Jeden Tag ein Streichquartett

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    • Ich bin ja eigentlich nicht so ein großer HIP-Fan, aber was Alina Ibragimova und ihre Mitstreiter vom Chiaroscuro Quartett hier bei Schuberts D-Moll Quartett anbieten, dass hat mich doch ziemlich begeistert. Das ist Quartettspiel vor der Stuhlkante. Das Spiel auf Darmsaiten führt zu einer Transparenz und Durchhörbarkeit, die mir bei den zahlreichen Aufnahmen dieses Quartetts, die ich besitze, bisher so nicht begegnet ist. Eine wirklich herausragende Aufnahme auf dem vielbestellten Feld.

    • Wieland schrieb:

      Ich bin ja eigentlich nicht so ein großer HIP-Fan, aber was Alina Ibragimova und ihre Mitstreiter vom Chiaroscuro Quartett hier bei Schuberts D-Moll Quartett anbieten, dass hat mich doch ziemlich begeistert. Das ist Quartettspiel vor der Stuhlkante.

      hm, eine ausgezeichnete Aufnahme auf Darmsaiten gibt es auch vom Quatuor Terpsycordes.
      Beim Chiaroscuro-Quartett stört mich eine postmoderne spieltechnische Masche, die aus den Hörbeispielen schon sehr deutlich wird: möglichst alles auftaktig spielen, auch wenn es anders herum gedacht ist.
      2. Satz, Hauptthema: jeder Takt besteht aus einer Halben und zwei Viertelnoten, die einen durchgehenden Daktylus-Rhythmus erzeugen. Chiaroscuro spielt die Halbenote immer ein wenig länger, die Viertel etwas schneller und zum nächsten Takt hingehend. Ergibt einen deutlichen Anapäst als Grundrhythmus. Ist halt mal was neues, aber sorry, aber mir geht das gegen den Strich (andere finden gerade so etwas spannend, dessen bin ich mir bewusst).
      Ähnliches passiert beim Hauptthema des 1. Satzes: nach dem ersten Ton wird die folgende Triole überdeutlich abgesetzt, auch etwas verzögert um dann um so schneller zum nächsten Takt hinzustürzen. Auch dies für mich nur ein Effekt um des Effekts willen.
      Ansonsten mag das eine sehr gute Aufnahme sein, unbenommen. Kaufen werde ich sie aber nicht.

      Meine uneingeschränkte Empfehlung gilt dem Quatuor Terpsycordes:


      Gruß,
      Khampan
      (Darmsaitenliebhaber)
    • Hier Brahms.

      Johannes Brahms: Streichquartett c-Moll op. 51 Nr. 1

      Amadeus Quartett
      Aufnahme 1959



      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Wieland schrieb:

      Braccio schrieb:

      Mich würde die Sicht dieses Quartetts auf Rosamunde besonders interessieren. Kommt ja bestimmt.
      Die Aufnahme gibt es sogar schon, auf der wohl ersten CD des Chiaroscuro Quartetts.

      Danke auch für diesen Hinweis. Jetzt D. 804 gehört und wie schon bei D. 810 begeistert. Der Vibratoverzicht und die historischen Instrumente sind mir nicht wichtig, aber tatsächlich fällt mir derzeit keine vergleichbar eindringliche und mitreißende Aufnahme dieses Werkes ein, das bei mir sicher zu Unrecht bislang immer nur auf dem dritten Platz der letzten Schubert-Quartette lag. Toll!
    • Auch heute morgen wieder Brahms.

      Johannes Brahms: Streichquartett c-Moll op. 51 Nr. 1

      Quartetto Italiano
      Aufnahme August 1967



      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Bei mir endlich auch mal wieder ein Streichquartett-Werk:

      Václav Trojan (1907–1983)
      Václav Trojan — Nonetto favoloso / Quintetto a fiato / Sei canzoni poplari (Musica nova Bohemica)
      daraus:
      [Sei canzoni popolari] / Šest lidových písní pro smyčcové kvarteto / Sechs tschechische Volkslieder für Streichquartett (1971) [11′28″]
      – B4 1. U panského dvora / Auf dem Hof (Andante un poco sostenuto) [2′01″]
      – B5 2. Já nechci žádného / Ich habe nur eine wahre Liebe (Allegrocon brio) [0′57″]
      – B6 3. Ach, není tu není / Vergangen sind die frohen Tage (Andante con ferrore) [1′31″]
      – B7 4. Pod dubem, za dubem / Unter dem Eichenbaum (Allegretto) [1′03″]
      – B8 5. Teče voda, teče / Wasser fließt, fließt (Larghetto) [5′07″]
      – B9 6. Když se ten ovísek vymetával / Als der Rührbesen schlug[?] (Vivace assai) [0′49″]
      Kroftovo kvarteto / Kroft-Quartett: Josef Kroft, 1. Violine; Pavel Arazim, 2. Violine; Jan Marek, Viola; Ladíslav Pospíšil, Violoncello
      Aufgenommen am 7. November 1986 im Studio »Domovina« in Praha/Prag
      ℗ 1987
      Supraphon 1111 4117 G (musica nova bohemica)
      kein Discogs-Eintrag
      supraphonline.cz/album/5165-cl…-trojan-2-komorni-skladby

      Die ganze Platte enthält drei Werke in einem doch auffällig aus der Zeit gefallenen Neoklassizismus. Wer sich für diese Musikrichtung interessiert, es könnte eine Entdeckung sein.
      Die Einordnung in die Reihe Musica nova Bohemica ist doch ziemlich irreführend, wenn man vergleicht was die Zeitgenossen Zbyněk Vostřák und Marek Kopelent in diesen Jahren komponiert haben.

      Grüße, Kermit :wink:
      Es ist vielfach leichter, eine Stecknadel in einem Heuhaufen zu finden, als einen Heuhaufen in einer Stecknadel.
    • Hallo zusammen,

      ich habe gelegentlich sehr angetan von den Ries'schen Streichquartetten geschrieben. Vom Schuppanzigh-Quartett ist nun die dritte Silberscheibe eingespielt worden und vor einigen Wochen veröffentlicht worden. Die eingespielten Werke sind in der Einspielung sehr gut getroffen, einige Sätze gefallen mir ausnehmend gut. Unter den eingespielten Werken dieser Scheibe scheint mir das Streichquintett (in der klassischen Besetzung mit einer 2. Viola) das beste Stück zu sein:



      Allerdings reichen die Stücke nicht an das f-moll-Quartett WoO 48 von der zweiten CD heran. Wie alles, was gleichzeitig (oder kurz danach) zu Beethoven an Quartetten geschrieben worden ist (die berühmte zweite Reihe), sind diese Stücke noch nicht von den Beethoven'schen Exzessen geblitzdingst, sondern stehen in der bisherigen Tradition und führen diese mit intelligentem Ansatz weiter. Ich finde das alles sehr gelungen.

      Gruß Benno
    • Neu

      Brahms am Morgen.

      Johannes Brahms: Streichquartett c-Moll op. 51 Nr. 1

      Budapest Quartet



      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Neu


      Heute mal wieder Britten, nun das dritte Strq. Gefällt mir bei jedem Durchhören besser und kann trotzdem noch überraschen - diese fahlen Stellen ohne Vibrato und dann auf leeren Saiten, die im ersten Satz kurz vorbeihuschen, oder das Spiel mit (nicht) erwarteten Intervallen im Schlusssatz. Toll. Ich muss mir eine Partitur besorgen.
      Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere.
    • Neu

      Alberich schrieb:


      Heute mal wieder Britten, nun das dritte Strq. Gefällt mir bei jedem Durchhören besser und kann trotzdem noch überraschen - diese fahlen Stellen ohne Vibrato und dann auf leeren Saiten, die im ersten Satz kurz vorbeihuschen, oder das Spiel mit (nicht) erwarteten Intervallen im Schlusssatz. Toll. Ich muss mir eine Partitur besorgen.
      Meister Alberich, Du bringst mich auf die Idee, dieses Quartett (auch in der verlinkten Einspielung; ich hab noch eine andere) wieder mal zu hören. Es gehört zu den originellsten die ich kenne, zu den unverwechselbarsten. Und es verkörpert vielleicht auch besonders radikal den Ausdruckswillen des Komponisten, der ja, alles in allem, doch eher als konservativ gilt.

      Auch das zweite Quartett überzeugt mich, das erste ist ein wenig konventioneller gehalten.

      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Neu

      andréjo schrieb:

      Alberich schrieb:


      Heute mal wieder Britten, nun das dritte Strq. Gefällt mir bei jedem Durchhören besser und kann trotzdem noch überraschen - diese fahlen Stellen ohne Vibrato und dann auf leeren Saiten, die im ersten Satz kurz vorbeihuschen, oder das Spiel mit (nicht) erwarteten Intervallen im Schlusssatz. Toll. Ich muss mir eine Partitur besorgen.
      Meister Alberich, Du bringst mich auf die Idee, dieses Quartett (auch in der verlinkten Einspielung; ich hab noch eine andere) wieder mal zu hören. Es gehört zu den originellsten die ich kenne, zu den unverwechselbarsten. Und es verkörptert vielleicht auch besonders radikal den Ausdruckswillen des Komponisten, der ja, alles in allem, doch eher als konservativ gilt.
      Auch das zweite Quartett überzeugt mich, das erste ist ein wenig konventioneller gehalten.

      :wink: Wolfgang
      Schließe mich an. Mit dem Sorrel Quartet.

    • Neu

      b-major schrieb:

      Schon gut , ich bin auch dabei , schön authentisch , wie ich es liebe , nämlich mit dem Amadeus Quartet .


      bei der Stimmtonhöhe auf der CD von 446 Hz glaube ich nicht, dass es mit der Authentizität weit her ist. Tut mir jedenfalls schon weh.
      Kennst du die Aufnahme mit dem Sorrel Quartet?
      (Nanu, gestern gab es noch zwei zwei sehr günstige Angebote auf dem Marketplace, heute weg... ich gratuliere den Käufern)
    • Neu



      Vielleicht höre ich mir später beide Scheiben im Schrank mal an, das Britten Quartett (siehe weiter oben) und das Brodsky Quartett.

      Ich erinnere mich nicht mehr an die Brodsky-Leute mit Britten. Ihr Schostakowitsch hat mich überzeugt. Das zweite und das dritte Quartett kannte ich schon sehr lange vor dem CD-Erwerb. Die andere Doppel-CD habe ich mir später (auch nach der CD mit Brodsky) gekauft, um auch die restlichen Britten-Quartette zu besitzen. Es könnte aber sein, dass Letztere auch die besseren Interpreten des 2. und 3. Opus sind. Mal im Vergleich überraschen lassen ...

      Wenn ich mir die letzten Cover und Verlinkungen so ansehe, scheint das Brodsky-Quartett auf seiner Doppel-CD auch nicht alle Kompositionen Brittens für Streichquartett aufgenommen zu haben. Die Simple Symphony ist dabei und stellt durchaus eine Alternative zur größeren Besetzung dar. Da hatte ich auch schon das Live-Vergnügen im Konzertsaal.

      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.