Teodor Currentzis

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    • Gurnemanz schrieb:

      Hierzu nur ein Detail, das mir in zwei Konzerten mit Currentzis aufgefallen ist: Er schaffte es, zeitweilig die Musik fast zur Stille zu bringen, durch überraschende Tempoverzögerungen und Pianissimostellen, dort, wo ich das bislang nicht so gehört zu haben meinte. Es war, als wollte er die in der Musik enthaltene Stille bis ins Extrem auskosten. So schien es mir bei Tschaikowskis Fünfter (wo ich das nicht immer überzeugend fand) und in Schostakowitschs Siebter (wo es mich berührte).
      Genau das ist ja auch meiner Meinung nach eines der Hauptprobleme von Currentzis: Es klingt "anders" als bei seinen Dirigentenkollegen, denn mit einem sehr willkürlichen Umgang mit den Tempi erzeugt man natürlich Effekte. Nur dass mich sowas überhaupt nicht berührt, sondern ich es für absolut verzichtbar und platt halte.
    • :wink:

      Den Begriff Mätzchen finde ich falsch. Das Interview mit Sarah Willis hat mir gezeigt, dass er keine Mätzchen macht, sondern so ist. Mal was anderes. Manche Metapher fand ich amüsant, kann aber nicht folgen, dass da etwas wahnsinnig Neues wäre. Schlimm war einmal eine Pressekonferenz mit Kopatchinskaja und Currentzis anlässlich einer Aufführung des Violinkonzerts von Mendelssohn. Das hörte sich wirklich nach Quark an und das Konzert war einfach nur durchschnittlich gespielt. Ansonsten kann man sich gut auf die Meinung der Profis in den Orchestern verlassen, die mehrheitlich positiv sind (Was wurde bei der Wahl von Kirill Petrenko alles gesagt und geschrieben. Als ob im Orcherster der Berliner Philharmoniker nur Stümper sitzen.) Genug dazu. Jetzt über den Tellerand:

      Die Currentzis Midnight Lounge! :)
      swr.de/swr2/musik-klassik/Musi…ge-dezember-2019-100.html
      Eine Legende wie FM Einheit einzuladen bezeugt definitiv seine Klasse. Viel Spaß! Man findet schnell weitere Folgen der SWR-Radio-Serie.

      Gruß, Frank
    • Liebe Freunde
      was sind das hier schon wieder für Plattitüden und Ressentiments, da muss man sich ja fremdschämen. Wenn man Mahlers Musik nicht kennt, zwingt einen niemand dazu sich zu äußern. Und wenn man Mahlers 9., die bedeutendste Symphonie des 20 Jahrhunderts, sterbenslangweilig findet, könnte man ja auch seinen Mund halten und sich nicht als musikalisch völlig unbedarft outen. […] Gekürzt wegen Verstoßes gegen Forenregel 10, Braccio für die Moderation

      Nun zu den Fakten:

      Gestern abend hat Teodor Currentzis in der Stuttgarter Liederhalle ein weiteres Mal bewiesen, dass er ein ganz außergewöhnlicher Dirigent ist, der ist immer wieder schafft, das Orchester zu Höchstleistungen anzuspornen und das Publikum (1800 Sektierer!) der seit Wochen ausverkauften Liederhalle in einer Weise zu begeistern wie das nur wenige Dirigenten vermögen. Ich muss sagen, dass mich im Konzert bisher nur ein Dirigent so begeistert hat und der hiess Leonard Bernstein. Als Abonnent höre ich ja auch die Konzerte dazwischen ohne Currentzis und da liegen Welten dazwischen, wenn z.B. der ja auch nicht völlig unfähige Christoph Eschenbach dirigiert. Das durch die vor einigen Jahren erzwungene Fusion stark in seinem Selbstbewusstsein beschädigte SWR- Orchester ist wie ausgewechselt seit Currentzis es dirigiert und die Musiker liegen ihm (größtenteils) sichtbar zu Füßen. Das Stuttgarter Publikum besteht nach wie vor zu einem großen Teil aus langjährigen Abonnenten, die nach den drögen Jahren mit Norrington (der m.E. nun wirklich völlig überschätzt wird, leider auch in unserem Ranking) und der zu kurzen, daher eher blassen Zeit unter Stephane Deneve dankbar sind, endlich wieder ein tolles Orchester mit einem erstklassigen Dirigenten zu haben.

      Letzter Satz aus der Kritik von Mirko Weber in der Stuttgarter Zeitung (Titel: Vorgezogenes Weihnachtsgeschenk) heute:

      Freilich benötigt Currentzis vor Weihnachten erhebliche Reserven. Das SWR-SO, längst eine Einheit, an die am Anfang der Fusion ja keineswegs zu denken gewesen ist, gastiert mit Gustav Mahlers neunter Sinfonie in Hamburg, Wien und Dortmund, schliesslich noch einmal in Freiburg (20. Dezember) und im Mannheimer Rosengarten (22. Dezember). Jeder Abend dürfte ein Geschenk sein."

      Holt es Euch.
    • Wieland schrieb:

      was sind das hier schon wieder für Plattitüden und Ressentiments, da muss man sich ja fremdschämen. Wenn man Mahlers Musik nicht kennt, zwingt einen niemand dazu sich zu äußern. Und wenn man Mahlers 9., die bedeutendste Symphonie des 20 Jahrhunderts, sterbenslangweilig findet, könnte man ja auch seinen Mund halten
      als mahler-sinfonie-9-geiles Kerlchen hab ich überhaupt nischt dagegen, wenn andere User diese mega-fetzige Mucke blöd bzw. laaaangweilig finden und bildet gar keinen Grund zum Fremdschämen. […] Gekürzt wegen fehlenden Bezugs. Braccio für die Moderation

      Den gestrigen SWR2-Mitschnitt mir bisher nicht reingezogen.
      Aber dein enthusiastisches Feedback stachelt die Neugier darauf an. :jaja1: :thumbup:
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Warst Du vor Ort? [EDIT: Wieland war gemeint.] Das dürfte ja noch einigen Unterschied machen.

      Ich habe am live stream eine sehr gute, aber nicht durchweg überragende Aufführung gehört. Mir kamen die tempi durchweg ziemlich rasch vor (ob das wirklich so stimmt? Die Aufführung hat ja nicht wesentlich kürzer gedauert als bei den mir bekannten Aufnahmen) und dadurch fand ich das stellenweise ein wenig oberflächlich. Grandios allerdings der Schlussabschnitt des letzten Satzes! An die sensationelle Klasse der Aufführung der Dritten vor einiger Zeit kam es aber mE gestern nur am Schluss heran. Das Orchester, wiewohl insgesamt großartig (vor allem die Streicher!), zeigte doch hie und da leichte Schwächen (die Hörner vor allem). Das ist aber Kritik auf hohem Niveau, und es hat sich gelohnt, die Aufführung anzusehen/-hören.

      Übrigens definitiv auch wegen des Nachschlags! (Zugabe kann man das ja irgendwie nicht nennen.)
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur
    • Wieland schrieb:

      Wenn man Mahlers Musik nicht kennt, zwingt einen niemand dazu sich zu äußern.
      Es kann einem aber auch niemand verbieten, seinen persönlichen Eindruck dazu wiederzugeben, nachdem man etwas davon gehört hat ...

      Übrigens kam mir auch der Beifall gestern nach dem Konzert ganz "normal" und eben nicht besonders jubelnd oder frenetisch vor ... zumindest nicht für angeblich 1.800 Fans im Publikum .... es gab ja nicht mal standing ovations - zumindest habe ich keine gesehen ...
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Amfortas09 schrieb:

      […] Gekürzt wegen fehlenden Bezugs, Braccio Sowas muss nicht sein.
      Naja, das hat Bernd/arundo donax selbst ja geradezu provoziert:

      arundo donax schrieb:

      Ich danke zwar meinem Schöpfer inständig dafür, dass ich es auf der Oboe nicht weit genug gebracht habe, um unter einem solchen Schauspieler/Selbstinszenierer "Dienst" tun zu müssen
      Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, wie man so eine Aggression hegen kann.

      maticus ...gerade Mahler 9 hörend und genießend (Haitink)... :D
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten
    • Allegro schrieb:




      Übrigens kam mir auch der Beifall gestern nach dem Konzert ganz "normal" und eben nicht besonders jubelnd oder frenetisch vor ... zumindest nicht für angeblich 1.800 Fans im Publikum .... es gab ja nicht mal standing ovations - zumindest habe ich keine gesehen ...
      Ich war ja Donnerstag schon im Konzert. Die Bravos waren laut und zahlreich, die Trampler ließen die Halle erbeben, und Standing Ovations gab es selbstverständlich auch - reichlich.
    • Da Bernd selbst die Steilvorlage gegeben hat, verstehe ich nicht, warum Wielands Bemerkung gelöscht wurde.

      maticus
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    • Allegro schrieb:

      Übrigens kam mir auch der Beifall gestern nach dem Konzert ganz "normal" und eben nicht besonders jubelnd oder frenetisch vor ... zumindest nicht für angeblich 1.800 Fans im Publikum .... es gab ja nicht mal standing ovations - zumindest habe ich keine gesehen ...

      Hilih schrieb:

      Ich war ja Donnerstag schon im Konzert. Die Bravos waren laut und zahlreich, die Trampler ließen die Halle erbeben, und Standing Ovations gab es selbstverständlich auch - reichlich.

      Wie soll man als Außenstehender sich ein Bild von Currentzis machen, wenn Ihr Euch nicht mal bzgl. des einfachen Aspektes, ob es standing ovations gegeben hat oder nicht, einigen könnt? Das sollte doch ziemlich eindeutig beantwortbar sein ... oder gibt es hier alternative Fakten?

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Ich will keine leidenschaftslose Gehirnarbeit, sondern ein durchlebtes Kunstwerk mit einer Aussage." - Karl Amadeus Hartmann, aus seinem Artikel "Von meiner Arbeit" (1962)
    • Mauerblümchen schrieb:

      Wie soll man als Außenstehender sich ein Bild von Currentzis machen, wenn Ihr Euch nicht mal bzgl. des einfachen Aspektes, ob es standing ovations gegeben hat oder nicht, einigen könnt? Das sollte doch ziemlich eindeutig beantwortbar sein ... oder gibt es hier alternative Fakten?

      Gruß
      MB
      Na ja, wenn der Sender den Beifall vorab abblendet, kriegt es am Radio ja keiner mit.
    • Ich rede von der gestrigen live-Übertragung und Hilih von Donnerstag .... und zumindest bei dem, was die Kamera hier vom Publikum zeigte, konnte ich keine standing ovations sehen .... was ja nicht heißst, dass es vielleicht nicht doch welche gab ...
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Mauerblümchen schrieb:

      Das sollte doch ziemlich eindeutig beantwortbar sein ... oder gibt es hier alternative Fakten?
      Wahrscheinlich haben am Donnerstag die ganzen Sektierer und Claqueure die Halle gemietet ("geschlossene Gesellschaft")und am Freitag war dann "normales" Publikum anwesend. :D

      :ironie1:

      maticus
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      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten
    • Um zum Thema zurück zu kommen. Meine Eindrücke vom gestrigen Live-Stream decken sich ziemlich mit denen Quasimodos:

      Quasimodo schrieb:

      Ich habe am live stream eine sehr gute, aber nicht durchweg überragende Aufführung gehört. Mir kamen die tempi durchweg ziemlich rasch vor (ob das wirklich so stimmt? Die Aufführung hat ja nicht wesentlich kürzer gedauert als bei den mir bekannten Aufnahmen) und dadurch fand ich das stellenweise ein wenig oberflächlich. Grandios allerdings der Schlussabschnitt des letzten Satzes!
      Das ging mir bei der Aufführung von DSCH 7 neulich ähnlich.

      Ansonsten halte ich es mit Amfortas:

      Amfortas09 schrieb:

      allerdings ist mir das Currentzis Drumherum unbekannt (und auch wumpe)
      Das betrifft auch die Frage nach standing ovations.
    • Braccio schrieb:

      Das ging mir bei der Aufführung von DSCH 7 neulich ähnlich.
      Da fand ich das Dirigat "nur" gut (in den Binnensätzen auch wieder mit einem Tick Oberflächlichkeit), das Orchester aber ähnlich bravourös wie bei Mahler III.

      Für Spannungsaufbau hat Currentzis aber definitiv ein besonderes Händchen! Gestern insbesondere bei der 3maligen Wiederkehr des 2. Hauptthemas (da ja da pam, pa daa); und dann am Ende des Adagio.
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur