Vom Konzertleben in Dresden

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    • Herbert Blomstedt verabschiedet das Jahr mit Mozart

      Zum Abschluss der Feierlichkeiten zu seinem 90. Geburtstag hatte sich der Ehrendirigent unserer Staatskapelle Herbert Blomstedt ein Konzert mit Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart gewünscht.
      Sein voller Terminkalender hatte dieses Konzert erst am 15. Dezember, also fünf Monate nach dem 11. Juli erlaubt.
      Im ersten Konzertteil wurde das 25. Klavierkonzert in C-Dur, KV 503 geboten. Als Solisten hatte sich der betagte Dirigent den jungen, gerade 35-järigen Pianisten Martin Helmchen eingeladen.
      Helmchen gilt, als der „sympathische Sonderling und als der Philosoph am Klavier, mit einer Liebe zur Pointe“.
      Bei Mozart trafen sich zwei Musiker unterschiedlichen Alters, aber beide identisch in der Bescheidenheit im Umgang mit dem Werk. Nie entsteht der Eindruck, dass der Komposition eine besondere Sichtweite übergestülpt werden soll.
      Helmchen ist keiner, der über das Ziel hinaus schießt, nichts maschinelles, sondern bietet beglückend perlendes und elegant bewegendes Klavierspiel. Dabei vermeidet er in den langsamen Passagen den Eindruck des Blassen.
      Herbert Blomstedt sicherte dabei, dass das Werk kompakt blieb und nicht in unverbundene Teile zerfiel.
      Besonders beeindruckte mich aber die von Martin Helmchen gespielte Bach-Zugabe.
      Im zweiten Konzertteil spielten Musiker der Staatskapelle die 41. Sinfonie C-Dur mit dem Beinamen Jupiter-Sinfonie.
      Das Allegro vivace dirigierte Herbert Blomstedt mit eigentlich jugendlicher Frische und in hohem Tempo. Dabei setzte er beide Hände für seine akzentuierten Informationen ein.
      Das Andante cantabile ließ er dann ruhiger und betont lyrisch mit den gedämpften Violinen an, so dass die Töne „wie von ferne, gleichsam hinter einem Schleier“ zu entstehen schienen.
      Den dritten Satz Menuetto, Allegretto dirigierte Blomstedt zunächst sehr verhalten, während dann im zweiten Satzteil Holzbläser und die erste Violine ein tänzerisches Staccato aufbauen.
      Mit dem Molto allegro-Schlusssatz zeigte dann Herbert Blomstedt noch einmal sein Können und bewies seine gewaltige Erfahrung, wobei ihm die Musiker begeistert folgten.
      Mit stehenden Ovationen und lauten Rufen feierte Blomstedts Dresdner Fan-Gemeinde seinen Abschied für die laufende Saison.
      Der Jubilar war von der Begeisterung angerührt und nutzte die lange Zeit der Ovation, um sich mit Handschlag einzeln von den Musikern zu verabschieden.
    • Neuinszenierung von E.W. Korngolds "Die tote Stadt"

      Der Besuch der Premiere der David Bösch-Inszenierung von Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“ war mir versagt geblieben und auch die ersten Aufführungen musste ich aus Termingründen auslassen, so dass ich erst die Vorstellung am 2. Januar 2018 nutzen konnte.

      Nun habe ich inzwischen ein halbes Dutzend Kritiken der Dresdner Inszenierung gelesen und man könnte meinen, von den Profi-Kritikern sei bereits Alles geschrieben.

      Es gibt aber doch einen eigenen Eindruck, der zum Teil erheblich von der Einschätzung der Veröffentlichungen abweicht.

      Anschließen möchte ich mich der allgemeinen Begeisterung für das Hausdebüt-Dirigat von Dmitri Jurowski.

      Dmitri ist ein Enkel des Komponisten Wladimir Michailowitsch Jurowski (1915 bis 1972), damit ein Sohnvon Michael Jurowski (*1945 und seit 1989 Semperoper-Dirigent) sowie Bruder von Wladimir Jurowski (*1972 und häufiger Gastdirigent der Staatskapelle DD).

      Damit ist der inzwischen 37 Jahre zählende ist nun der dritte Vertreter der Dynastie „Jurowski“, der im Semperbau wirkt. Mit seinem Dirigat treibt er die Musiker der Staatskapelle zu einer mitreißenden Klangorgie und vermeidet aber alles Sentimentale der rauschhaft-sinnlichen Musik des jungen Korngold.

      Diese Mischung von Spätromantik und Impressionismus sicherte bereits den musikalischen Erfolg des Abends.

      Der wunderbare Orchesterklang hatte bei mir zur Folge, dass ich mich voll auf das Musikerlebnis konzentrierte und ich damit den Handlungsfaden nahezu ignorieren konnte. Das Libretto ist mir ohnehin kaum geläufig und die Übertexte von unseren Plätzen nur schwer erkennbar.

      Vor allem konnte ich die vorherrschende Einschätzung der meisten Kritiker, dass die Sänger-Darsteller der beiden Protagonisten Marietta und Paul fehlbesetzt seien, absolut nicht nachvollziehen.

      Mit ihrer hochdramatischen Stimme bietet Manuela Uhl insbesondere in den leicht erotischen Szenen beeindruckend einfühlsamen schönen fast liedhaften Gesang, öffnet sich aber im sich entwickelnden obsessiven Sinnentaumel mit schier unbegrenzten stimmlichen Möglichkeiten. Aber auch mit Mariettas Lautenlied und im Ohrwurm „Glück, das mir verblieb“ konnte Frau Uhl musikalische Höhepunkte des Abends beisteuern.

      Nicht einfach hatte es der Paul von Burkhardt Fritz, der vom Libretto als der zurückhaltende und weltfremde Trauernde sich zu einem von Marietta Getriebenen entwickeln musste, aber letztlich seiner Verklemmung nicht entkommt.

      Mit seinem Gesang überzeugt er in jeder Phase der Entwicklung seiner Figur bis zur Schluss-Erleichterung, dass das Ganze eigentlich letztlich nur ein Alptraum war. Ein wunderbarer Abschluss wurde so sein „Glück das mir verblieb“.

      Die zweite Hauptpartien-Reihe war von Ensemble-Mitgliedern bestritten worden.

      Das Hausgewächs Christoph Pohl brillierte als Pauls Freund Frank. Wenn er mit seiner ansprechend schönen Bariton- Stimme das „Mein Sehnen, mein Wähnen, es träumt sich zurück“ singt, ist man schon beeindruckt.

      Christa Mayer hinterlässt mit den kleinen Rollen der Brigitta als einfache Putzfrauund als „scheinbare Nonne“ sängerisch und gestalterisch einen starken Eindruck.

      Der von Jörn Hinnerk Andresen vorbereitete Opern-Chor und der von Claudia Sebastian-Bertsch einstudierte Kinderchor trugen nicht unwesentlich am musikalischen Gelingen des Abends bei.

      Der Hauptakteur aber war unbestritten das Orchester unter der musikalischen Leitung des Dmitri Jurowski.

      Der Regisseur David Bösch hatte das Werk in etwas klischeehaften Episoden als Psychodrama angelegt. Verlustangst, verklärte und schmerzhafte Erinnerungen wechseln mit obsessiver Leidenschaft.

      Die Abläufe waren straff unter Nutzung von unaufdringlichen Video-Projektionen durchgezogen, das Moderne der Oper betonend.

      Viele Details sind mir ob meiner Konzentration auf die Musik entgangen, so dass wohl ein zweiter Besuch der Inszenierung von Nöten sein wird.

      Mit stürmischen und lang anhaltenden Ovation feierten die Besucher des vollbesetzten Hauses die Künstler.

      Offenbar haben die zahlreichen Besprechungen der Inszenierung zusätzlich breiter interessierte Opernfreunde nach Dresden gelockt. Dem sachkundigeren Publikum waren auch die im Gegensatz zu den vorweihnachtlichen Vorstellungen deutlich heftigeren Beifallskundgebungen zu verdanken.

      Auch hatte die hiesige Touristen-Branche für eine Auffüllung des Zuschauerraumes gesorgt, denn noch wenige Stunden vor Beginn waren im Internet noch etwa ein Viertel der Plätze vakant. Auch das Outfit vieler Besucher bewies, dass der Opernbesuch nicht ursächlich geplant war.
    • Lieber thomathi, das ist schön, dass Du etwas zur "Toten Stadt" berichtest. Ich war zur Premiere (16.12.2017) und konnte mich nicht durchringen, etwas zu schreiben, eben auch weil ich durch die erwähnten negativen Besprechungen irritiert war. Mir hatten nämlich sowohl Inszenierung als auch Besetzung sehr gut gefallen, aber ich kannte die Oper, von Ausschnitten abgesehen, vorher nicht. Und wenn man keinen Vergleich hat, dann ist ma ja schneller zufrieden gestellt. Geht zumindest mir so. Was ich sicher sagen kann, ist, dass die szenische Umsetzung Tote-Stadt-Neulinge intellektuell nicht überfordert und trotzdem genug Spielraum für individuelle Gedanken lässt. Das Outfit der Besucher war zur nicht ausverkauften Premiere übrigens auch schon sehr durchmischt, vor allem im 4. Rang tummelten sich auffällig viele Individualisten – war total interessant! 8o

      :wink: Amaryllis
    • Liebe Amaryllis, ich werde am 2. Februar die Inszenierung noch einmal ansehen und vor allem anhören,bevor sie, wie bei Pelleas und Melisande geschehen, im Orkus verschwindet.
      Aber, warum bist du so zögerlich mit der Äußerung deiner doch gut fundierten Meinung?
    • Ein betörender Alban Berg im 4. Saisonkonzert der sächsischen Staatskapelle

      Im Februar 1935 übermittelte der amerikanische Geiger Luis Krasner Alban Berg den Auftrag, für seine Europatournee im Folgejahr, ihm ein Violinkonzert in Zwölfton-Technik zu komponieren.

      Der Komponist war zwar mitten in der Arbeit zur „Lulu“, benötigte aber dringend die ausgelobten 1500 Dollar, sagte deshalb zu.

      Zunächstentstanden aber nur einige Skizzen, so wahrscheinlich die „Kärntner Volksweise-Ein Vogel auf´m Zwetschgenbaum“.

      Im April 1935 starb dann die Tochter von Alma Werfel und Walter Gropius Manon. Das Ehepaar Berg war mit den Werfels befreundet und der fast fünfzig jährige Alban wohl in die achtzehn Jährige Schönheit vernarrt gewesen.

      Der Schmerz über den Verlust, gleichsam als Versuch einer Trauerbewältigung, brachte Berg zur Weiterführung der Arbeit am Violinkonzert als eine Art Requiem zum “Dem Andenken eines Engels“.

      Im 4. Symphoniekonzert der Saison 2017/18 der sächsischen Staatskapelle war die Geigerin Isabelle Faust eine ideale Interpretin dieses ergreifenden Werkes. Mit ausdrucksstarken melodischen Linien entwickelte sie große raumfüllende Töne. Die Schwierigkeiten, die sich beim Hören von Zwölf-Ton-Musik häufig einstellen, traten weniger zutage.

      Die verästelten Kantilenen der Kombination differenzierter Tonarten zeugten von hoher Meisterschaft der Solistin. Es blieb zeitweilig der Wunsch nach der Wohltat einer führenden klaren Melodie. Das aber hatte der Komponist der Solistin verweigert.

      Auch die Begleitung durch das Orchester, Daniel Harding hatte die musikalische Leitung für den erkrankten Robin Ticciati übernommen, erlaubte kaum Erholung.

      Mit dem Bach-Motiv „es ist genug“ löste Isabelle Faust nur zum Teil ihre eigene Anspannung, so dass die deprimierende Wirkung der Darbietung im Raum blieb, zumal die Zugabe einer ungarischen Melodie im gleichen Duktus geblieben war.

      Mich hatte die Wirkung des Violinkonzertes besonders erwischt, da ich am Vormittag des Konzert-Tages einen lieben Freund aus jüngeren Tagen, dessen Freundschaft über die Jahrzehnte stabil geblieben war, zu Grabe tragen und seine Tochter und Enkelin trösten musste.

      Die im zweiten Konzertteil gebotene 4. Symphonie G-Dur von Gustav Mahler hatte ich schon ambitionierter erleben dürfen. Es war eine solide „Handwerksarbeit“ des Ur-Briten Harding. Orchester und Dirigent kennen sich seit längerem, so dass es keine Verständigungsprobleme gab. Es war eigentlich alles in Ordnung, aber eben handwerklich und ohne große Emotionen.

      Der Brite mit den italienischen Genen Ticciati wäre wohl besser am Platze gewesen.

      Zum versöhnenden Abschluss gestaltete sich aber das Sopransolo mit den Versen aus des Knaben Wunderhorn. Die glasklare wundervoll-ruhige Stimme der Schweizerin Regula Mühlemann bot einen uneingeschränkten Hörgenuss ohne Fehl und Tadel.
    • Zur David-Bösch-Inszenierung der "Toten Stadt" in DD

      Den Zugang zur Inszenierung des David Bösch verschaffte mir erst die Lektüre des Buches des Georges Rodenbach „Bruges-la-morte“ und die Beschäftigung mit der Geschichte der Stadt Brügge.

      Im Jahre 1134 hatte eine extreme Sturmflut eine Rinne von der Meeresbucht Zwin bis zur Stadt Brügge gepflügt und damit der Stadt einen direkten Zugang zur Nordsee verschafft. Der in der Folge mit einem Kanal zum Rhein eingerichtete geschützte Hafen wurde bald zur Drehscheibe des internationalen HandelsNordeuropas und verschaffte Brügge ein „Goldenes Zeitalter“.

      Prachtvolle gotische Bauwerke sowie stattliche Patrizier- und Zunfthäuser prägten das Stadtbild. Der unwahrscheinliche Reichtum lockte bedeutende Künstler in die Stadt.

      Als aber am Ende des 15. Jahrhunderts der Zwin versandete und der Nordsee-Zugang verloren ging, wurde die Stadt regelrecht gelähmt. Die Handelstätigkeit wanderte ab und die industrielle Revolution ging an Brügge vorbei.

      Übrig blieben ein von Gotik, Renaissance, Barock und Neugotik wundervolles bis heute erhaltenes Stadtbild und eine bigotte streng katholische Gesellschaft. Denn die Versandung des Zwin wurde als Strafe Gottes gedeutet.

      In diese Situation stellte der Symbolist Rodenbach die Geschichte des wohlhabenden Hugues Viane, den in seiner Trauer um die verstorbene Gattin die deprimierende Situation der Stadt angezogen hatte. Ein Suizid kam für ihn aus glaubensgründen nicht in Frage und so lebte er seine Depression aus. Als er der Tänzerin Jane begegnete, faszinierte ihn zunächst deren Ähnlichkeit mit der Verstorbenen. Aus dem zunächst platonischen Verhältnis, er hatte ihr ein Haus eingerichtet und sie großzügig finanziert, entwickelte sich ein zunehmend exzessives sexuelles Verhältnis, was natürlich zu Problemen mit dem bigotten Umfeld führte.

      Nachdem Jane zunehmend auch alle Zurückhaltung verlor und seinen Trauerprozess missachtete, erkannte Hugues, dass sie der Verstorbenen nur äußerlich ähnelte und er brachte sie um.

      Aus diesem Stoff hat Julius Korngold (unter dem Pseudonym Paul Schott) für seinen Sohn, den Komponisten Korngold, ein straffes Libretto destilliert.

      Zunächst hatte er die Handlung in den Beginn des zwanzigsten Jahrhundert verschoben und als Protagonisten den Witwer Paul und die Tänzerin Marietta eingeführt. Damit entfiel natürlich das depressive Brügge als Ort der Handlung.

      Vor allem verpackte der Librettist das Geschehen als Vision des Paul. Das vor dem Besuch der Vorstellung zu wissen, ist nahezu die Voraussetzung für das Verständnis der Arbeit von David Bösch. Wann die „Bühnen-Realität“ zur Fiktion wird überlässt auch Bösch dem Besucher. Stefan Mickisch verortet diese Kippen zum Wechsel vom ersten zum zweiten Bild. Der Beginn der Vision kann aber auch nach der Auseinandersetzung von Paul mit Frank oder irgendwo dazwischen gedeutet werden.

      Mit dem ersten Aufzug nimmt die Handlung zunächst zögerlich Fahrt auf. Erst als dann Marietta auftritt und zunehmend die Bühne bestimmt, nimmt die Inszenierung Fahrt auf. Warum das Libretto die Haushälterin Brigitta so stiefmütterlich behandelt, sie taucht im zweiten Aufzug im Beghinen-Zug und im Schlussbild jeweils nur kurz auf, ist mir unklar geblieben. Denn bei Rodenbach hat die Haushälterin Barbe eine die Entwicklung bestimmende Funktion.

      David Bösch hat mit seiner Arbeit insbesondere den zweiten Aufzug genutzt, mit einer Vielzahl von Details und gut gemachter Video-Installationen die Situation im religiös-bigotten Brügge mit zum Teil skurrilen Bildern zu illustrieren.

      Mit gekonnter Personenführung wird das Religiöse mit dem wüsten Leben der Theatergruppe Mariettas in Übereinstimmung geführt.

      Dazu entwickelt er die Darstellung des zunehmenden Abgleiten Pauls in die sexuelle Abhängigkeit und in die obsessiven Situationen.

      Im abschließenden Aufzug entwickelt sich danndas Seelendrama zum Psychodrama, indem die Verstorbene ihre Haare symbolisch auf die Bühne hängen lässt und Paul ermahnt.

      Eine gekonnt gemachte Video-Installation der Prozession mit Brügges wichtigster Reliquie, einer Ampulle mit dem Blut Christi, bringt das Kippen der Handlung.

      Nur durch die Auflösung der Vision sowie dem Ohrwurm „Glück das mir verblieb“ wird die Situation für den Zuschauer erträglich und er kann mit der Musik im Ohr sowie nach heftigem Beifall getröstet das Haus verlassen.

      Zwei Bemerkungen zur Vorstellung am 2. Februar:

      In der zweiten Reihe der Sänger waren leider Christa Mayer und Christoph Pohl durch Tichana Vaughn und Sebastian Wartig ausgetauscht. Beide nicht schlecht, aber ich hatte eben noch die Januarvorstellung, dabei insbesondere das „Mein Sehnen, mein Wähnen“ des schönen Bariton im Ohr.

      Genau vor uns waren während des ersten Aktes drei Plätze frei, so dass wir einen freien Blick zur Bühne hatten.

      Zwischen den Akten drängten sich vier! englisch sprechende Personen in die Reihe. Der arme Mann vor mir musste so während des zweiten Aufzugs seine gottlob zierliche Partnerin auf dem Schoss behalten.
    • Statt Radu Lupu Rudolf Buchbinder im 5. Saisonkonzert

      Der aus Kolumbien stammende derzeitige Chefdirigent des hr-Rundfunksymphonieorchesters Andrés Orozco-Estrada hatte zu Generalprobe und Aufführung des 5. Symphoniekonzertes der Staatskapelle geladen.

      Ich hatte mich auf das Wiedersehen mit unserem Capell Virtuos der Saison 2013/14 Radu Lupu und seiner Interpretation des Mozart-KlavierkonzertesC-Dur KV 467 gefreut. Aber der betagte Meister hatte wegen einer Erkrankung abgesagt.

      An seiner Stelle hat uns dann Rudolf Buchbinder in gewohnter Weise mit einer einspielungsreifen Darbietung verwöhnt.Buchbinder hat recht häufig mit dem Orchester sowohl in Dresden als auch auf Konzertreisen musiziert. Einige der Konzerte hatte er auch als Dirigent-Solist vom Klaviersessel geleitet. So konnte eigentlich nichts schief gehen.

      Entstanden war das Konzert im Februar 1785 unmittelbar nach dem etwas hektischen Klavierkonzert D-Moll KV 466 unter enormen Zeitdruck, wirkt aber deutlich ausbalancierter.

      Das Orchester beginnt das Allegro maestoso mit heroisch –majestätischem Gestus, das dem Solisten eine lyrisch nachdenkliche Übernahme erlaubt. Buchbinder nutzte die Möglichkeit zu reichen virtuosen Episoden.

      Der zweite Andante-Satz gehört zu den bekanntesten des Mozartischen Schaffens. Auf einem schwebenden Streicher-Hintergrund entwickelten Solist und ausgewählte Instrumente einander ergänzende Klangfarben.

      Mit dem Rondo-Finale „Allegro vivace“ führte uns Solist und Orchester mitten in den Wirbel des Lebens. Sprühende Freude und Lebendigkeit veranlassten die Hörer zu stürmischem Jubel für den im Hause beliebten Pianisten.

      Vor dem Klavierkonzert hatten die Programm-Macher eine Fingerübung von Giacomo Puccini aus dessen Zeit als Schüler eines Konservatoriums „Preludio sinfonico“ in A-Dur angeordnet.

      Interessant allenthalben dass hier bereits Klang-Fetzen zu hören waren, die später in seinen Opern zum Teil tragende Melodien wurden. Auch spürte man Anklänge seiner späteren Tonsprache, aber ansonsten als Stück kaum für ein repräsentatives Konzert geeignet.

      Unklar war mir auch geblieben, warum Orozco-Estrada in der Probe derartig viel Probenzeit auf den Puccini verwendet hat, ohne dem Stück letztendlich zu nützen. Es klang am Abend einfach flach.

      Das Hauptwerk des Abends sollteHektor Berlioz „Symphonie fantastique“ op. 14 mit dem Untertitel „Episodeaus dem Leben eines Künstlers“ von 1830 sein.

      Die Komposition umfasste fünf Sätze mit angeblich erklärenden Titeln.

      Nun muss ich gestehen, dass ich die Symphonie fantastique letztmalig vor einigen Jahrzehnten erlebt und mir vor der Probe keine Einspielung angehört hatte, so dass ich in der Probe auch nicht vom Gebotenen sonderlich irritiert war.

      Aber auf dem Konzertpodium schleppten sich die Träumereien(Largo, Allegro agitato e appassionato9, Ein Ball (Allegro non troppo) und die Szenen auf dem Lande (Adagio) merkwürdig zerfasert über die 40 Minuten.

      Irgendwie gelang es Andrés Orozco-Estrade nicht, die Musiker straff zusammen zuhalten.

      Lediglich sehr schönesolistische Einlagen insbesondere von der Klarinette, den Flöten und Oboen ließen aufhorchen.

      Erst mit dem Gang zum Richtplatz(Allegro non Troppo) in g-Moll und dem Traum einer Sabbatnacht (Larghetto-Allegro) nahm die Orchesterdarbietung Fahrt auf und begann die Hörer aus einer gewissen Lethargie zu holen und damit den Abend für mich versöhnlich zu Ende zu bringen.

      So dass letztlich Orchester und Dirigent doch noch zu einem akzeptablen Beifall kamen.

      Seltsamer weise hatte mich der Berlioz in der Probe noch eher als am Konzertabend angesprochen, obwohl da auch ziemlich unorthodox agiert worden war.

      Nun sollte man über Proben möglichst nicht berichten. Aber eine Szene sei erläutert:
      Ursprünglich waren die beiden Glocken für den Gang des Künstlers zum Schafott auf dem Podium unter den vier! Paukern aufgestellt und bestimmten damit das Klangbild. So wurde zunächst auf dem Podium nach einem dem Effekt dienenden Platz gesucht.

      Der sollte dann hinter dem oberen Bühnentürl gefunden werden, gefiel aber nicht.

      Kräftige jung e Männer wuchteten dann die massiven Teile zum Rampen Zugang, dort wo sonst Dirigent und Solist heraus treten Daselbst wurde zunächst mit Sicht zum Dirigenten versucht, dann mit einen zum Teil zugezogenen Vorhang experimentiert bis dann der fast vollständig zugezogene Vorhang zu den ausreichend gedämpften Totenglocken-Klängen und so zur befriedigenden Lösung führte.
    • Die Johannes-Passion mit Philippe Herreweghe

      Das Gedenken der Stadt Dresden an die Feuerstürme des Februar 1945 sollte eigentlich im 73. Jahr in ruhigeres Fahrwasser gelangen.

      Auch weiß ich aus eigener Familie, meine Frau, 1939 hier geboren, war mit der rechten Hand am Kinderwagen der Schwester sowie mit der anderen Hand bei der Großmutter als fünfjährige durch die brennende Stadt geführt worden. Sie hat jahrelang harte therapeutische Arbeit leisten müssen, um das Kindheitstrauma zu bewältigen.

      Leider wird aber das Erinnern an das geschehen von rechten Kräften für ihre verhängnisvollen Zwecke missbraucht.

      Auch steht noch immer der Verdacht des „Verschwörungstheoretikers“ Guido Knopp in der Diskussion.

      Deshalb war es eine Notwendigkeit, dass die sächsische Staatskapelle in diesem Jahr auf den massiven Chor- und Orchestereinsatz verzichtet hat und Philippe Herrreweghe mit dem “Collegium Vocale Gent mit den Gedenkkonzerten betraut hat.

      Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion, ansonsten in Sachsen mit der geballten Stimmkraft der Thomaner oder Kruzianer gewohnt, wurde von zwanzig Chorsängern und einem Aufgebot junger Solisten als eine zutiefst berührende Erzählung zu Gehör gebracht.

      Gewählt hatte man die zweite Fassung von 1725, die mit ihren Chorbearbeitungen die zweifelsfrei interessanteste der bekannten Varianten der Johannespassion ist.

      Gerade aus diesen Gründen war die Entscheidung für diese Form des Erinnerns besonders glücklich.

      Herreweghes Bach-Auffassung ist nüchtern, seine Sprache direkt und sein Dirigat straff, so dass er seineSolisten, den Chor und die Dresdner Musiker aufs glücklichste vereint.

      Der vergleichsweise kleine Chor, für jede Stimmengruppe stehen fünf Sänger auf dem Podest und die sechs Gesangssolisten waren stimmlich in hervorragender Verfassung.

      Herausragend allerdings der wunderbare Altus von Damien Guillon.

      Nach der Generalprobe habe ich mir die Passion im Konzert und als Aufzeichnung der MDR-Kultur-Direktübertragung unter Kopfhörer angehört.

      Dabei vermittelte die Aufzeichnung, offenbar auch dank der Tontechniker, einen geringfügig komplexeren Eindruck, selbst wenn der unmittelbar Kontakt mit den Agierenden fehlte.
    • Mahlers dritte Symphonie mit C.T. und Garanca

      An der dritten Symphonie hat Gustav Mahler von 1892 bis 1896 gearbeitet. Im ursprünglichen Konzept sollten die Sätze programmatische Namen tragen. In den Sommermonaten der Jahre der intensiven Arbeit, als Direktor der Wiener Hofoper blieben Mahler nur die Konzertpausen für seine Kompositionen, verloren sich aber die Benennungen.Geblieben war aber das sich von Satz zu Satz steigernde inhaltliche Konzept.

      Bereits die durchgespielte Generalprobe brachte mir einen konzentrierten Spannungsbogen vom ersten bis zum letzten Takt. Nach der Probe war ich emotional derartig aufgeladen, so dass ich regelrecht fürchtete, das Konzert könnte mich enttäuschen, obwohl ich den hart erkämpften Platz des akustischen Optimums in der Mitte des Parketts einnehmen konnte.

      Aber weder die Musiker, noch die Mezzosopranistinnoch der Chor und vor allem der musikalische Leiter enttäuschten.

      Die hohe Qualität der Sächsischen Staatskapelle als Mahler-Interpret ist wohl unbestritten und gerade Mahlers Kompositionen geben dem Orchester Gelegenheit, seine Spielkultur zu entfalten.

      Christian Thielemann hatte eine gesunde Mischung seines Gestaltungswillens der Partitur mit der Entfaltung der Spielfreude der Musiker gefunden und so ein schmiegsames, wohlausgewogenes Klangbild geschaffen.

      Das Spektrum reichte von innig zarten Kammermusik Passagen bis zu gewaltigen Klangentladungen.

      Mahlers Bekenntnis zu ländlicher Idylle, volksliedhafter Schlichtheit und privater Frömmigkeit kam auf das glücklichste zur Wirkung, ohne in die Gefahr einer Sentimentalität oder Trivialität zu geraten.

      Der gigantisch-zerklüftete Kopfsatz und der grandios angelegte Adagio-Schlusssatz umschlossen auf das Wirkungsvollste die anmutigen Mittelsätze.

      Friedrich Nitzsches Nachtwandlerlied des Zarathtustra „Oh Mensch! Gib Acht!“, zart und zunächst zögerlich aus den instrumentalen Motiven auftauchend, wurde von Elina Garanča meisterhaft dargeboten.

      Perfekt vorbereitete Damen des Staatsopernchores und Knaben des Semperoper-Kinderchors gestaltetendas Lied “Es sungen drei Engel“ aus den Liedern des Knaben Wunderhorn zum religiösen Bekenntnis Gustav Mahlers.

      Begeisterten Schlussbeifall erhielten die Interpreten der Solopassagen Matthias Wollung (Violine), der Solo Posaunist Uwe Voigt, Matthias Schmutzler mit dem Posthorn und die Schlagzeuger um Bernhard Schmidt.
    • Ein Palmsonntagskonzert am Montag

      Während die Hefe des Orchesters mit dem Chefdirigenten die Osterfestspiele in Salzburg gestaltet , muss der überschaubare Heimat- Teil der Staatskapelle Dresden mit Omer Meir Welber,verstärkt durch zahlreiche Gastmusiker, das Palmsonntagskonzert als 8. Saisonkonzert des Klangkörpers am 26. März kreieren.

      Der argentinische Komponist Ariel Ramirez (1921-2010) hatte in den Jahren 1964/65 unter dem Eindruck einer Entscheidung des Zweiten Vatikanischen Konzils von 1963,welche erstmalig erlaubte, als Liturgiespracheauch die jeweilige Landessprache zu verwenden, seine Misa Criolla (dt.: Kreolische Messe) für Solo, Chor und Instrumente komponiert.

      Im Konzert wurden Flöte, Kontrabass, Perkussion, Gitarre und mexikanische Gitarre sowie Klavier und Cembalo eingesetzt. Als Solist wirkte der spanische Tenor Airam Hernández mit seiner begeisternden metallisch gefärbten Stimme.

      Der musikalische Leiter wechselte selbst zwischen Klavier und Cembalo.

      Um über die Grenzen einer regionalen Authentizität zu reichen, nutzte Ramirez typische Rhythmen aus fünf unterschiedlichen Regionen Argentiniens:

      So verwendete das Kyrie-vidala-baguala Themen aus der Musik der Bewohner eines Anden-Hochplateaus, im Gloria dominieren freudige Rhythmen aus dem Norden Argentiniens und Bolivien, während das Credo an die Volksmusik der Region Santiago de Estero angelehnt ist.

      Mit der Darbietung im 8. Symphoniekonzert wird auch verständlich, warum die Komposition als eines der populärsten christlichen Werke und als eine neue Art der Versöhnung zwischen der europäischen und der traditionellen südamerikanischen Kultur gilt.

      In Anlehnung an Platons „Symposion“ hatte Leonard Bernstein 1994 eine Serenade für Solo-Violine, Harfe, Schlagwerke und Streichorchester komponiert.

      Das Symposium, eigentlich der Bericht Platons über ein Gespräch über die Erotik während eines Gastmahls des Agathon mit Phaedrus, Pausanias, Aristophanes, Eryximachus, Agathon, Sokrates und Alcibiades, welches der Gastgeber zur Feier seines ersten Sieges bei den Lenäen ausgerichtet hatte.

      Nun hatten wir mit unserer mäßigen humanistischen Bildung wenig Verbindung zu den altgriechischen Herren und deren Liebesleben, so dass wir uns letztlich nur an der Virtuosität der Solistin Midori, dem Rausch der Streichergruppe und dem Können der sechs Pauker und Perkussionisten an Seitentrommel, Tenor- und Basstrommel, Triangel Hängebecken, Xylophon, Glockenspiel, „Chinesischer Block“ sowie Tamburin erfreuen konnten.

      Nach der Pause erfolgte dann mit Franz Schuberts „Messe G-Dur“ die Rückkehr zum eigentlichen Anliegen des Konzerts.

      Franz Schubert hatte diese Messe 1815, also bereits mit 18 Jahren komponiert.

      Zahlreiche Gastmusiker, darunter der Organist Michael Käppler ermöglichten dann doch einen vollen Orchesterklang, der von einem hervorragend von Jörn Hinnerk Andresen vorbereiteter Staatsopernchor komplettiert wurde.

      Von den vier Gesangssolisten kamen die Sopranistin Emely Dorn und der Bassist Martin-Jan Nijhof aus dem Ensemble der Semperoper. Ergänzt wurde die recht ordentliche Solistengruppe durch den Tenor Daniel Johannsen.

      Der musikalische Leiter des Konzerts Omer Meir Welber war uns bereits in der Probe durch die Präzision seiner Ansagen an die Mitwirkenden aufgefallen. Auch im Konzert hatte man immer den Eindruck, dass da ein Dirigent wusste, was er seinem Publikum an Vielfalt bieten wollte.
    • . . . und die Aufzeichnung des eben besprochenen Konzertes gibt`s heute ab 20.05 auf MDR.Kultur (vermutl. als Übernahme v. MDR.Klassik, but I do not know . . .)

      >Lennies "Symposion" ist eh` längst angestrichen u. kommt heut Abd. auf die digitale Festplatte :) <

      :wink:
      Fleiß ist gefährlich (Henning Venske "Inventur") Majo ist ätzend (Gus van Sant "Paranoid Park") Hollywood ist ein Witz (Aki Kaurismäki)
    • Semyon Bychkov kommt mit nach 15 Jahren wieder nach Dresden

      Das 9. Symphoniekonzertgestaltete sich zu einer bewegenden und gelungenen WiederbegegnungSemyon Bychkows mit den Musikern der Staatskapelle.

      Bereits in der Generalprobe war am allerseits freundlichen und unverkrampften Umgang erkennbar, dass die eigentlich erst für 2020 vorgesehene Wiederannäherung zu einem Erfolg werden würde.

      Wegen des Unfalls von Myung-Whun Chung hatte die Dirigenten-Not die Wiederbegegnung um zwei Jahre vorverlegt.

      Mit Luciano Berios „Sinfonia für acht Stimmen und Orchester“ hatte sich der Gast allerdings ein ordentliches Stück Arbeit in das Programm geholt.

      Wir hatten uns mit dem Hören dreier Varianten der Arbeit von Berio, geladen von You Tube, sowie der Generalprobe bereits mit dem von Leonard Bernstein hochgeschätztem Werk vertraut gemacht und auch eine gewisse Annäherung erreicht, fremdeln aber auch nach der Konzertaufführung noch immer mit dem Stil der Komposition.

      Wenn da acht Vokalisten der „London Voices“, Sänger mag ich sie nicht nennen, in ihre Handmikrofone Zitatfetzen von Claude Lévi-Strauss und Samuel Beckett mal flüstern, mal schreien , dann jammern bzw. klagen oder sprechen, selten singen, und das mit einer Collage von Gustav Mahler, Johann Sebastian Bach und Richard Strauss vermengt wird, so konnten wir das Gehörte zwar sortieren, aber nicht unbedingt akzeptieren. Ob man dem Andenken von Martin Luther King gerecht wird, wenn man seinen Namen im zweiten Teil der Komposition seziert und sich die Fragmente gegenseitig zuruft, dürfte schon in seiner Entstehungszeit (1968/69) befremden erregt haben.

      Nach der Pause boten uns dann Semyon Bychkov und das Orchester eine fünfte Symphonie e-Moll von Peter Tschaikowski vom Feinsten.

      Ohne dass Bychkov die düsteren Gedanken des Komponisten an den Tod im Andante negiert , indem er das Tempo steigert, bringt er durch die Betonung der Seitenthemen Optimismus und Träume von einem ungetrübten Glück in das zu Hörende.

      Der zweite Satz (Andante cantabile - con alcuna licenza) nimmt diese Stimmung auch auf, verdunkelt aber zweimal mit dem Leitthema den Klangfluss.

      Mit dem Valse; Allegro moderato ließ Bychkov zunächst mit einem Walzerthema die Melodien fließen, nicht ohne das Schicksalsthema drohend auszuschließen, bevor dann mit dem Finale die Antithese zum ersten Satz aufgebaut wird.

      Mit straffem Tempo ließ er den Schlusssatz beginnen. Der stürmisch aufjubelnde Hauptteil führte dann zum Triumphmarsch: Der Mensch hatte das tragische Schicksal überwunden.

      Nach einem gewaltigen Schlussapplaus der Konzertbesucher wie wir ansonsten nur nach C.T.-Konzerten erleben, entlässt dann Bychkov sein hochgestimmtes Publikum.
      MDR- Kultur und MDR-Klassik übertragen das Konzert am 17. April ab 20 Uhr 05.
    • "Tosca" mit Christian Thielemann in Dresden

      Für die Spiegelung des Opernprogramms der Salzburger Osterfestspiele im Spielplan der Semperoper mit Christian Thielemann hatte man in diesem Jahr nicht, wie in den vergangenen Jahren, die Festspiel-Inszenierung von Michael Sturminger übernommen, sondern auf die Hausinszenierung des Johannes Schaaf von 2009 zurück gegriffen.

      Eigentlich sollte aber zumindest die Besetzung der Hauptpartien von den Osterfestspielen übernommen werden. Aber seit dem April 2017 ist Anja Harteros von der Besetzungsliste verschwunden und durch die Dresdner Stamm-Tosca aus Kanada Adrianne Pieczonka ersetzt worden.

      Die Inszenierung von Johannes Schaaf dürfte vielen Opernfreunden bekannt sein, denn sie ist, wenn auch mit Unterbrechungen seit 2009 im Spielplan des Hauses. Auch dürfte sie dem intimen Charakter des Hauses besser angepasst sein, als der doch etwas überladene Bühnenaufbau von Renate Martin und Andreas Donhauser im Salzburger Festspielhaus.

      Der Inszenierung merkt man auch an, dass Schaaf ursprünglich beim Fernsehen und später im Schauspiel gearbeitet hat.Er erzählt die Geschichte was im Text und in den Noten steht.Gerade so viel Details, dass man dem Verlauf gut folgen kann ohne die Beziehung zur Musik zu vernachlässigen.

      Zumindest ich habe weder die Tiefgaragen-Knallerei, noch die Kinder-Malstunde zu“ wie sich die Bilder gleichen“, die Tablets bei den Scarpia-Bürokraten und vor allem die Kindersoldaten vermisst.

      Die Staatskapelle mit dem Dirigat Christian Thielemann klingt natürlich im Semperbau kompakter und eleganter als im Salzburger Festspielhaus. Es bleibt doch deutlich, dass ihr „Dresdner Klang“ auf die akustischen Bedingungen des Hauses abgestimmt ist. Das war deutlich mehr als simple Gesangsbegleitung. Zum Gefühlin der Komposition Puccini bleibt immer eine gewisse angenehme Distanz, nie wird es sentimental. Auch wird nicht auf ein dramatisches Auftrumpfen verzichtet, aber alles in der Dramaturgie des Komponisten, bei der die Melodik im Vordergrund steht.

      Es wäre ungerecht, die Floria Tosca der Adrienne Pieczonka gegen die Salzburger Tosca aufzuwiegen. Auf jeden Fall war sie anders und auch individueller. Die Regie und vor allem die Kostümbildnerin haben die Dresdner Tosca mehr als ein einfaches Mädchen vom Lande und weniger als die Primadonna angelegt. Erst in den Auseinandersetzungen mit Scarpia wächst sie zum Charakter.

      Dank der kleineren Bühne konnte Frau Pieczonka ihre Stimmeund ihr Spiel frei entfalten. Besonders ergreifend ihr Gebet „Nur der Kunst, der Liebe weiht ich mein Leben“ im 2. Akt für das sie auch (eigentlich den Ablauf des Geschehens störenden) Szenenapplaus erhielt.

      Dem Mario Cavaradossi von Aleksandrs Antoņenko kam auch das kompakte Haus mit der guten Klangentwicklung zu gute. Auch kennt er Haus und die Inszenierung bestens, hat er doch bereits 2009 die Premiere gesungen.

      Musikalisch besonders beeindruckend im dritten Akt der Abschiedsgesang des Cavaradossi und das Liebesduett.

      Der Scarpiavon Ludovik Tézier charakterisiert stimmgewaltig den skrupellosen Despoten, differenziert in seiner Brutalität und sinnlichen Gier.

      Viel Freude bereitete der lockere Mesner von Matteo Peirone.

      Für die übrigen Partien waren die Repertoire-Sänger des Hausensembles bzw. des „Jungen Ensembles Semperoper“ sowie ein Knabensopran aus dem Kreuzchor eingesetzt.

      Der Chor und der Kinderchor des Hauses boten die inzwischen gewohnte Qualität.

      Auch wie bei von Christian Thielemann inzwischen üblich: Überwiegend Besucher von Außerhalb, so dass die Tiefgarage angenehm leer blieb und der Fahrzeugabfluss ungewöhnlich ruhig verlief.

      Vorher aber noch der stürmische stehende Beifall für den Dirigenten, das Orchester und vor allem Adrienne Pieczonka, Aleksandrs Antonenko und Ludovik Tézier.
    • Das Concertgebouw-Orchester mit Gatti und Trifonov zu den Musikfestspielen

      Als seinen Beitrag der Dresdner Musikfestspiele 2018 hatte das Royal Concertgebouw Orchestra unter Daniele Gatti den Pianisten Daniil Trifonov für eine Interpretation des 3. Klavierkonzerts von Sergej Prokofjew in den Konzertsaal des Kulturpalastes mitgebracht.

      Bei meiner Vorbereitung auf das Konzert hatte ich bei You Tube Einspielungen des Klavierkonzertes zwischen etwas über 27 Minuten (Martha Argerich mit André Previn) und fast 33 Minuten Spieldauer gefunden. Dabei war die längste Einspielung ausgerechnet von Gatti mit dem Concertgebouw, allerdings mit der Pianistin Yuja Wang.

      Nun hatten wir Trifonov in seiner Zeit als Capell-Virtuosder Staatskapelle in der Saison 2016/17 häufiger und als sehr impulsiven Virtuosen kennen gelernt.

      Gatti war uns von seinen Gastdirigaten bei der Staatskapelle eher als zurückhaltend und tiefer suchend in Erinnerung. Deshalb waren wir doch recht gespannt, wie sich die beiden unterschiedlichen Temperamente bei Prokofjew anhören werden.

      Trifonov verteidigte seinen im Semperbau erarbeiten Ruf im Kulturpalast mit Erfolg. Er konnte es kaum erwarten, dass die Klarinette den ersten Satz eingeleitet , die Streicher die Melodie übernommen hatten, dass er sich mit Bravour auf sein Instrument stürzen und das musikalische Geschehen in die Hand nehmen konnte.

      Selbst in der eigentlich langsamen romantischen Verarbeitung des Themas im zweiten Satz und in der vierten Variation (Andante meditativo) vermittelte Trifonov das Gefühl, dass er nur wartete, dass die Partitur ihm erlaubte, sich wieder in seiner Virtuosität auszuleben.

      Extrem strukturiert die Kaskaden, wunderbar klar die Läufe erreichte Trifonov eine nahezu diabolische Wirkung.

      Trotz relativ langer Satzpausen war der Spuk nach knapp 30 Minuten vorüber.

      Daniele Gatti blieb nur eine begleitende Rolle. Er hatte alle Mühe, das Orchester mit dem Solisten zusammen zuhalten.

      Selten haben wir in Dresden erlebt, dass ein großer Teil der Hörer nach dem Schluss so spontan aufsprang und langen stehenden Applaus spendete.

      Stürmisch bejubelt auch eine Zugabe. Wir hörten eine virtuose Zuspitzung eines Stückes aus Prokofjews Sarkasmen.

      Dafür hatten dann nach der Pause der Dirigent und das Orchester mit Gustav Mahlers „Erster Sinfonie D-Dur“ Gelegenheit, ihr wirkliches Können zu auszuleben.

      Gatti hatte seine Interpretation romantisch, zum Teil sogar elegisch, aber nie langweilig angelegt.

      Wir hatte endlich mal Plätze im Zentrum des Parketts des Konzertsaals erwerben können und hörten dort wirklich gut und differenziert. Der berühmte „runde Klang“ des Concertgebouw-Orchesters kam dort wunderbar zur Wirkung und wurde auch vom Festspiel-Publikum minutenlang stehend gefeiert.

      Besonders beeindruckend waren im Schluss-Satz die Blechbläser.

      Auch wenn man sich, abweichend von den Üblichkeiten, einen Programm-Tausch der beiden Stücke hätte vorstellen können.
    • Das 10. Staatskapellen-Symphoniekonzert mit C.T. und Matsuev

      Mit einer Würdigung des Kapellmeisters und Direktors der „deutschen Hoftheater“ Dresden der Jahre 1817 bis 1826 Carl Maria von Weber, der Darbietung der Ouvertüre zur Oper „Oberon“, eröffnete die Staatskapelle mit dem Chefdirigenten das 10.Symphoniekonzert.
      Diese Ouvertüre mit dem geheimnisvollen Hornruf am Beginn, im April 1826 in London entstanden, ist wahrscheinlich die letzte Arbeit des hierzulande populären Komponisten.
      Danach verabschiedete sich der Pianist Denis Matsuev mit den „Drei-Jahrzehnte-Klavierkonzert“ von Franz Liszt als Capell-Virtuos der Staatskapelle der noch laufenden Saison von seinem Dresdner Hörerkreis.
      Die ersten Skizzen des Konzertes für Klavier und Orchester Nr. 2 A-Dur stammen aus den 1830er Jahren. Erst nach einer schier endlosen Folge von Überarbeitungen wurde das einsätzige Werk 1863 zum ersten Mal aufgeführt.
      Denis Matsuev erwies sich wieder einmal als „Diener am Werk“ und als hervorragender Partner für das Orchester und den Dirigenten. Seine hohe Sensibilität, sein gefühlvoller Anschlag harmonisierte in vollkommener Form mit dem vollen runden Klang der Streicher. Neben den romantischen und virtuosen Phasen bot er auch kraftvolles markantes Spiel und dynamische Momente.
      Entsprechend auch sensibel das Dirigat von Christian Thielemann.
      Im zweiten Konzert-Teil durften wir dann eine Symphonie Nr. 4 in e-Moll von Johannes Brahms von seltener Dichte und Vollkommenheit erleben.
      Eine beeindruckende Aufführung, die sich zweifelsfrei an die Spitze meiner im Laufe eines längeren Konzertlebens recht häufig gehörten Interpretationen der Brahms-Symphonie gesetzt haben dürfte.
    • Welturaufführung der Buddha-Passion von Tan Dun

      In einer Flussoase der Taklamakan-Wüste an der Seidenstraße im Bereich der Großgemeinde Mogao hatten buddhistische Mönche zwischen dem 4. und dem 12. Jahrhundert etwa eintausend Höhlen in den Sandsteinfelsen geschlagen und mit Buddha-Statuen, Skulpturen und Wandmalereien verziert.

      Der chinesische Komponist Tan Dun (Jahrgang 1957) hat sich längere Zeit in einigen der 492 noch erhaltenen Höhlen, die zur Weltkulturerbe Dunhuang-Fondation gehören, aufgehalten und sich von der Schönheit und der Hingabe an den Buddhismus zeugenden Illustrationen inspirieren lassen. Es war nicht nur der Atem der Darstellungen, die ihn bewegten, sondern auch die Geschichten, die dort an den Wänden festgehalten waren und ihn an die Erzählungen seiner Großmutter erinnert hatten.

      Auch gab es die Überlieferung, es existiere eine Musikhandschrift aus den Höhlen von Dunhuang.

      Die Faszination der Mogao-Höhlen und die unzähligen Stunden der Suche nach den „uralten Klängen von Dunhuang“ inspirierten Tan Dun zur Komposition von sechs Kurzgeschichten der zeitlosen Konzepte von Liebe, Vergebung, Opfer und Erlösung der Lehren Buddhas.

      Auch war es ein Anliegen des Komponisten, mit seiner „Buddha-Passion“ eine spirituelle Brücke zwischen den Menschen in Asien und Europa zu bauen.

      Mit Dresden verbindet Tan Dun eine langjährige Partnerschaft. Bereits 1983 hatte er hier den „Carl-Maria-von-Weber-Preis“ erhalten.

      Im Rahmen der Dresdner Musikfestspiele 2018 erfolgt nun durch engagiert aufgelegte Münchner Philharmoniker und eine prachtvolle Internationale Chorakademie Lübeck unter dem Dirigat des Komponisten die Welturaufführung der Oper in sechs Akten „Buddha-Passion“.

      Die Sopranistin Sen Guo aus dem Ensemble des Opernhauses Zürich, die Mezzosopranistin Huiling Zhu aus Hamburg, der australisch-chinesische Tenor Kang Yang , der wunderbare Bass-Bariton Shen Yang, die tradionelle chinesische Volkssängerin Tan Weiwei, der mongolische Meister des Khoomei-Obertongesangs und Pferdekopf-Geigenspieler Batubagen und die Spielerin der chinesischen Schalenhalslaute, der Konzert-Pipa, Wenqing Shi komplettierten die Agierenden.

      Die Aufführungwar stilistisch als Oratorium inszeniert. Es gibt zwar Regieanweisungen des Librettisten-Komponisten für eine Darbietung auf der Bühne. Wir fanden aber die gewählte Art der Uraufführung dem Werk angepasster. Gesungen wurde auf Chinesisch und auf Sanskrit.

      Mit fünf Akten: „Bodhi-Baum“; „Das neunfarbige Reh“; „Tausend Arme und tausend Augen“; „Im Zen-Garten“; „Herzsutra“ wurden scheinbar nicht zusammengehörige Geschichten genutzt um gleichsam symbolisch Grundsätze der buddhistischen Lehre zu erläutern.

      Die Musik der fünf Akte war unaufgeregt und eingängig, eigentlich einem gereiften Tan Dun entsprechend.

      Erst im sechsten Akt, dem „Nirvana“, werden uns Parallelitäten und Unterschiede der buddhistischen Lehre zum Christentum mit wuchtigerer Musik deutlich gemacht, indem die Person des Buddha und sein Eingang in das Nirvana mit dem Finale „Ode der Barmherzigkeit: Himmel-Erde-Mensch“ uns beeindrucken durfte.

      Trotz vorgerückter Stunde, weil wegen einer Sportveranstaltung vor dem Konzerthaus „REWE-Team-Challenges“ uninformierte Besucher erst verspätet eintrafen, wurden Komponist und Agierende stürmisch und langanhaltend gefeiert.

      Der Abend wurde per Audio aufgezeichnet, wann eine Funkausstrahlung erfolgt, war nicht zu erfragen, wird aber ggf. nachgereicht.
    • Requiem für Syrien -Eine Uraufführung

      Für den 3. Juni hatten die Dresdner Musikfestspiele 2018 eine weitere Welt-Uraufführung vorbereitet.

      Das „Requiem für Syrien“ von George Alexander Albrecht sollte erklingen.

      Aber vorher spielte die Dresdner Philharmonie mit dem Dirigat Michael Sanderlings das Adagio aus Gustav Mahlers unvollendeterSinfonie Nr. 10.

      Mahler hat im Juli 1910, also im Jahr vor seinem Tode, während seines Sommerurlaubs im Dolomiten-UrlaubsortToblach an dieser Sinfonie in fünf Sätzen gearbeitet, hat aber nur den Entwurf des ersten Satzes (Adagio) soweit instrumentiert, dass er als Komposition Mahlers auch aufgeführt werden kann.

      Der „Noch-Chefdirigent“ der Dresdner Philharmonie aus der Musiker-Dynastie, sein Vater, der von uns überaus geschätzte Kurt Sanderling, sowie seine Brüder Thomas und Stefan waren bzw. sind ebenfalls geschätzte Orchesterleiter, bewegte die Zuhörer mit Mahlers bis an die Grenzen des Erträglichen gehenden Klangsprache.

      Die Musiker nutzten jedes Klangbild, jede Emotion um Mahlers Zerrissenheit und seine Todesahnungen zu gestalten, damit aber auch, die Konzertbesucher auf das Folgewerk einzustimmen.


      Kontakte zu einem syrischen Kloster, das seine Aufgabe in der Versöhnung des Christentums mit dem Islam sieht, haben George Alexander Albrecht, Jahrgang 1935, zur Gedichtsammlung „Innenansichten aus Syrien“ geführt.

      Die ausgewählten Texte der Lyriker Nazmi Bakr, Monzer Masri, des Rappers SAID und die begleitende Musik schildern schonungslos den Terror, das Kriegsgeschehen und Vorahnungen des Sterbens.

      Ein von der Sopranistin Susanne Bernhard berührend vorgetragenes Gebet und eine Liebeserklärung der hervorragenden Mezzosopranistin Bettina Ranch soll gleichsam retardierend die Situation erträglicher gestalten.

      Aber bereits im Folgenden beschwört der Bariton Thomas Stimmel die Totenklage der Mutter eines Kämpfers.

      Von der syrisch-orthodoxen Liturgie abgeleitete Gesänge bemühten sich um einen Kontrast. Der Tenor Daniel Behle erklärt erregt seine Liebe an das Land Syrien und seine Menschen.

      Umgeben von Vernichtung, Todesangst flehen die Solisten und der Chor „Lasse dein Volk leben“.

      Aber die Brutalität des Geschehens überwältigt jedes menschliche Wünschen und lässt die Musik ins bodenlose abstürzen.

      Nach einer qualvollen Pause zitiert eine Sprecherin die Koran-Sure 2, Vers 115:

      Allahs ist der Osten und der Westen. Wohin ihr also euch wendet, dort ist Allahs Angesicht.

      Wahrlich, Allah ist freigebig, allwissend.

      Die Solisten übernehmen den Text in arabischer Sprache, während der Chor Goethes „west-östlicher Divan-Deutung:

      „Gottes ist der Orient-Gottes ist der Okzident-nord- und südliches Gelände, ruht im Frieden seiner Hände“ übernimmt.

      Mit den Worten: Salam-Frieden entließ uns der Komponist in versöhnlicher Stimmung.

      In George Alexander Albrechts Musik findet sich eine Vielfalt von Perspektiven, die sich zur Einheit einer Aussage zusammen finden.

      Harsche Dissonanzen, unmusikalische Klänge, Marschrhythmen finden sich neben Dur- und Moll-Akkorden und expressiver Melodik.

      Die Gegenüberstellung von gesprochenen und gesungenen Texten trug unbedingt zur Wirkung der Aufführung bei. Der Einsatz des Oud-(Knickhalslauten)-Spielers Alaa Zouiten erinnerte uns, dass wir uns im Orient befanden.

      Die auf Deutsch gesungenen und gesprochenen Texte wurden von der Sprecherin Lara Arabi auf Arabisch wiederholt.

      Der von Iris Geißler und Gunter Berger hervorragend auf seine schwierige Aufgabe vorbereitete Philharmonische Chor Dresden war eine wichtige Stütze des dramatischen Geschehens.

      Neben Daniel Behle, Susanne Bernhard und Thomas Stimmel bestritt die Altistin Bettina Ranch die Gesangspartien.

      Michael Sanderling hielt die Spannung der Darbietung trotz der vergleichsweise langen und wenig expressiv deklamierten arabischen Texte.

      Das Publikum war im Verhältnis der sonstigen Philharmonie Konzerte recht gemischt. Neben der üblichen Klientel des Orchesters waren recht viel jüngere Hörer im häufig doch abweichenden Outfit im Saal. Vor uns rekelte sich ein junges Paar mit nackten Füssen und ohne überflüssige Kleidungsstücke auf ihren Sitzen.

      Leider waren doch einige Plätze frei geblieben, die lt. Internet-Saalplan am Vortag noch als verkauft galten.

      Der Schluss-Beifall fiel dann doch recht differenziert aus. Höfliche Ovationen in Teilen des Mittelparketts und stehend dargebrachter Jubel für den Komponisten und die Agierenden im überwiegenden Teil des Auditoriums.

      Der doch nicht mehr jugendfrische George Alexander Albrecht hatte sich unter das Parkett-Publikum gesetzt und brauchte doch einige Zeit, den Erfolg zu realisieren und sich für die Umsetzung seiner Arbeit zu bedanken.

      Nun bleibt zu hoffen, dass der Komponist seine wichtige Komposition auch einmal in seinem erweiterten Familienkreis vorstellen kann.