Jeden Tag ein Streichquartett

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Heute mit den Cremonesern.

      L. v. Beethoven: Streichquartett cis-Moll op. 131

      Quartetto di Cremona



      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Wieland schrieb:

      Diese CD des Schumann Quartetts hat 2017 den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik gewonnen. Ich habe sie in einem Zug durchgehört, mit Gewinn. Feinstes Streichquartettspiel von Haydn bis Takemitsu.

      Stimmt, eine tolle CD - und eines der besten Argumente, aus den horizontalen (kompletten Zyklus hören) und vertikalen (viele Aufnahmen desselben Werkes hören) Hörfallen herauszukommen.

      Hier wieder Beethoven. Horizontale Hörfalle.

      L. v. Beethoven: Streichquartett a-moll op. 132

      Alban Berg Quartett



      Ist der "Dankgesang" denn nicht das Größte, was er je komponiert hat ...?

      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Braccio schrieb:

      Leider ist der Dankgesang so heilig, dass es bei uns keinen Thread zum Werk gibt.
      Wohl wahr ... wobei ich aus systematischen Gründen erst einmal op. 127 in Angriff nehmen wollen würde ... aber die letzten beiden Sinfonien von Sibelius stehen auch noch aus, und Urlaub ist gerade nicht in Sicht ... :heul1:

      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • b-major schrieb:

      Neuland für mich - die Streichquartette von Sandor Veress . Müssen noch öfter gehört werden . Das Basler Streichquartett überzeugt .




      Da schließe ich mich gerne an. Das zweite von 1937 gefällt mir Anhieb noch etwas besser als die Nr. 1 von 1933. Beiden hört man meines Erachtens stark die - zu erwartende - Nähe zu Bartóks Quartetten an, wobei die Veress-Quartette auf mich noch eingängiger wirken. Finde auch, dass das Basler Quartett das toll macht. Und schade, dass Veress nur diese beiden Werke für diese Besetzung komponiert hat.
    • Braccio schrieb:

      b-major schrieb:

      Neuland für mich - die Streichquartette von Sandor Veress . Müssen noch öfter gehört werden . Das Basler Streichquartett überzeugt .




      Da schließe ich mich gerne an. Das zweite von 1937 gefällt mir Anhieb noch etwas besser als die Nr. 1 von 1933. Beiden hört man meines Erachtens stark die - zu erwartende - Nähe zu Bartóks Quartetten an, wobei die Veress-Quartette auf mich noch eingängiger wirken. Finde auch, dass das Basler Quartett das toll macht. Und schade, dass Veress nur diese beiden Werke für diese Besetzung komponiert hat.
      Ich sei, gewährt mir die Bitte,
      in Eurem Bunde der Dritte...

      Meine Annäherung gestern, mit Booklet und zweimal Hören:

      Sándor Veress (1907-1999) stammt ja aus Ungarn (heute allerdings rumänisches Gebiet), war unter anderem Assistent von Béla Bartók bei dessen Volksmusikforschung und musste später in die Schweiz emigrieren. Einer seiner bekanntesten Schüler ist Heinz Holliger. Zwei Streichquartette und ein Werk für Streichquartett und Orchester liegen von diesem Komponisten vor, was diese Besetzung betrifft.

      Das 1931 entstandene Streichquartett Nr. 1 hat drei Sätze und dauert beim Basel String Quartet 17:25 Minuten (CD Toccata Classics TOCC 0062, aufgenommen 1. bis 3.10.2012 im SRF Studio Zürich Brunnenhof).

      Ich habe es so gehört:

      Der 1. Satz beginnt mit einer empathischen Rubato, quasi recitativo Einleitung, der ein motorisches Presto folgt, welches in eine ruhigere, geheimnisvolle Passage mündet, ehe Veress mit einer jazzoid aufgeladenen Fuge überrascht und den Satz mit einer Wiederkehr des ruhigen, geheimnisvollen Mittelteils abrundet. Der 2. Satz, Andante, gibt sich mysteriös vortastend, zwielichtig, unheimlich, vielleicht sogar etwas beklemmend. Das Finale (Vivo) kommt aufgeladen abwechslungsreich, wie beim 1. Satz mit viel Bartók-Motorik-Assoziationsmöglichkeit, aber erneut auch jazzoid polyphon virtuos. Nach einer kurzen Generalpause endet das Werk mit einer erregten Stretta.

      Das Streichquartett Nr. 1 von Veress hat für mich etwas sehr Persönliches, es vermag unmittelbar anzusprechen. Béla Bartók ist schon präsent, aber es ist doch ein ganz eigenständiges Werk. Großartig intensiv finde auch ich die Interpretation des Damen-Streichquartetts aus Basel, das die Spannung in allen Sätzen toll durchzieht, da stimme ich Euch zu.

      Bin gespannt aufs 2. Quartett heute Nacht.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Heute mit den Cremonesern.

      L. v. Beethoven: Streichquartett a-Moll op. 132

      Quartetto di Cremona


      ´
      Auch, wenn ich diese Aufnahme nicht als rundum glücklich machend wahrnehme: Was soll man nach diesem grandiosen Tagesbeginn noch machen? Am besten geht man wieder ins Bett und ist dankbar, dass man diese Musik hören durfte. Spazieren gehen wäre vielleicht eine mögliche Alternative. Danach eine Tasse Tee und ein gutes Buch.

      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Der nächste persönliche Höreindruck, einmal mehr begeistert von einer Streichquartettentdeckung:



      Das Streichquartett Nr. 2 von Sándor Veress, komponiert von November 1936 bis März 1937, ist so wie ich es höre noch toller als das 1. Quartett dieses Komponisten, eines dieser versteckten ganz tollen Streichquartette des 20. Jahrhunderts. Es dauert beim auch hier grandios spielenden Basler Streichquartett (Basel String Quartet) 29:07 Minuten.

      Habe es so gehört:

      Der 1. Satz (Allegro) bringt aufregende, spannende, die Stimmungen öfter verblüffend wechselnde Musik. Eine „Folk-Episode“ fällt auf, und als sie später (man hat da eine besonders aufgeregte Passage schon hinter sich) wiederkommt, verstärkt das den Eindruck, sie als 2. Thema eines Sonatensatzes (und die wilde Passage als Durchführungsabschnitt) wahrzunehmen. Schon hier spielt das Basel String Quartet mitreißend auf Hochtouren. Der eindringlich melancholische bis flehentliche 2. Satz (Andante – Adagio) geht ganz tief zu Herzen. Und das Finale (Presto – Prestissimo) beginnt atemlos energisch dahinhetzend, zwischendurch Fugatorisches aufblitzen lassend, nach ca. 3 ½ Minuten eine ganz kurze Atempause, dann sofort weiter, aber es gibt dann auch in der Folge noch eine unheimliche, transparent angespannte Passage, später ähnlich unheimliche Stillstandsmomente, und dann geht es furios dahin bis zum Ende. Toll, wie das Basel String Quartet dieses tolle Werk auf Hochtouren hinlegt!
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Da hier wieder Tote Hose ist, fülle ich mal wieder die Wochenend-Lücke.
      Ich surfe durch die Dvorak-Quartette.

      Leider muss ich mal wieder feststellen, dass mich die vor Op. 51 entstandenen Quartette nicht zu fesseln vermögen.
      Hängen geblieben bin ich heute an OP. 105 in As-Dur. Schönes Werk, was ich unbedingt morgen mit mehr Ruhe nochmal hören muss.
      :wink:
      Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere.


    • Daraus (gestern abend) #1, #2, Quartettsatz und Souvenir de Florence. Das erste Quartett ist eines der heitersten und charmantesten Werke Tschaikowskys, dabei konzentriert, überschaubar, das könnte wesentlich bekannter sein. Das zweite vielleicht etwas überambitioniert, das kenne ich aber auch noch nicht so gut.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • So langsam geht es auf die Zielgerade. Was dann? Takács im Wechsel mit Artemis? Oder doch lieber Brahms, da ist man schneller fertig? :D

      L. v. Beethoven: Große Fuge B-Dur op. 133

      Quartetto di Cremona


      ´
      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Hier wieder Beethoven.

      L. v. Beethoven: Streichquartett F-Dur op. 135

      Alban Berg Quartett



      Bei den über weite Strecken heiteren Quartetten op. 127 und op. 135 finde ich das ABQ besonders stark.

      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Alberich schrieb:

      Da hier wieder Tote Hose ist, fülle ich mal wieder die Wochenend-Lücke.
      Ich surfe durch die Dvorak-Quartette.

      Leider muss ich mal wieder feststellen, dass mich die vor Op. 51 entstandenen Quartette nicht zu fesseln vermögen.
      Besonders op.34 d-moll und das in E-Dur (evtl. op.80, aber vor op.51 komponiert) habe ich als lohnend in Erinnerung, die ganz frühen fand ich auch langweilig.

      Hier (allerdings vorgestern) nochmal die zweite CD der oben gezeigen Tschaikowsky-Quartette. Wirklich alle drei sehr lohnende Werke, bei denen mir nicht ganz klar ist, warum sie so deutlich weniger bekannt und populär scheinen als die bekannteren Orchesterwerke des Komponisten (oder auch gegenüber Tschaikowskys (überlangem) Trio, den späten Dvorak-Quartetten oder Smetanas "Aus meinem Leben").
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Kater Murr schrieb:

      Besonders op.34 d-moll und das in E-Dur (evtl. op.80, aber vor op.51 komponiert) habe ich als lohnend in Erinnerung, die ganz frühen fand ich auch langweilig.
      Genau dem würde ich zustimmen. Dvoraks allererstem Quartett zu lauschen, das so lange dauert wie Beethovens Neunte, hat dann aber wieder etwas Frühfeldmännisches oder so ...

      :P Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Felix Meritis schrieb:

      Die ersten beiden Quartette haben eigentlich noch Normallänge. Drei und vier sind wagnerische Stilübungen im Elefantenformat. Ich finde gerade das erste SQ schön zum Anhören (v.a. der langsame Satz) während ich op. 34 eigentlich nicht mag.



      Zählungstechnisch dürfte Dvorak schwer beizukommen sein. Ich bin mir jetzt auch zugegebenermaßen nicht mehr sicher, ob es wirklich das "allererste Quartett" ist, von dem ich weiter oben gesprochen habe. Das mehr als eine Stunde lange Quartett steht in D-Dur und trägt keine Opuszahl. Es fehlt auch (im Booklet, wohlgemerkt) eine Burghauser-Nummer. Es entstand dem Booklet zu obiger Gesamtaufnahme zufolge höchstwahrscheinlich vor 1870 - da entstanden aber auch weitere kürzere Quartette. Von den 10 CDs mit dem Stamitz-Quartett füllt es die erste - das ist sicher. ;)

      Kannst Du Deine "ersten beiden Quartette" genauer benennen, Felix? :)

      Wenn ich ein wenig mehr Zeit habe, könnte ich im Internet genauer suchen.

      :wink: Wolfgang

      EDIT: Wikipedia erlaubt eine genauere Aussage - so alles korrekt ist. Das Quartett in A-Dur, op. 2, entstand bereits 1862, das in B-Dur (?op. 4 bzw. B17 laut Booklet) 1869. Dann kommt das Monster, ebenfalls 1869.

      Von daher dürften Felix und ich zusammenkommen. :thumbup: Er hat völlig Recht, ich weitgehend ... Wagnerische Stilübung muss ich mir merken, frühfeldmännisch finde ich trotzdem gut :P ...
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.