Teodor Currentzis

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    • Nach ursprünglicher Planung hätte Currentzis im September an 14 Abenden, also durchschnittlich fast jeden zweiten Tag, ein Konzert bzw. eine semikonzertante Oper dirigiert. Fast schon gergievsche Zahlen. Kein Wunder, dass bei ihm leicht kokettierend der Wunsch aufkeimt, nur noch an drei Abenden pro Jahr zu dirigieren (siehe dieses Interview).

      Vor zehn Tagen habe ich Currentzis bei einer dieser semikonzertanten Aufführungen von Mozarts Don Giovanni im Wiener Konzerthaus erlebt (Besetzung siehe hier). Mir haben sich wieder Glanz und Gefährdung seines Musizierens offenbart, wobei ersterer deutlich überwog: noch nie habe ich Donna Annas Rezitativ Don Ottavio, son morta! so wild ausbrechend, so ausgefeilt in den Tempowechseln, so dramatisch gesteigert bis zum Beginn der Arie gehört - woran Sopranistin Nadezhda Pavlova durch atemberaubende Verbindung vibratoarmen Singens mit stimmlicher Attacke samt plötzlichen Zurücknahmen ins Piano (bei gelegentlichen Intonationsproblemen) gerüttelt Anteil hatte. Aber auch sonst überzeugten viele, lyrische wie dramatische Soloszenen resp. Arien durch klangliche Charakterisierung und engste Abstimmung mit den jeweiligen Sängern. Gerade Stücken wie Giovannis Metà di voi qua vadano im zweiten Akt, das sonst oft verhuscht und etwas unter Niveau wirkt, tut die klanglich-gestische Profilierung gut. Großartig auch Duette wie das kleine, mit wunderbaren Auszierungen gesteigerte zwischen Anna und Ottavio (lyrisch, kernig und weitgehend koloraturensicher: Kenneth Tarver) in der scena ultima, oder Là ci darem la mano mit unwiderstehlichem Swing im Andiam, andiam. Currentzis arbeitet klar auf der Basis historisch informierter Aufführungspraxis - Tempi, Instrumente, Continuo- und Verzierungspraxis - wobei mir im konkreten Fall die Nähe zu René Jacobs besonders auffiel. Die Gewalt der Komturszene im zweiten Aktfinale trifft Currentzis m.E. aber viel besser; der fast 80jährige Robert Lloyd als Commendatore macht seine Sache nach wie vor gut. Das Continuo dominiert generell stark: die Schnitte zwischen Rezitativ und Arie werden fast immer durch improvisierte Überleitungen reizvoll verwischt, Hammerklavier und Barockgitarre (gelegentlich auch moderne Gitarre) wirken eifrig auch in den Arien und Ensembles mit. Da bin ich hin- und hergerissen: muss bei Giovannis Ständchen das Hammerklavier zur Mandolinenbegleitung wirklich noch eine zweite, imitierende Stimme hinzuimprovisieren? Vom solide, aber weitgehend glanzlos und uncharismatisch singenden Titelrollendarsteller Dimitris Tiliakos, dessen Part doch hier die Hauptsache sein sollte, bleibt da nicht mehr viel übrig. Muss die (gelegentlich möglicherweise elektronisch verstärkte) Gitarre in vielen Ensembles so stark durchklingen und den in schnelleren Tutti-Passagen ohnehin schon perkussiv geprägten Klang durch Skandieren auf den schweren Taktteilen noch gewaltsamer prägen (Finch'han dal vino oder Riposate, vezzose ragazze im ersten Finale)? Im Gegensatz zu den Soloszenen und Duetten wirken die größeren Ensembles fahriger, teils durch stark gehetzte Tempi überwiegend aufs Zusammenbleiben bedacht. Die blitzartigen Übergänge oder "Beleuchtungswechsel" vor dem Auftritt des maskierten Trios im ersten Finale oder vor Annas Einsatz im Sextett des zweiten Akts klingen beiläufig, gehen fast unter. Und die berühmte Übereinanderlagerung der drei Tänze im ersten Aktfinale wird klanglich und szenisch verschenkt, schon weil die entsprechenden Instrumentalisten im Orchester sitzen- bzw. stehenbleiben, anstatt sich als zusammengehörige Banda räumlich zu separieren.

      Solide halbszenische Zurichtung, wie man sie in letzter Zeit öfter sieht. Manchmal witzig, wenn Zerlina (ohne Tadel, sonst wenig auffällig: Christina Gansch) beim Batti, batti öfters gegenüber dem Solocellisten handgreiflich wird. Manchmal mit Knalleffekt, wenn das Partyvolk im ersten Finale den Saal stürmt und ein Transparent mit Viva la libertà-Aufschrift entrollt. Oder das Stück weiterentwickelnd, wenn Giovanni und Leporello (Kyle Ketelsen klingt seinem Herrn sehr ähnlich, was nicht immer von Vorteil ist) im Terzett mit Elvira (Federica Lombardi: gehobener Standard; durch das vollere, vibratoreichere Timbre deutlich von Donna Anna unterschieden) nicht nur die Kleider sondern entgegen der Partitur teilweise auch ihre stimmlichen Parts tauschen. Die theatralischste Person auf der Bühne war (neben der entfesselten Pavlova) Currentzis selbst, dessen wüste Gestik und Ausflüge vom Pult ins Orchester stellenweise für Heiterkeit im Publikum sorgten. Der mit Abstand beste Gag: die Komturszene geht zu Ende, alle warten auf die scena ultima, keine Hand rührt sich - nach vielleicht zwanzig Sekunden verlassen Currentzis und die Sänger die Bühne. Tatsächlich, Currentzis hat das Schlussextett (der sog. Wiener Fassung folgend) gestrichen, das hat man lange nicht erlebt. Dirigent, Sänger und Orchester nehmen den stürmischen Beifall entgegen, verbeugen sich mehrfach, plötzlich - jetzt erst - gibt Currentzis den Einsatz zur scena ultima (ironischerweise unter Beteiligung von Giovanni und Komtur in der Schlussfuge), deren prekäre Stellung so besonders pointiert hervorgehoben wurde.

      Trotz aller Kritik im Detail: von den Currentzis-Aufführungen, die ich im Lauf der Jahre erlebt habe, war das eine der überzeugendsten.

      :wink:
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    • Zwielicht schrieb:

      Nach ursprünglicher Planung hätte Currentzis im September an 14 Abenden, also durchschnittlich fast jeden zweiten Tag, ein Konzert bzw. eine semikonzertante Oper dirigiert. Fast schon gergievsche Zahlen. Kein Wunder, dass bei ihm leicht kokettierend der Wunsch aufkeimt, nur noch an drei Abenden pro Jahr zu dirigieren...

      "Das strapazierte Zeitbudget" des Dirigenten sowie eine kryptische "konzeptionelle Neuausrichtung des Ensemble MusicAeterna" führen laut Management von MusicAeterna kurzfristig dazu, dass Currentzis im März 2020 bei geplanten kompletten Aufführungen der Beethovensinfonien im Wiener Konzerthaus und beim Bonner Beethovenfest nur einen Teil der Konzerte dirigieren wird (jeweils drei von fünf, den Rest übernimmt Giovanni Antonini).

      klassik-heute.com/4daction/www_aktuelles_meldung?id=22757
      slippedisc.com/2019/10/currentzis-cuts-beethoven/

      Auf der Website des Wiener Konzerthauses (konzerthaus.at/konzert/eventid/57131) hört sich das so an: Die Konzerte der musicAeterna sind durch Authentizität und Lebendigkeit in Kombination mit einer außergewöhnlichen instrumentaltechnischen und künstlerischen Brillanz charakterisiert. Um diesem Anspruch weiterhin gerecht zu werden, hat sich Teodor Currentzis dazu entschlossen, die Aufgabe der künstlerischen Leitung der fünfteiligen Aufführung aller Symphonien von Ludwig van Beethoven mit Giovanni Antonini zu teilen.

      Vielleicht Teil einer allmählichen Absetzbewegung Currentzis' in Richtung etablierter Institutionen des west- und mitteleuropäischen Musiklebens? Immerhin verläuft die Teilabsage geordneter als der berüchtigte Absprung von den Donaueschinger Musiktagen 2012: swr.de/swrclassic/donauesching…zis,article-swr-1602.html

      :wink:
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    • Zwielicht schrieb:

      Vielleicht Teil einer allmählichen Absetzbewegung Currentzis' in Richtung etablierter Institutionen des west- und mitteleuropäischen Musiklebens? Immerhin verläuft die Teilabsage geordneter als der berüchtigte Absprung von den Donaueschinger Musiktagen 2012: swr.de/swrclassic/donauesching…zis,article-swr-1602.html

      Diese Donaueschingen-Episode war mir gar nicht bewusst - sehr interessant... Was ich an der Geschichte nicht verstehe: natürlich gibt es keine "Aufnahmen" im eigentlichen Sinne, wenn das Stück eine Weltpremiere sein wird. Aber was doch machbar sein sollte, ist das Versenden der Version, die ein Notenprogramm abspielt. Das klingt natürlich nicht richtig nach dem fertigen Stück, aber für einen ersten Eindruck reicht es. Ich habe 1996 mal an zwei Weltpremieren musizierend mitgewirkt, und damals wurden wir als Instrumentalisten auf diese Weise auf die Stücke vorbereitet. Wir haben die Notenprogramm-Versionen seinerzeit noch auf Kassette erhalten, im Jahr 2012 hätte man sie vermutlich als mp3-Dateien an Currentzis schicken können (ggf. per Dropbox o.ä.). Das Low-Tech-Versenden der Partituren per Post nach Perm geht in eine ähnliche Richtung - das hätte man 2012 doch wohl auch elektronisch lösen können.

      Sorry für das OT - die Regelung für die Beethoven-Sinfonien ist ja nicht minder diskussionswürdig. Bei einem solchen Prestige-Projekt teilt man sich die Arbeit doch eigentlich nicht mit einem Kollegen - auch nicht, wenn der Antonini heißt.

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Symbol schrieb:

      Aber was doch machbar sein sollte, ist das Versenden der Version, die ein Notenprogramm abspielt. Das klingt natürlich nicht richtig nach dem fertigen Stück, aber für einen ersten Eindruck reicht es. Ich habe 1996 mal an zwei Weltpremieren musizierend mitgewirkt, und damals wurden wir als Instrumentalisten auf diese Weise auf die Stücke vorbereitet. Wir haben die Notenprogramm-Versionen seinerzeit noch auf Kassette erhalten, im Jahr 2012 hätte man sie vermutlich als mp3-Dateien an Currentzis schicken können (ggf. per Dropbox o.ä.).
      Nicht dass ich mich da auskennen würde. Aber wenn ich z.B. Moritz Eggerts Bericht über Sampleprogramme für "Sibelius" (Stand September 2013) lese ("dass es nur für Komponisten Sinn macht, die Bedarf an akustischer Simulation von Musik ohne allzu viele spezielle Spieltechniken haben, sprich: Lachenmann und Ferneyough ließen sich nur schwer und unbefriedigend realisieren") und dann die Beschreibung eines der in besagtem Konzert uraufgeführten Stücke ("My My Country" von Martin Smolka) dazu in Beziehung setze, kann ich mir vorstellen, dass das Abspielen eines damals gängigen Notenprogramms damals nur sehr unbefriedigend gewirkt hätte bzw. nur sehr kompliziert zu realisieren gewesen wäre. Ich hätte mir auch vorgestellt, dass bei orchestralen Uraufführungen auf diesem Niveau (Donaueschingen/SWR-Orchester/Currentzis) die traditionelle Erarbeitung (Partiturstudium, ausgiebige Proben) nach wie vor Standard sei - aber da mag ich naiv sein...

      Symbol schrieb:

      die Regelung für die Beethoven-Sinfonien ist ja nicht minder diskussionswürdig. Bei einem solchen Prestige-Projekt teilt man sich die Arbeit doch eigentlich nicht mit einem Kollegen - auch nicht, wenn der Antonini heißt
      Könnte man m.E. drüber diskutieren, wenn es von vornherein Konzept gewesen wäre. Aber die Aufteilung der Konzerte zwischen den beiden Dirigenten ist ja offenbar nur ein Notbehelf, weil Currentzis aufgrund der Überfülle seiner Verpflichtungen ("das strapazierte Zeitbudget") einen Rückzieher machen musste. Was zumindest im Falle des Bonner Beethovenfestes, bei dem der Vorverkauf bereits läuft, dazu führt, dass der Veranstalter sich genötigt fühlt, den Kunden die Möglichkeit der Kartenrückgabe einzuräumen.

      Mir geht es nicht um Currentzis-Bashing. Ich halte ihn trotz aller möglichen und auch notwendigen Kritik derzeit für einen der interessantesten Dirigenten - das habe ich in diesem Thread immer wieder versucht zu begründen. Aber wie er sich dem Musikbetrieb, dessen Termindruck und einer spezifischen Vermarktung ausliefert (trotz des von ihm gepflegten Image, genau das nicht zu tun), ist schon beängstigend. In dieser Hinsicht ähnlich (wenn auch sonst ganz anders): Andris Nelsons, der wie wild in der Welt herumreist, x verschiedene Orchester dirigiert, gleichzeitig Schostakowitsch-, Bruckner- und Beethovenzyklen abspult - als wolle er noch in seinen Vierzigern das gesamte Standardrepertoire eingedeckelt haben. Aber das ist eine andere Geschichte.

      :wink:
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    • Zwielicht schrieb:

      Aber wenn ich z.B. Moritz Eggerts Bericht über Sampleprogramme für "Sibelius" (Stand September 2013) lese ("dass es nur für Komponisten Sinn macht, die Bedarf an akustischer Simulation von Musik ohne allzu viele spezielle Spieltechniken haben, sprich: Lachenmann und Ferneyough ließen sich nur schwer und unbefriedigend realisieren") und dann die Beschreibung eines der in besagtem Konzert uraufgeführten Stücke ("My My Country" von Martin Smolka) dazu in Beziehung setze, kann ich mir vorstellen, dass das Abspielen eines damals gängigen Notenprogramms damals nur sehr unbefriedigend gewirkt hätte bzw. nur sehr kompliziert zu realisieren gewesen wäre.

      Das mag natürlich sein. Diese Simulationsprogramme sind zwar schon recht gut und können auch einige spezielle Spieltechniken berücksichtigen, aber so etwas wie "furze in die Trompete" können sie sicherlich nicht umsetzen. :D Wie es mit Mikrotönen aussieht (vergl. die von Dir verlinkte Beschreibung), ist mir nicht bekannt.

      Zwielicht schrieb:

      Mir geht es nicht um Currentzis-Bashing. Ich halte ihn trotz aller möglichen und auch notwendigen Kritik derzeit für einen der interessantesten Dirigenten - das habe ich in diesem Thread immer wieder versucht zu begründen.

      Das sehe ich ähnlich, auch wenn seine Beiträge zum Tonträgermarkt dies bisher wohl noch nicht ganz untermauern können. Dies würde für einen Kirill Petrenko aber wohl auch gelten. Vielleicht sind die Zeiten vorbei, in denen Dirigenten durch aufsehenerregende Einspielungen zu Ruhm und Ehre gekommen sind. Das ist dann aber wohl ein anderes Thema...

      Zwielicht schrieb:

      Aber wie er sich dem Musikbetrieb, dessen Termindruck und einer spezifischen Vermarktung ausliefert (trotz des von ihm gepflegten Image, genau das nicht zu tun), ist schon beängstigend.

      Das verstehe ich auch nicht ganz. Es müssen ja nicht gleich die genannten drei Konzerte pro Jahr werden, aber wieso kann er nicht etwas zurückhaltender mit der Annahme von Verpflichtungen sein? Er ist m. E. mittlerweile so etabliert, dass er keine Angst mehr vor Nicht-Beachtung haben müsste, wenn er es ein wenig langsamer angehen ließe. Ein gewisser Carlos Kleiber hat diese Verknappung der Güter ja sogar mal zu seinem Markenzeichen gemacht. So weit möge Currentzis bitte nicht gehen, aber muss er sich den derzeitigen Stress wirklich antun?

      Was eine Rolle spielen könnte: wie ist es denn mit der Finanzierung von MusicAeterna? Müssen die vielleicht eine gewisse Zahl von Konzerten pro Jahr runterkloppen, um fortbestehen zu können? Falls ja: vielleicht werden sie von vielen Veranstaltern nur gebucht, wenn Currentzis dirigiert (oder dies zumindest in Aussicht stellt). Das ist aber natürlich reine Spekulation meinerseits.

      Zwielicht schrieb:

      In dieser Hinsicht ähnlich (wenn auch sonst ganz anders): Andris Nelsons, der wie wild in der Welt herumreist, x verschiedene Orchester dirigiert, gleichzeitig Schostakowitsch-, Bruckner- und Beethovenzyklen abspult - als wolle er noch in seinen Vierzigern das gesamte Standardrepertoire eingedeckelt haben. Aber das ist eine andere Geschichte.

      In der Tat eine andere Geschichte... Ich habe dazu etwas erfahren, das aber m. E. nicht hierher gehört.

      LG :wink:
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    • Symbol schrieb:

      Das verstehe ich auch nicht ganz. Es müssen ja nicht gleich die genannten drei Konzerte pro Jahr werden, aber wieso kann er nicht etwas zurückhaltender mit der Annahme von Verpflichtungen sein? Er ist m. E. mittlerweile so etabliert, dass er keine Angst mehr vor Nicht-Beachtung haben müsste, wenn er es ein wenig langsamer angehen ließe. Ein gewisser Carlos Kleiber hat diese Verknappung der Güter ja sogar mal zu seinem Markenzeichen gemacht. So weit möge Currentzis bitte nicht gehen, aber muss er sich den derzeitigen Stress wirklich antun?
      Ist vielleicht einfacher gesagt als getan - einem Sog kann man nur schwer widerstehen. Ich kann nur spekulieren: Es fängt mit einer gewissen Karriereplanung an - man wird bei einem zweiten Orchester Chef und verdoppelt damit seine Verpflichtungen. MusicAeterna bleibt Currentzis' Standbein, auch im Tonträgermarkt. Mit dem SWR-Orchester erhält er Eintritt (bzw. ein Sprungbrett) in die etablierten Institutionen des westlichen Musiklebens. Mit dem wachsendem Ruhm kommen dann auch vermehrt Einladungen zu Institutionen mit großem Namen - in der laufenden Spielzeit das Debut bei den Berliner Philharmonikern, ab der nächsten oder übernächsten Spielzeit Premieren an der Wiener Staatsoper. Das lehnt man dann auch nicht unbedingt ab. Apropos Wiener Staatsoper: Hier wird bekanntlich demnächst Bogdan Roščić, bisher Currentzis' großer Förderer bei Sony, zum Intendanten. Die Rolle der Agenten und Manager sollte man nicht unterschätzen, Currentzis macht vermutlich kaum selbst seine Terminpläne. (Mir fällt übrigens noch ein dritter Fall von Absage ein: Im November 2016 hat Currentzis kurzfristig das Premierendirigat von Mozarts Entführung an der Zürcher Oper abgeblasen und seinen Cembalisten Maxim Emelyanychev ans Pult befördert.)

      :wink:
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    • Zwielicht schrieb:

      Die Rolle der Agenten und Manager sollte man nicht unterschätzen, Currentzis macht vermutlich kaum selbst seine Terminpläne.

      Definitiv - die Macht der Agenturen im Klassik-Betrieb ist erheblich (und hat m. E. partiell schädliche Dimensionen angenommen).

      Zwielicht schrieb:

      Mir fällt übrigens noch ein dritter Fall von Absage ein: Im November 2016 hat Currentzis kurzfristig das Premierendirigat von Mozarts Entführung an der Zürcher Oper abgeblasen und seinen Cembalisten Maxim Emelyanychev ans Pult befördert.

      Interessant, auch dieser Fall war mir nicht mehr gegenwärtig.

      LG :wink:
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