Fritz Brun (Schweizer Symphoniker, 1878-1959)

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    • andréjo schrieb:

      [...] die harsche Replik von Gurnemanz, den ich eigentlich sehr schätze.
      Stimmt schon, da habe ich etwas überscharf reagiert. Möge es jetzt wieder mit dem Werk Fritz Bruns weitergehen; adrianos Erläuterungen finde ich in der Tat recht informativ! :)

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
      Künstler und Schwein gelten erst nach dem Tode etwas.
      Max Reger
    • Gurnemanz schrieb:

      andréjo schrieb:

      [...] die harsche Replik von Gurnemanz, den ich eigentlich sehr schätze.
      Stimmt schon, da habe ich etwas überscharf reagiert. Möge es jetzt wieder mit dem Werk Fritz Bruns weitergehen; adrianos Erläuterungen finde ich in der Tat recht informativ! :)

      :wink:
      Soll mir auch schon passiert sein. Gestern im Wohnzimmer zuletzt ...

      :| :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • @ Maurice: Bitte jetzt nicht die Flinte auf den Acker schmeißen. Es bringt Dir letztlich selbst nichts und vor allem hast Du es nicht notwendig. Ich bin schon auch jemand, der bei allem Wunsch nach Versöhnlichkeit sich empören kann und sich in Dinge hineinsteigert. Aber letztlich bin ich sehr froh, mich hier mit gleichgesinnten Begeisterten auseinandersetzen zu können über mein persönliches Thema eins. Auch im realen Leben schreibe ich gelegentlich für die Zeitung, aber so viele sind es leider nicht, mit denen man sich auf einem gewissen Standard ernsthaft unterhalten kann.

      @adriano: Wenn Deine Muttersprache Italienisch ist, so bist Du unter den Musikprofis wohl ein weiteres Sprachengenie und ich muss den Hut ziehen! In jüngerer Zeit habe ich das etwa vor Herbert Blomstedts oder vor Patricia Kopatschinskajas Deutsch getan. Selbst wenn Du und die beiden anderen einen leichteren Kontakt zu meiner Muttersprache hatten als manche asiatischen Künstlerinnen und Künstler, verblüfft mich das jedesmal von Neuem. Ich bin Deutsch- und Englischlehrer gewesen, aber mein Englisch war und ist mir eigentlich eher peinlich und ich bin bezüglich des Fremdspracherwerbs ein großer Pessimist. Sei's drum: Für die Brun-Einspielungen im Voraus :verbeugung1: und für den deutsch Sprechenden aus der italienischen Schweiz :verbeugung2: .
      :cincinbier: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Und ich bin nach wie vor gerne bereit, spezifische Fragen über Fritz Brun zu beantworten, sofern sich die Antworten nicht bereits in meinen ausführlichen Werk-Einführungen befinden. Bisher hat noch niemand hier drin auf mein Online-Booklet und auf meine Filme reagiert - und da gehörte ein ehrlich weinendes Smiley dazu...Und, was die Meinungen meiner Kollegen über solche Foren betrifft, da denke ich schon anders, sonst wäre ich nicht beigetreten. Die meinten sogar "Adriano, brauchst Du denn sowas überhaupt??". Ich antwortete mit einem klaren "ja".,
      www.adrianomusic.com
    • adriano schrieb:

      Und ich bin nach wie vor gerne bereit, spezifische Fragen über Fritz Brun zu beantworten, sofern sich die Antworten nicht bereits in meinen ausführlichen Werk-Einführungen befinden. Bisher hat noch niemand hier drin auf mein Online-Booklet und auf meine Filme reagiert - und da gehörte ein ehrlich weinendes Smiley dazu...Und, was die Meinungen meiner Kollegen über solche Foren betrifft, da denke ich schon anders, sonst wäre ich nicht beigetreten. Die meinten sogar "Adriano, brauchst Du denn sowas überhaupt??". Ich antwortete mit einem klaren "ja".,
      Das, werter adriano, wird von meiner Seite aus gewiss noch geschehen. Noch habe ich die Integrale nicht in Händen. Aber wenn ich mich zur Zeit mit Musik auseinandersetze, dann will ich mich darüber auch wirklich informieren. Das war früher nicht in dem Maße möglich und Du wirst Dir vorstellen können, warum! :)
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • @andréjo
      Danke! Wirst vielleicht gemerkt haben, dass ich meine (Brun) Werkeinführungen auf Englisch verfasse, weil mir in dieser Sprache "fachliche" Formulierungen leichter fallen. Natürlich kontrolliere ich deren Deutschfassungen immer genau, damit man mich auch dort wiederkennt. Aber ich kann auch gut Französisch. Während einigen Jahren war ich Jean-Pierre-Ponnelles Sprachencoach für seine Italienischen Operninszenierungen. Ich probte Mozart-Rezitative auch separat mit jedem fremdsprachigen Sänger. Am Zürcher Opernhaus war ich für 4 Sprachen zuständig und in Ponnelles "Carmen"-Inszenierung spielte ich immer den Lillas Pastia, dies über 10 Jahre lang. War auch Italienisch- und Französischlehrer für die jungen Sänger des Internationalen Opernstudios, als dieses, unter Claus Helmut Drese und Alexander Pereira, noch eine grosse Bedeutung hatte.
      Wärend zwei Sommer habe ich auch am Moskauer Gnessin-Institut Stilistik-Masterclasses gegeben: Deutsches und französisches Lied, italienische Oper - und Bach-Kantaten. Das Auditorium war randvoll, es ist einer meiner grössten Triumphe, denn ich mochte es immer sehr, das weiterzugeben was ich gut konnte.
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    • andréjo schrieb:

      @ Maurice: Bitte jetzt nicht die Flinte auf den Acker schmeißen. Es bringt Dir letztlich selbst nichts und vor allem hast Du es nicht notwendig.
      Wenn Du das liest, weißt Du, dass es sinnlos ist :


      Gurnemanz schrieb:

      Stimmt schon, da habe ich etwas überscharf reagiert. Möge es jetzt wieder mit dem Werk Fritz Bruns weitergehen; adrianos Erläuterungen finde ich in der Tat recht informativ!
      Auch sehe ich jeden User hier nicht als Gast, oder man müsste alle User, die kein Mitglied sind im Verein von Capriccio, als "Gäste" bezeichnen. Und wenn man dann auch noch das Wort "Wichtigtuer" liest, was soll man da noch sagen?

      Wie es bei "Tamino" zugeht, weiß ich nur von dem, was man in diesem Forum immer mal wieder mitbekommt. Daher halte ich mich da raus, wie auch jetzt aus diesem Thread.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • zu "Wichtigtuer" und "Gast"

      Nicht vergessen, Maurice: Texte richtig lesen! Ich habe nicht behauptet, Du seist ein Wichtigtuer, sondern nur zitiert, was Kollegen von mir von Klassik-Foren halten. Ich habe auch nicht behauptet, Du behandelst mich als "Gast", sondern dass ich mich wie ein etwas fremder Gast fühle wegen meiner Unerfahrenheit im richtigen Umgangston in Foren. Liest einfach alles nur so wie Du willst, damit Du Recht bekommst. So leid es mir tut, es geht hier nicht um Dich.
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    • In der Tat soll es hier primär um den Komponisten Brun gehen. Aber auch sein Sachwalter und Treuhänder, der werte Adriano, möge hier bitte mit allem gebührenden Respekt behandelt werden, ein multimedial begabter und hoch kreativer Zeitgenosse, der in zahlreichen Funktionen einstmals das Opernhaus Zürich bereichert hat und ohne den wir keine Kunde hätten von den überragenden Werken Fritz Brun's, die sich meines Erachtens alles andere als kleinmeisterlich gebärden!

      Notabene: ich bin hier nicht Adriano's persönlicher Fürsprecher und ich kenne ihn nur durch ein einziges gemeinsames Gespräch, das vor vielen Jahren stattgefunden hat. Damals ging es um die Bedeutung der Symphonie von Herrmann Suter, die er verdankenswerterweise ebenfalls eingespielt hat.

      Herzliche Grüsse aus Bern

      Walter
    • Hier noch eine Passage aus Hans Corrodis Studie "Fritz Brun und Othmar Schoeck - Eine Künstlerfreundschaft" - die genau zeigt, wie es nach Bruns Tod seiner Musik ergangen ist. Ich zeige, wie es etwas später ein bisschen besser wurde. Brun Liebhaber jedoch betrachteten die späteren zaghaften Versuche eher als Alibi-Uebungen...

      "Wo ist Fritz Bruns ZweiteSymphonie geblieben, wo seine charaktervolle Dritte in d-Moll und wo alleändern bis zur Zehnten? Es ist viel bemerkt und kritisiert worden, dass dereigentliche schweizerische Symphoniker bei der Herausgabe der Expo-Platten (die LP-Serie "Schweizer Komponisten von 1964**) übergangen worden ist, wie sein Name auch in dem vom Tonkünstlerverein heraus­gegebenenschweizerischen Musikerlexikon fehlt, «Versehen», die als unentschuldbarbezeichnet werden müssen wie auch die Haltung der Schweizer Sender, die seitseinem Tode nur noch sehr selten auf sein Schaffen zurückkamen. Aber war esnicht ein sehr gewagtes Unternehmen, in einem Ländchen, das nur wenige grosseOrchester hatte, die dafür in Betracht kamen, Symphonien zu schreiben (Brun), fast sogewagt, wie es mit Bühnenwerken zu probieren (Schoeck), wofür nur drei Theater in Fragekamen, zu einer Zeit, da das Ausland keineswegs darauf erpicht war, mit anzuhören,was die unverbesser­lichen Romantiker in der Schweizer Provinzzusammenbastelten. Bruns Zweite, Dritte und Vierte wurden gedruckt; als sichaber herausstellte, dass sich im Ausland kein Interesse dafür zeigte, fand erfür die folgenden keinen Verleger mehr."

      Nach Bruns Tod, also zwischen 1959 und 1995 gab es in der Schweiz 10 Aufführungen von Brun-Symphonien, vier darunter von der Zweiten. Zwei der letzteren wurden auf CD veröffentlicht, die erste (1994) unter der Leitung von Olaf Henzold und dem Luzerner Orchester (Label: Gallo) und die zweite unter der Leitung von Dimitri Kitajenko und dem Berner Orchester (Label: Musica Helvetica). Die erste ist praktisch unauffindbar geworden, die zweite war eine unverkäufliche Rundfunkpromotion-CD, die für ausländische Sender bestimmt war; mein Exemplar konnte ich in den USA finden.

      Der obige Artikel ist zwar nicht ganz korrekt, denn in der "Schweizer Komponisten"-Serie von 1964** gibt es doch noch eine LP mit der "Chaconne" aus Bruns Fünfter Symphonie, dirigiert von Erich Schmid. All diese erwähnten Einspielungen wurden vom Schweizer Radio aufgezeichnet.
      1987, also im Jahr von Bruns 100. Geburtstag, führte Ulrich Meyer in Luzern die 2. Symphonie, Jorma Panula in Bern die 7. Symphonie und Jean-Marie Auberson in Basel die 7 Symphonie auf - ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Rundfunk.
      Das groteske am Ganzen ist noch, dass alle immer denken, Bruns Symphonien seien für grosses Orcheser konzipiert! Dabei geht's meistens um eine Brahms-Formation! Die Verantwortlichen, die problemlos Richard Strauss-Werke aufs Programm setzen, konsultieren nicht einmal die Besetzung der Brun-Symphonien!
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    • adriano schrieb:

      Maurice an erster Stelle (und auch andere hier drin) sollte nicht vergessen, dass ich ein fremder Gast bin (und mich immer noch als solcher fühle) - der nicht unbedingt hieher gehört.

      adriano schrieb:

      Ich habe auch nicht behauptet, Du behandelst mich als "Gast", sondern dass ich mich wie ein etwas fremder Gast fühle wegen meiner Unerfahrenheit im richtigen Umgangston in Fore
      Nun,das lasse ich mal stehen jetzt.

      adriano schrieb:

      Dass Künstler solche Foren meiden sollten, haben mir schon einige Kollegen gesagt. Man würde nicht nur Fans, sondern auch Geiern ausgeliefert sein. "Ernsthafte Diskussionen" fänden nämlich selten statt, es gäbe zu viele Animositäten, weil einige Wichtigtuer es nicht verkraften können, dass andere nicht gerade die Musik lieben, die sie lieben - und angeblich auch besser kennen - und ihre Chatpartner deshalb verachten oder nicht ernst nehmen.
      Ja, das nehme ich auf meine Kappe. Das hatte ich anders gedeutet, tut mir leid. Mein Fehler, logisch.

      adriano schrieb:

      Liest einfach alles nur so wie Du willst, damit Du Recht bekommst. So leid es mir tut, es geht hier nicht um Dich.
      Es geht mir weder darum "recht" zu bekommen, geschweige um mich. Angefangen hat es auch nicht mir , sondern mit Anschuldigungen, die ich überhaupt nicht getan hatte. Dass ich mich dann wehre, ist nachvollziehbar.

      Und nun zurück zu Fritz Brun. Ich bin hier raus erst mal.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Die Aufnahme von Brun's Zweiter mit Kitajenko und dem Berner Sinfonieorchester ist mir bekannt. Adriano's Deutung steht dieser Aufnahme keineswegs nach, ganz im Gegenteil: sein Zugriff ist stringenter.

      Die Bibliothek der Burgergemeinde Bern hatte einst die betreffende Scheibe in ihrem ausleihbaren Sortiment, wie auch sämtliche Aufnahmen der Brun-Symphonien, realisiert durch unser Capriccio-Mitglied, dem famosen Dirigenten und "uomo universale" Adriano, der diesen Thread (und unser Forum) so überaus bereichert.

      Ich habe mich schon vor Jahren in diese Einspielungen eingehört und finde sie durchwegs überzeugend. Das Idiom Brun's fasziniert mich ungemein.

      Ich bitte noch einmal inständig darum, Adriano's Forumsbeiträge angemessen wertzuschätzen und ihn nicht durch Kleinkrämereien zu vergraulen.

      Die Brilliant-Box ist selbstredend bereits vorfreudig bestellt, und ich freue mich auf den brillianten Originalklang des symphonischen Werks meines Landsmanns (dessen Nachfahren mir persönlich bekannt sind) und der neben Hans Huber den bedeutendsten Beitrag zu diesem gewichtigen Genre beigesteuert hat.

      Nach Eingang der Scheiben werde ich mich wahrscheinlich ausführlich zu den einzelnen Werken verlauten lassen, die ich (bei aller gelegentlichen "unerhörten" Sperrigkeit - oder gerade deswegen) in der Tat als meisterlich bezeichnen möchte.

      Herzlich grüsst aus Bern

      Walter
    • Bruns Zweite unter Robert F. Denzler

      Im Schweizer Rundfunk-Archiv (oder besser gesagt, was davon noch übrig bleibt - nach einer unverzeihlichen Säuberungsaktion alter Tonträger in den 1970er Jahren) befindet sich auch eine Aufnahme von Bruns 2. Symphonie von 1948 unter Robert F. Denzler, die ich absolut sensationell finde. Ich erwähne sie in meinen Werkeinführungen sowie eine andere Rundfunkaufnahme von 1973, dirigiert von Klaus Cornell, die auch sehr schön ist. Cornell hat 1966 noch Bruns 8. Symphonie am Rundfunk aufgenommen.
      Robert F. Denzler ist einer meiner Schweizer Lieblingsdirigenten, aber Cornell mag ich auch sehr. Was der fürs Radio alles gelistet hat! Von Denzler (der sehr wenig in Plattenstudios anzutreffen war) gibt es alte Decca-Aufnahmen, darunter eine von Chaussons B-dur-Symphonie, die ich zu den besten zähle. Habe sie gerade vor kurzer Zeit für die Schweizer Phonothek digitalisiert, denn sie ist nie auf CD erschienen.
      Und, was jene unselige Säuberungsaktion betrifft, wurde auch die von Brun dirigierte Uraufführung seines Klavierkonzert (Solistin: Rosmarie Stucki) angeblich entsorgt. Somit ist die in der Brun-Box von Brilliant als Bonus enthaltene 8. Symphonie, das einige überlebende Tondokument mit Brun als Dirigent - da fand ich es mehr als notwendig, sie in diese Sammlung zu integrieren. Inzwischen kam auch eine Schellackplatte von 1930 ans Licht, wo Brun zwei a-cappella-Chorstücke leitet, gesungen von der Berner Liedertafel: Eine Eigenkomposition und ein Stück von Hermann Suter.
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    • Lieber Adriano

      Ich zehre von deinem grossen Wissen über meinen Landsmann Fritz Brun!

      Den Robert Denzler kannte ich nicht (shame on me!), sehr wohl aber Klaus Cornell, den phänomenalen Allrounder.

      Notabene: ich habe einst im Mai bei besagter, von mir hochverehrten Rosemarie Stucki (verheiratet mit dem Busoni-Schüler Luc Balmer, der das Chefdirigat des Berner Sinfonieorchesters in der Nachfolge von Fritz Brun übernommen hat) mit grossem Gewinn mein Klavierstudium absolviert.

      Danke für deine horizonterweiternden Ausführungen, die ich sehr schätze und die bei mir in Sachen "Rosemarie Stucki" Schauer der Rührung ausgelöst haben.

      Herzlich grüsst dich aus Bern
      Walter
    • adriano schrieb:

      Oft wird nur das gelesen, was einem bekommt - und wenn nicht, da wird gleich zurückgeschossen.
      Also hier brauchst Du Dich wirklich nicht beklagen, niemand hat geschrieben, dass Bruns Musik Mist sei, niemand Dein Dirigat als uninspiriert, lasch oder handwerklich minderwertig bezeichnet, stattdessen haben schon einige die Box im Visier, die sie nicht kaufen würden, wäre nicht der Dirigent im Forum. Deine Werbung ist gewissermaßen deshalb so erfolgreich, weil Du nicht Gast sondern Mitglied bist, und deshalb kommt auch keine herbe Kritik, die sonst gerne mal rausgelassen wird. Zuletzt wird Dir noch gehuldigt, weil Du einen Rückzug in Aussicht stellst.
      Eine musikwissenschaftliche Diskussion über Brun wird es im Forum nicht geben. Vielleicht solltest Du erwägen, selbst ein Doktoratsstudium zu machen und eine Dissertation über Brun zu schreiben. Im Forum tratscht man darüber, was man so zu Brun erlebt/denkt, und da sind Erwägungen über die eigene CD-Sammlung genauso "on topic" wie eine musikalische Analyse, die zwar viel Arbeit wäre aber von kaum jemand verstanden würde ...
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • Nochmals Dank :-)

      Danke sehr für Deine Hinweise, putto.
      Habe mich auch nie beklagt; meine Behauptungen waren in jenem Kontext nicht auf mich direkt und den Fall Brun bezogen, sondern allgemein was Musikforen betrifft - dies gemäss eigenen Erfahrungen.
      Was Fritz Brun betrifft, kann ich mich hier sogar geehrt fühlen doch kriege ich langsam schlechtes Gewissen, so viel für diese Edition geworben zu haben, dass ich mich in Zukunft mässigen werde.
      Eine Doktorarbeit über Brun werde ich sicher nie verfassen, dies nicht nur, weil ich dafür schon zu alt, sondern auch weil ich kein Musikwissenschaftler bin.
      Dazu siehe das "Nachwort" in Brilliant Classics Online-Booklet auf Seite 123.
      brilliantclassics.com/media/16…booklet-download-file.pdf

      Anstelle realisiere ich einen 100-minütigen Dokumentarfilm über Brun, der sicher besser ankommt als eine Monographie.
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    • Liebe Forianer*innen

      Ich möchte ganz ausdrücklich betonen, dass meine (vom geschätzten User Putto) so genannten "Huldigungen" völlig in Eigenregie geschehen sind und nur aus Affinität zu Brun's Musik formuliert und veröffentlicht wurden. Ich bin keineswegs der Pressesprecher der Brun-Adriano-Fraktion!

      Ich wollte schlicht und einfach nur einen mE notwendigen Kontrapunkt setzen zu den vorausgegangenen Beckmessereien. Dieses Vorgehen hielt ich für nötig und angebracht. Es schien mir auch insofern opportun, als dass ich (unbescheiden formuliert) durchaus reichlich ausgestattet bin mit der persönlichen Erfahrung einer mehrfachen und nachhaltigen Rezeption des symphonischen Werkes von Fritz Brun unter dem Dirigat von Adriano.

      Es wäre mein Wunsch (der niemandes Befehl sein muss), die unerspriessliche Metaebene nun endlich zu verlassen, um über diesen geheimnisumwitterten Fritz Brun und seine eigenständige Tonsprache zu reden, die für mein Dafürhalten irgendwo zwischen Draeseke, Reger und Kaminsky oszelliert, wenn denn überhaupt solche (im Prinzip völlig obsoleten) Vergleiche herbeigezogen werden sollen, was allerdings der Tonfreundin und dem Musikfreund allhier unbelassen bleiben soll, sind es doch genau solche Foren, wie das Unsrige, die exakt und explizit dazu geschaffen sind, just solchen (scheinbar "unwissenschaftlichen") Fantastereien eine neutrale Plattform zu bieten, um frisch von der Leber weg die subjektiven Eindrücke kundzutun und sie mit anderen Musikliebhaber*innen zu teilen und zu diskutieren.

      Insofern darf auch der Mahler-Vergleich von Maurice allemal stehen bleiben, auch wenn ich ihn nicht unbedingt teilen wollte.

      Gruss aus Bern von Walter
    • Ich denke, werter Walter, puttiger putto und geschätzte Genossen, dass mir - und die große Ausnahme dürfte ich hierbei nicht sein ;) - nichts anderes übrigbleibt, als mich nach Erhalt der Integrale, der nun wohl näher rückt, mit dem Werk angemessen zu befassen, auch schön langsam und mit Pausen, dies unvoreingenommen (liebend gern), aber eben weder als Musikwissenschaftler, der ich keineswegs bin, und auch nicht als Praktiker, welchen ich bestenfalls ein wenig am Klavier in mild parodistischer Form verkörpere. Stattdessen bin ich ein begeisterter Laie mit sehr viel Hörerfahrung. Also werde ich gewiss auch meine Vergleiche ziehen können und müssen - für mich und vielleicht im Forum - und versuchen wollen, dies ein wenig zu begründen. Ein wesentlich anderes Verfahren kann ich mir nicht vorstellen. Dies würde keineswegs bedeuten, dass ich Brun geringer schätze als die Vergleichskomponisten. Über diese Phase bin ich längst hinaus; ich nehme Musik, wenn es irgend geht, als Erlebnis wahr, das ich beschreiben will, aber so wenig wie möglich werten. Es interessiert mich wenig, ob Brahms "besser" ist als Brun, selbst wenn ich mir dafür das eine oder andere Kriterium im Gefolge der Hörerfahrung vorstellen und begründen könnte. Es interessiert mich schlicht die neue Erfahrung. Ich war und bin vor allem in die Breite interessiert.

      Dieser Thread, die Mitstreiter, ob schwer kritisch oder weniger schwer, vor allem der Dirigent der Integrale können mir diesbezüglich eigentlich nur hilfreich sein. Selbst Meta-Diskussionen - wie ich sie ganz narzisstisch im Moment ja auch betreibe - können meinen Horizont erweitern, sollten aber wohl nicht die Oberhand behalten.

      In diesem Sinne:

      :thumbsup: Wolfgang

      PS: Wann gibt es endlich mehr orchestralen Kaminski zu erwerben? X(
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • andréjo schrieb:

      Also werde ich gewiss auch meine Vergleiche ziehen können und müssen - für mich und vielleicht im Forum - und versuchen wollen, dies ein wenig zu begründen.
      Was die zukünftige Diskussion hier auch spannend machen könnte, ist die Tatsche, das eventuell ja mehrere Forenteilnehmer hier gleichzeitig Brun für sich "entdecken". Die Situation hat man sonst ja eher selten. Meist entdeckt man ja etwas, was andere schon lange kennen. Ich halte mich deshalb im Augenblick auch etwas zurück, obwohl es mich juckt, auf Walters letzten Satz zu antworten nachdem ich gestern noch einmal die 4. Symphonie gehört habe. Ich verschiebe es aber lieber.

      andréjo schrieb:

      PS: Wann gibt es endlich mehr orchestralen Kaminski zu erwerben?
      Die Frage kann ich zwar nicht beantworten, aber ich weiss, dass es demnächst das Streichquartett geben wird, eingespielt vom Minguet Quartet für cpo und gekoppelt mit Werken von Recnizek.