Teodor Currentzis

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    • Und ich glaube, man verwechselt hier die Begriffe Dilettant und Exzentriker. Zu letzterem kann man TC durchaus zählen und das muss natürlich nicht jedem gefallen. Wer ersteres behauptet, offenbart lediglich eine unter Vorurteilen krankende Geisteshaltung. "Jemand, der sich nicht als Fachmann, sondern als Laie mit einer Sache beschäftigt" - Meine Damen und Herren, ein Laie hat gerade die Berliner Philharmoniker dirigiert und wurde dafür von tausenden Klassikbegeisterten gefeiert (die hier natürlich alle billiger Unterhaltungskunst applaudiert haben)!

      Currentzis ist was Exzentrik angeht noch sehr sehr weit hiervon entfernt: youtube.com/watch?v=w2JBT0HC98I
      (Leonard Bernstein live mit Tschaikowskys 5. Symphonie, BSO in Tanglewood)

      Wir alle wissen, wie das am Ende ausging: Spoileralarm, der Dirigent wurde einigermaßen erfolgreich und beliebt. Sogar bei den heiligen Kritikern.
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • rutscht das jetzt wieder in die gehabte Diskussion rein, ob man ausgewiesene Musikprofis als "unmusikalisch" oder auch als "Dilettanten" bezeichnen darf?

      ich plädiere nach wie vor dafür, solche Aussagen so zu verstehen, wie sie gemeint sind, nämlich die Begriffe nicht wörtlich im engen Sinn benutzt, sondern als ästhetische Kritik. Sowas ist gang und gäbe, und sollte auch auf Capriccio kein Problem darstellen.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • zabki schrieb:

      rutscht das jetzt wieder in die gehabte Diskussion rein, ob man ausgewiesene Musikprofis als "unmusikalisch" oder auch als "Dilettanten" bezeichnen darf?
      ... woran ich (wie mir jetzt auffällt) mitschuldig bin, weil ich (unabsichtlich) genau das geliefert hab, was anderen eine Vorlage bietet für die Debatten, die wir schon zur Genüge hatten.
      Wenn ich Zeit habe, höre ich mal zumindest teilweise eine Currentzis-Aufnahme und schreibe meinen Eindruck, dann wird das handfester und konkreter als "Er kann nichts, ist ein Krawallmacher etc".
    • Ein Dilettant im Sinne von Amateur, Liebhaber, Laie ist Currentzis offensichtlich nicht, und ob er Dilettant im heute meistens gemeinten Sinne von Stümper o.ä. ist, mag dann jeder für sich beurteilen. Ich hatte leider noch nicht die Gelegenheit, Currentzis live zu erleben, aber ich finde einige seiner Aufnahmen ganz großartig (z.B. das Mozart-Requiem und das Tschaikowski-Violinkozert mit Patricia Kopatchinskaja). Folglich gehöre ich eher ins Lager seiner Anhänger, ohne ihn deswegen gleich zum Heilsbringer der klassischen Musik zu stilisieren. Dass er exzentrisch ist und bei seinen Auftritten einiges an Show dabei ist, stimmt sicherlich, aber das muss kein Nachteil sein, wenn die musikalische Substanz stimmt. Und dass er so stark polarisiert, finde ich auf jeden Fall sehr gut - es ist doch wunderbar, dass über ihn (nicht nur hier) so leidenschaftlich gestritten wird. :)
      Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.
    • Felix Meritis schrieb:

      Wenn ich daran denke, was alles gang und gäbe ist.... Lasst uns doch einfach zivilisiert diskutieren, und alle sind glücklich!
      ach ja, da bleibt einem wohl nur ein Schuß wehmütiger Nostalgie übrig:

      Dass es eine Zeit gegeben haben soll, wo Künstler – und zumal Literaten – distinkte Programmatiken formulieren, durchsetzen und damit die Welt verändern wollten, wo ästhetische Forderungen erhoben, Verdikte ausgesprochen und dabei Geltung beansprucht wurde und es infolgedessen nicht bloß monadisch nebeneinanderherkonkurrierende Content-Provider, sondern Verbündete und Gegner gab – all das wirkt von heute aus gesehen so fern, so rätselhaft [...]

      jogustine.uni-mainz.de/scripts…3884675673761,-N0,-N0,-N0
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Felix Meritis schrieb:

      Ja, nach einem Jahrhundert der Massenvernichtungen und totalitätren Regime ist man plötzlich draufgekommen, dass Toleranz und Respekt wichtig sind.
      Personen gegenüber, aber nicht gegenüber künstlerischen Leistungen. Und die sind gemeint, auch wenn man das personenbezogen formuliert.

      edit:

      ich vertrete natürlich nicht eine Art Verpflichtung zur Polemik. Eine prinzpiell verständnisvolle Haltung in Kunstsachen ist völlig legitim. Aber ebenso eine "intolerante", parteiliche, polemische.
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Ist es wirklich so schwierig, die eigene Ansicht auf sinnvolle und nachvollziehbare Weise darzustellen? Dieses hyperbole Geschriebsel, das allerorten das Intranet verseucht, reizt mich zum energischen Widerspruch. Natürlich ist Currentzis KEIN Dilettant. Wer das entgegen aller Fakten behauptet, muss halt mit energischem Widerspruch rechnent. Ich plädiere für intellektuelle Hygiene und Redlichkeit. Und damit ist das Thema für mich beendet, denn der Thread sollte sich um das Thema Currentzis drehen.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Felix Meritis schrieb:

      Ja, nach einem Jahrhundert der Massenvernichtungen und totalitätren Regime ist man plötzlich draufgekommen, dass Toleranz und Respekt wichtig sind.
      Ne Nummer kleiner gehts nicht? BTW waren die ~5000 Jahre Geschichte vorher auch nicht wesentlich friedlicher, so dass ich gewisse Zweifel an der Ursächlichkeit der "radikalen Künstler" (oder entsprechender Theoretiker) für die Greuel des 20. Jhds. habe...
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Bertarido schrieb:

      und ob er Dilettant im heute meistens gemeinten Sinne von Stümper o.ä. ist, mag dann jeder für sich beurteilen.
      Stümper würde mMn Fähigkeiten wie die Schlagtechnik bezeichnen. Diese werden ihm aber keineswegs abgesprochen, im Gegenteil. Ich selbst habe mich noch kaum mit Currentzis beschäftigt. Ich habe nur ein Teaservideo mit ihm und Kopachinskaya anlässlich ihrer Einspielung des Mendelssohn VK gesehen. Sowohl die Realisierung als auch die Begründung für die Realisierung (in Mendelssohn sei schon die Schoa vorausahnbar) fand ich dermaßen geschmacklos (!!!), dass ich nichts mehr mit ihm zu schaffen haben wollte. Natürlich ein Vorurteil.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Bertarido schrieb:

      Dass er exzentrisch ist und bei seinen Auftritten einiges an Show dabei ist, stimmt sicherlich, aber das muss kein Nachteil sein, wenn die musikalische Substanz stimmt. Und dass er so stark polarisiert, finde ich auf jeden Fall sehr gut - es ist doch wunderbar, dass über ihn (nicht nur hier) so leidenschaftlich gestritten wird.
      :cincinsekt:
      Das haben music lover und ich weiter oben auch schon festgestellt :)
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • music lover schrieb:

      Giovanni di Tolon schrieb:

      Drum meine Frage an die Konzertgänger: war das im Saal auch so leise? (...)

      Da Emotionen ja bekanntlich lediglich im Saal zu erleben sind, auch hier die Frage an die Konzertgänger: wie war das?

      Tichy schrieb:

      Die Meinung aus dem Saal interessiert mich daher auch sehr
      Ich fühle mich angesprochen, da ich gestern im Saal war, und zudem habe ich durch mein Live-Erlebnis in der Elbphilharmonie am 1. April 2019 eine direkte Vergleichsmöglichkeit zwischen zwei Aufführungen des Verdi-Requiems mit Teodor Currentzis. Bei beiden Konzerten hatte er die Sopranistin Zarina Abaeva sowie den Chor von musicAeterna dabei. Anstelle der weiteren Solisten Annalisa Stroppa, Sergej Romanowsky und Evgeny Stavinsky waren es in Hamburg Vardui Abrahamyan, René Barbera und Tareq Nazmi. Und anstelle der Berliner Philharmoniker spielte in Hamburg das Orchester von musicAeterna. In Hamburg gab es eine Aufführung mit Chor und Orchester in Mönchskutte, während in Berlin das Orchester wie üblich Frack und Abendkleid trug. Auch der Chor erschien nicht in Mönchskutte. Selbstredend saß in Berlin das Orchester, wie man das halt so macht, während es in Hamburg - den Intentionen von Currentzis folgend - im Stehen spielte.

      Ich habe Currentzis bisher mit vier Orchestern live erlebt: Mit musicAeterna, mit dem SWR Sinfonieorchester, mit dem Mahler Chamber Orchestra und nun mit den Berliner Philharmonikern. Während die beiden erstgenannten Ensembles ohnehin vollständig auf ihren Chefdirigenten eingeschworen sind, zeigte sich das Mahler Chamber Orchestra ähnlich offen für Currentzis' Vorstellungen und setzte diese perfekt um. Gestern bei den Berliner Philharmonikern ergab sich leider ein vollständig anderes Bild. Der Magier Currentzis traf auf ein Orchester, das sowohl bei mir als auch bei meiner Begleitung zu keinem Zeitpunkt den Eindruck aufkommen ließ, sich auf diesen sehr besonderen Dirigenten einzulassen und seinen Weg mitzugehen. Das Orchester wirkte trotz des wie üblich abgerufenen orchestralen Glanzes distanziert, ohne innere Anteilnahme, fast schon wie eine Organisation, die "Dienst nach Vorschrift" macht. Das hatte natürlich auch Rückwirkungen auf den Dirigenten, der gestern weitaus weniger mit vollem Körpereinsatz dabei war, als ich es sonst von ihm gewohnt bin. Richtig in seinem Element war er dann, als es den Chor zu dirigieren galt, und bezeichnenderweise rückte er das Pult, auf dem seine Partitur lag, in einer Satzpause um etwa einen dreiviertel Meter weiter nach vorn (offenbar wollte er näher an seinem Chor sein).

      Ich hatte das Gefühl, dass das Orchester mit Currentzis nicht viel anfangen kann, und schon gar nicht war es bereit, irgendetwas von den Besonderheiten mitzumachen, die ein Currentzis-Abend nun mal an sich hat. ...


      Zum Chor: Ich habe noch nie eine bessere Chorleistung erlebt als in diesen beiden Verdi-Aufführungen unter Currentzis in Hamburg und Berlin. Das war eine geradezu überirdische sängerische Leistung. Eine Wucht sondergleichen. Als zu leise, lieber Benno, habe ich den Chor nicht empfunden, und selbst in der Passage, in der der Chor nur flüsterte, kamen die Laute deutlichst herüber.

      Zu den Solisten: Die Sopranistin war großartig, wenngleich ihr im "Libera me" leider der Spitzenton im Ansatz verrutschte. Sie fing den Ton aber wieder ein. Bei den beiden Herren fiel mir gelegentlich eine etwas kehlige, fast schon gurgelnde Intonation auf - ich war von ihnen nicht restlos begeistert. Umso mehr aber von der Mezzosopranistin, die - und das als Einspringerin - phänomenal ihren Part gestaltete.

      Zum Orchester: Was möglich ist, wenn sich alle Beteiligten auf der Bühne restlos auf das Konzept des Dirigenten einlassen, hat musicAeterna in der Elbphilharmonie gezeigt. Zum Niederknien beeindruckend war das. Die Berliner Philharmoniker taten dies nicht und lieferten somit nur Edelklang ab, ohne sich mitreißen zu lassen. Sehr schade. Ich bin mir sicher, dass Currentzis und die Berliner Philharmoniker nicht ein weiteres Mal zusammen arbeiten werden. Entweder laden sie ihn sowieso nicht mehr ein, oder aber Currentzis wird eine gleichwohl ausgesprochene erneute Einladung ablehnen.

      Dass das Publikum gestern gleichwohl so restlos begeistert war, zeigt, wie überwältigend Teodor Currentzis selbst dann auf die Menschen wirkt, wenn der Abend (so wie gestern) nicht vollständig so gelingt, wie er es gerne gehabt hätte. Das Publikum weiß, dass es nicht an ihm liegt, und erkennt, welch ein Charismatiker es gerade durch die letzten zwei Stunden Konzerterlebnis geführt hat.
      Lieber Music Lover,

      vielen Dank für Deine sehr ausführliche und (mich) überzeugende Schilderung des Konzerts am Samstag Abend.

      Ich finde insbesondere die Schilderung des kühl-sachlichen Umgangs des Orchesters mit TC sehr aufschlussreich.

      Aus der Sicht eines selber Aufführenden kenne ich das Fremdeln zwischen Musikergruppe und Dirigent aus eigener Anschauung: vor nicht einmal einem Monat habe ich das Verdi Requiem unter einem fremden Dirigenten im KKL gesungen und wir im Chor haben mit dem lokalen Dirigenten ziemlich intensiv gefremdelt (bei uns war es weniger das Orchester, das nicht warm geworden ist). Und diese gewisse Reserviertheit als Gruppendynamik ist etwas sehr Spannendes. Ich neige sicher nicht dazu, mein Laien-Musizieren in allen Aspekten mit der Professionalität des BPO zu vergleichen. Aber ich entnehme Deiner Schilderung, dass zwischen BPO und TC keine sofortige Liebe entstanden ist. Das finde ich natürlich: Begeisterung am gemeinsamen Handeln stellt sich entweder ein oder auch nicht. Ich würde deswegen nicht gleich von Beamtenmentalität sprechen, sondern davon, dass das Orchester natürlich schon viele Dirigenten erlebt hat und nicht immer der gleiche Funke überspringt.

      Wie gesagt, es ging mir nicht drum, zu sagen, dass der Chor grundsätzlich zu leise gewesen sei: an mancher gemurmelten 'dies irae'-Stelle steht in meiner Partitur als Anweisung eines Dirigenten 'laut denken'. An manchen eher kräftigen Stellen schienen mir Einsätze nicht präsent genug zu sein, um bei der Mikrophonierung und der Abmischung im Radio durchzukommen.

      Ich werde sicher irgendwann auch mal direkt in ein TC-Konzert kommen und mir dann meine eigene Meinung zum Gehörten bilden ....

      Gruß Benno
      Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)
    • Sadko schrieb:

      Und hier mal der Anfang einer Kritik eines Currentzis-Konzerts (Le Nozze di Figaro am 5. Sept. 2019 in Wien):

      Thomas Prochazka schrieb:

      Warum um den heißen Brei herumreden? Die gestrige Aufführung dieses Werkes war mit Sicherheit eine der schlechtesten, an die ich mich erinnere: ein drittklassiges Orchester mit drittklassigen Solisten, durch die Partitur gepeitscht von einem als Messias der Klassikwelt gehypten Dirigenten, der keine der medialen Versprechungen einzulösen vermochte.
      Oder, um Thomas Bernhard zu zitieren: »Die Aufführung war entsetzlich.«
      Dem (mir völlig unbekannten) Autor kann man einen blasierten Schreibstil etc. vorwerfen, aber sicherlich nicht musikalische Unkenntnis. An Musik-Wissen und musikalischer Urteilskraft übertrifft er alle Currentzis-Fans und mindestens drei Viertel des ganzen Capriccio-Forums locker.

      Wer das musicAeterna-Orchester als "drittklassig" bezzeichnet, wird offensichtlich nicht von allzu großer Sachkenntnis geplagt.

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Symbol schrieb:

      Wer das musicAeterna-Orchester als "drittklassig" bezzeichnet, wird offensichtlich nicht von allzu großer Sachkenntnis geplagt.
      Naja, immerhin wurde dieser Herr offenbar vorsätzlich daran gehindert, seine Sachkenntnis zu demonstrieren:

      Th. Prochazka schrieb:

      Gedimmtes Saallicht sorgte dafür, daß man Currentzis’ Entscheidungen betreffend die Tempi und die dynamischen Abstufungen nicht anhand der mitgebrachten Partitur überprüfen konnte.
      Das erinnert mich an eine andere Diskussion, die wir hier an anderer Stelle mal hatten... :whistling:

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Habe gerade das Verdi- Requiem gehört mit den Berlinern- und finde den Mitschnitt mit seinem musicAeterna gelungener.
      Um Welten feinsinniger und sensibler....mag an mir liegen, dass Verdi nun eben nicht meine "Leibspeise" ist.
      Mit seinem Orchester geht er weniger Konzessionen ein, erlaubt sich, hier bei Verdi, eben die Stille als Basis und nicht all den Lärm der etabllierten Orchester.

      Sagt mir einfach mehr zu und macht, dass ich Verdi folge, was mir sonst eher schwerfällt.
      Völlig subjektiv also mal wieder...... || .
      "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst." Voltaire
    • Gurnemanz schrieb:

      Th. Prochazka schrieb:

      Gedimmtes Saallicht sorgte dafür, daß man Currentzis’ Entscheidungen betreffend die Tempi und die dynamischen Abstufungen nicht anhand der mitgebrachten Partitur überprüfen konnte.

      Also das tut allerdings weh. Für so etwas hätte ich mich schon vor 20 Jahren in meiner ersten Konzertbesprechung als freier und, beruflich bedingt, nur recht gelegentlicher Mitarbeiter in unserer wahrlich nicht weltbekannten Tageszeitung geniert. Ich hatte sogar mal Noten dabei und hätte sie auch verwenden können, mich dann aber doch nicht getraut. Da muss man nun wirklich drüberstehen.

      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Gurnemanz schrieb:

      Das erinnert mich an eine andere Diskussion, die wir hier an anderer Stelle mal hatten...
      allerdings ... ;)
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).