Neues aus der Streichquartett- und Streichtrio-Szene

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    • Neues aus der Streichquartett- und Streichtrio-Szene

      In Anlehnung des interessanten Threads eines bedeutendem Nachbarforums
      Hier können Infos eingebunkert werden, welche sich auf Gattung Streichquartett/Streichtrio beziehen... also z.B. Quartette/Trios die neu einchecken oder leider auch mal auschecken, Einspielungen, News, Konzerte, Hinweise, Feedbacks und.. und.. und ...

      Gattung Streichtrio deshalb mit reingenommen, damit diese Formation nicht gänzlich verwaist; eine Gattung, dessen Blütezeit m.E. durch fetzige Notenquäler vor allem erst im 20. Jahrhundert (m.E. besonders durch Schönbergs hammergeile quasi op.-45-Initialzündung) sich entfachte und von der auch in diesem Jahrhundert Fetziges zu erwarten ist (weitere Infos dazu im "modernen" Streichtrio-Thread) ..

      Kelemen Quartett

      Anlass zu diesem Thread bot sich seit kurzem durchs Reinziehn eines NDR-Kultur-Mitschnitt aus Bremen vom vom 21. Auguust 2016.

      Seitdem fetzt das Kelemen Quartett meine Lauscherchen ganz vorzüglich mit Brahms Klarinettenquintett h-Moll op. 115 (Klarinette: Andreas Ottensamer) und Schuberts Streichquartett Nr. 14 d-Moll D 810 ( 2 x Expo).
      Bis zu diesem Mitschnittszeitpunkt klappten beide Löffel beim Brahms Klarinettenquintett zu, weil diese Mucke mir stets viel zu larmoyant rüberkam... das hat sich nun blitzartig geändert... und Kelemen-Wiedergabe von Schuberts Tod & das Mädchen klettert weiterhin stetig hoch auf D-810-CL-Level.....

      Die Kelemens scheinen erst wenige Jährchen auf dem Buckel zu haben. Bis zu diesem Mitschnitt waren sie mir unbekannt.
      Wer von euch hat sich schon mal Konzerte oder CDs mit Kelemen-Quartett reingezogen ?
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Minguet Quartett und Christoph Grund bei Jetzt Musik in Stuttgart

      Ich erlaube mir mal, mich hier einzuklinken, den Thread im Nachbarforum habe ich auch immer geschätzt. ;)

      Am kommenden Samstag (17.6.2017, 16:00) spielt das Minguet Quartett in Stuttgart im Rahmen der JetztMusik-Reihe im Theaterhaus. Neben dem selten gespielten aber sehr hörenswerten 2. Streichquartett des Dänen Rued Langgard werden zwei Streichquartette von Johannes Borowski gespielt, das 2. wird uraufgeführt. Da werde ich wohl hinmüssen. Am Abends gibt es dann noch u.a. Langgaards Sphärenmusik.

      Minguet Quartett
      Christoph Grund, Klavier

      Rued Langaard (1893 – 1952): Streichquartett Nr. 2 (1918)

      Rued Langgaard (1893 – 1952): Insektarium (1918)
      für Klavier

      Samir Odeh-Tamimi (*1970): Neues Werk
      für Klavier (UA)
      Kompositionsauftrag des SWR
      Johannes Boris Borowski (*1979): Streichquartett Nr. 1 + 2 (UA)
      Kompositionsauftrag des SWR

      Konzerteinführung: 15.00 Uhr
      Konzert: 16.00 Uhr
    • Nicht mehr ganz "neu", aber immer noch interessant: Das Schumann-Quartett ist eines der vielversprechendsten meistversprechenden jungen Streichquartett-Ensembles. Der Name hat nichts mit einem Komponisten zu tun, sondern ist einfach der Familienname von Erik, Ken und Mark, die in dieser Reihenfolge die 1. Violine, die 2. Violine und das Violoncello spielen. - Seit 2012 spielt Liisa Randalu die Viola im Quartett.

      de.wikipedia.org/wiki/Schumann_Quartett

      Hier die Debüt-CD, gleich mit einigen der größten Namen der Literatur:



      Und hier zwei weitere Aufnahmen, einmal Pärt/Haydn/Takemitsu/Bartók, dann Mozart, Ives und Verdi:



      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Übrigens, als Hinweis auch für neu hinzugekommene Kammermusikfreunde: Zum Themenkomplex Streichquartett gibt es bereits mehrere weitere Fäden (Übersicht: Inhaltsverzeichnis Kammermusik (Aufklärung bis Gegenwart), dort weiter unten: "Vermischtes"), zur Geschichte der Gattung, zu eigenen Einstellungen u.a.m. etwa Rund um das Streichquartett.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Die Schumanns habe ich letzten Herbst im Erftkreis-Zyklus gehört, ein großartig nuanciertes spätes Mozart-Quartett (K. 590) und ein mit so großer Leidenschaft gespieltes Schnittke-Quartett (Nr. 3), dass das hiesige, eigentlich ziemlich konservative Publikum begeistert applaudierte. Im zweiten Teil dann Brahms' Klarinettenquintett auf hohem Niveau, sehr schön, aber nicht gar so "auf der Stuhlkante" gespielt (Klarinette: Ralph Manno).
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur
    • Die Schumanns habe ich auch einmal live gehört, hier in Saarbrücken (habe nachgeschaut: im Dezember 2014). Haydn 76/5, Mendelssohn op. 80 und Beethoven 59/3. Erinnere mich nur noch daran, dass ich ziemlich glücklich aus dem Konzert gekommen bin und dass der Mendelssohn ziemlich knirschend-bartókmäßig gespielt wurde, wie es in letzter Zeit des öfteren geschieht.

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Den Namen von Diego Conti kannte ich bis vor kurzem nicht. Der 1958 geborene Geiger und Komponist war Schüler von Sandor Vegh und hat in zahlreichen Orchestern auch der Alten Musik Szene gespielt.



      Seit neuerer Zeit ist er anscheinend auch als Komponist tätig und kommt mit einer Doppel-CD mit nicht weniger als 6 Streichquartetten auf den Markt. A bold statement. Die Werke entstanden zwischen 2007 und 2012 und dauern 15-20 Minuten. Den Tonschnipseln nach zu urteilen, handelt es sich um post-moderne Quartette, die weitgehend noch tonal verpflichtet sind und meist eher lyrisch-kontemplativen Charakter aufweisen, das Ostinato des 5. Quartetts natürlich nicht, das klingt eher wie Gitarrenrock. Die Tonsprache ist nicht moderner als die von Bartok, die letzten beiden scheinen etwas experimenteller zu sein. Das klingt nicht uninteressant, könnte auch das Kronos Quartett interessieren, ob es über 6 Quartette bzw 110 Minuten auch trägt, kann man wohl erst beurteilen, wenn man die Quartette komplett hören kann. Von dem Officina Musicale Quartett habe ich bisher auch noch nichts gehört, es scheint die erste CD zu sein, veilleicht auch nur eine adhoc Formation.
    • Gurnemanz schrieb:

      Übrigens, als Hinweis auch für neu hinzugekommene Kammermusikfreunde: Zum Themenkomplex Streichquartett gibt es bereits mehrere weitere Fäden (Übersicht: Inhaltsverzeichnis Kammermusik (Aufklärung bis Gegenwart), dort weiter unten: "Vermischtes"), zur Geschichte der Gattung, zu eigenen Einstellungen u.a.m. etwa Rund um das Streichquartett.
      Ergänzt sei noch Hinweis zu diesem Thread: Musik für Streichquartett seit 1945 - Werke, Einspielungen, Empfehlungen und Das moderne Streichtrio – von der Neuen Wiener Schule bis zur Gegenwart.

      Allerdings wäre zu überlegen, ob dieser Thread nicht besser an Rund um das Streichquartett anzuhängen wär.
      Als ich das hier eröffnete, hatte ich Rund um das Streichquartett-Thread gar nicht mehr auf Schirm. Darin könnten Streichquartett-News und - Klatsch auch Platz finden. Streichquartett-Chose wär in C. übersichtlicher.. man müsste bloß irgendwie noch verklickern, dass dabei Gattung Streichtrio nicht unterm Tisch fällt...
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Auch nicht mehr ganz neu, aber vielleicht noch aktuell: Es gibt zwei weitere Aufnahmen von Schuberts letztem Streichquartett.

      Das Tetzlaff Quartett und das Doric String Quartet zeichnen für die Wiedergaben verantwortlich. (Nr. 13 + Nr. 14 gibt's schon länger mit den Dorics.)



      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Haben wir wirklich keinen Thread zu "Wer kennt diese Aufnahme"?

      Ich möchte diese Frage zur Aufnahme der Streichquartette (samt Quintett für Bassklarinette und Streichquartett) von Ulrich Leyendecker durch das Minguet Quartett stellen - kennt die schon jemand?



      Viele Grüße
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Das exzellente Stenhammar Quartett legt eine CD mit den beiden Streichquartetten von Kabalevsky vor. Der Werbepartner schreibt:

      "Das erste von 1928 ist eine Arbeit aus den späten Studienjahren bei Nikolaj Jakowlewitsch Mjaskowskij: ein sehr raffiniert gebautes Stück, das trotz seinem Hang zu einer Art von „Pädagogenmusik“ eine bemerkenswert eigene Leistung darstellt. Sein anderes Quartett aus der Zeit unmittelbar nach dem Ende des zweiten Weltkrieges reflektiert auf durchaus dramatische Weise die Ereignisse der letzten Jahre. Kabalewsky ist ein Werk von außergewöhnlicher Eloquenz gelungen, dessen offenkundiges per aspera ad astra zwar aus den Schrecken und dem Ende des Krieges entstanden ist, sich darin aber keineswegs erschöpft. Es ist bekannt, daß ihm während der Komposition Sergej Prokofieff ein wenig über die Schulter geschaut hat, aber natürlich handelt es sich keineswegs um eine Stilkopie."

    • Wiiliam Alwyns unbekannten Streichquartette

      Ich war bisher davon ausgegangen, dass William Alwyn nur drei Streichquartette komponiert hat, so steht es auch auf seiner website.
      Nun kommt auf einmal das Tippett Q mit den Quartetten 10-13 auf den Markt.

      Offensichtlich war Alwyn ein überaus selbstkritischer Komponist und hat 13 Versuche verworfen. Die Noten haben aber wohl überlebt und wenn man den Kritiken im Guardian und ARG trauen darf, handelt es sich keineswegs um Gehversuche eines Studenten, sondern um gültige interessante Werke. Da war der Komponist wohl zu kritisch mit sich selbst. Alwyn hat also insgesamt 16 Quartette komponiert und reiht sich damit ein in die Gruppe der Komponisten, die dem Genre ausgiebig gefrönt haben.

    • Das aufstrebende Aris Quartett, das in 2016 den 2. Preis beim ARD Musikwettbewerb gewann, bringt nach zwei CDs mit Musik des 20. Jahrhunderts jetzt eine mit zwei Gipfelwerken der Literatur von LvB heraus. Mit Günter Pichler haben sie dafür auf alle Fälle den richtigen Lehrer.

    • Ob der Markt auf eine weitere Aufnahme der Schumann Quartette wartet, kann ich nicht sagen, hier ist jedenfalls eine.



      Und von dem Komponisten habe ich noch nie gehört. Die zitierten Aussagen auf wikipedia möchte ich aber mal in Frage stellen. Hat den Beitrag der Komponist vielleicht selber verfasst?



      "Viele seiner Werke wurden bei in- und ausländischen Rundfunkanstalten und auf CD eingespielt. Seine Musik wird weltweit aufgeführt." (Zitat aus wikipedia)
    • Wieland schrieb:

      "Viele seiner Werke wurden bei in- und ausländischen Rundfunkanstalten und auf CD eingespielt. Seine Musik wird weltweit aufgeführt." (Zitat aus wikipedia)
      Auf der Homepage des Komponisten heißt es (leistner-mayer.de/):

      "Sein Schaffen umfasst Kammermusik für verschiedenste Besetzungen, Chor- und Orchesterwerke sowie Jugendmusik - zahlreiche Werke sind bei internationalen Rundfunk-Anstalten und auf CDs eingespielt - seine Kompositionen werden weltweit aufgeführt."

      Ich lese den Namen Leistner-Mayer hier zum ersten Mal. Aber daraus folgt nicht, daß seine Musik nicht hörenswert wäre.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Wieland schrieb:

      Hat den Beitrag der Komponist vielleicht selber verfasst?
      Dem Vernehmen nach ein nicht seltenes Phänomen. Bei prominenteren Figuren erledigt das manchmal auch eine Agentur. (Beliebte Aussage von Kollegen aus dem akademischen Bereich: "Na sowas, da hat mich jemand darauf angesprochen, dass es über mich einen Wikipedia-Artikel gibt. Das hab ich gar nicht gewusst!"...)

      Wieland schrieb:

      "Viele seiner Werke wurden bei in- und ausländischen Rundfunkanstalten und auf CD eingespielt. Seine Musik wird weltweit aufgeführt." (Zitat aus wikipedia)
      Noch mehr Erbauliches im Wikipedia-Artikel über das Wirken Leistner-Mayers: Schwerpunkte bilden dabei Musik für Kinder und Jugendliche sowie Kompositionen für Hackbrett – Letztere seit er 1996 die Hackbrett-Virtuosin Heidi Ilgenfritz bei ihrem Examenskonzert (im Rahmen der künstlerischen Reifeprüfung) kennengelernt hatte. Fortsetzung der Geschichte im Wikipedia-Artikel über Frau Ilgenfritz.

      :wink:
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