John Adams - Leben und Werk

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    • John Adams - Leben und Werk

      Einleitung


      „Es ist ein in Stücke geschnittenes Paradies, ein Strom vertrauter Töne in ungewohnter Anordnung. Eine glamouröse Hollywood-Fanfare wird von einer tranceartigen Folge sich verschiebender Beats abgelöst; wabernde Wolken wagnerschen Wohlklangs weichen einem Saxofon-quartett. Es ist amerikanische Romantik im Präsens, die den Geistern Mahlers und Sibelius‘ Ehre erweist, sich minimalistische Prozesse zunutze macht, bei Jazz und Rock Klänge klaut, in den Archiven der Nachkriegsavantgarde forscht. Zahllose Töne werden zergliedert und durch eine sofort erkennbare persönliche Stimme gefiltert, die manchmal überschwänglich und manchmal melancholisch, manchmal hip und manchmal edel klingt und sich ihren Weg durch eine fragmentierte Kultur bahnt.“


      So beschreibt Alex Ross die Musik John Adams‘ in seinem epochalen wie unterhaltsamen Buch The Rest is Noise, welches mit einem Kapitel über das vielleicht bekannteste und nachhaltigste Werk von John Adams, dessen erste Oper Nixon in China, abschließt.
      In Deutschland zwar noch recht unbekannt, stehen im Gegensatz dazu seine Werke regelmäßig auf dem Programm amerikanischer und englischer Orchester und Opernhäuser, was John Adams zu dem meistgespielten und populärsten zeitgenössischen Komponisten der USA macht. Dies mag manch einem suspekt vorkommen, sind doch Popularität und Erfolg oft nur schwer mit bedingungslos künstlerischen Ansprüchen vereinbar. Und ja, sein ästhetischer Ansatz ist fern ab von unumstritten, doch dazu später mehr.

      Leider wird Adams hierzulande beinahe ausschließlich mit den anderen Vertretern der sogenannten „Minimal-Music“ in Verbindung gebracht, namentlich Terry Riley, Steve Reich und Philip Glass. Dabei hat er sich bereits relativ früh von den starren Prinzipien dieser Kompositionstechnik mehr oder weniger verabschiedet und einen polyglotten Stil entwickelt, der zwar immer noch Merkmale des Minimalismus nutzt, sich jedoch viel freier in der Umsetzung der Ideen entfalten kann.
      Anfangs war seine Musik lediglich eine Art „guilty pleasure“ meinerseits. Denn unbestreitbar ist doch, dass sie einen wahnsinnig unterhalten kann, stellenweise voller impulsiver Lebensfreude steckt und Spaß am Eklektizismus nicht scheut. Mit der Zeit habe ich aber seine bisweilen zynische Fähigkeit zur Ironie lieben gelernt, darüber hinaus erfindet sich Adams mit viel Witz und Charme stets neu und verblüfft einen so bei vielen seiner Werke mit einem ungebrochenen Einfallsreichtum.

      Diese Saison ist John Adams dank der Initiative von Simon Rattle „artist in residence“ bei den Berliner Philharmonikern; eine Ehre, die dort einem Komponisten zuletzt vor vielen Jahren zuteilwurde (damals Wolfgang Rihm 1997/1998). Eine gute Gelegenheit also, hier einmal Leben und Werk umfangreich vorzustellen.

      Neben The Rest is Noise und diverser Interviews diente mir vor allem seine Autobiografie von 2008, Hallelujah Junction – Composing an American Life, als Quellengrundlagen.
      „Jeder Mensch hat einen Instinkt dafür, ob etwas echt ist oder vorgetäuscht. Aber ich glaube, Musiker sind durch ihr Training besonders empfindlich in dieser Hinsicht. Das macht sie nicht zu besseren Menschen, aber sie registrieren mehr.“ - Herbert Blomstedt
    • Studium und Minimal-Music

      John Coolidge Adams wurde am 15. Februar 1947 in Worcester, Massachusetts geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in den New England Staaten. Bereits in frühen Jahren bekam er Kompositionsunterricht und lernte die Klarinette zu meistern. Später sollte er im Boston Symphony Orchestra als Aushilfe spielen, während die Erstaufführung von Schönbergs Moses und Aron vorbereitet wurde.

      Adams‘ erste Begegnung mit Musik auf Tonträgern seines Vaters waren unter anderem die 1812 Ouvertüre sowie ein Album mit dem Titel Bozo der Clown dirigiert berühmte Zirkus-Märsche. Schon während seiner Jugend fand er neben der „klassischen“ Musik bei Jazz, Bigband-Swing, Rock’n Roll und Songs von Coltrane oder den Beatles Inspiration. Alles Gegensätze, die Einfluss auf die ästhetische Empfindung Adams ausübten und die er auch in seinen „klassischen“ Werken zu verbinden suchte. Für ihn als amerikanischen Bürger und Komponisten war dies vollkommen natürlich und von selbstverständlicher Bedeutung.
      Zunächst jedoch war er deutlich der Avantgarde und der Musik der Serialisten zugeneigt. Adams studierte in Harvard bei dem Schönberg-Schüler Leon Kirchner und lernte erst dort die aktuellsten zeitgenössischen Werke kennen. Zu dieser Zeit war es beinahe unvorstellbar, dass ein ernsthaft bemühter Komponist etwas anderes schreiben sollte, als Zwölftonmusik, wie es damals auch Pierre Boulez allen klar gemacht hatte. Mit einem Quintett im Stile Alban Bergs machte Adams 1972 seinen Abschluss.

      Auf der Suche nach neuen Wegen zog er anschließend nach San Francisco und fand dort eine Anstellung als Dozent am San Francisco Conservatory of Music, wo er bis 1984 lehren sollte. An der Westküste der USA traf Adams auf eine wesentlich freiere und neugierigere Musikkultur und veranstaltete viele avantgardistische „Happenings“ á la John Cage, von dessen Buch Silence er sich, zumindest in philosophischer Hinsicht, sehr inspiriert fühlte.
      Hier lernte er auch die Musik der Minimalisten Terry Riley, Steve Reich und Philipp Glass kennen, die alle ungefähr 10 Jahre vor ihm geboren wurden. Am Minimal gefiel Adams vor allem der unmittelbare Zugang, den die Musik auch gleich beim ersten Hören ermöglichte. Sein erstes erfolgreiches Werk in diesem Stil war schließlich die Klavierkomposition Phrygian Gates, welche sich zwischen Lydischen und Phrygischen Tonarten bewegt. Recht bald jedoch empfand Adams die starren Prinzipien des Minimal als einengend und emotional viel zu beschränkt ausdrucksfähig. Er wollte seine Musik im Tempo dehnen oder komprimieren, das Metrum oder den Rhythmus verschieben und dabei gänzlich unvorhersehbar machen, ungewöhnliche Veränderungen in der Harmonik durchführen können. Alles Dinge, die nicht leicht vereinbar zu sein schienen mit den musikalischen Prozessen von Reich und Glass. Mit Shaker Loops für Streich-Septett schließlich gelang ihm ein größerer Erfolg, bei dem er bereits viel mit Tempo, Dynamik und Rhythmus spielte.

      International machte Adams erstmals mit Harmonium, einer Tondichtung für Chor und Orchester, auf sich aufmerksam. Dieses eher bombastisch angelegte Stück, bei dem die Sänger Gedichte von John Donne und Emily Dickinson zitieren, sollte stilistisch den Grundstein für sein bisher erfolgreichstes symphonisches Werk legen.
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    • Harmonielehre

      Als „composer in residence“ hatte Adams ein größeres Werk für das San Francisco Symphony Orchestra unter der Leitung von Edo de Waart abzuliefern. Doch Adams litt unter einer Schreibblockade. Beinahe 1 ½ Jahre war es ihm nicht möglich, eine Note niederzuschreiben, geschweige denn, seinen persönlichen Stil weiterzuentwickeln. Der Minimalismus verlieh ihm zwar eine Stimme, der entscheidende Schritt jedoch war schließlich die Kombination der Wiederholungen von Reich und Glass mit den breit angelegten Formen und grandiosen Orchestrierungen von Wagner, Mahler oder Sibelius. 1985 vollendete er in einem einzigen Schaffensrausch seine 40-minütige Symphonie mit dem Titel Harmonielehre – nach dem berühmten Lehrbuch benannt, in dem Schönberg die Tonalität zuerst für tot erklärt hatte. Adams‘ Harmonielehre antwortet quasi darauf mit dem Satz: „Ist sie ganz und gar nicht!“

      Nicht weniger als 40 e-Moll-Akkorde in dreifachem Forte, deren Dauer allmählich verkürzt und dann wieder ausgedehnt wird, setzen das Werk in Bewegung und demonstrieren sofort die große Wirkungskraft, die Tonalität auf den Zuhörer ausüben kann. Diese Eröffnung sollte ein Bild einfangen, welches ihm in einem Traum erschienen war – ein riesiger Öltanker, der sich aus den Fluten der San Francisco Bay wie eine Rakete erhob und dessen rostiger Rumpf in der Sonne glänzte. Innerhalb von Minuten breiten sich dekadente wagnersche Akkorde aus, die jedoch durch den Wahrnehmungsfilter eines Kindes der Sechziger gegangen sind. Harmonielehre ist demnach eine Verbindung zwischen den formalen und rhythmischen Prozeduren der Minimal-Music mit den chromatischen Harmonien von Wagners Parsifal und des fin-de-siècle, vor allem von Mahlers 10. Symphonie und Schönbergs leuchtenden Gurre-Liedern, aber auch von Sibelius‘ 4. Symphonie. Die Prinzipien des Minimalismus verleihen den harmonischen und melodischen Linien einen frischen und unbändigen Drive. Nach Beginn wird der Strom der Musik selten langweilig, denn die kontinuierlichen rhythmischen Verschiebungen und Schwerpunktverlagerungen innerhalb der Dreiklänge entfalten eine ungeheure Sogwirkung: Ständig verändert sich etwas, und hier hört man jederzeit auch, was, wie und warum. Der Prozess der Musik selbst wird quasi offengelegt. Nach einem streicherdominanten Mittelteil, der mit Minimal-Music nur noch wenig zu tun hat, kehrt die Musik in zyklischer Manier zum Beginn zurück und endet wiederum mit dramatischen e-Moll Schlägen.

      Der zweite Satz trägt den Titel „The Anfortas Wound“ und ist von der gleichen Legende inspiriert, wie schon Wagners Parsifal. Hier verarbeitet Adams seine schöpferische Blockade, die der Harmonielehre vorausgegangen ist. Sibelius 4. Symphonie ist hier das eindeutige Vorbild, was man bereits am düsteren Anfang in den Bässen erkennen kann. Im Vergleich jedoch wird keine „abgebrochene“ Melodie präsentiert, sondern im freien Bogenstrich ein harmonisch schwammiger Grundstein gelegt. Auch bei der Struktur dieses Satzes lassen sich Parallelen zu Sibelius ziehen: Ähnlich wie bei dessen Il tempo largo kommt es mehrfach zu einer versuchten Steigerung, welche dann jedoch abbricht und sich wieder zurückzieht. Eine Piccolo-Trompete weckt Charles Ives Assoziationen, der Höhepunkt schließlich ist Mahlers 10. Symphonie entnommen. Der berühmte „Katastrophen-Akkord“ des Adagios bleibt hier schicksalshaft stehen - Symbol für die Angst des Künstlers vor seiner kreativen Impotenz. Leise und niedergeschlagen verklingt der Satz ins Nichts.

      Der dritte und letzte Satz mit dem ironischen Titel „Meister Eckhardt and Quackie“ beginnt im Duktus eines Wiegenlieds. Auch hier werden Traumbilder evoziert, konkret ein Bild Adams‘, bei dem seine 4 Monate alte Tochter (mit dem Spitznamen Quackie) auf dem Rücken des Mittelalter-Mystikers durchs Weltall schwebt. „Herr Ober, ich hätte gerne dasselbe!“, möchte man da sagen. Nach den dissonanten Spannungen des 2. Satzes fängt die Musik nun an zu fliegen: Beinahe endlose, chromatische Streicherlinien mäandern vor dem Hintergrund stetig pulsierender Holzbläser vor sich hin, die konstanten harmonischen Verschiebungen sorgen aber auch hier für genug Abwechslung. Adams steigert den „nähmaschinenartigen“ Puls immer weiter und baut sogar auskomponierte Doppler-Effekte ein (bei Minute 6:00 in der Aufnahme von Simon Rattle), wo Klangeffekte der Posaunen von den Streichern beantwortet werden. Anschließend kehrt die Musik motivisch zum ersten Satz zurück, was folgt ist ein harmonischer Kampf zwischen e-Moll und Es-Dur, die auf der gemeinsamen Note G hin und her oszillieren. In einem fast schon vulgären Jubel im schlussendlich obsiegenden Es-Dur feiert Adams seine kreative Befreiung und tritt damit quasi aus dem Schatten der Komponisten der Vergangenheit, die ihn so beeinflussten.
      „Jeder Mensch hat einen Instinkt dafür, ob etwas echt ist oder vorgetäuscht. Aber ich glaube, Musiker sind durch ihr Training besonders empfindlich in dieser Hinsicht. Das macht sie nicht zu besseren Menschen, aber sie registrieren mehr.“ - Herbert Blomstedt
    • Nixon in China; The Death of Klinghoffer

      John Adams lernte bereits an der Ostküste den jungen Regisseur Peter Sellars kennen, welcher ihm Mitte der 80er-Jahre die Thematisierung von Richard Nixons Besuch 1972 in China vorschlug, dem ersten Staatsbesuch eines amerikanischen Präsidenten in China bzw. der Volksrepublik China überhaupt. Richard Nixon traf dort Mao Zedong und andere chinesische Persönlichkeiten, der Besuch gilt als wesentliche diplomatische Errungenschaft seiner Amtszeit und wird in den USA auch im übertragenen Sinne verwendet. Eine Oper mit derart zeitgenössischen Bezügen zur Nachrichtenwelt und politischer Berichtserstattung durch die Medien war in dieser Form noch nicht geschrieben worden. Man bezeichnet Nixon in China auch als “CNN-Oper”. Die bis dahin im Opernbereich völlig unerfahrene Dichterin Alice Goodman sollte das Libretto schreiben. Für Nixon stellte sich Adams einen amerikanischen Big-Band Sound vor, dass Orchester wurde daher um mehrere Saxofone, Perkussion-Instrumente und Synthesizer ergänzt. Die minimalistischen Wurzeln sind hier zwar noch eindeutig erkennbar, Adams mischt diese aber mit neoklassischen Bezügen, “jazziger” Orchestrierung und Wagnerschen Anklängen. Eine detaillierte Beschreibung der 3 Akte von Nixon in China würde den Rahmen sprengen. Stattdessen soll hier hervorgehoben werden, dass die Oper für ein zeitgenössisches Bühnenwerk eine erstaunlich fruchtvolle Geschichte hinter sich hat. Bis heute wird sie regelmäßig inszeniert und auch konzertant aufgeführt, wie vor kurzer Zeit beim Musikfest Berlin. Klaus Umbach vom Spiegel äußerte sich folgendermaßen über das Stück: „So ziseliert gemacht, ist Minimal Music alles andere als Kleinkunst: durchsichtig wie von Mozart, süffig wie von Richard Strauss, angereichert mit "überreifem Glenn Miller und dem ganzen Arsenal amerikanischer Musiktradition" (Adams), mal plump wie Allerwelts-Pop, dann, in kontrapunktischer Feinarbeit, geradezu wie aus dem Lehrbuch.“

      Hat Nixon in China John Adams als Komponisten berühmt gemacht, so wurde er durch die nachfolgende Oper The Death of Klinghoffer eher berüchtigt. 1985 wurde das Kreuzfahrtschiff „Achille Lauro“ von der palästinensischen Befreiungsfront entführt und der auf einen Rollstuhl angewiesene US-amerikanische Jude Leon Klinghoffer ermordet und über Bord geworfen. Die Ermordung wurde jedoch erst bekannt, nachdem die Terroristen das Schiff bereits verlassen hatten. Für diese Thematik hat Adams den Orchesterklang wesentlich düsterer gestaltet, weg vom glamourös aufgeblasenen Big-Band Sound von Nixon in China. Der Prolog beginnt mit den beiden Chören „Chorus of Exiled Palestinians“ und „Chorus of Exiled Jews“. Jeder Chor der Oper besitzt einen Gegenpart, so gibt es einen „Day Chorus“ und einen „Night Chorus“, einen „Ocean Chorus“ und einen „Desert Chorus“ sowie den ambivalent interpretierbaren „Hager Chorus“. Trotzdem stand das Trio um Adams, Sellars und Goodman unmittelbar nach der Erstaufführung 1991 unter heftiger Kritik und musste sich antisemitische Tendenzen oder gar die Rechtfertigung der terroristischen Tat vorwerfen lassen. Eine Oper aus der Sicht von Terroristen war zu viel für manche, noch 2014 musste bei einer Neuinszenierung an der MET die Video-Übertragung bereits im Voraus abgebrochen werden, die eigentliche Aufführung selbst fand zwar statt, jedoch von größeren Protesten begleitet. Trotz alldem wird auch The Death of Klinghoffer des Öfteren neu inszeniert.
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    • Chamber Symphony und Postminimalismus

      Nach den Erfolgen der beiden Opern kündigte sich in Adams‘ Schaffen erneut eine Weiterentwicklung des Stils an. Als orchestrale „Outtakes“ komponierte er nach Nixon in China noch die Orchesterwerke The Chairman Dances sowie das tänzerisch jazzige Fearful Symmetries. 1992 sollte Schönberg abermals als Anstoß dienen, diesmal für seine eigene Chamber Symphony (ebenfalls für 15 Musiker instrumentiert). Spätestens ab diesem Zeitpunkt bezeichnet Adams selbst seinen Stil als „postminimalistisch“, d.h., die Musik ist zwar noch stetig pulsierend, definiert sich jedoch nicht über Kontrollprozesse wie Reichs Phasenverschiebungen oder Glass‘ rhythmische Addition. Stattdessen wird die Wiederholung zu einem Gitternetz im Hintergrund, auf dem sich unterschiedlichstes Material anordnen lässt.

      Die Chamber Symphony trägt die Satzbezeichnungen „Mongrel Airs“, „Aria with Walking Bass“ und „Roadrunner“. Eine mit stetem Puls geschlagene Kuhglocke beginnt das Werk, schnell verdichtet sich das Klangbild zu einer extrem verwobenen Polyphonie. Auch in harmonischer Hinsicht ist die Chamber Symphony weit entfernt von den minimalistischen Wohlklängen von Harmonium oder Harmonielehre. Die rhythmischen Verschiebungen und Synkopierungen werden hier aufs Äußerste getrieben, zu Recht gilt dieses Werk auch als extrem schwer zu spielen und ist dabei an der Grenze zur Klarheit und Konsonanz, in gewisser Weise also ähnlich dem Schönbergschen Vorbild. Im Unterschied zu manch anderen modernen Kompositionen merkt man hier aber sofort, sollte ein Musiker aus der Reihe fallen. Beim dritten Satz „Roadrunner“ ist der Name Programm: Während er Schönbergs Werk studierte, sah sich sein Sohn im Nebenzimmer einen Cartoon aus den 50ern an. Die hyperaktive und aggressiv akrobatische Untermalung hat sich bei ihm direkt mit der Musik Schönbergs vermischt. Im Ergebnis entstand eine cartooneske Tour de Force in aberwitzigem Tempo, an deren Ende Schönberg auch direkt zitiert wird. Wer bisher nichts mit John Adams anfangen konnte, sollte diesem Meisterwerk der 90er Jahre definitiv eine Chance geben.

      Der neu gefundene und polyphonisch verfeinerte Stil wird von Adams in den „0er“ Jahren in seiner Son of Chamber Symphony weiter erforscht. Diese quasi-Fortsetzung ist zwar etwas anders und dabei zugänglicher orchestriert, als die Chamber Symphony, dennoch oder gerade deshalb aber ein sehr guter Einstieg in den „Postminimalismus“. Mit seinem Violinkonzert und der Tondichtung Slonimsky’s Earbox übertrug er schließlich diesen Stil auf ein größeres Orchester. Ersteres kommt (für ein modernes Violinkonzert) bis heute relativ häufig zur Aufführung.

      In den Jahren nach der Chamber Symphony folgten vor allem noch das Klavierkonzert Century Rolls für Emmanuel Ax und das Klarinettenkonzert Gnarly Buttons sowie Road Movies für Klavier und Geige.
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    • Naive and Sentimental Music und Werke ab 2000

      Höhepunkt der Schaffensperiode der 90er war die Symphonie Naive and Sentimental Music, geschrieben für und 1999 uraufgeführt von Esa-Pekka Salonen. Man könnte diesen Brocken als den etwas größeren Bruder der Harmonielehre bezeichnen. Der Titel stammt von Schiller und dessen Thesen über den „naiven“ Künstler auf der einen und den „sentimentalen“ auf der anderen Seite. Naiv ist nach Schiller derjenige, der um der Kreativität willen seine Kunst erschafft, quasi aus Selbstzweck. Der sentimentale Künstler hingegen ist sich des Zwecks seiner Kunst und der historischen Bedeutung bewusst. Bruckners 4. Symphonie und deren sich langsam entwickelnden Harmonien und Steigerungen ist das Vorbild für den ersten und namensgebenden Satz. Aus einer „naiven“ melodischen Linie (die ein wenig an Strauss‘ Heldenleben erinnert) wird ein großangelegtes Crescendo entwickelt, welches ständigen symphonischen Variationen unterworfen ist, bis sich das Orchester nach und nach quasi verselbstständigt und zu immer komplexeren Steigerungen gelangt. Adams war bereits vorher beeindruckt von den Studien des mexikanischen Komponisten Conlon Nancarrow, der rhythmische und temporale Abläufe in seinen Kompositionen für das Player-Piano revolutionierte. In seinen eigenen Werken versuchte er daher den Eindruck zu erwecken, als ob mehrere zeitliche Ebenen der polyphonen Stimmen parallel laufen. Dies führt vor allem bei Naive and Sentimental Music zu bisweilen verwirrender Komplexität und ist ein Markenzeichen seiner großen Orchesterwerke geworden, ohne jedoch zur Kakophonie zu verkommen. Der zweite Satz „Mother of the Man“ ist das „sentimentale“ Gegenstück, allerdings überschreitet Adams meiner Meinung nach hier die Grenze zum Kitsch tatsächlich. „Chain to the Rhythm“ kehrt schließlich wieder zu den minimalistischen Wurzeln zurück. Aus rhythmischen Fragmenten wird hier ein großer Spannungsbogen erzeugt und allmählich zum Höhepunkt entwickelt, Vintage-Adams sozusagen.

      Im Jahr 2000 wurde vom Théâtre du Châtelet Paris ein Werk zur Feier des Millenniums in Auftrag gegeben. Adams setzte sich mit Peter Sellars zusammen und sammelte verschiedene Texte (ob spanisch, lateinisch oder englisch) über das Wunder der Geburt an sich und den Weihnachtsmythos im Speziellen. El Niño ist eine Art Opern-Oratorium in zwei Teilen, dessen Musik zu der bewegendsten aus Adams‘ Schaffen gehört. Im Jahr 2012 komponierte er noch ein weiteres Oratorium als „Partnerstück“, nämlich das Passions-Oratorium The Gospel according to the Other Mary. Peter Sellars hat hierfür nicht nur Auszüge aus den vier Evangelien, Jesaja und den Psalmen zusammengetragen, sondern auch Texte aus der amerikanischen katholischen Arbeiterbewegung, zeitgenössische nordamerikanische und mexikanische Lyrik, Primo Levi, Hildegard von Bingen. Im Ergebnis ist The Gospel ein zwar etwas überfrachtetes Oratorium, andererseits aber an Aktualität nicht zu überbieten, wenn beispielsweise der Chor den volkstümlichen Text „En un dia de amor“ der mexikanischen (!) Dichterin Rosario Castellanos anstimmt. Erzählt wird die Geschichte zum größten Teil aus der Sicht der Frauen und wechselt dabei fließend zwischen Szenen in der Gegenwart und den Ereignissen rund um die Kreuzigung Jesu. Dies ist moderne Musik, die unmittelbar spricht und dennoch nichts an Erhabenheit einbüßen muss. The Gospel according to the Other Mary (erst kürzlich exemplarisch von den Berliner Philharmonikern umjubelt aufgeführt) gehört zu Adams‘ reifsten Werken, voller einfallsreicher Klangfarben und polyphoner Chorpassagen, bei denen man sich wünscht, sie mögen nie enden.

      2005 setzte er zudem seine erfolgreiche Serie zeitpolitisch inspirierter Opern fort, indem er die Geschichte des Physikers J. R. Oppenheimer (mit ihren Faust-artigen Bezügen) und der Entwicklung der Atombombe in Dr. Atomic dramatisierte.

      An größeren Orchesterwerken entstanden 2001 die Tondichtung Guide to Strange Places und in den letzten Jahren das jazzige City Noir (für Gustavo Dudamel geschrieben), die Hommage an späte Beethoven-Quartette Absolute Jest (für Streichquartett und Orchester) und die großangelegte „dramatische Symphonie“ (nach Berlioz) Scheherezade.2. Der „Guide“ beginnt zwar aufwühlend energetisch, verbiegt sich aber mit der Zeit immer mehr zu einem surrealen Klanggemälde voller merkwürdiger Effekte und Farben (z.B. ein Duett zwischen Kontrafagott und Tuba), für mich eines der interessantesten Werke von Adams. Im fetzigen City Noir wird die berühmt-berüchtigte „blue-note“ sowohl ersehnt, als auch bewusst vermieden. In Absolute Jest wiederum verwendet er viele Fragmente der Scherzi von Beethoven, v.a. aus dem Streichquartett Nr. 16 und der Großen Fuge oder auch aus den Symphonien Nr. 4 und 9 sowie der Waldstein-Sonate, und jagt diese durch seine eigenen Kompositionstechniken. Achtung! Nicht beim Rad- oder Autofahren hören, man neigt sonst leicht dazu, die Geschwindigkeit zu überschreiten :D . Absolute Jest „tourt“ gerade um die Welt und war in Europa schon in Berlin, Hamburg, Wien und Amsterdam zu hören.
      „Jeder Mensch hat einen Instinkt dafür, ob etwas echt ist oder vorgetäuscht. Aber ich glaube, Musiker sind durch ihr Training besonders empfindlich in dieser Hinsicht. Das macht sie nicht zu besseren Menschen, aber sie registrieren mehr.“ - Herbert Blomstedt
    • Wie eingangs erwähnt, ist Adams Stil nicht unumstritten. Laut eigener Aussage ist das Gelächter der Kollegen für ihn am schlimmsten gewesen. Bereits bei Harmonielehre wurde ihm vorgeworfen, er hätte darin die Prinzipien des Minimalismus aufgeweicht und gleichzeitig für seine eklektischen Fantasien und Impulse missbraucht. Auf der anderen Seite ist gerade dieses Werk singulär in der speziellen Verbindung der Techniken und Stile und macht auch heute noch das aufregende Gefühl spontaner und impulsiver Kreativität spürbar. Auch Nixon in China war kein unmittelbarer Erfolg. Die zeitgeschichtliche Bedeutung verwirrte viele, auch wurde der Oper vorgeworfen, sie würde Nixon zu gutmütig aussehen lassen. Dennoch hat sich das Werk schnell auch international behaupten können und gilt als eine der großen amerikanischen Opern der 2. Hälfte des 20. Jhd. und Musterbeispiel dafür, wie zeitgeschichtliche und gesellschaftspolitische Ereignisse auf die Opernbühne übertragen werden können. Gleiches gilt für die Oper Dr. Atomic, welche bereits von Anfang an großen Anklang fand.

      Viele namhafte Dirigenten fördern seine doch recht einzigartige musikalische Sprache, allen voran Sir Simon Rattle, Kent Nagano, Esa-Pekka Salonen, Alan Gilbert, Gustavo Dudamel und Michael Tilson Thomas. Alle haben schon seine Werke durch Aufnahmen und Konzerttourneen unterstützt.

      Das Adams fast ausschließlich „tonale“ Musik schreibt, ist heute weniger Diskussionsthema. Auch andere (erfolgreiche) zeitgenössische Komponisten wie z.B. Jörg Widmann bestehen auf einem polyglotten Klangstil und scheuen sich nicht davor, ihre großen Vorbilder direkt zu zitieren. Trotzdem ist der persönliche Stil von John Adams auf der Stelle erkennbar, ein Merkmal, was heute nur noch ganz wenige Komponisten von sich behaupten können. Letztendlich ist seine Musik mit ihren doch sehr eindeutigen amerikanischen Einflüssen und Bezügen Geschmackssache, andererseits ist sie auch beinahe unwiderstehlich in ihrem Vorwärtsantrieb und dem kontinuierlichen Einfallsreichtum.

      Aufnahmeempfehlungen gebe ich auf Wunsch und Interesse gerne weiter. Fürs erste empfehle ich folgendes:

      digitalconcerthall.com/de/concerts/composer_john%20adams

      Es folgt im Juni noch eine Aufführung von City Noir unter der Leitung von Dudamel.
      „Jeder Mensch hat einen Instinkt dafür, ob etwas echt ist oder vorgetäuscht. Aber ich glaube, Musiker sind durch ihr Training besonders empfindlich in dieser Hinsicht. Das macht sie nicht zu besseren Menschen, aber sie registrieren mehr.“ - Herbert Blomstedt
    • Tichy1988 schrieb:

      2005 setzte er zudem seine erfolgreiche Serie zeitpolitisch inspirierter Opern fort, indem er die Geschichte des Physikers J. R. Oppenheimer (mit ihren Faust-artigen Bezügen) und der Entwicklung der Atombombe in Dr. Atomic dramatisierte.
      Nixon in China und vor allem auch The Death of Klinghoffer konnte ich einiges abgewinnen, aber Doctor Atomic hat mich überwiegend gelangweilt - siehe meinen Bericht hier.

      Gerade ist in San Francisco die neue Oper von Adams uraufgeführt worden: Girls of the Golden West (das gab's doch schon mal von einem anderen...). Erste Rezension hier: sfchronicle.com/music/article/…0Button&utm_medium=social

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Zwielicht schrieb:

      Tichy1988 schrieb:

      2005 setzte er zudem seine erfolgreiche Serie zeitpolitisch inspirierter Opern fort, indem er die Geschichte des Physikers J. R. Oppenheimer (mit ihren Faust-artigen Bezügen) und der Entwicklung der Atombombe in Dr. Atomic dramatisierte.
      Nixon in China und vor allem auch The Death of Klinghoffer konnte ich einiges abgewinnen, aber Doctor Atomic hat mich überwiegend gelangweilt - siehe meinen Bericht hier.
      Erstaunlich! Bei mir ist es gerade umgekehrt. Nixon in China liefert vielleicht die schönere Optik, aber die Musik finde ich doch zu glassartig. Die ersten 20 Minuten elektrisieren. Die ständigen Wiederholungen der musikalischen Form danach langweilen nur noch. Sehr kurzatmig ist das Ganze. Die erweiterte Tonsprache in Dr. Atomic ist schon eine andere Welt. Saarbrücken ist nicht weit, aber die deutsche Erstaufführung dort ging an mir vorbei. Ich kenne das Werk nur von dieser Blu-ray und habe es mir inzwischen drei Mal angesehen - bisher hat sich Dr. Atomic bei mir nicht abgenutzt:



      Gruß
      Josquin
    • Josquin schrieb:

      Nixon in China liefert vielleicht die schönere Optik, aber die Musik finde ich doch zu glassartig. Die ersten 20 Minuten elektrisieren. Die ständigen Wiederholungen der musikalischen Form danach langweilen nur noch. Sehr kurzatmig ist das Ganze. Die erweiterte Tonsprache in Dr. Atomic ist schon eine andere Welt.
      Auf der Bühne gesehen hab ich Nixon in China noch nie, insofern kann es die "schönere Optik" nicht sein. Ist auch schon länger her, dass ich das Stück wieder mal gehört habe - aber ich fand immer die Elemente der Collage, diese ironischen Zitate von Tänzen, den auch musikalischen "clash" von Zivilisationen und Ideologien ganz witzig gemacht.

      Dieses unterhaltsame, ironisch gebrochene Element fehlt Doctor Atomic völlig - alles sehr reflexiv, sehr ausführlich, sehr seriös und manchmal auch (bei der indianischen Hausangestellten) nahe am Kitsch.

      The Death of Klinghoffer ist natürlich auch nicht witzig, aber ich finde die Musik hier härter, dissonanter als bei Doctor Atomic, wirklich so etwas wie Leiderfahrung vermittelnd.

      Meinungen, die allerdings - das sei betont - auf eher oberflächlicher Kenntnis der drei Opern beruhen.

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Kennt ihr das? Man tanzt ganz allein in kleinen Schritten vor sich hin, total versunken und vollkommen glücklich? Daran musste ich vorhin denken, als ich diesen wundervollen zweiten Satz des Violinkonzerts hörte, “Chaconne - Body Through Which the Dream Flows”, heißt er, in dem die Violine, unentwegt spielend und rhythmisch abgesetzt vom Orchester ganz für sich ist. Meditation pur, abschalten und entspannt einschlafen.

      Leila Josefowicz soll das Violinkonzert von John Adams inzwischen über 100-mal gespielt haben. Das glaube ich sofort. Das Konzert habe ich in der Einspielung von Chloë Hanslip immer wieder einmal gehört. Ist ganz nett, lege ich irgendwann wieder auf, war mein Eindruck. Josefowicz hingegen fesselt mich. Gleich noch einmal!

      Es ist der altbekannte Unterschied zwischen einem Künstler, der seine Rolle frisch gelernt, und einem, der sie seit vielen Jahren auf der Bühne präsentiert und wirklich durchdrungen hat. Entsprechend ist Josefowicz‘ Spiel im besten Sinne beredt. Sie offenbar nicht nur eine stupende technische Fertigkeit, insbesondere im dritten Satz, sondern ein tiefes Verständnis dieser Musik, die mit solchen Interpreten wächst. Hinhören, empfehle ich. Josefowicz hat etwas zu sagen. Das Konzert würde ich jetzt wirklich gern einmal live hören.Gelungenes Cover übrigens. Passt gut zu meinem Eindruck:

    • John Adams - Víolinkonzert (1993)

      Hallo Knulp,

      vielen Dank für den Hinweis auf dieses interessante VC des 20.Jhd. und auch die Gegenüberstellung von Leila Josefowicz (Nonesuch) mit der Hanslip-Aufnahme (NAXOS).

      Die von Dir vorgestellte Nonesuch-CD hat nur einen Fehler: Sie läuft nur 31 Minuten ... von daher bin ich erst einmal zufrieden mit dem was ich auf YT gefunden habe (mit Josefowicz ist auf YT offenbar nur der 3.Satz zu finden) ... jedenfalls bis sich der Preis für die "Short-CD" gelegt hat.


      :cincinsekt: Ich werde Deinen Beitrag aber zum Anlass nehmen und mir meine Hanslip-Aufnahme mit dem Royal PO/Slatkin (NAXOS; 2005, DDD), die u.a. mit dem Corigliano-VC gekoppelt ist, nach Jahren mal wieder anzuhören ...
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Mach das, Wolfgang, und berichte.

      Heute finde ich das Konzert deutlich stärker als früher. Inwieweit das an der anderen Interpretin liegt, vermag ich nicht zu sagen. In den USA und in England wird es offenbar viel häufiger aufgeführt als bei uns und daher wohl auch mehr geschätzt. Ein moderner Klassiker, könnte man dort schon sagen. Es wurde übrigens 1993 fertiggestellt, ist also schon 25 Jahre alt.

      Neben der oben gezeigten Aufnahme besitze ich übrigens auch die mit Tasmin Waley-Cohen. Sie wurde ebenfalls von der Kritik sehr gelobt.



      Mir gefällt sie weniger als die von Josefowicz. Es ist aber sehr leicht vorstellbar, dass es anderen umgekehrt geht. Der Unterschied liegt in der Interpretation. Bei Josefowicz assoziiere ich Alban Berg, bei Waley-Cohen Stravinsky.
    • nytimes.com/2019/06/27/arts/music/john-adams-opera.html

      Ein Artikel der NYT über die aktuellen Aufführungen in deutschen Opern- und Konzerthäusern. Nixon in China wurde kürzlich in Stuttgart aufgeführt, hier eine Besprechung von BR-Klassik:
      br-klassik.de/aktuell/news-kri…rt-marco-storman-100.html

      Das sehr positiv aufgenommene Klavierkonzert für Yuja Wang wird in Europa erstmals auf dem Edinburgh International Festival am 04.08.19 aufgeführt. Vielleicht sieht man danach ja einen Mitschnitt irgendwo.
      „Jeder Mensch hat einen Instinkt dafür, ob etwas echt ist oder vorgetäuscht. Aber ich glaube, Musiker sind durch ihr Training besonders empfindlich in dieser Hinsicht. Das macht sie nicht zu besseren Menschen, aber sie registrieren mehr.“ - Herbert Blomstedt