Teodor Currentzis

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    • Syrinx schrieb:

      Letztendlich gibt es einfach eine Grenze, dann wird das Dirigieren zum Ballett. Viele Musiker erkennen das eigentlich, das Publikum nicht unbedingt. Als Orchestermusiker lernt man aber schon gleichzeitig seine Noten und den Dirigenten im Auge zu behalten, und auch den Stimmführer, egal was der Dirigent da aufführt...
      Da halte ich gegen. Diese Art von Grenze gibt es eben nicht in künstlerischen Zusammenhängen, sondern wenn, dann nur die jeweils persönliche. Und das ist bei Musikern und Publikum grundsätzlich das Gleiche. Natürlich haben die Musiker ihrer eigene Perspektive, selbstverständlich wandern deren Augen vom Pult zum Stimmführer zum Dirigenten und zurück - aber das ist es ja: Die haben mit ihrer eigenen Aufgabe zu tun und analysieren ja nicht das Dirigat unter den Aspekten der Interpretation (bzw. das vielleicht auch begleitend, aber eben perspektivisch beschränkt und nicht mit aufmerksamem Blick für das Dirigier-Ganze), sondern sie achten auf die Genauigkeit des Schlages, auf die Orientierung und den suggestiven Input des Maestros. Um es mal deutlich zu sagen: Wenn der Schlagzeuger über den ungenauen Einsatz und die ausufernden "Macken" des Dirigenten mosert, hat das für die Qualität der Aufführung aus meiner Sicht nichts zu sagen. Wie oft habe ich schon Orchestermusiker im Vorfeld von Konzerten in der Erwartung gehört, das Konzert könne der Probenarbeit zufolge nur missraten - und im Konzert gab es dann Standing Ovations.

      Currentzis muss ich mal live sehen, der interessiert mich. Es scheint aber ja so, als würde er das SWR-Orchester ganz gewaltig hinter sich bringen.
      ...schreibt Christoph :wink:
    • Die eigentliche Arbeit geschieht in den Proben. Wer schon unbedingt einen Dirigenten beurteilen will, der hat in Proben dazu die beste Gelegenheit. - Freilich ist das musikalische Resultat das Wichtigste. Dann spielen aber die Gesten keine Rolle. Wir reden bei der Diskussion um Dirigierbewegungen also bestenfalls um zweitwichtigste Dinge.

      Die Gesten bei der Aufführung helfen (im Wesentlichen), die in der Probe besprochenen Ausführungsdetails in Erinnerung zu rufen. Jedenfalls, wenn es genug Proben gab. Eventuell mag es Modifikationen der Klangbalance in einem vollbesetzten Saal geben, insbes. wenn Dirigent und Orchester den Saal nicht gut kennen. - Bei Londoner Verhältnissen mit einer einzigen Probe mag es anders sein. - Aber Currentzis hat m. W. viel Probenzeit, insbes. mit seinem Orchester aus Perm. Und als Chefdirigent des SWR SO (heißen die jetzt so?) kann er ebenfalls etwas großzügiger disponieren als ein Gastdirigent.

      Und bitte berücksichtigen, dass jeder sich selbst musiziert, sich nur selbst musizieren kann. Dass ein Pierre Boulez ein anderes Temperament hat als ein René Jacobs, erschließt sich vielleicht schon, wenn man nur Fernsehbilder kennt. Dass der junge Karajan anders auf dem Podium stand als der alte. Selbstdarstellung wäre es bspw., wenn ein sanguinischer Dirigent sein Temperament, sein Selbst verleugnen würde und à la "Seht her, ich dirigiere das große Orchester mit meinem kleinen Finger und schaue nicht einmal hin" dirigieren würde.

      Frage: Wer kennt nun das Temperament, den Charakter von Herrn Currentzis gut genug, um beurteilen zu können, ob seine aufwändigen Bewegungen authentisch sein könnten oder nicht?

      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Benutzername schrieb:

      Wenn der Schlagzeuger über den ungenauen Einsatz und die ausufernden "Macken" des Dirigenten mosert,
      Je nach Aufführungssituation muss bspw. ein Pauker einen Hauch vor den ersten Geigen seinen Schlag spielen, wenn die Zuhörer dies gleichzeitig wahrnehmen sollen. Insofern klingt es für mich ohnehin nicht stimmig, wenn ein Schlagzeuger "über den ungenauen Einsatz mosert". Der soll halt mal seine Ohren aufsperren.

      Außerdem dirigieren nicht alle Dirigenten auf die Zeit, viele um Etliches vor der Zeit. Denn das Orchester kann (jedenfalls bei Standardliteratur) alleine im Takt spielen, dafür braucht das Ensemble kein fleischgewordenes Metrik-Navi. Das Dirigieren "vor der Zeit" hat den Vorteil, dass man Nuancen im Voraus anzeigen kann, bevor der zugehörige Ton erklingt.

      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Mauerblümchen schrieb:

      Die eigentliche Arbeit geschieht in den Proben. Wer schon unbedingt einen Dirigenten beurteilen will, der hat in Proben dazu die beste Gelegenheit.
      Das ist richtig und war schon immer so gewesen.


      Mauerblümchen schrieb:

      Freilich ist das musikalische Resultat das Wichtigste. Dann spielen aber die Gesten keine Rolle.
      Das sehe ich etwas anders. Ersteres stimme ich Dir absolut zu, bei Letzterem nicht.

      Gesten mögen für den gerade aktiven Musiker vielleicht kaum mehr eine Rolle spielen, aber die Wirkung auf das Publikum ist eine völlig andere. Dort interessiert man sich nicht für die Probearbeit, sondern für das, was man sehen und hören kann. Und da ist die "Show", die der Zuhörer geboten bekommt, nicht unwichtig. Das magst Du vehement verneinen, aber dem "Wald-und Wiesen-Publikum" ist das erstaunlich wichtig.


      Mauerblümchen schrieb:

      Je nach Aufführungssituation muss bspw. ein Pauker einen Hauch vor den ersten Geigen seinen Schlag spielen, wenn die Zuhörer dies gleichzeitig wahrnehmen sollen. Insofern klingt es für mich ohnehin nicht stimmig, wenn ein Schlagzeuger "über den ungenauen Einsatz mosert". Der soll halt mal seine Ohren aufsperren.
      Bitte was? Genau deshalb ist der Dirigent da. Wenn jeder spielt wie er will, braucht man den "Vorturner" nicht mehr. Ich würde das bei der Kammermusik noch durchgehen lassen, aber bestimmt nicht bei groß besetzten Orchestern. Du hast vermutlich in Deinem Leben noch nie am Schlagwerk gesessen.


      Mauerblümchen schrieb:

      Außerdem dirigieren nicht alle Dirigenten auf die Zeit, viele um Etliches vor der Zeit. Denn das Orchester kann (jedenfalls bei Standardliteratur) alleine im Takt spielen, dafür braucht das Ensemble kein fleischgewordenes Metrik-Navi. Das Dirigieren "vor der Zeit" hat den Vorteil, dass man Nuancen im Voraus anzeigen kann, bevor der zugehörige Ton erklingt.
      Das wird so auch nur teilweise und bei bestimmten Stücken, bzw. bei bestimmter Akustik gehandhabt. Das hat mit "fleischgewordenem Metrik-Navi" nichts zu tun. Es geht um das exakte Einsetzen, nicht nur um die Einhaltung der Tempi. Die können grundsätzlich schwanken, sind sogar teilweise von der Akustik abhängig.

      Übrigens wird VOR dem Takt nur äußerst selten außerhalb der Sinfonie-Orchester dirigiert, es sei denn, dass Chöre mitwirken.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Maurice schrieb:

      aber dem "Wald-und Wiesen-Publikum" ist das erstaunlich wichtig.
      Deine Einschätzung über das Konzertpublikum ist erstaunlich. Was, wenn mindestens die Hälfte des Publikums, na, sagen wir: In etlichen relevanten Aspekten kompententer wäre, als Du es mit Deinen herablassenden Äußerungen so trefflich demonstrierst? ;) Wer etwas weiß, der weiß, dass er nichts weiß ... nur die Ahnungslosen meinen alles zu wissen.

      Maurice schrieb:

      Du hast vermutlich in Deinem Leben noch nie am Schlagwerk gesessen.
      Möchte mal wissen, woher Du das wissen willst. In diesem Falle weißt Du es definitiv nicht ... ;) ... Deine Herablassung und Deine Urteile sind einfach köstlich. Dir ist schon klar, was Du damit von Dir selbst preisgibst, obwohl Du offenbar das Gegenteil erreichen möchtest?

      Maurice schrieb:

      Wenn jeder spielt wie er will,
      Nun ja, darum lässt man die Musiker halt jahrelang studieren und über ein Vorspielverfahren und Probejahr bewähren. In Deiner umfassenden Kenntnis der Abläufe in Sinfonieorchestern ist Dir natürlich klar, dass der Dirigent - bei bestimmter Sichtweise - nur ein Rädchen im Getriebe ist. Da gibt es, wie Du ganz bestimmt weißt, noch solche Führungsunterstrukturen wie Konzertmeister und Stimmführer. Was meinst Du - wie lange würde sich einer halten, der spielt, wie er will? Gäbe es da nicht ziemlich schnell Bemerkungen von den Kollegen und irgendwann ein Personalgespräch?

      Maurice schrieb:

      Es geht um das exakte Einsetzen, nicht nur um die Einhaltung der Tempi.
      Auch dafür braucht man keinen Dirigenten. Jedes Kammermusikensemble beweist es. - Zu Deiner Erbauung: Die Berliner Philharmoniker - und wohl viele andere auch - haben bisweilen auch schon ohne Dirigenten gespielt. Z. B. auf Benefizveranstaltungen. Die können das durchaus. Eines Dirigenten bedarf es zunächst mal nicht bei der Aufführung eines nicht zu komplexen Werkes.

      Maurice schrieb:

      Übrigens wird VOR dem Takt nur äußerst selten außerhalb der Sinfonie-Orchester dirigiert,
      Mag sein oder auch nicht. In Sachen Currentzis reden wir aber über Sinfonieorchester, nicht wahr?

      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Mauerblümchen schrieb:

      Deine Herablassung und Deine Urteile sind einfach köstlich. Dir ist schon klar, was Du damit von Dir selbst preisgibst, obwohl Du offenbar das Gegenteil erreichen möchtest?
      Schreibt genau der Richtige. Wenn man Dir entsprechend gegenkontert, geht Dir doch die Hutschnur hoch. Das erlebt man ja die Jahre hier immer wieder, aber dann so tun, als ob Du der Unschuldsengel des Forum wärst.


      Mauerblümchen schrieb:

      Deine Einschätzung über das Konzertpublikum ist erstaunlich. Was, wenn mindestens die Hälfte des Publikums, na, sagen wir: In etlichen relevanten Aspekten kompententer wäre, als Du es mit Deinen herablassenden Äußerungen so trefflich demonstrierst?
      Ist es aber nicht, war es nie und wird es nie werden. Tatsachen tun weh, ich weiß. Ich bin in keinster Weise herablassend, kannst gerne meine Kollegen fragen. Das hättest Du vielleicht gerne.


      Mauerblümchen schrieb:

      Möchte mal wissen, woher Du das wissen willst. In diesem Falle weißt Du es definitiv nicht ..
      Nein, aber Deine Schreibweise lässt keinen anderen Schluss zu.


      Mauerblümchen schrieb:

      Nun ja, darum lässt man die Musiker halt jahrelang studieren und über ein Vorspielverfahren und Probejahr bewähren. In Deiner umfassenden Kenntnis der Abläufe in Sinfonieorchestern ist Dir natürlich klar, dass der Dirigent - bei bestimmter Sichtweise - nur ein Rädchen im Getriebe ist. Da gibt es, wie Du ganz bestimmt weißt, noch solche Führungsunterstrukturen wie Konzertmeister und Stimmführer.
      Isses wahr? Unfassbar, wie Du das so treffend formuliert hast. Meine Kenntnisse über den Ablauf kannst Du doch nicht beurteilen. Übrigens ist die Unterteilung grundsätzlich auch außerhalb der Sinfonie-Orchester so oder doch zumindest dem sehr ähnlich. Dazu bedarf es auch nicht Deiner Oberlehrerart, die Du zu gerne anwendest, wenn Du meinst, selbst alles besser zu wissen.


      Mauerblümchen schrieb:

      Deine Herablassung und Deine Urteile sind einfach köstlich. Dir ist schon klar, was Du damit von Dir selbst preisgibst, obwohl Du offenbar das Gegenteil erreichen möchtest?
      :megalol: Damit schießt Du Dir doch gerade selbst ein Eigentor. Köstlich, wenn man Dich etwas kitzelt, wie sehr Du dann loslegen kannst. Genau, man erkennt dann ganz klar Deine Art, hier die Leute anzugehen, deren Nase dir nicht passt.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Ich kann mich Mauerblümchen in sehr vielem anschließen.

      Mit Blick auf den Threadtitel zunächst einmal darin: Wer Currentzis' Dirigat einen "Showanteil" unterstellen wollte, müsste dazu ganz ganz nah an dessen Persönlichkeit sein, um ein Missverhältnis zwischen künstlerischem Ethos und Selbstinszenierung begründen zu können. Aber auch dann bliebe ich skeptisch, denn eine organische Verbindung von Persönlichkeit, interpretatorischem Ausdruckswillen und Dirigat ist ja nicht automatisch hergestellt, wenn derjenige nur die allerbesten und alleredelsten Absichten hegt (also z.B. sich zurücknimmt, ganz in den "Dienst an der Sache" stellt usw.).
      Insofern folge ich Mauerblümchen weiter: Ja, das Entscheidende ist aufm Platz. Auch z.B. aller Probenarbeit zum Trotz. Das scheint bei Currentzis zumindest hinsichtlich der Konzentration und Hingabe des Klangkörpers in mehrfach dokumentierter Weise zu gelingen. Jedenfalls habe ich nach dem bislang Gehörten und im Netz Gesehenen keinen Zweifel daran, dass er in der Lage ist, den Klangkörper auf beeindruckende Weise zu führen.
      Wo ich mir noch nicht sicher bin: Als wie überzeugend sich seine Interpretationen über die Zeit erweisen werden, wie sublim seine Ergebnisse sind.
      Alles andere, also z.B. die Frage, wie gut sich der Schlagzeuger subjektiv angesichts des Schlages Currentzis' fühlt, ob er sich Norrington zurückwünscht, weil der ihm schlagzeugspezifisch kompetenter oder einfühlsamer erschien, er das Dirigat als nicht authentisch empfindet u.Ä., sind erstmal Nebenschauplätze, wenn die Konzertsituation darunter nicht leidet.
      ...schreibt Christoph :wink:
    • Benutzername schrieb:

      Mit Blick auf den Threadtitel zunächst einmal darin: Wer Currentzis' Dirigat einen "Showanteil" unterstellen wollte, müsste dazu ganz ganz nah an dessen Persönlichkeit sein, um ein Missverhältnis zwischen künstlerischem Ethos und Selbstinszenierung begründen zu können. Aber auch dann bliebe ich skeptisch, denn eine organische Verbindung von Persönlichkeit, interpretatorischem Ausdruckswillen und Dirigat ist ja nicht automatisch hergestellt, wenn derjenige nur die allerbesten und alleredelsten Absichten hegt (also z.B. sich zurücknimmt, ganz in den "Dienst an der Sache" stellt usw.).
      Insofern folge ich Mauerblümchen weiter: Ja, das Entscheidende ist aufm Platz. Auch z.B. aller Probenarbeit zum Trotz. Das scheint bei Currentzis zumindest hinsichtlich der Konzentration und Hingabe des Klangkörpers in mehrfach dokumentierter Weise zu gelingen. Jedenfalls habe ich nach dem bislang Gehörten und im Netz Gesehenen keinen Zweifel daran, dass er in der Lage ist, den Klangkörper auf beeindruckende Weise zu führen.
      Also mittlerweile habe ich die Aufnahme von der Tchaikowskysinfonie mal angesehen, gibt es ja komplett auf youtube. Ich muss sagen ich bin doch recht begeistert, da wurde toll gearbeitet, das Orchester frisst ihm extrem aus der Hand, es ist eine beeindruckende Spannung da, sehr exaktes Zusammenspiel, viel Espressivo. Das alles passt ganz hervorragend zu dieser Musik, so mein Eindruck ohne einen Blick in die Partitur geworfen zu haben. Ich hatte ihn mal mit Mozart gehört und alter Musik und das fand ich dann leicht überspannt, sowohl optisch, wie auch musikalisch. Seinen Dirigierstil hier finde ich sehr exakt und sehr musikalisch und man sieht eben die Wirkung aufs Orchester, aus dem er das letzte rauszuholen scheint.
      Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen, Wenn es nicht aus der Seele dringt Und mit urkräftigem Behagen Die Herzen aller Hörer zwingt.
      Goethe, Faust 1
    • Habe mir auch das Video angeschaut und sogar die Musik gehört.
      OK; das ist kein Mrawinsky Stil, aber gefallen hat es mir schon. Es ist auch nicht der "alte" Stil, der in den 40igern oder 50igern gepflegt wurde, es ist eine Interpretation, die schon recht subjektiv zu sein scheint, aber durchdacht, so finde ich.
      Und wenn ich Bernstein in Erinnerung habe, dann hampelte der doch deutlich mehr rum.
      Also woher die Aufregung: Da kommt einer, der wie Andris Nelsons ne große Karriere machen wird.
      Gruß aus Kiel

      PS. So ein Oberhemd hätte ich gerne!
      Ich vergesse niemals ein Gesicht. Doch bei Ihnen mache ich eine Ausnahme! (Groucho Marx)
    • Syrinx schrieb:

      Deshalb gibt es ja nun solche Extreme wie Boulez und Nelsons z.B. Bei Boulez ist es mir persönlich zu wenig, bei Nelsons zu viel. Currentzis finde ich manchmal auch etwas übertrieben und unecht, aber Bernstein hingegen glaubhaft und genial und eben äusserst inspirierend.
      Letztlich, jedenfalls aus meiner reinen Publikumssicht, ist es wohl immer eine Frage der Authentizität, ob die Bewegung zum Menschen, so wie ich ihn sehr und empfinde, passt oder nicht. Das kann dann aber jeder nur für sich selber entscheiden.

      Aus professionellem Blickwinkel kann ich natürlich dazu nichts sagen.

      :wink: Wolfram
    • Doc Stänker schrieb:

      OK; das ist kein Mrawinsky Stil, aber gefallen hat es mir schon. Es ist auch nicht der "alte" Stil, der in den 40igern oder 50igern gepflegt wurde, es ist eine Interpretation, die schon recht subjektiv zu sein scheint, aber durchdacht, so finde ich.
      Das würde ich nach dem Anhören auch mal unterschreiben.

      Das ist 'ne sehr eigene Sicht, die mir auch nicht in allem gefallen muss. Aber immerhin ist es eine eigene, ganz persönliche, vielleicht gewagte, vielleicht auch überdrehte Herangehensweise. Damit kann man scheitern oder eben auch nicht. Aber da kommt jemand, der etwas gegen den Strich bürstet. Und das erzeugt bei mir jedenfalls schon mal Spannung und auch Neugier auf mehr.

      :wink: Wolfram