Synthesizer - was für ein fantastisches "Instrument"

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    • ... Schade, leider nur sehr wenig bearbeitete Orgelmusik, die Toccata mit "Orchesterbegleitung" ?( - nun mal schauen, wie Switched on Bach wird, das ist nämlich ein Import und dazu gibt es leider keinen "Vorscan" via mp3 bei Amazon.
      ... alle Menschen werden Brüder.
      ... We need 2 come 2gether, come 2gether as one.
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      EinTon schrieb:

      Mein (durch jahrelange Mitgliedschaft in Synthesizerforen inkl. diverser Forumstreffen gewonnener) Eindruck ist gleichwohl, dass die meisten Besitzer dieser Systeme diese eher als eine "Männerspielzeug" benutzen - um "geile Sounds" zu stecken und zu schrauben, und sich an der eindrucksvollen Optik der Modularwände zu erfreuen (mein Haus, mein Auto, mein Modularsystem) nicht aber um Tracks zu produzieren oder live damit aufzutreten, vergleichbar mit Besitzern großer Modelleisenbahn-Anlagen.
      Mein Onkel ist seit den späten 60ern als Jazz- Pianist, Arrangeur, Filmkomponist etc . unterwegs.
      Ich kann mich noch lebhaft an seine Synthesizer der 70er Jahre und an die Modularwände erinnern.

      Aber da kam Musik heraus.
      Und damit wurden auch Tracks produziert.
      Es wurde viel herumprobiert, aber das hat ja auch den Spaß damals ausgemacht mit diesem neuen Klangmedium.

      Mir ist nicht bekannt, daß er und seine Kollegen damals Modelleisenbahnen hatten.

      Damals wurde halt sehr viel experimentiert, und der Anspruch, damit live aufzutreten, war erst mal egal.

      Diese damaligen modular aufgebauten Systeme hatten ein ungeheures Potential, aber man mußte sich da erst mal durchwühlen.

      Heutzutage ist das vielleicht ein "Männerspielzeug" wie eine "Modelleisenbahn", aber damals habe ich als Kind schon mitbekommen, wie ernsthaft damit gearbeitet wurde.

      Übrigens auch an der MHS Köln damals unter der Leitung von Stockhausen.

      Ein Instrument oder auch System ist immer nur so gut wie derjenige, der es bedient.
      Dies ist bei einem Cello nicht anders wie bei einem modular aufgebauten Syntheziser.

      Oder irgendwas anderem moderneren.............
      Mir persönlich kommen allerdings heute diese Steinzeitsynthesizer klanglich geradezu überlegen vor gegenüber dem heutigen Computersound.

      Aber das war damals halt auch die Zeit, als ein Fender Rhodes ein völlig normales Musikinstrument war.
      Und zwar ein grandioses.
      Irgendwie ist der Sound der damaligen Zeit besser und vielfältiger gewesen, jedenfalls für mich.

      Falls heute Benutzer diese alten Technik sich an der Optik dieser Geräte aufgeilen und diese als "Männerspielzeug" degradieren, dann kann ich nur dagegenhalten,
      diese Teile als Kind selber unter völlig anderen Gesichtspunkten erlebt zu haben.

      Musikalischen nämlich.
      Heute arbeitet mein Onkel auch am Computer, klar.
      Aber seine Erfahrung nimmt Ihm keiner, und das ist etwas anderes, als wenn man heute einfach drauflos produziert.
      ... haben mich meine Ohren also nicht getäuscht :)

      Für mich ein Grund mehr, dass solche Instrumente dauerhaft bewahrt und nutzbar gehalten werden.

      Das klingt vielleicht spinnert: Wäre es nicht faszinierend, wenn ein polyphones analoges Synthesizer-Nebenwerk nebst dementsprechend zugeordnetem Manual so etwas wie Bestandteil der einen oder anderen Orgelanlage werden könnte ?
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    • Hi Ingo,

      was für eine Orgelanlage meinst du? In einer Kirche? Ich denke, ein Modularsynth hat heute Platz in einem modernen Tonstudio oder in dem eines Liebhabers und Klangtüftlers.

      Neben den alten "klassischen" Modulanlagen gibt es heute noch bzw. wieder neue, frei konfigurierbare Anlagen zu kaufen, zB von Döpfer.
      Schöne Grüße, Helli


      Immer cool bleiben.
    • Ingo Richter schrieb:

      Wäre es nicht faszinierend, wenn ein polyphones analoges Synthesizer-Nebenwerk nebst dementsprechend zugeordnetem Manual so etwas wie Bestandteil der einen oder anderen Orgelanlage werden könnte ?

      motiaan schrieb:

      was für eine Orgelanlage meinst du? In einer Kirche? I
      So etwas gibt es längst. Im Prinzip reicht eine Midifizierung der Manual- und Pedal-Klaviaturen.

      Z. B. in Bad Liebenwerda:
      pipeorgans.net/Downloads/doc/symphonische%20Orgel.pdf

      Diese herrliche CD ist dort entstanden:



      Gruß
      MB

      :wink:
      "Ich will keine leidenschaftslose Gehirnarbeit, sondern ein durchlebtes Kunstwerk mit einer Aussage." - Karl Amadeus Hartmann, aus seinem Artikel "Von meiner Arbeit" (1962)
    • motiaan schrieb:

      Hi Ingo,

      was für eine Orgelanlage meinst du? In einer Kirche? Ich denke, ein Modularsynth hat heute Platz in einem modernen Tonstudio oder in dem eines Liebhabers und Klangtüftlers.
      Mich wundert, ehrlich gesagt auch Ingos ständiger Bezug zur Orgel. Ein Synthesizer ist sowohl von der Tonerzeugung als auch klanglich ein völlig anderes Instrument als eine Orgel.

      Analoge Modularsynths sind zudem systembedingt nicht akkordisch spielbar (digitale dagegen schon (auch Reaktor oder MAX/MSP sind modular aufgebaut), aber die sind ja gemäß der Mehrheitsmeinung in diesem Thread ohnehin nur minderwertiger Computermist. ;) ). Als Ersatz für eine Orgel käme ein analoges Modularsystem schon von daher nicht in Betracht.
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • EinTon schrieb:

      Analoge Modularsynths sind zudem systembedingt nicht akkordisch spielbar (digitale dagegen schon (auch Reaktor oder MAX/MSP sind modular aufgebaut), aber die sind ja gemäß der Mehrheitsmeinung in diesem Thread ohnehin nur minderwertiger Computermist.
      Nein.
      Mist ist eher, das ein auch von meiner Seite nicht vorhandenes Fachwissen mit Fachausdrücken etc. zugekleistert wird.

      Ich habe z.B. versucht, meine Kindheitserinnerungen an die ersten Syntheziser in Worte zu fassen und meine Faszination von damals zu beschreiben.
      Und die Versuche der mir damals bekannten Musiker, in diesem Falle meines Onkels, damit wirklich Musik zu machen.
      Das habe ich damals wirklich erlebt, andere wohl eher nicht.
      Ich bin ja schon etwas älter.

      Die damaligen Einschränkungen sind meiner Meinung nach durchaus eine Herausforderung gewesen.
      Natürlich ist das heute alles besser, aber sind die Resultate heute auch wirklich besser?
      Klingen sie besser?
      Muß ein solches Instrument akkordisch spielbar sein?
      Warum nicht.
      Aber ist es notwendig?
      Ich würde niemals behaupten, daß heute alles Computermist ist oder minderwertig und würde gerne mehr darüber lernen und erfahren.

      Aber ich möchte Dich, Ein Ton, daran erinnern, daß Du sehr herablassend über die alten Systeme geschrieben hast.
      Und mehr als herablassend über Fans dieser alten Systeme.
      Damit habe ich nichts zu tun, das interessiert mich eigentlich auch nicht besonders, denn das ist Deine Spielwiese.

      Aber das hat mir trotzdem überhaupt erst die Erinnerung an die frühen 70er ermöglicht.
      Dafür danke!

      Da hat es dann nämlich bei mir gerattert und gearbeitet, und schlußendlich konnte ich das nicht so stehen lassen.
      Und ich bleibe dabei:

      Michael Schlechtriem schrieb:

      Ein Instrument oder auch System ist immer nur so gut wie derjenige, der es bedient.
      Die heutige (Computer)Technik ist natürlich nicht minderwertig, aber wie sie eingesetzt wird, wie die Kreativität und auch Virtuosität der Ausführenden aussieht, das ist nochmal ein anderes Thema.
      Es soll ja keine Zeitreise in die damaligen 60er und 70er sein, aber mich würde schon interessieren, was sich seit damals wirklich künstlerisch geändert hat.
      Mehr Möglichkeiten- und Fachausdrücke- bedeuten für mich nicht unbedingt mehr Kunst.

      Und wofür verwendet man alle diese neuen heutigen Möglichkeiten?
      Damals war es ja offensichtlich, aber heute ist mir das größtenteils aus dem Fokus entschwunden.
      Und um welche Werke bezw. Stilrichtung geht es heute überhaupt?
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Nein.Mist ist eher, das ein auch von meiner Seite nicht vorhandenes Fachwissen mit Fachausdrücken etc. zugekleistert wird.
      ?(

      In einem Thread über Synthesizer ist es durchaus angemessen, das Leute, die sich mit der Materie auskennen, auch die entsprechenden Fachausdrücke verwenden. Ich könnte mich als Klassiknovize, der sich gerade in Capriccio neu angemeldet hat, doch auch nicht darüber echauffieren, das in den entsprechenden Diskussionen Begriffe wie "Legato" oder "Modulation" verwendet werden...

      Michael Schlechtriem schrieb:

      Ich habe z.B. versucht, meine Kindheitserinnerungen an die ersten Syntheziser in Worte zu fassen und meine Faszination von damals zu beschreiben.
      Und die Versuche der mir damals bekannten Musiker, in diesem Falle meines Onkels, damit wirklich Musik zu machen.
      Na, dass man damit "wirklich Musik machen" kann, habe ich doch gar nicht bestritten. Ich hatte zB Switched-On-Bach erwähnt, ein aktuelleres Beispiel wäre das Album "Sinn + Form" des schon oben erwähnten Frank Bretschneider, das auf Buchla- und Serge-Systemen produziert wurde.


      Michael Schlechtriem schrieb:

      Muß ein solches Instrument akkordisch spielbar sein?

      Natürlich nicht, die Bemerkung fiel von mir nur, weil Ingo mehrmals den Bezug von Synthesizern zur Kirchenorgel aufgestellt hat und sich zB nach Bearbeitungen von Orgelmusik erkundigt hat. Es kommt mir daher so vor, dass Ingo den Synthi (wohl wegen seines Klangfarbenreichtums, vielleicht auch wegen gleichermaßen mächtigen Aussehens von großen Modularsystemen und Kirchenorgeln) als ein "orgelartiges" Instrument anzusehen scheint. Gerade bei den von Euch beiden bewunderten Modularsynths ist der Vergleich aber ziemlich irreführend - u. a. (aber nicht nur!) aufgrund der Einstimmigkeit von analogen Modularsynths (und demgegenüber der Vielstimmigkeit der Pfeifenorgel).

      Michael Schlechtriem schrieb:

      Aber ich möchte Dich, Ein Ton, daran erinnern, daß Du sehr herablassend über die alten Systeme geschrieben hast.
      Und mehr als herablassend über Fans dieser alten Systeme.

      Ich habe hier lediglich (OK, leicht polemisch ;) ) den Eindruck unschrieben, den ich von der heutigen Modularszene so gewonnen habe, und diesen zu schildern musst Du mir schon zubilligen. Dass das nicht auf Deinen Onkel in den 70ern gemünzt war, sollte doch wohl klar sein!

      MFG,

      Normann
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • EinTon schrieb:

      In einem Thread über Synthesizer ist es durchaus angemessen, das Leute, die sich mit der Materie auskennen, auch die entsprechenden Fachausdrücke verwenden
      Wenn ich mich als Profi in einem Klassikforum bewege, dann gehe ich erst mal nicht davon aus, daß Fachbegriffe bekannt sind.
      So habe ich es immer gehalten und tue es nach wie vor.
      Auch in einem Syntheziser- thread sollte man nicht davon ausgehen, daß Fachbegriffe verstanden werden.
      Aber man kann das auch vor sich hertragen, um sein Gebiet abzustecken.
      Warum auch immer.

      Lassen wir es dabei.
      Bitte!
    • EinTon schrieb:

      vielleicht auch wegen gleichermaßen mächtigen Aussehens von großen Modularsystemen und Kirchenorgeln) als ein "orgelartiges" Instrument anzusehen scheint. Gerade bei den von Euch beiden bewunderten Modularsynths ist der Vergleich aber ziemlich irreführend
      Öh.................ich bewundere das Modularsystem nicht.
      Aber ich habe es kennengelernt als Kind.
      Nichts anderes schrob ich.
      Ich fand es auch nicht Orgelartig.

      Ein Ton reagiert hier auf irgendeine Weise "eigenartig" , und dieses mal bin ich es ganz sicher nicht schuld.
      Ich bewundere kein modulares System, mir ist das so was von egal.
      Der Ansprechpartner Ein Ton hat jedenfalls einen für mich eigenartigen Zugang zu diesem Thema.

      Ich ziehe mich daher aus diesem Gespräch zurück, denn es führt zu nichts.
    • EinTon schrieb:

      Ich habe hier lediglich (OK, leicht polemisch ) den Eindruck unschrieben, den ich von der heutigen Modularszene so gewonnen habe, und diesen zu schildern musst Du mir schon zubilligen
      Die hast Du nicht hier geschildert, sondern bist davon ausgegangen, daß man diese kennt.
      Ich kenne diese aber überhaupt nicht und sie interessiert mich auch nicht weiter.

      Und ich möchte auch gar nichts weiter über diese Szene erfahren müssen, denn sie interessiert mich nicht weiter.
      Und ich wüßte nicht, warum ich Dir etwas zubilligen muß, was mich nicht interessiert.
      Schreiben und Erörtern ist natürlich völlig ok, aber es gibt keine Zubilligung von mir, daß ich das auch lese und mich damit auseinandersetze.
      So was mache ich nur bei für mich relevanten Themen.
      Das hier ist kein relevantes Thema für mich.

      Und damit ist es jetzt mal gut.
    • Ich habe mich mal eingehender mit früher elektronischer Musik beschäftigt, allerdings weniger mit technischen Aspekten. Dabei war der Synthesizer für mich quasi ein neumodisches Zeugs, mein Fokus lag auf den 50er und 60er-Jahren. Mir ist allerdings nicht klar, ab wann nun von einem Synthesizer gesprochen wird, ich nehme an, die Entwicklung verlief eher kontinuierlich. Solange man Tonbänder schnitt, durch "Effektgeräte" laufen ließ und zusammenkopierte, hieß das Equipment wohl nicht "Synthesizer". Letztes Jahr habe ich in einer Max-Brand-Ausstellung seinen Synthesizer gesehen, von Moog nach Brands Anweisungen immer wieder überarbeitet, wobei Brand nie zufrieden war. Es dürfte einer der ersten Synthesizer gewesen sein, der hergestellt wurde. Im Laufe der Ausstellung gab es Konzerte auf dem Ding, habe ich leider versäumt. Analoge Elektronik ist allerdings heutzutage recht lebendig, wobei die Frage, ob da Synthesizer beteiligt sind, für mich nachrangig ist. Man kann auch mit Tonbändern Lowtech-Life-Elektronik machen.

      Soweit sehr unsystematisch von mir. Mit Orgel hat das für mich alles gar nichts zu tun.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Aber ich möchte Dich, Ein Ton, daran erinnern, daß Du sehr herablassend über die alten Systeme geschrieben hast.
      Und mehr als herablassend über Fans dieser alten Systeme.
      Das habe ich so nicht wahrgenommen.

      Michael Schlechtriem schrieb:

      Mehr Möglichkeiten- und Fachausdrücke- bedeuten für mich nicht unbedingt mehr Kunst
      Auch wieder wahr.
      Aber daß Einsichten in die Möglichkeiten - meistens beschrieben in einer dafür entwickelten Sprache - der Kunst schädlich wären, würde ich auch nicht unterschreiben.

      Michael Schlechtriem schrieb:

      Es soll ja keine Zeitreise in die damaligen 60er und 70er sein, aber mich würde schon interessieren, was sich seit damals wirklich künstlerisch geändert hat.
      Ich komme mal wieder von etwas seitwärts und beschreibe einen Eindruck von der eher "populärmusikalischen Front": was die rhythmische Differenzierung, die Vielfalt und den Detailreichtum der Rhythmustracks angeht, haben Richtungen wie Techno, Drum´n´Bass, Jungle etc schon ihre Spuren hinterlassen. In dem Maße, wie es eimfacher geworden ist, einfache Rhythmen mal eben so hinzuprogrammieren, sind die Ansprüche gestiegen - zumindest bei der eher kreativen Fraktion.

      Rhythmen, wie sie damals im (erweiterten) Pop-Bereich schon als avanciert wahrgenommene Elektroniker wie TD, Klaus Schulze oder Kraftwerk unter ihren "symphonisch" anmutenden Klangorgien laufen ließen, kommen einem heute schon manchmal etwas bieder vor.

      Ist natürlich ein Nebenstrang, mit dem ich es jetzt auch gut sein lasse, weil er nicht primär die Klanglichkeit betrifft.
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      EinTon schrieb:

      Analoge Modularsynths sind zudem systembedingt nicht akkordisch spielbar (digitale dagegen schon (auch Reaktor oder MAX/MSP sind modular aufgebaut), aber die sind ja gemäß der Mehrheitsmeinung in diesem Thread ohnehin nur minderwertiger Computermist.
      Nein.
      Mist ist eher, das ein auch von meiner Seite nicht vorhandenes Fachwissen mit Fachausdrücken etc. zugekleistert wird.

      Ich habe z.B. versucht, meine Kindheitserinnerungen an die ersten Syntheziser in Worte zu fassen und meine Faszination von damals zu beschreiben.
      Und die Versuche der mir damals bekannten Musiker, in diesem Falle meines Onkels, damit wirklich Musik zu machen.
      Das habe ich damals wirklich erlebt, andere wohl eher nicht.
      Ich bin ja schon etwas älter.

      Die damaligen Einschränkungen sind meiner Meinung nach durchaus eine Herausforderung gewesen.
      Natürlich ist das heute alles besser, aber sind die Resultate heute auch wirklich besser?
      Klingen sie besser?
      Muß ein solches Instrument akkordisch spielbar sein?
      Warum nicht.
      Aber ist es notwendig?
      Ich würde niemals behaupten, daß heute alles Computermist ist oder minderwertig und würde gerne mehr darüber lernen und erfahren.

      Aber ich möchte Dich, Ein Ton, daran erinnern, daß Du sehr herablassend über die alten Systeme geschrieben hast.
      Und mehr als herablassend über Fans dieser alten Systeme.
      Damit habe ich nichts zu tun, das interessiert mich eigentlich auch nicht besonders, denn das ist Deine Spielwiese.

      Aber das hat mir trotzdem überhaupt erst die Erinnerung an die frühen 70er ermöglicht.
      Dafür danke!

      Da hat es dann nämlich bei mir gerattert und gearbeitet, und schlußendlich konnte ich das nicht so stehen lassen.
      Und ich bleibe dabei:

      Michael Schlechtriem schrieb:

      Ein Instrument oder auch System ist immer nur so gut wie derjenige, der es bedient.
      Die heutige (Computer)Technik ist natürlich nicht minderwertig, aber wie sie eingesetzt wird, wie die Kreativität und auch Virtuosität der Ausführenden aussieht, das ist nochmal ein anderes Thema.
      Es soll ja keine Zeitreise in die damaligen 60er und 70er sein, aber mich würde schon interessieren, was sich seit damals wirklich künstlerisch geändert hat.
      Mehr Möglichkeiten- und Fachausdrücke- bedeuten für mich nicht unbedingt mehr Kunst.

      Und wofür verwendet man alle diese neuen heutigen Möglichkeiten?
      Damals war es ja offensichtlich, aber heute ist mir das größtenteils aus dem Fokus entschwunden.
      Und um welche Werke bezw. Stilrichtung geht es heute überhaupt?
      ... oh ja, bei der Sache mit den "Fachausdrücken" muss auch ich sehr aufpassen: Als passiver Zuhörer verwende ich daher hier auch nur solche, wo ich zumindest vorher mich sachkundig gemacht habe, zumindest dachte ich es bisher so getan zu haben.

      Sind analoge Synthis wirklich nur monophon? Google sagt da etwas Anderes.

      Nun ja, der Klang geht ja wohl nicht nur von den Oszillatoren aus, sondern hat ja bestimmt auch ganz entscheidend mit der zwingen notwendigen anschliessenden Verstärkung der Signale und letztendlich auch den Lautsprechern und deren Positionierung zu tun - oh weh, da habe ich auch nur ein sehr gefährliches Halbwissen...

      Naja, ein Synthesizer ist in der Tat keine Orgel, ist aber, nicht nur weil auch zu den Tasteninstrumenten hinzurechenbar (zumindest die Keyboardvariante) schon mal deshalb, aber auch hinsichtlich der sonstigen klangbeeinflussenden Bedienung ("knobbing" statt Registrieren) während des Spielens und aber auch wegen der prinzipiell möglichen und oft auch angestrebten irgendwie orgelartigen Klänge für mich mit der Orgel vergleichbar.

      @ Mauerblümchen:

      Die Orgel in Bad Liebenwerder müsste man sich wohl mal anschauen, danke für den Tip :)

      Auch die CD, auch dafür danke!

      Noch eine Frage: Wie kommt es, dass der Moog im Intro zu Pink Floyds "Wish You Were Here" - Album quasi polyphon klingt, obwohl er doch nur monophon ist. Liegt es am geschickten parallelen Lauf eines "Samples" im Hintergrund, wo die monophone Hauptmelodielinie rübergelegt wurde, oder wurde das nacheinander eingespielt und danach zusammenkopiert (Mehrspurtechnik)?
      ... alle Menschen werden Brüder.
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    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Und ich möchte auch gar nichts weiter über diese Szene erfahren müssen, denn sie interessiert mich nicht weiter.

      Und ich wüßte nicht, warum ich Dir etwas zubilligen muß, was mich nicht interessiert.
      Schreiben und Erörtern ist natürlich völlig ok, aber es gibt keine Zubilligung von mir, daß ich das auch lese und mich damit auseinandersetze.

      Na - warum liest Du es dann doch und beklagst Dich lautstark über meine Deiner Meinung nach herablassende Charakterisierung dieser Szene, wenn sie dich überhaupt nicht tangiert?!? Und zwar einmal mehr lediglich auf der Basis persönlicher Befindlichkeiten (Familiengeschichte) im Verbund mit persönlichen Angriffen, á la:

      Michael Schlechtriem schrieb:

      Ein Ton reagiert hier auf irgendeine Weise "eigenartig" , und dieses mal bin ich es ganz sicher nicht schuld.
      Ich bewundere kein modulares System, mir ist das so was von egal.
      Der Ansprechpartner Ein Ton hat jedenfalls einen für mich eigenartigen Zugang zu diesem Thema.
      (in der Originalversion dieses Beitrags (in der Benachrichtigungsmail nachzulesen) wurde mir gar der Gang zum Psychotherapeuten empfohlen - geht's noch?!?)
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • Ingo Richter schrieb:

      Sind analoge Synthis wirklich nur monophon? Google sagt da etwas Anderes.
      Modulare Analogsynths schon (man kann sie jedenfalls nicht über eine Tastatur akkordisch spielen). Festverdrahtete Analogsynths können auch mehrstimmig spielbar sein (zB der Memorymoog, Oberheim Matrix12, der Alesis Andromeda).
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • EinTon schrieb:

      Ingo Richter schrieb:

      Sind analoge Synthis wirklich nur monophon? Google sagt da etwas Anderes.
      Modulare Analogsynths schon (man kann sie jedenfalls nicht über eine Tastatur akkordisch spielen). Festverdrahtete Analogsynths können auch mehrstimmig spielbar sein (zB der Memorymoog, Oberheim Matrix12, der Alesis Andromeda).
      ... OK, habe ich also richtig gesehen, besten Dank!
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    • Ingo Richter schrieb:

      Naja, ein Synthesizer ist in der Tat keine Orgel, ist aber, nicht nur weil auch zu den Tasteninstrumenten hinzurechenbar (zumindest die Keyboardvariante) schon mal deshalb, aber auch hinsichtlich der sonstigen klangbeeinflussenden Bedienung ("knobbing" statt Registrieren) während des Spielens und aber auch wegen der prinzipiell möglichen und oft auch angestrebten irgendwie orgelartigen Klänge für mich mit der Orgel vergleichbar.
      Noch eine Frage: Wie kommt es, dass der Moog im Intro zu Pink Floyds "Wish You Were Here" - Album quasi polyphon klingt, obwohl er doch nur monophon ist. Liegt es am geschickten parallelen Lauf eines "Samples" im Hintergrund, wo die monophone Hauptmelodielinie rübergelegt wurde, oder wurde das nacheinander eingespielt und danach zusammenkopiert (Mehrspurtechnik)?
      Ein Synthi mit einer Orgel vergleichbar? Ja, so wie ein Flugzeug mit einem Auto vergleichbar ist, weil beide mit Rädern auf dem Boden fahren.

      Die "seidigen" Klänge beim WYWH-Intro sind aus einem ARP Solina String Ensemble. Die Moog-Läufe haben ein Echo.
      Schöne Grüße, Helli


      Immer cool bleiben.
    • putto schrieb:

      Mit Orgel hat das für mich alles gar nichts zu tun.
      Eine gewisse Plausibilität hat die Assoziation zur Orgel ja schon. Zum einen kann wer einzelnes über mehrere Manuale verschiedenste Klangregister abrufen und mischen, die womöglich noch Instrumentenklängen nachgebildet sind.
      Zum andern erinnert mich das Youtube-Beispiel aus Beitrag Nr. 5 hier im Thread stilistisch an manche Stücke aus Messiaens Orgelmusik (gesanglicher Part über Harmonienteppich).
      Nur weil etwas viel Arbeit war und Schweiß gekostet hat, ist es nicht besser oder wichtiger als etwas, das Spaß gemacht hat. (Helge Schneider)
    • Tyras schrieb:

      putto schrieb:

      Mit Orgel hat das für mich alles gar nichts zu tun.
      Eine gewisse Plausibilität hat die Assoziation zur Orgel ja schon. Zum einen kann wer einzelnes über mehrere Manuale verschiedenste Klangregister abrufen und mischen, die womöglich noch Instrumentenklängen nachgebildet sind.
      Zum andern erinnert mich das Youtube-Beispiel aus Beitrag Nr. 5 hier im Thread stilistisch an manche Stücke aus Messiaens Orgelmusik (gesanglicher Part über Harmonienteppich).
      ... Ja, ja dieses "Mother and Child..." - Kabinettstückchen ist zusätzlich auch ein wenig von Ennio Morricone inspiriert, so finde ich :) ... ach was solls: auch eine kleine :verbeugung1: .hat dieses puristische Stückchen bei mir auf jeden Fall verdient!


      @ Mauerblümchen:


      Habe mir mal den Beitrag zur Bad Liebenwerda - Orgel genauer angeschaut. Da ich, was die Beschreibung der Disposition von Orgeln betrifft, als passiver "Zuhörer" leider auch nur davon kaum was verstehe (und so jemand hat die Orgel usw mit als Lieblingsinstrument :versteck1: ) eine blöde Frage:


      Hat diese Orgel nun neben ihren ganzen Pfeifen (und Zungen?) auch Oszillatoren als primäre Klangerzeuger?


      Oder "klangergebnisorientiert" gefragt: Kann diese Orgel auch Synthi-Klänge (insbesondere Tremolo, Glissando, Obertoneffekte und diesen schier unbeschreiblichen "elektronischen" Grundklang usw.) darbieten?


      Nun ja, die beschriebene CD werde ich mir sowieso zulegen...


      @ motian:


      Vielen, vielen Dank für die Erklärung des unglaublichen Sounds vom WYWH - Intro :)
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    • Tyras schrieb:

      putto schrieb:

      Mit Orgel hat das für mich alles gar nichts zu tun.
      Eine gewisse Plausibilität hat die Assoziation zur Orgel ja schon. Zum einen kann wer einzelnes über mehrere Manuale verschiedenste Klangregister abrufen und mischen, die womöglich noch Instrumentenklängen nachgebildet sind.
      Zum andern erinnert mich das Youtube-Beispiel aus Beitrag Nr. 5 hier im Thread stilistisch an manche Stücke aus Messiaens Orgelmusik (gesanglicher Part über Harmonienteppich).
      ... Du hast völlig recht: Das Abendmahl (Le Banquet Celestre) ist ein Beispiel dafür... - auch ein sehr tolles Stück !!!
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