Jeden Tag ein Streichquartett

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    • bei mir auch eine kleine Reise in die Vergangenheit nach Stuttgart, wo ich das Melos-Quartett öfters gehört habe:



      Daraus eben:
      Beethoven, Streichquartett Nr. 8 e-moll, op. 59/2
      Melos-Quartett
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      Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)
    • Beethoven, Streichquartett Nr. 1 F-Dur, op. 18/1
      Busch-Quartett (1933)

      ungemein frische und inspirierte Spielweise, und im Adagio nicht so verschleppt wie bei den Belceas oder Ébènes !!

      in dieser Box enthalten, aber bei mir läuft es in einem anderen sehr guten Transfer aus privater Quelle:
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      Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)
    • Johann Baptist Vanhal (1739-1813) schrieb wohl noch mehr Streichquartette als Haydn. Sein op. 6 kam 1771 heraus, ist also ca. zeitgleich mit Haydn op. 17. Die 6 Quartette sind alle dreisätzig, schnell-langsam-schnell, und dauern zwischen 10 und 14 min. Die ersten beiden fand ich ansprechend wie auch das Spiel des auf historischen Instrumenten spielenden Eybler Quartetts (s. Beitrag 2672). Selbiges ist in Canada angesiedelt.

    • Gestern und heute rund um Mozart und Haydn:

      Joseph Eybler
      Streichquartette op. 1, 1-3
      Eybler Quartett

      Johann Baptist Vanhal
      Streichquartette op. 6, 1-3
      Eybler Quartett

      Adalbert Gyrowetz
      Streichquartett op. 29, 1
      Pleyel Quartett

      Beethoven
      Streichquartett op. 18,2
      Eybler Quartet



    • Weil es so gut gefallen hat, gleich noch einmal das 3. Streichquartett von Lerdahl nachgeschoben. Das ist ein echter Hammer.

      Zur Info:

      Fred Lerdahl ist Jahrgang '43 und hat einen für amerikanische Komponisten recht typischen CV mit renommierten Studien- und Lehrorten (Berkeley, Harvard etc.). Ab 1991 hatte er den Fritz Reiner Lehrstuhl für Musik an der Columbia University inne. Er hat viele Preise und Stipendien erhalten und die Liste der Orchester und Ensembles, die seine Musik aufgeführt haben, ist lang und enthält alle Spitzenorchester der USA. Neben seiner kompositorischen Arbeit hat Lerdahl auch mehrere Studien zu musiktheoretischen Fragen veröffentlicht, die vermutlich meinen schlichten musikalischen Geist überfordern dürften.

      Fred Lerdahls Streichquartette bieten einiges und verdienen durchaus intensivere Beschäftigung. Das erste entstand 1978, wurde vom Juilliard SQ uraufgeführt und immerhin 2 Jahre im Repertoire gehalten. SQ 2 und 3 sind neuere Schöpfungen und wurden fürs Daedalus Quartet geschrieben. Beide nehmen Ideen aus dem ersten auf und entwickeln sie weiter. Somit kann man diese gleichlangen einsätzigen Quartette (je um die 23 min) einzeln hören oder als Megaquartett von 68 min mit drei Sätzen (letzteres habe ich zweimal gemacht). Die verwendete Tonsprache ist zeitgemäß modern, aber ohne anstrengend oder nervig zu werden (sicher hört das jeder anders). Die Musik ist sehr fantasievoll und abwechslungsreich gestaltet und nutzt fast alle Facetten des Streichquartettklangs aus. Wer sich in der Welt der Bartok-Quartette wohlfühlt, oder sie zumindest gelegentlich aufsucht, dürfte auch mit dieser Musik gut klarkommen.Das Daedalus Quartett ist ein typisch amerikanisches Quartett mit multi-ethnischem Hintergrund (Gregorian, Kim, Thompson, Ramakrishnan) und nicht nur in zeitgenössischem Repertoire unterwegs, sondern auch gelobt für ihren Haydn, Beethoven und Mendelssohn. Aufnahmetechnik und Gestaltung der CD sind vorbildlich, das Coverbild hätte bei mir gute Chance, Cover des Jahres zu werden (Zu LP-Zeiten hätte ich es vermutlich gerahmt und aufgehängt).



    • heute mal wieder flottes Vinyl auf dem Teller:



      Beethoven, Streichquartett op. 18 Nr. 6
      Vegh-Quartett
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      Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)


    • Beide Werke bedienen sich des leicht anrüchigen Idioms einer schwülen 'Allerspätestromantik' (1944).

      Manfrau möge sich aber bitte keineswegs abschrecken lassen von dieser oberflächlichen Qualifizierung.

      Mit etwas anachronistischem Wohlwollen und viel sinnlicher Lust lassen sich zahlreiche Edelsteine aus dem braunen Felsen hauen. Unerhört farbige Klänge glitzern aus den Klüften beim unvoreingenommenen Hinschauen/-hören.

      Nach meinem Dafürhalten interpretiert das famose Auryn-Quartett auf dieser Scheibe in grandioser Manier zwei spätegeborene Meisterquartette, deren Hör-Erarbeitung sich mE reichlich lohnt.

      Gruss aus Bern vom Walter
    • Das Mari Iwamoto String Quartet war wohl bis zum Tod der Primgeigerin das führende japanische Sttreichquartet . ( Das Tokyo String Quartet betrachte ich als amerikanisches Ensemble ) .
      Haydn Quartett op.76,4 und Beethovens Quartett No.7 live am 23/12/1974 , Tokorozawa . Aus dieser Doppel-CD :

      [Blockierte Grafik: http://www.regulus-classics.com/labels/images/QHJ-1004_thumbnail.jpg]CD NUMBER/POS CODE: QHJ-1004/5 4529612101906
      The Legendary of
      MARI IWAMOTO STRING QUARTET
      vol.1 - Live 1974, Tokorozawa
      J. Haydn: String Quartet in B flat major Op.76-4 "Sunrise", W. A.
      Mozart: String Quartet No.17 in B flat major K.458 "Hunt", Beethoven:
      String Quartet No.7 in F major Op.59-1 "Rasumovsky No.1", W. A. Mozart:
      Adagio from String Quartet No.12 in B flat major K.172
      Liner notes: Japanese

      MARI IWAMOTO STRING QUARTET
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Kamikaze - You Yellow Fiend !"
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      Joonas Kokkonen - nach Sibelius einer der wichtigsten Symphoniker Finnlands - hat drei Streichquartette komponiert. Das zweite entstand 1964-66 und ist noch stark dodekaphon geprägt. Das 17-minütige Werk beginnt mit einer Passacaglia, gefolgt von einem kurzen Intermezzo, das zum zentralen 3. Satz überleitet, der eigentlich aus zwei Teilen besteht, einer Introduzione und einem Allegro vivace. Das ganze klingt aus mit einem Epilog. Man hatte wohl ursprünglich geplant, das Werk auf 5 Tracks zu verteilen, so steht es jedenfalls im Booklet. Tatsächlich sind es aber nur 4, was bedeutet, dass die nachfolgenden Kompositionen (SQ 3 und ein Klavierquintett) falsche Tracknummern haben. Das ist natürlich ungünstig.

      Das 2. Quartett verlangt konzentriertes Zuhören und ist kein einfach zu hörendes Werk.



      Das Sibelius Academy String Quartet ist wohl das finnische Gegenstück zum Juilliard String Quartet. Am Cello sitzt Arto Noras.
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      Das 3. Streichquartett von Jonas Kokkonen entstand 1976. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Kompositionsstil des Finnen geändert, die strenge Dodekaphonie, der Kokkonen sowieso nie voll gehuldigt hat, war einer eher gemässigten Tonsprache gewichen, die das Hören erleichtert, der späte Schostakowitsch fällt mir als Vergleich ein. Vor allem der letzte langsame Satz hinterlässt trotz seiner nur 5 min Kürze einen starken Eindruck.

      Kokkonen lebte zu diesem Zeitpunkt bereits schon längere Zeit in Jarvenpää, ein Ort nahe Helsinki, der seit 1900 als Künstlerkolonie galt und in dem auch Sibelius lange Zeit gelebt hat. Kokkonen hatte das große Privileg, sein Wohnhaus von einem der bedeutenden Architekten des 20. Jahrhunderts entworfen zu bekommen, von Alvin Aalto. Da Aalto ihm dafür keine Rechnung stellte, widmete Kokkonen ihm das Cellokonzert. Die Villa Kokkonen ist inzwischen Museum und kleiner Konzertort.

      villakokkonen.fi

      Soltte ich noch einmal nach Finnland kommen...