Billig, teuer oder "Preis wert": Was kosten Konzert- und Opernkarten, und was sind sie wert?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Philbert schrieb:

      Sandra schrieb:

      Das sind wohl weniger örtliche Unterschiede als solche des Programms:
      Stimmt nicht. Ich habe oft festgestellt, daß Karten für dasselbe Programm mit demselben Künstler/denselben Künstlern in unterschiedlichen Städten unterschiedliche Preise haben. Ich habe bislang keine Orchesterkonzerte verglichen, sondern Solo-Klavierabende oder Kammermusik/Liederabende.Stuttgart ist z.B. günstiger als München ...
      Das kann zum Beispiel auch an der Größe und den Mietpreisen des Saals liegen, den für ihn fälligen Betriebskosten und so weiter.
      Ein Mann, der kleine Kinder und Hunde haßt, kann kein so schlechter Mensch sein. (W. C. Fields)
    • Armin Diedrich schrieb:

      Das kann zum Beispiel auch an der Größe und den Mietpreisen des Saals liegen, den für ihn fälligen Betriebskosten und so weiter.
      Eben. Bei der Preisgestaltung der Eintrittskarten spielen viele Faktoren eine Rolle, die unterschiedlich zusammenwirken - ich hatte das zu einem früheren Zeitpunkt im Thread schon einmal aufgezählt.

      Was beim speziellen Fall der Berliner Philharmoniker auch berücksichtigt werden muss: Die Möglichkeit, hohe Eintrittspreise verlangen zu können, führt oft dazu, dass die Eigeneinnahmen einen weitaus höheren Anteil des Gesamtetats ausmachen - bzw. dass eine Institution weniger Zuschüsse (oder "Subventionen") benötigt. Die Haupteinnahmequellen sind in heutiger Zeit nun mal die Kartenverkäufe; mit Tonträgern verdienen auch die Philharmoniker nichts mehr und die Digital Concert Hall ist nach wie vor ein Zuschussgeschäft. Wenn man den Zahlen folgt, die die Berliner Zeitung vor gut drei Jahren veröffentlicht hat, erwirtschaften die Berliner Philharmoniker über sechzig Prozent ihres Etats selbst. Bei Rundfunkorchestern - auch den Berlinern wie dem DSO und dem RSO - dürften es im Durchschnitt etwa zwanzig Prozent sein. Und es ist kein Zufall, dass Institutionen, die in der Spitze hohe bis sehr hohe Kartenpreise verlangen können - wie z.B auch Bayerische und Wiener Staatsoper oder (noch mehr) die Salzburger Festspiele - einen weitaus geringeren Zuschussanteil am Gesamtetat benötigen als Institutionen, die niedrigere Eintrittspreise verlangen können/wollen/müssen.

      Ansonsten: Wenn mir bei den Berliner Philharmonikern die Spitzenpreise zu hoch sind (z.B. bei bestimmten Konzerten, wie genannt, 141 Euro) versuche ich einen guten, möglichst weit zur Mitte hin gelegenen Platz in Block F für 87 Euro zu bekommen, oder ich gehe - vom Podium weiter entfernt, aber akustisch in der Regel immer noch sehr gut - für 59 Euro in Block G. Oder ich kaufe mir kurz vorher einen - je nach Faktur der gespielten Musik - mit mehr oder weniger großen akustischen Beeinträchtigungen verbundenen Podiumsplatz für gut 20 Euro. So wie ich in der Bayerischen Staatsoper immer gerne einen akustisch vorzüglichen, visuell passablen Stehplatz für 8 bis 20 Euro kaufe und mich freue, dass die Leute, die für 160-300 Euro pro Platz im Parkett sitzen, mein Ticket gewissermaßen mitbezahlen.

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • maticus schrieb:

      Ich habe ja versucht zu schildern, dass ein so hoher Preis nicht notwendig ist, um sehr, sehr gut essen zu gehen. In dem von mir erwähnten italienischen Restaurantführer sind es gerade nicht die Sterne-Restaurants, die dort hoch-bewertet werden, sondern ein faires Preisleistungsverhältnis haben und einige weitere Slowfood-Kriterien erfüllen (insbesondere das, nicht jedem Trend zu folgen). Ich kenne persönlich einige von denen, gemütliche, moderne Einrichtungen, ordentlich, dem Wein angemessene Gläser (allerdings nicht notwendig mundgeblasen, was wohl auch in einem Sterne-Restaurant nicht zu oft vorkommen dürfte). Von der Qualität des Essens stehen die einem Sterne-Restaurant in nichts nach.
      Aber in Bezug auf Komplexität und Kreativität. Ich kenne und liebe gute piemontesische Küche, aber die wenigen Abende in der Drei-Sterne-Küche, die ich mir geleistet habe, waren vollkommen anders. Wenn Thomas Bühner (der ja leider im letzten Jahr sein Restaurant schließen musste) auf einem einzigen Teller über 30 Elemente mit unterschiedlichen Texturen, Temperaturen, Farben und Geschmäckern so kombiniert hat, als ob ein ganzes Orchester harmonisch und perfekt zusammenspielt, dann war das eine völlig andere Art der Küche als ein noch so gutes Brasato di Manzo. Natürlich kann letzteres auch sehr, sehr gut sein, aber zu behaupten, der um Dimensionen höhere Aufwand in der Sterne-Gastronomie sei nur so etwas wie ein Gold-Überzug (den ich dort noch nirgendwo gesehen habe) oder beruhe nur auf sonstigem überflüssigem Schnickschnack, ist einfach falsch. Oder sagst Du nach dem Genuss eines Streichquartetts auch, dass man sich doch eigentlich den Aufwand von Symphonieorchestern oder Opern sparen könnte weil Quartette genauso gut sind? Ich möchte beides. Bei Joachim Wissler habe ich Kombinationen auf dem Teller gehabt, so unerwartet und aufregend, zugleich aber so begeisternd und von derart überwältigender Intensität wie eine große Symphonie. Ich habe kein Problem damit, wenn mir Leute sagen, sie wollen so etwas nicht, aber sie sollen nicht behaupten, es sei seinen Preis nicht wert, wenn sie es noch nie probiert haben.

      maticus schrieb:

      Ich möchte wetten, dass niemand hier, der es ausprobieren würde, behaupten würde, in einem Sternerestaurant sei das Essen (noch) besser.
      Das Restaurant kenne ich nicht, aber z.B. das Bardon, das Pozzo, das Bologna und noch ein paar mehr. Überall gab es hervorragende piemontesische Küche und guten Wein zu angemessenen Preisen, aber nirgendwo habe ich eine solche Kreativität, einen solchen Aufwand oder solche Komplexität erlebt wie z.B. bei Bühner oder Wissler. Mir haben schon viele Leute erklärt, dass "man" das nicht braucht, aber keiner von denen hatte es zuvor auch nur mal probiert. Tja...
    • Sandra schrieb:

      Wenn Thomas Bühner (der ja leider im letzten Jahr sein Restaurant schließen musste) auf einem einzigen Teller über 30 Elemente mit unterschiedlichen Texturen, Temperaturen, Farben und Geschmäckern so kombiniert hat, als ob ein ganzes Orchester harmonisch und perfekt zusammenspielt, dann war das eine völlig andere Art der Küche als ein noch so gutes Brasato di Manzo.
      Ich glaube Dir sofort, dass das eine "völlig andere Art" ist. Allerdings sträuben sich bei mir persönlich die Nackenhaare, wenn ich von "über 30 Elementen kombiniert" lese. Denn ich bin absoluter Fan von Einfachheit und von Konzentration auf eine Sache. Etwa als Primo eine Portion Agnolotti dal Plin, im dell'Arco nur in Butter geschwenkt, oder die Tajarin, oder Gnocchi in Castelmagno-Sauce..., wo man im Geschmack nur so schwelgen kann. Oder das genannte Stück Brasato. Ich sehe hier meine Philosophie erfüllt, nämlich "beste Zutaten auf einfache Weise zu verarbeiten". So wie ich beim Wein auch der Terroir-Verfechter bin; Tricks im Weinkeller interessieren mich nicht und verfälschen nur.

      Sandra schrieb:

      z.B. das Bardon, das Pozzo, das Bologna und noch ein paar mehr.
      Das Piemont ist groß. Die von Dir genannten Restaurants, die ich nicht kenne, scheinen alle in der Asti-Gegend zu liegen. Meiner Erfahrung nach gibt es im Piemont kaum schlechte Restaurants. Unterschiede gibt es natürlich dennoch. Meine Lieblingsrestaurants liegen alle in der Alba-Gegend: della Posta (Monforte), La Cantinetta (Barolo), Vignaiolo (La Morra), Da Gemma (Roddino), dell'Arco (Alba) und einige weitere, die teilweise auch nicht mehr existieren. Das Guido in Santo Stefano di Belbo hat einen Michelin-Stern, ist aber schon deutlich teurer als die anderen genannten, aber m. E. nicht besser. Bei Gemma in Roddino habe ich vor knapp 10 Jahren für ein extrem ausführliches Menü inkl. Wein (Dolcetto aus der Flasche "auf Kommission") und Espresso 32 Euro bezahlt. Zu jedem Gang gab es mehrere Platten, von denen ich mich bedienen konnte. Dazu alles in höchster Qualität in völlig unprätentiöser Umgebung. Die Chefin Gemma ist keine Unbekannte. Einer der Fiat-Söhne hatte zu seiner Hochzeitsfeier darauf bestanden, dass Gemma die Pasta macht.

      Vielleicht kann man diese off-topic Diskussion mal an geeignete Stelle verschieben, ich finde sie nämlich sehr interessant.


      maticus
      Bartolo hatte Recht. --- Andreas März
      This is Bartolo, King of the King of Wines. --- Alan Tardi
    • maticus schrieb:

      Ich glaube Dir sofort, dass das eine "völlig andere Art" ist. Allerdings sträuben sich bei mir persönlich die Nackenhaare, wenn ich von "über 30 Elementen kombiniert" lese. Denn ich bin absoluter Fan von Einfachheit und von Konzentration auf eine Sache.
      Die Kunst eines solchen Bühner-Tellers bestand ja gerade darin, dass die Konzentration auf die jeweilige Hauptzutat trotz der Vielzahl von Elementen ganz klar erkennbar blieb. Die "Elemente" (also Gemüse in verschiedenster Form, Frittiertes, Aufgeschäumtes, sogar Halbgefrorenes, natürlich Saucen, manchmal Fisch mit Fleisch kombiniert usw.) waren so perfekt darauf und aufeinander abgestimmt, dass sie die Hauptzutat in ihrer eigenen Komplexität unterstrichen und damit das Geschmackserlebnis insgesamt potenzierten. Das war nicht einfach ein Angeber-Sammelsurium und es waren erst recht keine "Tricks" sondern eine Komposition mit ganz klar wahrnehmbarem Ziel. Für meinen Mann und mich zählten diese Abende auf jeden Fall zu den größten kulturellen Erlebnissen überhaupt. In der Musik würde ich diese Bühner-Küche z.B. mit einer Partitur von Richard Strauss vergleichen, während Wissler eher an Ravel oder Strawinsky erinnerte :) . Die von Dir beschriebene "einfache", in ihrer Art natürlich ebenso perfekte Küche wäre dann vielleicht Verdi. Was Bühner da gemacht hat, war im Aufwand sicher nicht "einfach" (im Ergebnis irgendwie dann schon) aber es war ungeheuer "konzentriert". Ich fand das einfach großartig, auch weil ich bis dahin so etwas noch nie irgendwo erfahren hatte. Und bei aller Begeisterung für die "einfache" Küche: Sie gegen die komplexe Hochküche auszuspielen, finde ich völlig überflüssig und unangemessen. Schlichtheit als "Wert an sich" ist meiner Meinung nach sogar in Gefahr, zu einer Art Kitsch zu werden, aber das führt jetzt wohl zu weit...
    • Armin Diedrich schrieb:

      Philbert schrieb:

      Sandra schrieb:

      Das sind wohl weniger örtliche Unterschiede als solche des Programms:
      Stimmt nicht. Ich habe oft festgestellt, daß Karten für dasselbe Programm mit demselben Künstler/denselben Künstlern in unterschiedlichen Städten unterschiedliche Preise haben. Ich habe bislang keine Orchesterkonzerte verglichen, sondern Solo-Klavierabende oder Kammermusik/Liederabende.Stuttgart ist z.B. günstiger als München ...
      Das kann zum Beispiel auch an der Größe und den Mietpreisen des Saals liegen, den für ihn fälligen Betriebskosten und so weiter.
      Das Argument - unterschiedliche Saalgrößen und/oder Mietkosten - hat Hand und Fuß und ist nachvollziehbar.
      Warum verlangt die Kölner Oper aber für das selbe Werk ("Großherzogin von Gerolstein") in unveränderter Besetzung im ohnehin nicht optimalen Ausweichquartier an zwei verschiedenen Tagen unterschiedliche Kartenpreise ? Und nein, es handelt sich nicht um Premiere und Folgevorstellungen. (konkret: Premiere ist der 9.Juni - Kartenpreise am 20.Juni (Feiertag) € 12,- bis € 81,-; Kartenpreise am 23.Juni (Sonntag) € 15,- bis € 93,- [Preise sind der Homepage entnommen])
    • brunello schrieb:

      Warum verlangt die Kölner Oper aber für das selbe Werk ("Großherzogin von Gerolstein") in unveränderter Besetzung im ohnehin nicht optimalen Ausweichquartier an zwei verschiedenen Tagen unterschiedliche Kartenpreise ? Und nein, es handelt sich nicht um Premiere und Folgevorstellungen. (konkret: Premiere ist der 9.Juni - Kartenpreise am 20.Juni (Feiertag) € 12,- bis € 81,-; Kartenpreise am 23.Juni (Sonntag) € 15,- bis € 93,- [Preise sind der Homepage entnommen])
      Ganz einfach: Wochentag (20.06.19) und Sonntag. Sonntage sind immer teurer. Und der 20.06. ist kein bundesweiter Feiertag, also wird der als normaler Wochentag geführt.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Hi Brunello,

      solche Preisschwankungen haben viele andere Häuser auch: auch hier gilt Angebot und Nachfrage: auch das Münchner Nationaltheater hat bei einzelnen Vorstellungen (nicht nur den Premieren) höhere Preise, weil man mit einer höheren Nachfrage rechnet. Muss man nicht lieben, ist aber so. Und ich finde es aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive (Rechtfertigung der hohen Subventionen) auch richtig, dass ein Theater versucht, auf potentiell höhere Nachfrage mit höheren Preisen zu reagieren... Ebenso gibt es auch reduzierte Vorstellungen für Jugendabos ....

      Gruß Benno
    • Giovanni di Tolon schrieb:

      Hi Brunello,

      solche Preisschwankungen haben viele andere Häuser auch: auch hier gilt Angebot und Nachfrage: auch das Münchner Nationaltheater hat bei einzelnen Vorstellungen (nicht nur den Premieren) höhere Preise, weil man mit einer höheren Nachfrage rechnet.

      Gruß Benno
      Ich würde es eher umgekehrt sehen: man geht nicht an mutmaßlich umsatzstarken Tagen mit den Preisen hoch, sondern man geht unter der Woche, wenn die Leute erfahrungsgemäß weniger Zeit haben nach der Arbeit in die Oper zu gehen mit den Preisen runter...
      Ein Mann, der kleine Kinder und Hunde haßt, kann kein so schlechter Mensch sein. (W. C. Fields)
    • Okay, wir werden immer off-topicer... Wie gesagt, das kann gerne ausgelagert werden. Vielleicht in einen neuen Thread mit dem Titel "Sterne vs. Slowfood: was macht richtig gutes Essen aus?" oder so ähnlich.
      Hiermit geschehen.
      capriccio-kulturforum.de/index…&postID=497822#post497822
      AlexanderK, Moderation

      Sandra schrieb:

      Und bei aller Begeisterung für die "einfache" Küche: Sie gegen die komplexe Hochküche auszuspielen, finde ich völlig überflüssig und unangemessen. Schlichtheit als "Wert an sich" ist meiner Meinung nach sogar in Gefahr, zu einer Art Kitsch zu werden, aber das führt jetzt wohl zu weit...
      Was Du beschreibst, sind Beispiele der Molekularküche? Oder wie immer man das nennt? Das ist aber nicht unbedingt zwingend, um viele Sterne zu bekommen, oder?

      Ich bereise das Piemont (genauer: die Langhe) nun schon seit 20 Jahren, war fast 30-mal dort, vielleicht 100-mal in Restaurants dort. Und das dortige Essen ist für mich im Verbund mit den lokalen Weinen das Sinnbild eines perfekten Essens. Für mich insofern die interessanteste Gegend Italiens, auch wenn andere Gegenden in Italien gutes Essen zu bieten haben. Mich wundert, dass es dort bei der gefühlt enormen Dichte hochwertiger Restaurants relativ wenige Sternerestaurants gibt. Liegt das vielleicht an obiger Frage, ob nur Molekularküche o. ä. "sternetauglich" ist? Möglicherweise muss in einem Sternerestaurant auch ein internationales Weinangebot existieren? Ist die italienische Küche vielleicht generell "traditioneller"?

      Aber wie gesagt. Meine Philosophie ist, dass hochwertige (!) Zutaten möglichst natürlich, unverfälscht und ungeschminkt dargeboten werden. Das beste Beispiel ist vielleicht Carne cruda, das im wesentlichen von der Qualität des verwendeten Fleisches lebt, denn es gibt ja so gut wie keine weiteren Zutaten. Und das möchte ich ganz pur mit evtl. etwas Pfeffer genießen, aber nicht durch 30 weitere Zutaten beeinflusst haben, sei es, dass sie den Fleischgeschmack verstärken oder "verbessern" (schminken), sei es, dass sie vom Fleischgeschmack ablenken. Das mag man ja gerne als "Kunst" ansehen, aber ich kann darin keinen Sinn erkennen. Für mich ist das eher eine Form von "Erlebnisgastronomie". Aber sowas ist mir fremd.

      maticus
      Bartolo hatte Recht. --- Andreas März
      This is Bartolo, King of the King of Wines. --- Alan Tardi
    • Currywurst ist auch lecker. Gibt's für 3 EUR... :ironie1:

      Mal zum Thema zurück, eben das "streitige" Konzert der BerlinPhil gesehen. Als letztes Stück (!) wurde Rienzi gespielt. Nicht enden wollende Bravo-Rufe...hab ich was verpasst? War schon ganz nett, aber vielleicht erzeugt der Preis ja auch eine gewisse Erwartungshaltung beim Publikum, nach dem Motto "das muss ja überirdisch sein".
      „Jeder Mensch hat einen Instinkt dafür, ob etwas echt ist oder vorgetäuscht. Aber ich glaube, Musiker sind durch ihr Training besonders empfindlich in dieser Hinsicht. Das macht sie nicht zu besseren Menschen, aber sie registrieren mehr.“ - Herbert Blomstedt
    • Tichy1988 schrieb:

      Mal zum Thema zurück, eben das "streitige" Konzert der BerlinPhil gesehen. Als letztes Stück (!) wurde Rienzi gespielt. Nicht enden wollende Bravo-Rufe...hab ich was verpasst? War schon ganz nett, aber vielleicht erzeugt der Preis ja auch eine gewisse Erwartungshaltung beim Publikum, nach dem Motto "das muss ja überirdisch sein".
      Der Rezensent des Berliner Tagesspiegels war begeistert: tagesspiegel.de/kultur/berline…her-streben/23884082.html
    • Die Kritiker des Tagesspiegel lieben solche Überwältigungs-Programme und vor allem den Mythos des/der leuchtenden, altbewährten und dadurch reifen Interpreten. Bei Sibelius heißt es dann, man sei bei dieser Musik noch "skeptisch und nicht überzeugt". Von einem "denkwürdigen Ereignis" würde man da jedenfalls nie sprechen.

      Dieser von mir geschätzte Blogger ist da etwas sachlicher:
      konzertkritikopernkritikberlin…ns-kissin-philharmoniker/

      Ich fand Andris Nelsons Zarathustra damals spannender und auch mutiger. War dafür auch billiger :D
      „Jeder Mensch hat einen Instinkt dafür, ob etwas echt ist oder vorgetäuscht. Aber ich glaube, Musiker sind durch ihr Training besonders empfindlich in dieser Hinsicht. Das macht sie nicht zu besseren Menschen, aber sie registrieren mehr.“ - Herbert Blomstedt
    • Tichy1988 schrieb:

      Die Kritiker des Tagesspiegel lieben solche Überwältigungs-Programme und vor allem den Mythos des/der leuchtenden, altbewährten und dadurch reifen Interpreten. Bei Sibelius heißt es dann, man sei bei dieser Musik noch "skeptisch und nicht überzeugt". Von einem "denkwürdigen Ereignis" würde man da jedenfalls nie sprechen.

      Dieser von mir geschätzte Blogger ist da etwas sachlicher:
      konzertkritikopernkritikberlin…ns-kissin-philharmoniker/

      Ich fand Andris Nelsons Zarathustra damals spannender und auch mutiger. War dafür auch billiger
      Das Konzert wird ja in der Digital Concert Hall erscheinen, die wir uns als Jahresabo gönnen. Ich bin gespannt. Zarathustra gehört für mich bisher zu den Stücken, die mich eher ratlos zurückließen. Auch die sehr ausführliche Einführung in diesem Forum hat mir ehrlich gesagt bisher nicht viel geholfen. Ich kann beim Hören nie zwischen "Aufbegehren", "Leidenschaft" und "Ekel" unterscheiden, klingt einfach alles nach Strauss :versteck1: . Aber ich bin ja ein forschender Geist.
    • Sandra schrieb:

      Ich kann beim Hören nie zwischen "Aufbegehren", "Leidenschaft" und "Ekel" unterscheiden, klingt einfach alles nach Strauss
      Haha, ja das Problem kenne ich gut! Aber irgendwann hat's dann doch "klick" gemacht. Mittlerweile bewundere ich "Zarathustra", hier gibt's neben dem Strauss-Sound auch in motivischer Hinsicht so viel zu entdecken. Insofern wird jene Aufführung vielleicht kein schlechtes Beispiel sein, um sich in der DCH mal mit dem Werk zu befassen. Zitat aus oben verlinktem Blog:

      Anton Schlatz schrieb:

      "Die Berliner Philharmoniker finden fast von selbst ihren Weg durch die extravagante sinfonische Architektur, in der sich die Moderne regt und streckt. Da wird nichts gebogen und gedrückt. Der Sinn für den ganz großen Bogen ist auf locker undemonstrative Weise da, die Philharmoniker finden ihr großes Strauss-Legato"
      Ich persönlich reagiere bei Strauss aber meistens eher spontan positiv oder negativ, auch für mich klingt da vieles manchmal einfach nur nach "Strauss" ;) . Ist aber wohl Erfahrungssache, wie bei allem.
      „Jeder Mensch hat einen Instinkt dafür, ob etwas echt ist oder vorgetäuscht. Aber ich glaube, Musiker sind durch ihr Training besonders empfindlich in dieser Hinsicht. Das macht sie nicht zu besseren Menschen, aber sie registrieren mehr.“ - Herbert Blomstedt
    • Tichy1988 schrieb:

      Ich persönlich reagiere bei Strauss aber meistens eher spontan positiv oder negativ, auch für mich klingt da vieles manchmal einfach nur nach "Strauss" ;) .
      Ist das ein Problem, wenn Strauss nach Strauss klingt?

      ?( ;)
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
      Künstler und Schwein gelten erst nach dem Tode etwas.
      Max Reger
    • ^^
      Nö gar nicht, ich finde die Aufführungen seiner Werke manchmal nur etwas schwer einzuordnen bzw. zu subjektivieren.
      „Jeder Mensch hat einen Instinkt dafür, ob etwas echt ist oder vorgetäuscht. Aber ich glaube, Musiker sind durch ihr Training besonders empfindlich in dieser Hinsicht. Das macht sie nicht zu besseren Menschen, aber sie registrieren mehr.“ - Herbert Blomstedt