Billig, teuer oder "Preis wert": Was kosten Konzert- und Opernkarten, und was sind sie wert?

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    • diskursprodukt schrieb:

      Es wäre dann noch nett, wenn du mir zugestehen könntest, dass ich zu dieser Überzeugung auf der Grundlage rationaler Überlegungen und plausibler Haltungen habe gelangen können und nicht nur infolge eines „Feindbildes“...
      aber genau das stelle ich in Frage - Die Datenbasis, auf der Du die Nichtbedürftigkeit von Senoren behauptest...
      Würde ich gerne sehen...
      Daß Du das behauptest, ist kein Beweis.
      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)
    • bustopher schrieb:

      diskursprodukt schrieb:

      Es wäre dann noch nett, wenn du mir zugestehen könntest, dass ich zu dieser Überzeugung auf der Grundlage rationaler Überlegungen und plausibler Haltungen habe gelangen können und nicht nur infolge eines „Feindbildes“...
      aber genau das stelle ich in Frage - Die Datenbasis, auf der Du die Nichtbedürftigkeit von Senoren behauptest...
      Würde ich gerne sehen...
      Daß Du das behauptest, ist kein Beweis.
      Du gehst nicht so oft ins Konzert, kann das sein...?
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde
    • diskursprodukt schrieb:

      Und weil ich zu den Leuten gehöre, die (wenn ich alleine unterwegs bin) auch gerne andere anquatschen, kann ich durchaus sagen, dass es bei Kulturveranstaltungen im Bereich Oper/Konzert nur so von (eher) begüterten Senioren wimmelt.
      Wenn die Beobachtung stimmen sollte, liegt es vielleicht daran, dass sich die Nichtbegüterten einen Besuch eben nicht leisten können. :D

      :wink: Wolfram
    • calisto schrieb:

      beschäftigte sich eine Reihe vor mir ein (räusper) junges Paar mit dem Zeigen von Urlaubsfotos auf dem Handy.
      Der gebrauch von Handys ist übrigens auch so eine Unsitte, der mich mal vom Besuch eines Parsifal abgehalten hat. Mitten in den I. Akt wäre die 1. Hochrechnung zur letzten Bundeswahl gefallen und ich malte mir schon aus, wie um 18.00 Uhr das ganze Parkett sich erleuchtete, weil alle die Ergebnisse schnell mal sehen wollten. :rolleyes:

      :wink: Wolfram
    • Wolfram schrieb:

      In einem Gottesdienst kürzlich liefen nicht nur die Kinder ständig herum, was man heutzutage ja schon gewohnt ist, zu ertragen, nein auch die Erwachsenen standen ständig auf ('Darf ich mal durch.') und holten sich aus dem im Kirchenschiff vorhandenen Automaten ihren Kaffee und kamen dann wieder zurück ('Tschuldigung, darf ich noch mal?'). Da ist bei mir die Toleranzschwelle dann auch überschritten. Natürlich lässt man sie dann durch, zischt auch nicht, wundert sich nur halt.
      Ich muss ehrlich sagen, ich wäre provokant genug gewesen, die entsprechenden Leute nicht durchzulassen, sondern sie zu fragen, ob sie spinnen. Ich meine, ich gehe fast nie in Gottesdienste, aber wenn ich einmal in einen hineingerate, verhalte ich mich dort aus Rücksicht auf die anderen ganz leise und ziehe auch nicht mein Handy heraus, sondern ich mache das, was die anderen tun, also zB mitsingen. Aber sich während der Messe einen Kaffee holen und dann wieder zurückgehen - bitte was soll das?! Eine absolute Unverschämtheit, aber wirklich.

      Zum Aufstehen ein Absatz, den ich unlängst in einer Opernkritik aufgeschnappt habe und mich daran erinnert hat:

      aus einer Kritik zum Fliegenden Holländer an der Wiener Volksoper schrieb:

      Übrigens ist die Volksoper Zu-Spät-Kommenden gegenüber freundlich gesinnt. Aber es passiert auch nicht alle Abende, dass jemand, der zehn Minuten oder so zu spät kommt, gleich mal in der falschen Sitzreihe eincheckt, die Reihe fast durchwandert, aber keinen freien Platz findet, wieder zurückmarschiert, um dann von einer bereits etwas nervös gewordenen Billeteurin darauf hingewiesen zu werden, dass sich der Sitz eine Reihe weiter vorne befindet. Eine Szene, die ich – in Anlehnung an den britischen Komiker Rowan Atkinson – als „beanesk“ bezeichnen würde. Allerdings werden die Besucher, die brav zweimal kurz hintereinander aufgestanden sind, diesbezüglich wahrscheinlich anderer Meinung sein.


      bustopher schrieb:

      Gegenbeispiel: München, Nationaltheater, Balkon 3 Reihe Mitte. Nebenan Mutter mit etwa 10 jähriger Tochter. Die Tochter hat sich absolut vorbildlich verhalten...
      nur: Die Mutter! Hat dem Mädel vom ersten bis zum letzten Takt inkl. Applaus und Aus- und Angehen des Lichtes das komplette Geschehen im Haus und auf der Bühne und im Graben synchron kommentiert. Trotz mehrfacher Intervention aller Umsitzenden. Statt dessen: empörte Reaktion. Da war irgendwann der Punkt, an dem ich mir die Zulässigkeit der Konfliktlösestrategien der italienischen Renaissance gewünscht habe....
      Das deckt sich mit meinen Beobachtungen: Die (Groß-)Eltern der Kinder sind oft viel lästiger als die Kinder selbst.

      Wolfram schrieb:

      Der gebrauch von Handys ist übrigens auch so eine Unsitte, der mich mal vom Besuch eines Parsifal abgehalten hat. Mitten in den I. Akt wäre die 1. Hochrechnung zur letzten Bundeswahl gefallen und ich malte mir schon aus, wie um 18.00 Uhr das ganze Parkett sich erleuchtete, weil alle die Ergebnisse schnell mal sehen wollten. :rolleyes:
      Du müsstest in Wien wohnen :D Am Tag der österreichischen Nationalratswahl 2013 war ich in der Oper (Tristan, also was Langes), da wurden in der Pause - zumindest auf der Galerie - die Hochrechnungen von den Billeteuren ausgehängt. Und zwar schön anschaulich mit per Hand gezeichneten Säulendiagrammen :D Wie es bei der Nationalratswahl 2018 war, weiß ich nicht, da war ich nicht in der Oper...
    • Cherubino schrieb:

      bustopher schrieb:

      diskursprodukt schrieb:

      Es wäre dann noch nett, wenn du mir zugestehen könntest, dass ich zu dieser Überzeugung auf der Grundlage rationaler Überlegungen und plausibler Haltungen habe gelangen können und nicht nur infolge eines „Feindbildes“...
      aber genau das stelle ich in Frage - Die Datenbasis, auf der Du die Nichtbedürftigkeit von Senoren behauptest...
      Würde ich gerne sehen...
      Daß Du das behauptest, ist kein Beweis.
      Du gehst nicht so oft ins Konzert, kann das sein...?
      Doch. Aber ich behaupte nicht, zu wissen, was die Leute dort auf dem Bankkonto haben, genausowenig, wie ich das im Schwimmbad oder auf dem Fussballplatz weiß...
      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)
    • bustopher schrieb:

      Doch. Aber ich behaupte nicht, zu wissen, was die Leute dort auf dem Bankkonto haben, genausowenig, wie ich das im Schwimmbad oder auf dem Fussballplatz weiß...
      Das zu wissen hat niemand behauptet.

      (Und es spielt auch für die bislang diskutierte Sache keine Rolle, weil wir über Einkünfte und nicht über Vermögen sprachen.)

      Du verlangst eine Empirie für eine gefühlte Wahrnehmung. Ich hätte diese Empirie auch gerne. Es wäre höchstinteressant Untersuchungen zu lesen, wer und wie oft und warum in mitteleuropäischen Stadttheatern und Konzertsälen abhängt und was den Leuten gefällt und was nicht. Leider gibt es aber solche empirischen Untersuchungen nach meinem Kenntnisstand nicht. Solange stütze ich mich bei meiner Argumentation auf meine Beobachtungsgabe und den Austausch mit den Menschen.
      ...auf Pfaden, die kein Sünder findet...
    • Da man sich hier schon umfassend über Absaugvorrichtungen, Blockflötenspieler, Papierraschler und Dauerflüsterer beschwert:

      Mich nerven die Handy-Filmer! Es ist gegenüber den Künstlern, die das in der Regel nicht gestattet haben, respektlos, und die Displays stören mich.

      Was ist eigentlich so schwer daran, sich in einem Konzert auf sein Hinterteil zu setzen und einfach zuzuhören? Meint man, dass man die Magie einer Bruckner-Sinfonie dadurch konserviert, dass man eine Minute davon wackelig auf seinem Handy filmt?

      Sorry, aber mir geht das tierisch auf den Zeiger!

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Sadko schrieb:

      Zum Aufstehen ein Absatz, den ich unlängst in einer Opernkritik aufgeschnappt habe und mich daran erinnert hat:
      Es gab früher mal in Hamburg die schöne Sitte, das Zu-Spät-Kommende bis zum nächsten Akt oder mindestens bis zum nächsten Beifall draußen bleiben mussten. Ob das heute noch so ist, wage ich zu bezweifeln, weil man immer wieder während des Stücks Menschen herumlaufen sieht. Was sicherlich auch daran liegt, dass, jedenfalls in Hamburg, das Platzanweiser-Personal nicht mehr direkt vom Haus beschäftigt wird, sondern 'outgesourct' wurde und kaum noch einen Bezug zum Haus und den jeweiligen Aufführungen hat.

      Sadko schrieb:

      Am Tag der österreichischen Nationalratswahl 2013 war ich in der Oper (Tristan, also was Langes), da wurden in der Pause - zumindest auf der Galerie - die Hochrechnungen von den Billeteuren ausgehängt.
      Na, immerhin nur in der Pause. :D

      :wink: Wolfram
    • Symbol schrieb:

      Mich nerven die Handy-Filmer! Es ist gegenüber den Künstlern, die das in der Regel nicht gestattet haben, respektlos, und die Displays stören mich.
      Du sprichst mir so was aus dem Herzen. :rolleyes: Wobei die Dokumentation einer gesamten Aufführung ja durchaus etwas Wertvolles sein kann, v.a., wenn es sich um Künstler handelt, die nie die Chance einer professionellen Aufnahme bekommen oder bekommen werden.

      Aber ich denke, ich weiß, was du meinst. Bei einem Argerich-Konzert hielt mir jemand ihr Display vor die Augen, weil sie unbedingt den Applaus filmen wollte. Leider bin ich noch so konservativ, dass ich die Künstlerin im Konzert live sehen wollte und nicht via Display. :S

      Symbol schrieb:

      Was ist eigentlich so schwer daran, sich in einem Konzert auf sein Hinterteil zu setzen und einfach zuzuhören? Meint man, dass man die Magie einer Bruckner-Sinfonie dadurch konserviert, dass man eine Minute davon wackelig auf seinem Handy filmt?
      In einer Zeit, in der man meint jede Mahlzeit, jede vorbeilaufende Katze und alle fünf Minuten eines erlebten Urlaubs dokumentieren zu müssen, kannst du doch im Ernst nicht erwarten, dass man mindestens eine Stunde mal stillsitzt ohne es der gesamten Welt visuell mitteilen zu müssen, was man gerade erlebt. ^^

      :wink: Wolfram
    • Symbol schrieb:

      Mich nerven die Handy-Filmer! Es ist gegenüber den Künstlern, die das in der Regel nicht gestattet haben, respektlos, und die Displays stören mich.
      Was ist eigentlich so schwer daran, sich in einem Konzert auf sein Hinterteil zu setzen und einfach zuzuhören? Meint man, dass man die Magie einer Bruckner-Sinfonie dadurch konserviert, dass man eine Minute davon wackelig auf seinem Handy filmt?

      Sorry, aber mir geht das tierisch auf den Zeiger!
      Störender finde ich diejenigen, die während einer Oper (oder sogar während eines Konzertes - wieso?!) mit Blitz photographieren, oder auch ohne Blitz, aber dafür mit einem nervigen Geräusch beim Abdrücken. Wieso tut man das? Wenn man unbedingt Fotos will, findet man ja eh unzählige im Internet.
      Und ich verstehe auch nicht so recht, wieso manche beim Schlussapplaus lieber 100 unscharfe Fotos machen anstatt zu applaudieren. Die Bilder taugen ja eh nichts, da findet man bessere, wenn man welche will. Aber okay, nicht meine Sache.

      Da habe ich für die Filmer/Audiomitschneider weit größeres Verständnis. Ich fühle mich dadurch kaum bis gar nicht gestört, weil ich ja gerne zuhöre, und wenn wo ein Display lautlos leuchtet, kann ich ja auch wegschauen und es so ignorieren. Wenn mir jemand mit seiner Kamera die Sicht versperrt, würde ich aber nicht davor zurückschrecken, ihn zu bitten auszuweichen. Bis jetzt habe ich das Problem aber noch nicht gehabt. Im Gegenteil freue ich mich sogar, wenn Leute interessiert genug sind zu filmen (und man merkt den Unterschied zwischen jemandem, der das aus Interesse tut, und jemandem, der nur schnell ein 30-Sekunden-Video drehen will als Beweis, dass er dabei war), auch wenn das natürlich verboten ist, klar. Aber ich bin niemand, der jemanden deswegen bei den Billeteuren vernadern würde, das liegt mir überhaupt nicht und finde ich auch hochgradig unsympathisch.

      Wolfram schrieb:

      Es gab früher mal in Hamburg die schöne Sitte, das Zu-Spät-Kommende bis zum nächsten Akt oder mindestens bis zum nächsten Beifall draußen bleiben mussten. Ob das heute noch so ist, wage ich zu bezweifeln, weil man immer wieder während des Stücks Menschen herumlaufen sieht. Was sicherlich auch daran liegt, dass, jedenfalls in Hamburg, das Platzanweiser-Personal nicht mehr direkt vom Haus beschäftigt wird, sondern 'outgesourct' wurde und kaum noch einen Bezug zum Haus und den jeweiligen Aufführungen hat.
      Das ist wirklich keine gute Entwicklung! Auch die Billeteure der Wiener Staatsoper unterstehen schon jahrelang einer externen Firma, aber ein größerer Teil hat noch einen Bezug zum Haus und zur Oper. Zwischen den Stammkunden und manchen Billeteuren besteht da sogar eine Art freundschaftliches Verhältnis.
    • Sadko schrieb:

      Im Gegenteil freue ich mich sogar, wenn Leute interessiert genug sind zu filmen (und man merkt den Unterschied zwischen jemandem, der das aus Interesse tut, und jemandem, der nur schnell ein 30-Sekunden-Video drehen will als Beweis, dass er dabei war), auch wenn das natürlich verboten ist, klar.
      So ist es, das ist verboten, aus Gründen, die ich absolut verständlich und berechtigt finde - und die Veranstalter weisen auch meistens deutlich genug auf dieses Verbot hin.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Sadko schrieb:

      Zwischen den Stammkunden und manchen Billeteuren besteht da sogar eine Art freundschaftliches Verhältnis.
      Nicht nur zwischen denen und des Platzanweisern, wie sie bei uns heißen. Als August Everding nach gut 20 Jahren mal wieder ans Haus kam, um seinen Rosenkavalier neu einzustudieren, begrüßte er die alten Platzanweiserinnen noch direkt mit Namen. Those were the days. ;)
      Aber das jetzt nur nebenbei.

      :wink: Wolfram