Teodor Currentzis

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      Die neue CD von Teodor Currentzis und musicAeterna ist seit dem 9. April erhältlich. Er verfolgt das Konzept "Ein Werk - eine CD" (wie zuvor schon bei Strawinskys "Le Sacre du Printemps", bei Tschaikowskys Sechster und bei Beethovens Fünfter) konsequent weiter. Keine Füllser, nur dieses eine Werk.

      Diesmal also Beethovens Siebte:

      Ich habe in die CD, die mir heute geliefert wurde, noch nicht hineingehört. Ohne eigene Meinung, finde ich zumindest diese Jubel-Rezension zuviel des Rezensenten-Gewäschs:
      rp-online.de/kultur/musik/geni…r-currentzis_aid-56926727
      Eine Kostprobe: "Jedwedes Milchglas zerbricht, die Vitrinenwände sind gleichsam geöffnet, die Fenster stehen sperrangelweit auf: Beethoven auf dem Weg in die Zukunft." :neenee1:
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      music lover schrieb:

      Die neue CD von Teodor Currentzis und musicAeterna ist seit dem 9. April erhältlich. [...]
      Diesmal also Beethovens Siebte:

      Hab' mir die Aufnahme gerade angehört und schmeiß' das mal so in den Raum:

      Der Kopfsatz ganz nett, aber etwas zahnlos. Im Allegretto Dynamik-Albernheiten bis zur Unhörbarkeit, ein pppppppppppppppppppppp kam, glaube ich, auch in der Nach-Beethovenzeit bisher nicht vor. Das setzt sich, etwas weniger extrem, im Scherzo fort; die Trioteile recht schnell, aber leider auch überhastet klingend und rhythmisch unpräzise (Horn!). Das Finale schließlich nicht nur etwas zahnlos, sondern geradezu plump und lahmarschig. Die haben das Mallwitz-Video gesehen und das mit dem "betrunkenen Beethoven" zu wörtlich genommen.

      Kaum die Aufnahme, auf die ich gewartet habe. Von Currentzis habe ich da doch schon anderes gehört. Und für eine Rezension wie die in der Rheinischen Post muss man wohl Currentzis-Fan sein. Von dieser Aufnahme werde ich keiner.
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur
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      Eine witzige Begebenheit.
      Musiclovers Link zu einer Kritik und deren Text noch vor Augen
      hörte ich gestern Abend von youtube das Adagietto über Kopfhörer und parallel dazu CMS über die Lautsprecher.
      Nach ca. 30 s meinte sie, das da nix käme. doch bevor ich intervenierte, sagte, sie: "Jetzt ganz leise. Das klingt nach Verarschung"
      Darauf haben wir uns geeinigt und dann was anderes gehört.
      Gruß aus Kiel
      Manchmal tue ich so, als wäre ich normal. Doch dann wird mir langweilig und ich bin wieder ich selbst.
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      Doc Stänker schrieb:

      Eine witzige Begebenheit.
      Musiclovers Link zu einer Kritik und deren Text noch vor Augen
      hörte ich gestern Abend von youtube das Adagietto über Kopfhörer und parallel dazu CMS über die Lautsprecher.
      Nach ca. 30 s meinte sie, das da nix käme. doch bevor ich intervenierte, sagte, sie: "Jetzt ganz leise. Das klingt nach Verarschung"
      Darauf haben wir uns geeinigt und dann was anderes gehört.

      Meinst Du das Allegretto? Vielleicht hat Currentzis auch mal Mahlers Fünfte im pppp spielen lassen, aber das wäre dann wohl ein anderes Thema.

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Musik wie ein Tempel

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      Sonntags zum Frühstück gibt es "Die neue Platte" im Deuscthlandfunk. Letzten Sonntag genau das: deutschlandfunk.de/currentzis-…ml?dram:article_id=492757
      Die Autorin denkt, dass eigentlich nur Currentzis die Partitur richtig lesen oder wenigstens umsetzen kann. Das Allegretto statt als Trauermarsch als Tanz zu verstehen geht sogar noch an. Ist aber auch nicht der Weisheit neuester Schluss. Wie immer gab es genügend lange Klangschnipsel. MIr war das einfach zu buchstabiert, zu langweilig. Es fehlte der Spannungsbogen.
      Gruß, Frank
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      Beryllo schrieb:

      deutschlandfunk.de/currentzis-…ml?dram:article_id=492757
      Danke für den Hinweis auf diese Rezension, lieber Beryllo! Das ist endlich mal eine Meinungsäußerung, die ich halbwegs ernst nehmen kann und die mich animiert, mir demnächst mal die mir jüngst gelieferte CD aufzulegen (obwohl ich eigentlich musikalisch gerade ganz woanders unterwegs bin). Mal nichts von "zerbrechenden Milchglasscheiben" und ähnlichem Geschwätz, sondern eine mit der Partitur argumentierende Stellungnahme :cincinbier:

      Wohltuend auch, dass endlich mal nicht dieses Kritikergewäsch von den "Springerstiefeln" bemüht wird, die TC angeblich beim Dirigieren trage. Wer so redet, hat ihn nie auf der Bühne gesehen. Er trägt ganz normale knöchelhohe Schuhe, allerdings mit roten Schnürsenkeln. Das ist mit dem Wort "Stiefel mit roten Schnürsenkeln" zumindest halbwegs treffend beschrieben (auch wenn es keine "Stiefel", sondern knöchelhohe Schuhe sind). Der Deutschlandfunk bemüht sich also um Klarheit, wo andere nur mit Dummgeschwätz unterwegs sind.
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      Beryllo schrieb:

      Das Allegretto statt als Trauermarsch als Tanz zu verstehen geht sogar noch an. Ist aber auch nicht der Weisheit neuester Schluss.
      Was auch immer Currentzis im Booklettext behauptet: Dieses Allegretto wird doch schon seit Jahrzehnten kaum noch als "Trauermarsch" gespielt. Selbst Karajan war schon vor fast 60 Jahren bei seiner ersten Gesamteinspielung schneller als Currentzis heute. Ich finde, dass eine Rezensentin, wenn sie aus dem Booklet zitiert, auf solche Widersprüche hinweisen müsste.
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
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      Ich wollt's schon schreiben (ich kam nur gerade erst auf die Bezeichnung "Strohmann").

      Und selbst, wo es langsamer gespielt wurde - das Allegretto habe ich noch nie als "Trauermarsch" empfunden, wenn auch als im Gestus zwiespältig. Aber man kann ja bei Currentzis auch gar nicht hören, wie schnell er es spielt :etsch1:
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur
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      Seine Beethoven 7 kann ich nicht beurteilen da ich sie nicht kenne (bißchen schmales Programm allerdings für eine Hochpreis-CD, oder?), aber hier läuft eben diese:



      und Currentzis' Rameau macht {mir} höllischen Spaß.



      :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
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      music lover schrieb:

      Ich bin nach wie vor der Meinung, dass dieses Rameau-Album seine mit Abstand beste CD ist. Für mich geradezu ein Wunderwerk.
      Absolut d'accord! Lief hier gestern, um den Kopf von dieser unsäglichen Siebten frei zu kriegen. Später übrigens noch seine Tschaikowsky VI, die ich auch phantastisch gelungen finde.
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur
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      Quasimodo schrieb:

      Im Allegretto Dynamik-Albernheiten bis zur Unhörbarkeit, ein pppppppppppppppppppppp kam, glaube ich, auch in der Nach-Beethovenzeit bisher nicht vor.

      Doc Stänker schrieb:

      hörte ich gestern Abend von youtube das Adagietto über Kopfhörer und parallel dazu CMS über die Lautsprecher.
      Nach ca. 30 s meinte sie, das da nix käme. doch bevor ich intervenierte, sagte, sie: "Jetzt ganz leise. Das klingt nach Verarschung"
      Darauf haben wir uns geeinigt

      Rosamunde schrieb:

      Da habt Ihr aber was verpasst, denn genau ab der 34. Sekunde kommt noch weniger.

      Da ich gerade - erstmals - meine CD mit der Siebten höre und nicht wirklich nachvollziehen kann, was Ihr überhaupt meint, kommt von mir folgende Frage: Besitzt Ihr das Album oder hört Ihr die Musik nur auf irgendwelchen kostenfreien Streaming-Diensten oder auf YouTube? DocStänker hat sich ja schon dazu bekannt, dass er das Album nur auf YouTube gehört hat, und ich vermute mal, dass das bei den anderen beiden auch so ist.

      Das Allegretto klingt auf der CD hammermäßig gut, auch und gerade hinsichtlich der Dynamik. Wer hier von "Unhörbarkeit" oder "Verarschung" redet, kann nicht das hören, was ich gerade auf meinem - für Geld erworbenen - Album höre.

      Also mal Hand aufs Herz, wer immer sich hier über die Dynamik beschwert: Hört Ihr das Original-Album? Oder habt Ihr Euch die Kosten für das Original-Album gespart, hört allein irgendwelche kostenfreien Überspielungen aus dem Netz, bemängelt dann aber die Dynamik? Falls letzteres zutrifft: Beschwert Euch bitte bei Euren Gratis-Anbietern aus dem Netz, nicht aber über die Künstler.