Teodor Currentzis

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    • music lover schrieb:

      Wirklich eine Frechheit, dass das interessanteste Werk, nämlich das extra für diese Konzerte komponierte Violinkonzert für Patricia Kopatchinskaja, einfach ohne Angabe von Gründen gestrichen wurde.
      Das finde ich auch schade.Und Anbetracht des Preises auch ärgerlich.
      Wollen wir mal hoffen, dass dies den in die Höhe geschossenen Corona Zahlen zu schulden ist.
      Ich lebe zum Glück seit Jahren wie ein Einsiedler aus anderen Gründen, aber ich kann schon verstehen,
      dass man es irgendwann satt hat, ständig eingeschränkt zu werden.

      Wollen wir hoffen, dass es nicht zum schlimmsten kommt mit einer zweiten Welle.
      Denn das würde zigtausend Existenzen betreffend.
      Will sagen zigtausend mehr als jetzt schon, was unverständlicherweise völlig unter den Teppich gekehrt wird.
      Musiklehrer, Alleinschaffende Künstler, Instrumentallehrer........ die sind alles AM ARSCH!
      Und in der privaten [b][i]Insolvenz.[/i][/b]
      Wo das gezahlte Geld hingeht für nicht optimale oder geänderte Konzerte, das weiß ich nicht.
      Sicher nicht an die Künstler.

      Aber hoffentlich in die Infrastruktur der Konzertanbieter.
      In der Hoffnung, dass diese überleben und Wege finden, Konzertgängern auch nach wie vor ein Programm bieten zu können.

      Denn das ist gar nicht so sicher, wenn die alle Pleite gehen.
      Und es sind schon viele Pleite gegangen.

      Will sagen:
      DAS sieht alles überhaupt nicht gut aus, eher erschreckend.
      Und das sollte jedem klar sein, der sich über Absagen und/oder Änderungen ärgert.

      Das ist jetzt halt so, und das wird sich auch noch lange nicht ändern.
      Das wird eher noch viel schlimmer, was ich NICHT hoffe.Aber es sieht danach aus.

      Sorry, Michael
    • Dieses Forum hatte einst mal sehr große Ziele in der Förderung.
      Ja gut, da wurde mal etwas versucht, und das fand ich auch klasse.

      Mittlerweile ist das aber eingeschlafen.
      Aber ich appelliere jetzt mal an alle Musikliebhaber hier, sich für die freie Musikszene vor Ort einzusetzen.
      All die Laienorchester,Chöre, Musikschulen etc. !

      DAS findet meistens genau VOR eurer Haustüre statt und hat natürlich nichts mit einem Besuch irgendwelcher Festspiele oder mondänen Konzerthallen zu tun.
      Aber gerade in diesen Zeiten sollten wir die Musiklehrer und Ihre Aktivitäten unterstützen.

      Denn ansonsten bricht uns eine ganze Generation an Musikliebhabern, Begabten und demnächst Profis weg.
      Es geht dabei um den gesammten Amateurbereich inkl. aller Chöre, aller Amateurorchester und aller Studentischen Formationen.
      Von denen es alleine hier bei mir in Münster Dutzende gibt.

      Ich finde es toll, wenn wenigstens bei einigen hochklassigen Events es eine Lockerung gibt.
      Und in genau dieser Minute bei erneut heraufschiessenden Covit Zahlen finde ich es daneben, sich über die
      Absage eines Konzertes zu echauffieren, wenn es dann nicht geklappt hat.

      Tut mir leid, aber in welcher Welt lebt Ihr eigentlich?
      Hoffentlich nicht in meiner, denn dann wäre ich sicher schon
      am Atemgerät.
      Und ich hatte erst im Juni Bekanntschaft mit einem solchen.
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Aber ich appelliere jetzt mal an alle Musikliebhaber hier, sich für die freie Musikszene vor Ort einzusetzen.
      Ich habe selbst erlebt, wie man hier in meiner Region bei meiner ehemaligen Lieblings-Location auf einmal die Leute aus dem Programm entfernt hat, die jahrelang die Treue gehalten haben, und auf einmal spielen dort Leute, die ewig sich geweigert haben dort aufzutreten. Der Charakter scheint viel mehr auf der Strecke geblieben zu sein, als das Virus wirklich gefährlich ist. (Nicht falsch verstehen, ich will damit nicht sagen, dass es nicht gegeben hat, bzw. gibt).


      Michael Schlechtriem schrieb:

      Und in genau dieser Minute bei erneut heraufschiessenden Covit Zahlen finde ich es daneben, sich über die
      Absage eines Konzertes zu echauffieren, wenn es dann nicht geklappt hat.
      Sorry, aber das ist doch Unsinn. Entweder es kann stattfinden, dann sollte man auch das angekündigte Programm spielen, oder es muss ausfallen. Dass es innerhalb des Landes gewisse Unterschiede gibt, mag man noch verstehen können, aber nicht, wenn ohne Angabe von Gründen einfach Stücke nicht gespielt werden, und am Ende man ein Min-Konzert zum Wahnsinnspreis geliefert bekommt.

      Ich sags mal anders: Leidet Herr K. bereits an Größenwahn? Sind ihm die Erfolge zu Kopfe gestiegen, oder lag es alleine an der Elbphilharmonie? Ich wäre auch stinksauer, und habe mal sowas erlebt, wenn auch in völlig anderer Art und Weise, als bei einer Jazzveranstaltung in der Alten Oper Frankfurt die hälfte der angekündigten Band einfach ausgetauscht worden ist. Ein Musiker wurde nicht mal durch das gleiche Instrument ersetzt. Doch das ist lange her, aber man vergisst sowas auch nicht mehr.

      Wie kann man da für so jemanden noch mal Karten vorher erwerben? Okay, mir liegt Kerr K. eh nicht, aber es gibt Grenzen, die man hier - Corona hin, Corona her - einfach überschritten hat.


      Michael Schlechtriem schrieb:

      Es geht dabei um den gesammten Amateurbereich inkl. aller Chöre, aller Amateurorchester und aller Studentischen Formationen.
      Von denen es alleine hier bei mir in Münster Dutzende gibt.
      Die gibt es nahezu überall, und die haben sich durchaus was einfallen lassen. Doch man kann nicht ständig im "Null-Profit-Bereich" agieren, deren Kosten laufen ja auch weiter.

      Ich habe noch relativ viel Glück, da kleinere Veranstaltungen durch das bis gestern noch gute Wetter haben stattfinden können. Allerdings sind die Gagen zu einer Farce geworden. Leute, die davon leben müssen, haben vermutlich die nächsten Jahre ein großes Problem damit. Selbst die Musiklehrer mussten ja Einbußen hinnehmen, aber sie haben zumindest teilweise durch das Netz Möglichkeiten gehabt ein wenig zu arbeiten.

      Es betrifft ja nicht nur die Musiker, sondern das komplette Event-Management. Dazu gehören auch die Airlines, Hotels, Beleuchter, die Werbung,etc. Dei Folgen sind überhaupt nicht abzusehen, die Länge auch nicht. Allerdings wäre weniger Panikmache, gerade was den Abstand der Musiker zu einander, aber auch dem Publikum angeht, für dringend notwendig. Wenn ich da was von 6-10 Metern zum Publikum lese, frage ich mich, wie das bis Anfang März Jahrhunderte gut gehen konnte. Sorry, aber da wurde durch Unwissenheit und purem Aktionismus viel unnötige Angst verbreitet.

      Michael, ich wünsche Di weiterhin gute Besserung !!
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Maurice schrieb:

      Entweder es kann stattfinden, dann sollte man auch das angekündigte Programm spielen, oder es muss ausfallen. Dass es innerhalb des Landes gewisse Unterschiede gibt, mag man noch verstehen können, aber nicht, wenn ohne Angabe von Gründen einfach Stücke nicht gespielt werden, und am Ende man ein Min-Konzert zum Wahnsinnspreis geliefert bekommt.
      Genauso sehe ich das auch. Die Wiener Konzerte dieser Tournee des SWR Symphonieorchesters wurden abgesagt. Das ist in Ordnung, denn dann bekamen die Leute ihr Geld zurück. Aber wenn man es stattfinden lässt, mit einem ohnehin schon stark abgespeckten Programm, dann ist es ja wohl eine bodenlose Frechheit, einfach das Herzstück dieser Konzerte, nämlich das extra hierfür in Auftrag gegebene Violinkonzert, entfallen zu lassen.

      Was sagen eigentlich die Fans von Patricia Kopatchinskaja dazu (kann ich nicht beurteilen, ich bin keiner)? Wer ihretwegen in dieses Konzert gegangen ist, hörte erst 20 Minuten Helmut Lachenmann (ohne sie), dann war 10 Minuten "Umbaupause", dann spielte sie beim Biber im Tutti mit, mit kurzen solistischen Einsprengseln teils singender Natur zwischen den Sätzen (die garantiert nicht von Biber stammen), und abschließend gab es dann noch einen ziemlich kurzen Scelsi für Violine und Orchester. Ganz schön wenig P.K. für soviel Geld.

      Meinst Du Frau K.? Oder Herrn C.?

      Maurice schrieb:

      Michael, ich wünsche Di weiterhin gute Besserung !!
      Dem schließe ich mich an.
      "Wer kocht eigentlich, wenn Sie nicht im Restaurant sind, Monsieur Bocuse?"
      "Derselbe, der kocht, wenn ich da bin: Mein Souschef."
    • Hallo music lover,

      womöglich ist das nicht den Musikern anzulasten, sondern dem Hygiene-Konzept der Elbphilharmonie geschuldet? Ich habe heute beim Mittagessen Kollegen von dem zu teuren Konzert-Fragment berichtet. Ein Kollege ist Elbphilharmonie-Abonnent und bemerkte, dass aktuell diverse Konzerte zeitlich gekürzt werden müssten. Er werde darüber jeweils vorher informiert und könne die Karte gegen Erstattung zurückgeben.

      Ergänzender Nachtrag: Den Musikern kann ich es nicht verdenken, wenn sie von solchen Umständen gefrustet sind, weil sie ihr Programm unter solchen Umständen nicht zur Aufführung bringen können.
    • music lover schrieb:

      Meinst Du Frau K.? Oder Herrn C.?
      Lach.....Ich habe es genau auf den Kopf gestellt.Beide. ape01
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Lieber Knulp,
      natürlich müssen derzeit wegen des Corona-Hygienekonzepts Konzerte umprogrammiert und von mir aus auch gekürzt werden. Es war also in Ordnung, dass es statt des ursprünglich für den 23. September angekündigten Programms mit Bartóks Violinkonzert Nr. 2 und Prokofiews Suiten aus "Romeo und Julia" in einer Bearbeitung von Teodor Currentzis ein gänzlich anderes Programm gab, für ein kleineres Orchester anstelle eines riesigen Orchesterapparats. Wenn aber das geänderte Programm Lachenmann, Kourliandski, Biber und Scelsi lautet (auf der Homepage der Elphi und ebenso im Programmheft für diesen Abend so angekündigt) und vor allem so auch in Stuttgart und Freiburg aufgeführt wurde, dann kann es ja wohl nicht sein, dass Lieben-Seutter vor Konzertbeginn auf die Bühne tritt und "April, April" sagt: Das ohnehin schon geänderte Programm wird noch einmal um 20 Minuten gekürzt, ohne Angabe von Gründen. Wobei man ausgerechnet das wichtigste Werk weglässt, nämlich das für diese Konzerte in Auftrag gegebene und in Stuttgart mit großem Erfolg uraufgeführte Violinkonzert von Kourliandski. Ich finde das übrigens nicht nur gegenüber dem zahlenden Publikum eine Frechheit, sondern auch gegenüber dem Komponisten dieses Werks.
      "Wer kocht eigentlich, wenn Sie nicht im Restaurant sind, Monsieur Bocuse?"
      "Derselbe, der kocht, wenn ich da bin: Mein Souschef."
    • Knulp schrieb:

      womöglich ist das nicht den Musikern anzulasten, sondern dem Hygiene-Konzept der Elbphilharmonie geschuldet? Ich habe heute beim Mittagessen Kollegen von dem zu teuren Konzert-Fragment berichtet. Ein Kollege ist Elbphilharmonie-Abonnent und bemerkte, dass aktuell diverse Konzerte zeitlich gekürzt werden müssten. Er werde darüber jeweils vorher informiert und könne die Karte gegen Erstattung zurückgeben.
      Offenbar wurde genau DAS aber nicht getan? Man hätte dazu durchaus auch VOR dem ersten Ton noch einmal zum Publikum sprechen können. Das alleine dürfte aber nicht der Grund gewesen sein. Das wäre dann doch doppelt schlecht organisiert.


      Knulp schrieb:

      Den Musikern kann ich es nicht verdenken, wenn sie von solchen Umständen gefrustet sind, weil sie ihr Programm unter solchen Umständen nicht zur Aufführung bringen können.
      Ich kann auch zusätzlich die Hörerschaft verstehen, die dann entsprechend in Zukunft nicht mehr in solche Konzerte gehen wird. Und DAS kann überhaupt nicht der Sinn des Ganzen sein.

      Die Musiker mussten sich, wie auch die Veranstalter und Zuhörer, auf eine total neue Situation einstellen. Normal wird gerade de Kultur in einer schwierigen Zeit am meisten gebraucht, doch dieses Mal hat man diese so weit nach Hinten gestellt, dass ich von Kollegen weiß, die mit der Musik aufgehört haben bzw. nun aufhören werden.

      Auch ich habe mir diese Frage gestellt, aber auch viel Zeit gehabt, mich über gewisse Veränderungen einzustellen, die ich nicht nur täglich zu spüren bekomme, sondern auch meine Aktivitäten etwas umlenken und umdenken muss. Das war zwar für 2021 eh geplant bei mir, aber nun ging es weitaus schneller. Doch man muss das annehmen, oder eben aufgeben. Diese Entscheidung dürfte die nächsten Jahren bei vielen Leuten aus der Kultur bevorstehen.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Maurice schrieb:

      Ich kann auch zusätzlich die Hörerschaft verstehen, die dann entsprechend in Zukunft nicht mehr in solche Konzerte gehen wird.
      Genau diese Konsequenz werde ich ziehen. Wenn ich mich auf nichts mehr verlassen kann, nicht auf das, was als Programm vorab angekündigt wird, und noch nicht einmal auf das, was an jenem Abend (!) im Programmheft steht, dann kaufe ich eben keine Konzertkarten mehr. Ein Kollege von mir, früher ebenfalls reger Besucher von Elbphilharmonie und Laeiszhalle, hat diese Konsequenz übrigens längst gezogen. Er hat jegliche Konzertbesuche gestrichen, weil man sich ja zurzeit doch nur ärgert.

      Wieland schrieb:

      Hier in Stuttgart waren die Karten deutlich günstiger als sonst, wir hatten die teuersten für € 32.
      Danke für diese Info. Das zeigt, dass in Stuttgart verantwortungsvolle Programmplaner sitzen, die wissen, dass man nicht den vollen Preis für die halbe Leistung verlangen kann. In Hamburg verlangt man den vollen Preis und bringt dann sogar nur ein Drittel der Leistung.

      Meine Karte für Yuja Wang am 10. Oktober mit den Münchener Philharmonikern und Gergiev habe ich leider schon gekauft. Für 120 Euro (!) gibt es statt des ursprünglich angekündigten Klavierkonzerts Nr. 1, der Tragischen Ouvertüre und der Sinfonie Nr. 4 von Brahms nur ein Mozart-Klavierkonzert (KV 466) und die Sinfonie Nr. 4 von Schubert. Das wäre insoweit okay, da ich das beim Kartenkauf ja wusste. Wenn dann aber selbst dieses abgespeckte Programm zum vollen Preis noch einmal gekürzt werden sollte (vielleicht sagt ja Yuja Wang "aus organisatorischen Gründen" ab und es gibt dann halt nur die Schubert-Sinfonie plus vielleicht einem weiteren kurzen Schubert-Stück), dann bin ich endgültig auf der Zinne.
      "Wer kocht eigentlich, wenn Sie nicht im Restaurant sind, Monsieur Bocuse?"
      "Derselbe, der kocht, wenn ich da bin: Mein Souschef."
    • music lover schrieb:

      Genau diese Konsequenz werde ich ziehen. Wenn ich mich auf nichts mehr verlassen kann, nicht auf das, was als Programm vorab angekündigt wird, und noch nicht einmal auf das, was an jenem Abend (!) im Programmheft steht, dann kaufe ich eben keine Konzertkarten mehr. Ein Kollege von mir, früher ebenfalls reger Besucher von Elbphilharmonie und Laeiszhalle, hat diese Konsequenz übrigens längst gezogen. Er hat jegliche Konzertbesuche gestrichen, weil man sich ja zurzeit doch nur ärgert.
      Völlig nachvollziehbar. Man kann auch eine Etage tiefer tolle Konzerte erleben, und die Musiker werden dort mit dem größten Engagement spielen.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • maticus schrieb:

      Kann es evtl. sein, dass P.K. an diesem Tag nicht fit für das Konzert war?
      Da sie beim Biber einen gewagten Sprint über die halbe Bühne hinlegte, um dort angekommen mit einer Art Hammer auf ein Schlaginstrument draufzuhauen, wirkte sie ziemlich fit.
      "Wer kocht eigentlich, wenn Sie nicht im Restaurant sind, Monsieur Bocuse?"
      "Derselbe, der kocht, wenn ich da bin: Mein Souschef."
    • Das

      music lover schrieb:

      einfach ohne Angabe von Gründen
      finde ich eigentlich das Schlimmste und Ärgerlichste dabei.

      Ich muss bei sowas immer an eine - etwas entlegene - TV-Erinnerung aus meiner Jung-Erwachsenen-Zeit denken. Ende der 80er war in den Dritten Fernsehprogrammen etwas fast Sensationelles angekündigt: Eine Komplettaufzeichnung eines Konzerts der 88er Tour von Prince, auf die ich mich schon Wochen vorher gefreut habe (ich war davor auch live bei einem der Auftritte - eines meiner besten Konzerterlebnisse überhaupt). Als es dann soweit war und ich den Fernseher einschaltete: auf HR eine eingeblendete Schrifttafel "Aus technischen Gründen muss die Sendung leider entfallen." Ich war am Boden zerstört und gleichzeitig unfassbar sauer über die Form, in der das mitgeteilt wurde. Auf SWR sollte die Sendung etwas später beginnen. Ich habe herübergeschaltet und dort: Dénes Törzs (ein damals sehr bekannter Fernsehansager - das gab's da noch) erklärt niedergeschlagen und wortreich, dass die Rechte für die Aufzeichnung kurzfristig entzogen wurden und das nun als Ersatz ein Konzert von Joe Jackson (glaube ich) gezeigt würde, und ich dachte: Ja, so macht man das! (Auch wenn das Konzert für mich kein Ersatz war.)

      Ich habe heute viel mit Veranstaltungsorganisation zu tun und mein "Credo" ist dabei (manchmal auch gegen Widerstand der Kollegen): Immer alle Einschränkungen und Änderungen, die Programm, Platzierung, Einlass usw. betreffen, so genau und transparent wie möglich vorab kommunizieren, damit die Gäste genau wissen, wofür bzw. wogegen sie sich entscheiden, was auch den Vorteil hat, dass ich bei Beschwerden auf die Vorab-Information verweisen kann.

      Insofern wirkt das Verhalten der Elbphilharmonie, wie music lover es geschildert hat, neben anderem auch ziemlich unprofessionell.
    • music lover schrieb:

      Genau diese Konsequenz werde ich ziehen. Wenn ich mich auf nichts mehr verlassen kann, nicht auf das, was als Programm vorab angekündigt wird, und noch nicht einmal auf das, was an jenem Abend (!) im Programmheft steht, dann kaufe ich eben keine Konzertkarten mehr. Ein Kollege von mir, früher ebenfalls reger Besucher von Elbphilharmonie und Laeiszhalle, hat diese Konsequenz übrigens längst gezogen. Er hat jegliche Konzertbesuche gestrichen, weil man sich ja zurzeit doch nur ärgert.
      Aus einer ähnlichen Stimmung heraus (wenn auch im Detail anderen Gründen) habe ich mal den Thread
      Wo wir nicht hingehen --- Konzertbesuche noch lange vorher planen?
      gestartet. Vielleicht blüht der Faden ja jetzt mal wieder auf. :ironie1:

      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten
    • Peter Jott schrieb:

      Ich muss bei sowas immer an eine - etwas entlegene - TV-Erinnerung aus meiner Jung-Erwachsenen-Zeit denken. Ende der 80er war in den Dritten Fernsehprogrammen etwas fast Sensationelles angekündigt: Eine Komplettaufzeichnung eines Konzerts der 88er Tour von Prince, auf die ich mich schon Wochen vorher gefreut habe (ich war davor auch live bei einem der Auftritte - eines meiner besten Konzerterlebnisse überhaupt). Als es dann soweit war und ich den Fernseher einschaltete: auf HR eine eingeblendete Schrifttafel "Aus technischen Gründen muss die Sendung leider entfallen." Ich war am Boden zerstört und gleichzeitig unfassbar sauer über die Form, in der das mitgeteilt wurde. Auf SWR sollte die Sendung etwas später beginnen. Ich habe herübergeschaltet und dort: Dénes Törzs (ein damals sehr bekannter Fernsehansager - das gab's da noch) erklärt niedergeschlagen und wortreich, dass die Rechte für die Aufzeichnung kurzfristig entzogen wurden und das nun als Ersatz ein Konzert von Joe Jackson (glaube ich) gezeigt würde, und ich dachte: Ja, so macht man das! (Auch wenn das Konzert für mich kein Ersatz war.)

      Ich weiß, dass es OT ist, aber ich kann nicht widerstehen...

      1) Du hast eines der Konzerte der "Lovesexy"-Tour live gesehen - großartig! :verbeugung1: :verbeugung1: :verbeugung1: Darum beneide ich Dich!

      2) Prince war in einigen Entscheidungen ja recht merkuriell - es könnte auch sein, dass er es war, der das Vorhaben kurzfristig abgeblasen hat.

      3) Was gegen die These aus 2) spricht: a) Alan Leeds war damals der Tourmanager von Prince, und der Mann ist sehr gewissenhaft; b) Die "Lovesexy"-Tour war laut Leeds finanziell defizitär (da viel zu aufwändig), so dass man eigentlich jedes zusätzliche Honorar gut hätte gebrauchen können. Was für die These aus 2) spricht: für Trivialitäten wie b) hat Prince sich nicht interessiert. :D

      4) Prince durch Joe Jackson ersetzen??? Bei allem Respekt für Joe Jackson: wenn im Kino "Citizen Kane" laufen soll und das dann nicht klappt, zeigt man stattdessen doch auch keine Langfolge von "Ich heirate eine Familie". :D

      So, das musste raus - nun aber wieder zu Currentzis, seiner sprintend-trommelnden Lieblings-Violinistin und den Frechheiten der Elphi... :versteck1:

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Symbol schrieb:

      1) Du hast eines der Konzerte der "Lovesexy"-Tour live gesehen - großartig! :verbeugung1: :verbeugung1: :verbeugung1: Darum beneide ich Dich!
      Ich mich auch! :D

      Die genauen Hintergründe, was da schief gelaufen war, hab ich nicht erfahren (einige Zeit später hat SAT.1 die Aufzeichnung gezeigt, davon findet man im Netz auch Downloads) und Joe Jackson war natürlich wirklich kein Ersatz, auch wenn dein Beispiel schon sehr zugespitzt ist ;) ! Aber das Entscheidende war ja, dass sich der SWR im Gegensatz zum HR wenigstens bemüht hat, ein bisschen Hintergrund-Info sowie einen Ersatz anzubieten - womit wir ja fast schon wieder bei Currentzis und der Elbphilharmonie (die dann der HR meines Beispiels ist) wären...