Jeden Tag ein Streichquartett

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    • Brian Ferneyhough
      Sonatas for string quartet (String quartet No. 1)
      Berner Streichquartett

      Ferneyhoughs Sonatas for string quartet entstanden Mitte der 1970erJahre. Sie bestehen aus 24 mehr oder weniger kurzen Sätzen, die eine Gesamtspieldauer von einer dreiviertel Stunde ergeben. Die hochkomplexe, postwebernsche Musik stellt Musiker (und Zuhörer) vor enorme Herausforderungen. Die ersten, die das Stück einstudierten, uraufführten und auch öfter im Konzert gaben, waren das Berner Streichquartett. Ihre Schallplattenaufnahme für RCA war lt Covertext auch die erste Aufnahme von Musik von Ferneyhough überhaupt. Diese Aufnahme ist bis heute offensichtlich nicht auf CD überspielt worden. Das Arditti Quartett hat das Stück im Rahmen ihrer GA der Ferneyhough Quartette ebenfalls eingespielt. Das Teil scheint aber auch schon vergriffen zu sein.
      Muss ich mir ab und zu mal geben.

    • Wieland schrieb:

      Muss ich mir ab und zu mal geben.
      Definitiv. Hammermusik. Eine Liga mit "Stille. An Diotima" und Furrer Nr. 3. Und Dusapins "Time zones".

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Nur Hexenverbrennung und Lynchmord gibt es bei uns nicht mehr so oft. Das haben wir erfolgreich in soziale Netzwerke ausgelagert." (Axel Weidemann im Artikel "Dorfkinder über #Dorfkinder" in der Online-Version der FAZ)


    • Dmitri Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 10 As-Dur Op. 118
      Éder Quartet

      In den letzten Tagen habe ich mehrmals auf dem Fußweg zur und von der Arbeit dieses Streichquartett gehört. Ich finde, es ist eines der perfektesten von Schostakowitsch. Zudem finde ich die Einspielung durch das Éder Quartet hier ebenfalls ziemlich perfekt. Toll gespielt bei perfektem Klang.

      Genial finde ich u. a. das Finale. Wenn es richtig losgehen will, gibt es erst noch ein paar "Heavy Metal" Pizzicati zur Spannungsteigerung, und auf dem Höhepunkt kurz darauf übernimmt das Adagio des dritten Satzes das runterreißende Ruder.

      Im mp3-Hörvergleich mit Kopfhörer fällt das Sorrel Quartet (bei ebenfalls sehr guter Int) dagegen leider klanglich etwas ab, da der starke Hall manches leicht untransparent erscheinen lässt, besonders im Finale. Muss ich demnächst nochmal per HiFi über Lautsprecher gegenchecken, da könnte dieser negative Effekt deutlich weniger in Erscheinung treten. Das Pacifica Quartet dagegen bietet einen ähnlich guten, direkten Klang wie das Éder Quartet, bei ebenfalls sehr schöner Int. Meine Hörgewohnheit gibt letztlich dem Éder knapp dem Vorzug. Auf alle Fälle sehr empfehlenswert. (Wie auch deren Nr. 9 Es-Dur Op. 117, und die gesamte oben gezeigte CD.)

      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      In mir steckt noch ganz viel Zeug hier drin fest, Gefühle und so. --- Nick Tschiller
    • Gestern noch:



      Christian Ofenbauers Dritter Streichquartettsatz 2009 für Jürg Stenzl, nicht in Tönen, sondern in Gruppen notiert, bringt stockende, punktuelle, bruchstückhafte atonale Klänge,beim Arditti Quartet 11:34 Minuten lang. Einmal mehr ist das Arditti Quartet zu bewundern, sich derart akribisch diesen zeitgenössischen Werken hinzugeben, vor denen sicher viele eher ratlos stehen – zwischen den Möglichkeiten „mutwilligen Zufalls“ oder „nur durch Eingeweihte entschlüsselbarer Wunder“.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Das in Köln ansässige Asasello Quartett (ist Köln eine Art Hauptstadt des deutschen Streichquartetts? Auryn, Minguet, Signum, Asasello) hat bereits einige interessante CDs bei Genuin herausgebracht. Als letztes eine vielbeachtete Doppel-CD mit den vier Streichquartetten von Arnold Schönberg mit dem Titel "Insights". Ihre neuste CD heisst "Insights to-morrow" und beinhaltet drei neue vom Ensemble in Auftrag gegebene Streichquartette von KomponistInnen, die mir allesamt bisher unbekannt waren: Viera Janarcekova (CZ/D), Marton Illes (HU) und Lisa Streich (SE). Frau Janarcekova ist Jg 1941 und somit mit Abstand die Älteste unter den dreien. Das hört man ihrem 8. Streichquartett aber nicht an, das von der Musiksprache her durchaus mit den anderen beiden vergleichbar ist. Überhaupt fallen beim ersten Hören vor allem die Ähnlichkeiten auf: eine avantgardistische Tonsprache, die die Errungenschaften von Ligeti, Ferneyhough und Lachenmann durchaus assimiliert hat, eine Tonsprache, die vor allem den Klängen nachlauscht, die unter Einsatz aller erdenklichen Spieltechniken erzeugt werden. Und alle drei Stücke beziehen streckenweise die Stille oder die Faststille mit kaum hörbaren Klängen/Geräuschen in ihre Kompositionen mit ein. Um die wesentlichen Unterschiede zwischen den Kompositionen herauszuarbeiten, muss ich sie noch öfter hören.

    • Wieland schrieb:

      drei neue vom Ensemble in Auftrag gegebene Streichquartette von KomponistInnen, die mir allesamt bisher unbekannt waren: Viera Janarcekova (CZ/D), Marton Illes (HU) und Lisa Streich (SE)
      Da hänge ich mich dran. Klasse Tipp!

      Die Asasellos haben ja einspielungstechnisch auch mit Schubert und Mendelssohn angefangen. Schön, dass sie so individuell weitermachen und es auch ein Label gibt, das diesen Weg mitgeht


    • York Bowen hat mir in allen bisherigen "Begegnungen" immer sehr gut gefallen, wenn sein Personalstil auch ziemlich "Retro" sein mag und er kein Innovator war, der zudem zwanghaft auf Eigenständigkeit aus war.
      Seine Musik hat mAn Qualität und spricht mich mit seinen melodischen Einfällen an.
      Diese CD mit zweien seiner Streichquartette wäre eigentlich typisches Naxos-Repertoire für das Maggini-Quartett - weiß zufällig jemand, ob die noch (oder nicht mehr) für Naxos aufnehmen?
      Aber auch das mir bisher unbekannte Archaeus Quartett macht hier einen guten Job und scheint in der britischen Musik zu hause zu sein (es gibt von ihnen eine Doppel-CD mit den Quartetten von Hubert Parry).
      Eine Vervollständigung mit den weiteren Werken Bowens für diese Besetzung hielte ich für wünschenswert - so denn es sie überhaupt gibt? Ein "erstes Quartett" scheint gar nicht zu existieren?
      Die Besprechungen auf der Naxos-Homepage sind ebenfalls sehr positiv.

      Viele Grüße
      Frank
      :cincinbier:
      "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
      but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
      - H. W. M.
    • Neu

      Gestern noch:



      Christian Ofenbauers Bruchstücke IX / Vierter Streichquartettsatz 2010 baut – so erklärt es das CD-Booklet – auf Material aus dem Zweiten Streichquartettsatz, dieses wird aber was das Erfassbare betrifft kontrollierter gesetzt. Das beim Arditti Quartet 11:31 Minuten kurze Werk lässt meinem Höreindruck nach den interessierten Hörer mit seiner den Ablauf prägenden Regelmäßigkeit des Pulses durchaus gespannt dranbleiben. Für mich ist es das bisher zugkräftigste Ofenbauer-Streichquartett, bei aller filigraner Verweigerung jeglichen Ausbruchs in Exaltierteres. Das Werk endet mit einem fade out. Einmal mehr überzeugt mich das unglaublich engagierte detailintensive Spiel des Arditti Quartets eindringlich für die hier durchgehalten eigen dezente Musik.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK