Fritz Brun (Schweizer Symphoniker, 1878-1959)

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    • adriano schrieb:

      Vielen Dank, Maurice, für Deine ausführliche und sehr intelligente Rezension!
      Man kann damit sehr viel anfangen
      Ich danke Dir für die netten Worte. Es war unmittelbar aus dem Hörerlebnis heraus geschrieben worden von mir.


      adriano schrieb:

      In Bruns Orchesterwerken gibt es generell kein Schlagwerk - ausser Pauken. In der Fest-Ouvertüre gibt es einen einzigen Beckenschlag, der vom Paukisten ausgeführt werden muss.
      Ah, ok. Danke für den Hinweis. Ja, damit ist er geradezu "schwäbisch" umgegangen (man neigt dazu, die Schwaben als geizig zu bezeichnen). Wie ich bereits schrieb, hätte ich mir manchmal doch etwas mehr davon gewünscht, aber dazu ist es nun zu spät.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Rückmeldung

      Jetzt habe ich mich endlich aufgerafft, die CDs systematisch durchzuhören, und bin bei CD 7 angelangt mit der 8. Sinfonie.

      Alle Sinfonien bislang waren hörenswert. Die Achte, die ich heute kennenlernen durfte und die weiter oben in einer englischsprachigen Kritik (cf. Beitrag 42) verrissen wurde, halte ich zwar keineswegs für die interessanteste, aber für den idealen Einstieg. Hier ist ein beinahe Beethoven'scher Klassizismus prägend, der zwar zu manchen Längen tendiert und zweifellos thematisch noch origineller sein könnte, aber zum einen für mich bequemer zu hören ist als alle vorausgehenden Brun'schen Werke dieses Genres und zum anderen mir eben doch ausreichend scheint für 50 Minuten Spieldauer. Am eigenwilligsten erscheint mir der langsame Satz mit seinen ausgedehnten Soli der Bassklarinette. Fazit: Die Kritik halte ich für grob überzogen.

      Die zweite Sinfonie scheint nun realiter in der Rezeption Bruns erster klarer Erfolg nach der dunkel getönten, aber harmonisch noch spätromantisch konventionellen ersten. Über die dritte wurde bereits mehrfach geschrieben. Dem möchte ich (noch) nichts hinzufügen, aber vielleicht gibt es einen zweiten Durchgang in Bälde und ich lese mir noch einmal Adrianos ausführliche Anmerkungen durch.

      Das gilt aber eigentlich für alles bisher Gehörte (und für alles noch zu Hörende?). Nicht unbedingt wiederhören muss ich die Nummer eins. Die sinfonischen Kompositionen außerhalb der Konzerte und Sinfonien erscheinen mir recht unterschiedlich interessant. Vokales habe ich noch nichts kennengelernt.

      Vier nicht so sehr, aber fünf bis sieben sind trotz der Dur-Tonarten komplex-dunkle Werke, die man wirklich öfters hören muss. Dennoch würde ich bislang die Fünfte für die interessanteste überhaupt erachten (cf. auch Beitrag 118), für die modernste, die kühnste, welche aber aufgrund ihrer - im Vergleich - relativ knapp gehaltenen vier Sätze für mich zugänglicher zu sein scheint als die wieder etwas - etwas! - helleren beiden Folgewerke.

      Manches könnte man zu formalen und anderen musikalischen Auffälligkeiten im Ouevre Bruns sagen - und natürlich auch zu Anklängen an andere Komponisten, wobei ich mich nicht nur von der Vorstellung verabschiedet habe, es müsse halt doch viel an Bruns Lieblingsvorbild Brahms erinnern. Doch möchte ich aus verschiedenen Gründen weder die exzellenten Kommentare Adrianos noch den ebenfalls hervorragenden Artikel im Booklet irgendwie umreißen, zitieren oder beleuchten.

      Daher nur noch ein kleiner privater Eindruck: Es gibt zwar bei Brun immer wieder - manchmal überraschend im Kontext, manchmal durchaus vorbereitet - die pathetische (Blech-)Geste in (erweitertem) Dur, ein Neo-Brucknerianismus schlechthin also. Allerdings stehen auf der anderen Seite gerade die finstersten und abgründigsten, die relativ atonalsten und dissonantesten Sinfonien bislang alle formaliter in Dur, die beiden in Moll sind für mich eher konventioneller gehalten - es sind natürlich auch eher Frühwerke. Bei der Dritten kann man sich vielleicht streiten, bei der ersten ist das aber wohl eindeutig so. Mit anderen Worten: Die tonartliche Bindung im Titel der Sinfonien scheint wenig relevant. Hat Brun sie benutzt, um sein Werk quasi im Vorfeld als zugänglicher zu vermitteln? Das weiß ich natürlich nicht.

      Bis zu einem späteren Zeitpunkt auf ein Wiedersehen in diesem Faden:

      :cincinbier: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Zwischenstand

      An anderem Ort habe ich davon gefaselt, das Nicht-Vokale käme bei mir stets vor dem Vokalen.

      Auch beim mir vor einem Jahr noch nur dem Namen nach bekannten Bruns Fritz ist es jetzt so weit. Die Orchestermusik ist mir komplett bekannt vom mindestens einmaligen Hören. Die paar Vokalnummern habe ich mir bereitgelegt, indem ich die Gedicht-Texte ausgedruckt habe. Eine CD mit dem Streichquartett möchte ich mir bestellen.

      Die Sinfonien, die ich im letzten Beitrag noch nicht benannt hatte, bestätigen als Spätwerke den eher klassizistischen Brun. Atonal Angehauchtes findet sich nicht mehr.

      Wo bleibt Adriano?

      Es grüßt Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.