Filmmusiken zu Shakespeare:
      z.b: , also Hamlet, As you like it, Richard III, Macbeth und Henry V.
      Gruß aus Kiel
      Ich vergesse niemals ein Gesicht. Doch bei Ihnen mache ich eine Ausnahme! (Groucho Marx)