Teodor Currentzis

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    • Mauerblümchen schrieb:

      Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, hat er gegen Ende des letzten Satzes das Licht wegdimmen lassen.
      auch du, Brutus?
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • zabki schrieb:

      auch du, Brutus?
      Für mich spielt es überhaupt keine Rolle, dass Abbado das irgendwann auch einmal gemacht hat. Irgendeine weitere Ausnahme lässt sich immer noch finden, aber Tatsache ist jedenfalls, dass der weitaus größte Teil aller Dirigenten keine außermusikalischen Spirenzchen á la Cuerrentzis nötig hatte und hat. Mich widert der ganze pseudoliturgische Zirkus einfach nur an. <X

      Beste Grüße

      Bernd
    • Knulp schrieb:

      Gibt es Meinungen dazu, ob Currentzis es schafft, mit seiner besonderen Herangehensart, die ich Mätzchen zu nennen mir verkneife, der von uns geschätzten klassischen Musik neue Zuschauer/Hörer zu erschließen?
      :top:
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • Knulp schrieb:

      Gibt es Meinungen dazu, ob Currentzis es schafft, mit seiner besonderen Herangehensart, die ich Mätzchen zu nennen mir verkneife, der von uns geschätzten klassischen Musik neue Zuschauer/Hörer zu erschließen?
      Hmmmm ... folgende Frage brennt mir eher auf den Nägeln:

      Gibt es Meinungen dazu, ob Currentzis es schafft, mit seiner besonderen Herangehensart, die ich Mätzchen zu nennen mir verkneife, der von uns geschätzten klassischen Musik bei der gegebenen Zuschauermenge neue Einsichten zu erschließen?

      Gruß
      MB

      :wink:
      Un homme d'esprit est perdu s'il ne joint pas à l'esprit l'énergie de caractère. Quand on a la lanterne de Diogène, il faut avoir son bâton. (Nicolas-Sébastien de Chamfort)
    • Mauerblümchen schrieb:

      Gibt es Meinungen dazu, ob Currentzis es schafft, mit seiner besonderen Herangehensart, die ich Mätzchen zu nennen mir verkneife, der von uns geschätzten klassischen Musik bei der gegebenen Zuschauermenge neue Einsichten zu erschließen?
      Hierzu nur ein Detail, das mir in zwei Konzerten mit Currentzis aufgefallen ist: Er schaffte es, zeitweilig die Musik fast zur Stille zu bringen, durch überraschende Tempoverzögerungen und Pianissimostellen, dort, wo ich das bislang nicht so gehört zu haben meinte. Es war, als wollte er die in der Musik enthaltene Stille bis ins Extrem auskosten. So schien es mir bei Tschaikowskis Fünfter (wo ich das nicht immer überzeugend fand) und in Schostakowitschs Siebter (wo es mich berührte).

      Dazu könnte durchaus passen, daß am Ende von Mahlers Neunter das Licht erlischt, als visuelle Entsprechung. Ich betone: könnte. Demnächst vielleicht mehr dazu.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Das mit den Einsichten finde ich leichter, liegt aber auf einer anderen Ebene. Meine Gleichung geht so:

      Mätzchen erschließen evtl. Publikum, das auf Mätzchen abfährt, also auch Chöre in Mönchskutten gut findet, nachdem es im Sommer gerade erste eine Oper open air gehört hat.

      Dirigentische Detailarbeit und Neubearbeitung bekannter Herangehensweisen kann neue Einsichten erschließen, und zwar auch für Kenner wie z. B. unseren music lover.

      Neue Einsichten am Beispiel der 6. Sinfonie Tchaikovskys: Die ersten paar Takte spielt Currentzis deutilch anders als alle Dirigenten auf den sonstigen Aufnahmen, die ich greifbar habe (sind nicht wenige). Ich höre das und finde das interessant. Die Geschichte habe ich im Forum schon einmal erzählt: Ich habe in die Noten geschaut und weit über zehn verschiedene Anfänge gehört, so neugierig hat mich Currentzis' Musizieren gemacht. Neue Einsicht? Vielleicht ist das zu hoch gegriffen. Aber neues Interesse auch an altbekannten Werken. Currentzis' Anfang war mit den Noten vor Augen alles andere als abstrus.
    • Knulp schrieb:

      Mätzchen erschließen evtl. Publikum, das auf Mätzchen abfährt, also auch Chöre in Mönchskutten gut findet, nachdem es im Sommer gerade erste eine Oper open air gehört hat.
      Das halte ich durchaus für plausibel. Und wenn Currentzis mit seinem Affentheater neues Publikum für die Klassik gewinnen würde, wäre mit demselbigen Affentheater wenigstens einem guten Zweck gedient.

      Allerdings glaube ich, dass Currentzis derzeit noch zu wenig bekannt ist, um einen entsprechenden Effekt erzielen zu können. Seine Bewunderer bilden bislang eine Art Sekte mit überschaubarer Mitgliederzahl. Das kann sich aber in nicht allzu ferner Zukunft ändern - wenn er so weitermacht wie bislang, wovon ja auszugehen ist, halte ich es nicht für unwahrscheinlich, dass die Medien immer stärker auf ihn aufmerksam werden und die "Story" um ihn kräftig ausschlachten.

      Sprich: Ich danke zwar meinem Schöpfer inständig dafür, dass ich es auf der Oboe nicht weit genug gebracht habe, um unter einem solchen Schauspieler/Selbstinszenierer "Dienst" tun zu müssen und bekomme regelmäßig grüne Pickel, wenn ich Currentzis in Action sehe, aber möglicherweise kann der Mann tatsächlich irgendetwas für die weitere Verbreitung der klassischen Musik leisten....

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Ich habe mir die aktuelle Live-Übertragung von Mahlers 9. eben auch mal neugierdehalber angesehen. Wobei ich diese Symphonie auch noch nie gehört habe und auch ansonsten Mahler so gut wie überhaupt nicht kenne :schaem1:
      Eben haben mich aber weder die Symphonie noch Currentzis Dirrigat irgendwie berührt, geschweige denn vom Hocker gerissen :versteck1:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      Ich habe mir die aktuelle Live-Übertragung von Mahlers 9. eben auch mal neugierdehalber angesehen. Wobei ich diese Symphonie auch noch nie gehört habe und auch ansonsten Mahler so gut wie überhaupt nicht kenne :schaem1:
      Eben haben mich aber weder die Symphonie noch Currentzis Dirrigat irgendwie berührt, geschweige denn vom Hocker gerissen :versteck1:
      Auf meinem Gerät hat der Stream leider nur beding funktioniert (immer wieder Unterbrechungen und neu laden) und auch die Tonqualität war nicht besonders. Aber was Allegro über die Wirkung der Musik auf ihn (be)schreibt, kann ich - mit allem wenn und aber im Hinblick auf die genannten Probleme - unterschreiben.
    • zabki schrieb:

      in der oper gibts eine Bühne mit Bühnenhandlung, das "Licht aus" fordert die Wahrnehmbarkeit und Konzentration auf diese, ist aber kein Spezialeffekt, der das, was sich in der Musik tut, nochmal stimmungsmäßig zu überhöhen.
      'Licht aus' zu Beginn gilt aber in den meisten Fällen wohl der Ouvertüre, also der Musik.

      Knulp schrieb:

      Gibt es Meinungen dazu, ob Currentzis es schafft, mit seiner besonderen Herangehensart, die ich Mätzchen zu nennen mir verkneife, der von uns geschätzten klassischen Musik neue Zuschauer/Hörer zu erschließen?
      Gibt es Meinungen dazu, ob 'normale' Dirigenten mit ihren herkömmlichen Herangehensweisen, der von uns geschätzten Musik neue Zuschauer/Hörer erschließen?

      Ich habe nicht den Eindruck, dass in einem durchschnittlichen Konzert, also mit einem Dirigenten wie wir ihn kennen und mit einem gängigen Programm sich nun die Massen von jungen Menschen drängeln würden.

      Und wenn Currentzis mit seinen Mönchskutten Menschen anspricht, die 'auf Mätzchen abfahren, nachdem sie im Sommer gerade eine erste Oper open air gehört haben' (wobei es ihm dabei darum sicherlich nicht geht), dann sollte es mir recht sein, weil die Menschen (Und wir wollen doch neue Hörerkreise in die Konzertsäle bringen, oder?) als 'Beiwerk' eben auch die Musik zu hören bekommen.

      Persönlich wäre ich übrigens froh, wenn bei bestimmten Werken das Licht am Ende weggedimmt werden würde, damit ich selber, ohne Angst von vorzeitigem Klatschen, noch einmal in das gerade Erlebte hinein lauschen könnte.

      :wink: Wolfram
    • Knulp schrieb:

      Langweilig geht für Fans aber nun gar nicht.
      Mahlers 9. ist nun mal unglaublich langweilig :schaem1: :schaem1: :versteck1: :versteck1: - dafür kann Currentzis eher wenig, wenn man davon absieht, dass er diese grottenöde :sleeping: :schaem1: :schaem1: :schaem1: :versteck1: :versteck1: :versteck1: Musik überhaupt dirigiert.....

      ...ihr dürft jetzt gerne offtopisch auf mich einprügeln - ich habe es nicht anders gewollt! :versteck1: :versteck1: :versteck1: :versteck1: :versteck1:

      Und davon abgesehen geht langweilig in puncto Werk für Fans durchaus - Hauptsache ist, dass der hochverehrte Magier überhaupt am Pult steht! Was für eine Komposition er dirigiert, spielt am Ende eine Nebenrolle...

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • MB is not amused :ohnmacht1: :D

      Es ist schon seltsam. Dieser Thread hat mittlerweile 495 Beiträge.
      Jansons 0. Salonen erst ganz neu dazu gekommen.
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • arundo donax schrieb:

      Und davon abgesehen geht langweilig in puncto Werk für Fans durchaus - Hauptsache ist, dass der hochverehrte Magier überhaupt am Pult steht!
      Ich glaube nicht, dass das auf Dauer funktioniert. Wenn ein 'Star' oder 'Magier' die Erwartungshaltung nicht erfüllt, wenn er zwar auftritt, aber nur Langeweile präsentiert, wird er von seinen Fans ganz schnell den Löwen vorgeworfen.

      Umgekehrt bedeutet das natürlich auch, dass der 'Magier' in der Auswahl seiner Programme vielleicht eher auf italienische Opernchöre und Strauß-Walzer setzen würde. ;)

      :wink: Wolfram
    • arundo donax schrieb:

      Und wenn Currentzis mit seinem Affentheater neues Publikum für die Klassik gewinnen würde, wäre mit demselbigen Affentheater wenigstens einem guten Zweck gedient
      Den "guten Zweck" wünsche ich höchstlich. Vermutlich wird sich Aufmerksamkeit potentiellen Neo-Publikums leider eher aufs sog "Affentheater" richten und weniger die Mucke erreichen :( ... diese verkehrte Perspektive droht im ungünstigen Falll sich sogar zu verfestigen...
      allerdings ist mir das Currentzis Drumherum unbekannt (und auch wumpe), ich kenns nur vom Hören und Sagen. Weil ich mir seine Mucken-Strings lediglich audio-like einschmeisse.
      Seine Mahler S4 und Brahms S3 -Mischnitte kommen sehr fetzig rüber. Bei Mahler 3 bevorzuge ich weiterhin Gatti-live (aus Paris) und Mehta-live (mit IPO), weil generell mehr Transparenz und Dynamik.

      arundo donax schrieb:

      Mahlers 9. ist nun mal unglaublich langweilig - dafür kann Currentzis eher wenig, wenn man davon absieht, dass er diese grottenöde Musik überhaupt dirigiert.....

      ...ihr dürft jetzt gerne offtopisch auf mich einprügeln
      Im Gegentum... vielmehr ist eine Seele zu retten für eine der mega-fetzigsten Sinfonien, vor allem hammer-geiles Andante der 9.

      Eben rübergezogenen String schnell-gecheckt. Leider Kack-Botschaft. Es gab keine Nono-Mucke als Fillup :heul1: :heul1: :heul1: :heul1: :heul1: .
      Im SWR 2 gibts gleich von 00:00 bis 02:00 Currentzis’ Midnight Lounge...
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Amfortas09 schrieb:

      Vermutlich wird sich Aufmerksamkeit potentiellen Neo-Publikums eher aufs sog "Affentheater" richten und weniger Mucke erreichen
      Also ganz ehrlich, ihr glaubt doch nicht, dass die Scharen in seine Konzerte laufen, weil er am Pult rumhampelt, weil Mönche auftauchen und er das Licht wegdimmen lässt? Nur mit 'Mätzchen' hält man ein Publikum nicht bei der Stange. Da muss noch mehr dazukommen. Wobei die Erfahrung eines anderen Umgangs mit Sinfonik und ihrer Präsentation im Konzertsaal ja auch ganz aufregend sein kann. Ist aber der eigentliche Zweck, die Musik, nicht befriedigend, wird man auf diese 'Zulagen' auch nicht reinfallen.

      :wink: Wolfram
    • Wolfram schrieb:

      Also ganz ehrlich, ihr glaubt doch nicht, dass die Scharen in seine Konzerte laufen
      Äh. sowas wurde von mir nirgendwo behauptet.. ?(

      Quasimodo schrieb:

      Im Live-Stream schon ("Hay que caminar" soñando, ungekürzt).
      Danke für Info. Vielleicht gibts Nono-Schwanengesang noch in Midnight Lounge oder ab dem 20. Dezember auf SWRClassic.de.....
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann