Jazz kaufen - Sonderangebote, Neu- und Wiederveröffentlichungen, Kaufberatung

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    • Jazz kaufen - Sonderangebote, Neu- und Wiederveröffentlichungen, Kaufberatung

      Liebe Jazzer,

      Zweitausendeins bietet zur Zeit jede Menge Sonny Rollins günstig feil.
      Bitte, ihr Kenner, folgt meinem Link und sagt mir, welche davon ich nicht verpassen darf.

      Dank und Gruß,
      Micha
    • Hallo Micha,

      Saxophon Clossus ist unverzichtbar, wenn du sie noch nicht hast. Auch Tommy Flanagan und Max Roach sind besonders gut drauf. Es stimmt einfach alles, Ein Stück genialer als das andere. Sehr amüsant auch die Mackie-Messer-Interpretation.



      Ebenso unverzichtbar für mich die Freedom Suite:



      Rollins geht hier, 1958, weiter als fast überall sonst einen kräftigen Schritt in das Vorfeld des freien Jazz, um dann doch eher wieder umzukehren. Schade eigentlich, denn die Aufnahme ist sehr gelungen und mitreissend. Außerdem bin ich ein großer Oscar Pettiford-Fan, der hier auch für ihn besonders treibende und mich beeindruckende Bass-Läufe spielt. Aber alle Beteiligten sind wieder ganz besonders gut in Form.



      Rollins goes Country! Ich liebe sie. Ein Riesen-Spaß! Ach, aber keine Angst. Haweigitarren mußt du nicht befürchten. Ist schon guter Jazz, doch über teilweise Countrymelodien, mit sehr viel Humor und eben mit West-Coast Musikern: Shelly Manne an den Drums spielt wunderbar einfallsreich, Ray Brown war damals auch meistens an der West Coast und ist wie immer erstklassig. Rollins spielt auf ihr m.E. einige seiner schönsten Soli.



      Sein Zusammenspiel mit Kenny Dorham ist vom Feinsten. Kenny Dorham ist ein umwerfender Trompeter. Technisch brilliant, einfallsreich und noch in den schnellsten Läufen zu jeder Nuancierung fähig.



      Für das Zusammenspiel mit Clifford Brown gilt dasselbe wie oben. Clifford Brown hatte für mich den schönsten Trompetensound überhaupt, sein enorm gefühlvoll-melancholisches Spiel ergänzt sich hier ganz wundervoll mit Rollins Sax.

      Das sind alles ältere Aufnahmen. Rollins Spiel ist später sicherlich nicht schlechter geworden. Eher im Gegenteil, sein Sound noch voller, bei weichem Schmeichelndem noch farbvoller und nuancierter. Aber später hat Rollins leider kaum mehr mit wirklich gleichwertigen Musikern zusammengespielt. Insofern finde ich diese und "Tenor Madness" mit Coltrane als Gesamtaufnahmen wichtiger als vielleicht alles, was später kam. Bei späteren würde ich immer eher zu Live-Aufnahmen und zu Cds etwa wieder ab Mitte der 80er greiffen, aber auch eher weitere aus den 50ern nehmen. Auch bei den Impulse-Aufnahmen würde ich eher zu anderen, als den hier angebotenen, raten, vor allem zu folgener mit Jimmy Garrison, Elvin Jones und Freddie Hubbard:



      Ich kenne nicht alle aus den 70er und frühen 80ern, auch nicht alle von denen, die hier gerade im Angebot sind. Bei dem, was ich kenne, sind natürlich immer schöne Rollins-Soli drauf, auch einzelne Stücke, die mir insgesamt ganz gut gefallen, wenn auch alles zumeist eher gefällig ist, aber es ist auch in der Begleitung zumeist sehr unterdurchschnittlich, zum Teil auch richtig ärgerlich belangloses Fusiongeplätscher.

      Dafür dann lieber eine weitere, ganz herausragende; Sonny meets Hawk mit dem alten Coleman Hawkins. Wie die beiden sich hier zu eher sanft, aber nicht geschmäcklerisch dargebotenen Standards umschmeicheln, der alte Swinger und der Neutöner sich hier musikalisch gegenseitig voreinander verbeugen, zitierend ihr Spiel miteinander treiben, das zu hören, ist herzerwärmend, macht einfach glücklich. Die perfekte CD 'für zu Zweit' am warmen Sommerabend.



      :wink: Matthias
    • ECM Angebote

      Hallo zusammen,

      beim Stöbern auf den Seiten von JPC fiel mir auf, daß viele Platten, insbesondere von ECM zu 9,99 € angeboten werden.
      Es handelt sich offenbar nicht um die neu veröffentlichten Pöatten (touchstone edition), sondern um die hochpreisige Ware.

      Vielleicht haben unsere Spezialisten einige Empfehlungen für neugierige Käufer.

      Ich persönlich werde wohl noch zuschlagen bei:

      Pat Metheny - Watercolors
      Metheny noch in der Findungs- und nicht Wiederholungsphase


      2 Platten mit teilweise echten "Ohrwürmern" aus der Zusammenarbeit mit Jan Garbarek
      Keith Jarrett - My song


      Keith Jarrett - Belonging



      Typischer ECM- TrioJazz der 70er Jahre, teilweise etwas schwermütig, in diesem Fall elektrisch verstärkt.
      John Abercrombie - Timeless


      Grüße
      Achim
    • Lieber Achim,

      diese beiden Jarret/garbarek-Scheiben gefielen mir auch noch insgesamt sehr gut. Zwar gibt es hie auch schon Einzelstücke, die eher so dahinplätschern, aber auch ausgesprochen schöne Songs,

      Ich komme jetzt nicht dazu, umfassend die jpc-Sonderangebote durchzuschauen, mir ist aber aufgefallen, dass im jpc-courier von August einiges von Stunt-Records aus Dänemark geramscht wird und noch zu bekommen ist. Mein Beitrag im ECM-Thread ist mir ja zur eine Eloge auf Stunt Records geworden. Insofern finde ich dort vieles interessant. Klicke dich da doch da mal durch die Hörschnipsel.

      Besonders gut gefällt mir:



      Der dänische Trompeter Palle Mikkelborg ist ja schon einer der Alten, der europäischen Jazzszene. Hier hat er auch klangfarblich sehr schöne, relaxte Arrangement für die sehr gute Danish Radio Big Band plus Jazz-Harfenistin ! geschrieben, die vom Niveau durchaus mit den Big Bands von WDR und NDR zu vergleichen ist.

      Die nächste wäre für mich ein Muß gewesen, wenn ich sie nicht längst gehabt hätte. Denn Steffano Bollani ist für mich einer der wichtigsten Jazzpinisten der Gegenwart und Jesper Bodilsen und Morten Lund stehen der Unzahl von älteren Spitzenbassisten und Drummern aus dem kleinen Dänemark in nichts nach. Eine sehr schöne, stimmungsvolle Aufnahme. Das ist wirklich Piano-Trio-Jazz vom Besten.



      In der gleichen Trio-Besetzung auch diese, auf die ich selbst noch aus meiner letzten Bestellung warte:



      Dann würde ich schätzen, da du auch guten Jazzrock magst, ist Ibrahim Electric etwas für dich, besonders die beiden CDs dieses dänischen Orgeltrios, das mal funky, mal modern jazzig, mal auch etwas nach John Lord auf alten Deep Purple Lps klingt, mit Ray Anderson an der Posaune machen mir jedenfalls sehr viel Spaß. Das sowieso schon enorme Energielevel dieses Trios wird durch Ray Anderson noch angeheizt. Dafür lasse ich alle Barbara Dennerleins im Schrank verstauben. Das beste Orgel-Trio seit Medeski, Martin, Woods!





      Ganz anders, aber auch sehr gelungen, ist auch die CD des New Yorker Saxophonisten Michael Blake. Im Jpc-Text steht etwas von Free Jazz, das ist aber Quatsch. Zwar ist die offene Form in der Behandlung der meist einfachen Themen, die manchmal etwas Folk imaginaire- artig sind, schon sozusagen Post-Free-Jazz, d.h. sie setzt wohl voraus, das es Free Jazz gegeben hat, aber die Musik bleibt hier der Song-From verhaftet, ist teilweise sehr lyrisch.



      Mit Soren Kjaergaard (Fender Rhodes), Jonas Westergaard (b), Kresten Osgood (dr) hat Michael Blake hier nicht nur eine sehr gute Gruppe, mit schon wieder ganz ausgezeichentem Bassisten und Drummer aus dem kleinen Dänemark, sondern hier gelingt auch auf sehr ansprechende Weise eine organische Integration von vielem, was zur zeit in New York und in der Kopenhagener Szene viel zu hören ist.

      Auch mit den 4 Caroline Henderson -CDs, die es von Stunt gerade billiger gibt, bist du für Vocal-Jazz viel besser bedient, als mit diesen ganzen schwedischen und norwegischen Stimmchen auf Act. Eine schöne Stimme, die technisch viel mehr drauf hat, als die meisten Pop-Jazz-Damen, mit guten dänischen Begleitern, meist guten Arragements, vor allem auf den neueren, z. B. bei schönen Versionen von Riverman oder It ain't necessarily so, aber auch Verjazzungen von z.B. Velvet Underground Stücken. Alles sagt mir auf ihren Cds dann aber auch nicht zu.



      :wink: Matthias
    • Hallo Matthias,

      danke für Deine interessanten Hinweise. So wird das nix mit pekuniärem Wohlstand, dauernd geht das Geld für Musik drauf. :D Aber was soll das Gejammer, man lebt nur einmal !

      Die Platte



      verspricht sehr interessant zu sein, offenkundig auch nicht nur der "übliche" nurf ette Bigbandsound.


      Stefano bollani



      ist für mich als Klavierliebhaber eine Neuentdeckung, die ich unbedingt verfolgen werde.


      Caroline Henderson



      jawoll, die ist guuuut. :juhu:

      Bang-Bang in was für einer Fassung.
      ich liebe diese Popadaptionen - Stichwort hierzu Lisa Bassenge !!

      Dur hast recht, gegenüber den ACT-Mädels endlich wieder nicht nur Gehauchtes und Pseudo-Jazz-in-Wahrheit-Pop-Folk-Musik.

      Von meiner Seite noch eine Ergänzung zu ECM:

      Gerade wieder beim Hundeausgang gehört

      Manu Katché




      und




      Entspannter Kammerjazz in wechselnden Besetzungen, mal relaxter, aber nicht besinnlicher ;+) Saxophoneinsatz von Jan Garbarek, mal Tomasz Stanko an der Trompete mit sehr schönen Melodiebögen.


      Grüße
      Achim
    • Lieber Achim,

      die beiden Manu Katché cds habe ich auch; -gefallen mir auch gut: Unspektakulär, aber mit wiederholtem Hören für mich immer besser werdend.

      Die Mikkelborg-Arrangements sind wirklich interessant. Ich bin ja nicht so der Elektronik-Freund, aber auch dies ist hier geschickt verwendet, die sehr gelungene Klangfarbenmalerei erweiternd und die Einbeziehung der Harfe erfordert schon ganz andere Arrangements als einen "fetten", üblicheren Big Band Sound.

      Bei den CDs von Caroline Henderson muß man allerding damit leben, dass neben überwiegend sehr gelungenem auch immer einige wenige Stücke für mich ziemlich verunglückt sind.

      :wink: Matthias
    • Wer einmal Horn ausgiebig auch als Soloinstrument im Jazz hören will, dem sei diese sehr schöne, beschwingte CD des Jazz-Hornisten Vincent Chancey ( u.a. Carla Bley Band, David Murrays größere Bands) empfohlen. Ich habe sie schon sehr lange, habe sie aber jetzt zufällig bei 2001 für 4.99 angeboten gesehen.



      David Gilmore, Gitarre, Kevin Bruce Harris, Baß, und Ronnie Burrage, Schlagzeug, liefern einen packenden Groove, über den Chancey mit der Leichtigkeit eines Saxophonspielers über einfache, aber hübsche Melodielinien improvisiert.

      :wink: Matthias
    • Gerade bei jpc unter den Sonderangeboten entdeckt:


      7,99

      eine der schönsten Pianotrioplatten die ich kenne!

      Auch diese des von mir überaus geschätzten italienischen Pianisten ist sehr empfehlenswert:


      6,99

      Mit dieser, die ich selbst heute bestellt habe, konnte ich auch noch eine Lücke in meiner Steve Lacy Sammlung schließen:


      7,99

      Apropos Cover-Versionen, da gibt es gerade diese mit schönen JazzRock-Covern der Stones von Tim Ries:


      5,99

      Was er mit u.a. John Scofield aus z.B. Satisfaction macht, ist schon nett.

      Für die Liebhaber des Vocal-Jazz: Ganz hervorragend ist diese von Roseanna Vitro:


      6,99 ! Mit Kenny Werner !!! als Pianobegleiter - auch ein Spitzenpianist und sehr guter, einfühlsamer Liedbegleiter.

      Signora Vitro singt mindestens 10 Ligen über ganzen Busladungen modischer Popjazzstimmchen zusammen! Es gibt auch noch zwei weitere sehr gute CDs von ihr für 11,99, insbesonder Passion Dance ist auch sehr gut, vor allem der Titelsong von McCoy Tyner:



      Die fehlten mir noch von, bzw mit ihr. Habe ich mir gerade bestellt:


      9,90


      allerdings noch 14,99


      :wink: Matthias
    • Zweitausendeins hat mehrere Dutzend CDs des Labels HatOlogy für je 4,99 im Angebot. Interessiert mich, ich kenne aber gerade mal einige der Namen. Was muss man haben?

      Copland, Marc
      MARC COPLAND AND ...

      D'Agaro, Daniele/& Jeb Bishop, Kent Kessler, Robert Barry
      CHICAGO OVERTONES

      efzeg
      KROM

      Gisler, Fabian
      BACKYARD POETS

      Grossman Trio, Richard
      WHERE THE SKY ENDED

      Jörgensmann Quartet, Theo
      SNIJBLOEMEN

      Jörgensmann Quartet, Theo
      TO ORNETTE - Hybrid identity.

      Jörgensmann, Theo
      FELLOWSHIP

      Jörgensmann, Theo/& Eckard Koltermann
      PAGINE GIALLE

      Jörgensmann, Theo/& Oles Brothers
      ALCHEMIA

      Johansson, S.-A./& Axel Dörner, Andreas Neumann
      BARCELONA SERIES

      Koglmann, Franz
      L'HEURE BLEUE

      Koglmann, Franz
      O MOON MY PIN-UP

      Konrad, Bernd/& Hans Koller Unit
      PHONOLITH

      Lacy, Steve
      AT THE NEW JAZZ MEETING BADEN-BADEN 2002

      Law Quartet, John
      ABACUS

      Levin Quartet, Daniel
      BLURRY

      Liebman, David
      COLORS

      Lloyd, Jon
      FOUR AND FIVE

      Maneri Quartet, Joe
      TENDERLY

      Maneri, Joe/& Joe Morris, Mat Maneri
      OUT RIGHT NOW

      McPhee Po Music, Joe
      OLEO

      McPhee, Joe/& Lisle Ellis, Paul Plimley
      SWEET FREEDOM - Now what?.

      McPhee, Joe/& Survival Unit II
      N.Y.N.Y. 1971

      Mehta, Rajesh/& Paul Lovens
      SOLOS & DUOS/Orka.

      Melford Extended Ensemble, Myra
      EVEN THE SOUNDS SHINE

      Nagl Ensemble, Max
      QUARTIER DU FAISAN

      Raulin Trio, François
      TROIS PLANS SUR LA COMÈTE

      Shepp, Archie
      I KNOW ABOUT THE LIFE (1981).

      Shipp String Trio, Matthew
      BY THE LAW OF MUSIC

      Trapist (Brandlmayr, Siewert, Williamson)
      HIGHWAY MY FRIEND

      Wallin, Per Henrik/& S.-A. Johansson
      PROKLAMATION I

      Wiesendanger, Chris
      WE CONCENTRATE

      Braxton, Anthony
      CHARLIE PARKER PROJECT

      Liebman, David/& Marc Copland Duo
      BOOKENDS

      Für Tipps dankt
      der Don
    • Lieber Don,

      danke für den Tipp. Auch mir sind viele der Namen unbekannt. Aber auch einige Bekannte sind darunter, bei denen ich in Versuchung gerate, zuzugreifen. Koglman ist eigentlich immer interessant, Braxton käme auch auf meinen Einkaufszettel. Vielleicht noch Archie Shepp.

      Viele Grüße
      Michel
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • Lieber Micha,

      ich danke auch für den Tipp. Ja, Kogelmann, stimme ich Michel zu, ist immer interessant. Wesentlich für ihn der West Coast Progressive Jazz, den er mit Elementen neuer europäischer Musik modernisiert. Diese hier kenne ich noch nicht, laut eines zuverlässigen Jazzsammlerfreunds von mir sollen sie aber hervorragend sein.

      Die Archie Shepp ist wunderschön. Eine seiner besten unter denen, auf denen er sich ganz der Tadition widmet. Ganz große Empfehlung!

      Braxton ist auch vom Allerfeinsten. Wie einer der Intellektuellsten der alten Avantgardisten, auch wenn Braxton selbst diesen Begriff ablehnt, sich hier Charlie Parker widmet, wunderbar spielerisch begleitet von u.a. Misha Mengelberg und Han Bennink muß man gehört haben. Das geht richtig fetzig ab und betont das Moderne bei Parker.

      Copland, Marc
      MARC COPLAND AND ...- eher ruhig, subtil impressionistisch, durch gute Begleiter nicht uninteressant. Copland wird sicherlich zu recht hoch gelobt, aber nicht ganz mein Fall.

      Liebman, David/& Marc Copland Duo
      BOOKENDS - ähnliches gilt auch für diese, obwohl ich Liebman sehr schätze. Im Duo ist das schon schön und wieder durchaus subtil, aber mir fehlt etwas die Spannung. Wer eher ruhig ECM.mäßiges auf höchstem Niveau schätzt, wird hiermit aber wahrscheinlich sehr zufrieden werden.

      D'Agaro, Daniele/& Jeb Bishop, Kent Kessler, Robert Barry
      CHICAGO OVERTONES
      -Spitzenklasse! Der vorzügliche, einfallsreiche Power-Saxophonist aus Italien trifft auf High-Energy-Jazzer der Chicago-Avantgarde aus dem Umfeld von Ken Vandermark.

      Grossman Trio, Richard
      WHERE THE SKY ENDED - guter moderner Trio-Jazz

      Theo Jörgensmann ist ein unglaublich guter Klarinettist, dessen Musik auch da, wo sie weitgehend frei improvisiert ist, häufig eher nach zeitgenössischer Kammermusik klingt. Interessant und ziemlich gut sind die Aufnahmen hier alle, besonders schätze ich jedoch unter denen hier die, auf der er sich mit seinem so anderen Ansatz der Musik Ornette Colemans widmet, wordurch eine produktive Spannung entsteht. Die CD mit den polnischen Oles-Brüdern kenne ich noch nicht, aber andere Live-Mitschnitte mit ihnen, die hier Jörgensmann ungewohnt antreiben. Die beiden Brüder gehören zu den interessantesten, Bassisten/Schlagzeugern der Gegenwart, hochvirtuos, einfallsreich, für die ausgefallensten Experimente zu haben, aber richtig grooven können sie auch. Und Live-Aufnahmen aus dem Alchemia kaufe ich inzwischen sowieso ungehört/unbesehen. Der Krakauer Club hat nur hochinteressantes Programm und, ich glaube, das kompetenteste, neugierigste Publikum der Welt und ein dementsprechende Atmosphäre, die die Musiker zu Bestleistungen animiert. Eine mit dem Club zusammenhängende Plattenfirma, Not Two Records, veröffentlicht auch Konzerte aus dem Alchemia. Ich habe z.B. ein 12-CD Box der Vandermark 5-Konzerte dort an wenigen aufeinanderfolgenden Abenden, teilweise mit den Oles-Brüdern als Gästen, die durchgehend hochspannend und ganz vorzüglich ist.

      Johansson, S.-A./& Axel Dörner, Andreas Neumann
      BARCELONA SERIES - diese CD kenne ich noch nicht, muß ich mich auch noch drüber informieren, denn Johansson Aufnahmen können sehr gut sein, können sich aber auch völlig in eher dadaistischer Performance verliehren, Das ist dann vor allem auf der CD nicht so prickelnd. Axel Dörner halte ich jedoch für einen der besten Trompeter derzeit, ein glänzender und witziger Improvisator z.B. bei Aki Takase oder v.Schlippenbachs "Monks Casino".

      Wallin, Per Henrik/& S.-A. Johansson
      PROKLAMATION I . kenne ich auch noch nicht, aber diese werde ich mir wohl auch zulegen, denn den Pianisten Per Henrik Wallin schätze ich sehr. Star Monk-beinflußt, gerne aber hübsche skandinavische Folk-ähnliche Melodien modern dekonstruierend, melancholisch mit ausgefeilten untypischen Harmonieentwicklungen könnte vielleicht sein Spiel bezeichnet werden.

      Lacy, Steve
      AT THE NEW JAZZ MEETING BADEN-BADEN 2002 leider schon ausverkauft, ist aber hochinteressant. Trotzdem vielleicht nicht unter den wichtigsten Lacy-Alben.

      Law Quartet, John
      ABACUS - moderner US-Jazz, der originell mit neoklassischen und neobarocken Formen spielt. Durchaus interessant.

      Liebman, David
      COLORS - nicht die erste solo-Sax (vor allem Sopran)- Aufnahme Liebmans und wieder ganz vorzüglich, kein bisschen langweilig, seinem Solospiel zuzuhören.

      Maneri Quartet, Joe
      TENDERLY

      Maneri, Joe/& Joe Morris, Mat Maneri
      OUT RIGHT NOW sind beide ganz vorzüglich. Der alte Joe Manieri bläst berührend, Sohn Mat an Geige und Viola, aber auch ein glänzender Improvisator, bringt etwas Neue Musik mit in den immer noch sehr modern klingenden Jazz Joe Maneris, der auber auch die Tradition bestens gefühlvoll und originell verarbeitet.

      McPhee Po Music, Joe
      OLEO

      McPhee, Joe/& Lisle Ellis, Paul Plimley
      SWEET FREEDOM - Now what?.

      McPhee, Joe/& Survival Unit II
      N.Y.N.Y. 1971

      Auch diese 3 von Joe McPhee, der gleichermaßen sehr gut Trompete und diverse Saxophone und auch noch ganz gut Posaune spielt, lohnen sich alle sehr: Energiereicher, atmosphärisch dichter, intensiver Chicago Free Jazz. Besondes die Wiederveröffentlichung seiner wichtigen, äußerst zornigen LP von 71 ist verdienstvoll. Wo Don Cherry in besten Momenten in seiner FRee Jazz Zeit war, da macht Joe McPhee bis heute konsequent weiter, jetzt vor allem mit dem großen kreativen Pool der jüngeren Chicago-Avantegarde z.B. um Vandermark.

      Mehta, Rajesh/& Paul Lovens
      SOLOS & DUOS/Orka. Sehr guter jüngerer Trompeter- Ob das schon solo und im Duo mit FreeJazz Veteran Paul Lovens trägt, muß ich selbst erst hören.

      Melford Extended Ensemble, Myra
      EVEN THE SOUNDS SHINE Wie alles von der zu Anfang auch sehr von Monk beinflußten, aber doch von anfang an sehr eigenständig klingenden Pianistin Myra Melford exzeptionell gut. Melford wird von den Größsten der alten afro-amerikanischen Avantegarde hochgeschätzt, hat z,B, mit Leroy Jenkins zusammengearbeitet. Ihre Kompositionen und Arrangements stehen denen von etwa Sam Rivers oder Julius Hemphill nicht mehr nach, mit denen ich sie auf ihre ganz eigene Weise am ehsten vergleichen würde.

      Nagl Ensemble, Max
      QUARTIER DU FAISAN eine der originellsten neueren europäischen Gruppen mit viel Power und virtuoser Spielfreude

      Raulin Trio, François
      TROIS PLANS SUR LA COMÈTE
      mit Bruno Chevillon, Francois Corneloup ein schlagzeugloses experimentelles Top-Trio aus Frankreich. Ganz hervorragende CD!!!



      Shipp String Trio, Matthew
      BY THE LAW OF MUSIC



      Wahnsinns-Pianist Matthew Shipp ist eine Schlüsselfigur der gegenwärtigen New Yorker experimetellen Szene, hier mit seinem Dauer-Compagnon William Parker (b) und Mat Maneri (Violine, Viola) mit äußerst dichten Free Jazz Improvisationen über teilweise recht komplexe Strukturen. Die CD ist absolutes Pflichtprogramm für alle, die die aktuelle experimentelle Szene kennenlernen wollen und offene Ohren auch für Neue Musik haben. Gehört für mich zu seinen Besten und der Mann ist äußerst produktiv!

      Den Rest kenne ich auch nicht, aber es sind ja auch schon so recht viele Empfehlungen geworden. Hat Hut ist eben ein verdammt gutes Label. Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich die direkt im Abo beziehen. Interessant sind sie fast immer.

      :wink: Matthias
    • Charles Mingus

      Ich benötige Rat bzgl. nachfolgender Box:


      Charles Mingus
      Mysterious Blues, Documents, 10 CDs.

      Als Einstieg geeignet?
      Bei diesem Preis kann man nix falsch machen. Trotzdem, der Platzmangel...

      Viele Grüße
      Jean
      „Ich werde überhaupt nur noch ausschließlich mich selbst zitieren ...“ Algabal
    • RE: Charles Mingus

      Jean schrieb:

      Ich benötige Rat bzgl. nachfolgender Box:


      Charles Mingus
      Mysterious Blues, Documents, 10 CDs.

      Als Einstieg geeignet?
      Bei diesem Preis kann man nix falsch machen. Trotzdem, der Platzmangel...

      Viele Grüße
      Jean
      Lieber Jean,

      bei der Box scheint es sich um frühe Bebop-Aufnahmen aus den vierzigern, vielleicht auch noch frühen fünfzigern zu handeln. Zu der Zeit war Mingus bereits ein angesehener Bassist rund um Charlie Parker, Dizzy Gillespie & Co. Für echte Mingus-Sammler ist die Box vielleicht etwas. Sie repräsentiert ihn zwar als großen Bassisten der damaligen Zeit, teilweise auch schon als Komponisten, doch die eigentlichen Mingus-Sachen - mit ihm als Leader fantastischer Ensembles - wirst du auf ihr nicht finden.

      LG
      C.
      „Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)
    • Mingus Wallet-Box

      Jean schrieb:

      Charles Mingus
      Mysterious Blues, Documents, 10 CDs.

      Als Einstieg geeignet?
      Bei diesem Preis kann man nix falsch machen. Trotzdem, der Platzmangel...


      Lieber Jean,

      ich kenne die Box leider auch nicht. Mich würde selbst brennend interessieren, was hier veröffentlicht wurde, denn von der Stück-Reihenfolgen her habe ich keine Ahnung. Aber ich finde nirgendwo genauere Besprechungen und auch auf der Membran-Seite keine genaueren Hinweise/Angaben zu Aufnahmedaten, Originalveröffentlichungen, Musikern usw.

      Es könnte einiges von den Candid-Aufnahmen sein, die es auch mal weitgehend komplett als Mosaic-Box-Set gab. Mosaic-Box-Sets sind vorbildlich edierte, aber auch nicht ganz billige Wiederveröffentlichungen mit vielen Erstveröffentlichungen von Sessions. Sehr viele Titel und insgesamt die Reihenfolge stimmt aber auch mit der Mosaic.Box nicht überein, auch nicht mit der Box der kompletten Aufnahmen von Mingus zeitweilig eigener Firma Debut. In einer anderen Candid-Reissue-Reihe auf 4 einzen veröffentlichten CDs hieß die 4, auch "Mysterious Blues".

      Insofern kann ich nicht sagen, wie "wichtig" diese im Vergleich zu anderen Mingus-CDs sind. Die Musik ist sicherlich durchgehend sehr gut. Wirklich Schwaches gib es von Mingus nicht. Wenn es viel von den Candid-Aufnahmen ist, dann ist das sogar besonders gut. Die Tonqualität dürfte Membran-typisch ganz in Ordnung sein, jedenfalls nicht durch brutale Rauschfilter verzerrt. Die Angaben dürften spärlich sein, wenn auch auf der Membran-Seite im Netz noch nicht mal mehr als die Stücknahmen zu finden sind. Das ist dann wieder auch zur Einführung und zum Überblick nicht ideal. Wer schon viel von Mingus hat oder nicht ausschließt, sich noch einiges von ihm systematisch zuzulegen, sollte wohl besser erst einmal abwarten, bis irgendwo genauere Besprechungen mit discographischen Angaben auftauchen.

      P-S: jetzt, wo ich fertig geschrieben habe, sehe ich Carstens Antwort, also doch nicht viel von den Candid-Aufnahmen dabei?

      Lieber Carsten, woher hast du die Angaben? Und es sind schon sehr viele Mingus-Kompositionen mit dabei, auch sehr viele, die ich bislang in die späten 50er/frühen 60er und der Candid-Zeit zugerechnet hätte. Weißt du, wo ich genauere Angaben finden kann?

      Schon ab den frühen 50ern sind die Veröffentlichungen unter eigenem Jahren aber unverwechselbarer typischer Mingus.

      :wink: Matthias
    • RE: RE: Charles Mingus

      Carsten schrieb:

      "[...] Für echte Mingus-Sammler ist die Box vielleicht etwas. Sie repräsentiert ihn zwar als großen Bassisten der damaligen Zeit, teilweise auch schon als Komponisten, doch die eigentlichen Mingus-Sachen - mit ihm als Leader fantastischer Ensembles - wirst du auf ihr nicht finden. [...]"


      Lieber Carsten, lieber Matthias,

      zunächst herzlichen Dank für die prompte Reaktion. Welche Aufnahmen wären aus Eurer Sicht bzgl. Mingus "als Leader fantastischer Ensembles" zu empfehlen?

      Merci beaucoup sagt
      Jean
      „Ich werde überhaupt nur noch ausschließlich mich selbst zitieren ...“ Algabal
    • Ich würde von der Box eher abraten - die Stücke scheinen auf jeder CD bunt durcheinander gemixt zu sein, von den 1940er bis Anfang der 1960er, von Beispielen des Red Norvo Trios bis zu Candid-Aufnahmen scheint alles dabei zu sein.

      Aber von den wichtigen Sessions für Columbia, Atlantic, RCA und Impulse scheint nichts dabei zu sein.

      Über empfehlenswerte Mingus-Aufnahmen sollte es einen eigenen Thread geben.