Eine kurze Geschichte des ProgRock

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Doc Stänker schrieb:

      Dem meisten Progrock haftet was Konstruiertes an, meist ins pathetische abdriftend
      Das sind die Elemente, derentwegen ich mich auch nicht weiter mit dieser Spezies der Rockmusik beschäftigt habe. Die häufig ausladenden und üppig besetzten Sequenzen mancher Songs kann ich nur in kleinen Dosen ertragen. Obwohl ich z.B. ein großer Bewunderer von Keith Emerson bin, so kann ich mit etlichen Songs von ELP nicht soviel anfangen, weil sie einfach zu pompös gestaltet sind. Eher schon mit Stücken wie "Jeremy Bender". Sein erstes Album mit "The Nice", "The thoughts of Emerlist Davjack" (eine Kombination der Namen der 4 Bandmitglieder) enthält einige raffinierte Stücke (z.B. Dawn), die fast kammermusikalisch gebaut sind. Der riesige Aufwand den ELP später getrieben haben steht in keinem Verhältnis zum musikalischen Ertrag. Und das trifft m.E. auch für Gruppen wie Genesis oder Yes zu.



      Peter
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Doc Stänker schrieb:

      Moin
      die Fahne, die EinTon für Gentle Giant hist, kann nicht groß und hoch genug wehen!
      Ich durfte das Vergnügen einer Live-Begegnungen mit Ihnen 1972 haben:

      rolf-thalmann.de/kk-gentle-giant-2a.jp

      Gekommen war ich hauptsächlich wegen Stan Webb und seiner Chicken Shack. Ich kannte GG damals noch nicht und wurde geradezu umgehauen von der Differenziertheit und Virtuosität ihres Spiels. Am meisten hatte mich der Bassist Ray Shulman beeindruckt: was für ein variables Basspiel, großartig.

      Es war ein tolles Konzert in der Musikhalle, extrem abwechslungsreich, Man kackten etwas gegenüber den anderen ab.
    • EinTon schrieb:

      Das Spiel des ab "Octopus" am Schlagzeug sitzenden John Wheathers empfinde ich als reichlich unmusikalisches Gedresche
      Auf den ersten beiden Scheiben spielte noch Martin Smith, der aus der Vorgängergruppe "Simon Dupre and the Big Sound", übrigens sehr hörenswert, herüberkam.
      Weathers wurde extra engagiert, es sollte "rockiger" werden. Der Ergebnis ist bekannt.
      1972 tourte man übrigens mit Black Sabbath, das muss ein Kulturschock gewesen sein.

      Eusebius schrieb:

      Das sind die Elemente, derentwegen ich mich auch nicht weiter mit dieser Spezies der Rockmusik beschäftigt habe
      Ja, bei mir hat auch nur sehr sehr wenig überlebt, manches aus Sentimentalität, aber die Vorstellung, heute nochmal eine ganze LP von VdGG oder Genesis hören zu müssen, bereitet mir ne echte Pein. Bei KC ist das anders (aber erst ab Lizard!) und Gentle Giant sowieso genau.


      Andreas schrieb:

      Ich durfte das Vergnügen einer Live-Begegnungen mit Ihnen 1972 haben:
      Benneidenswert, aber auch die Zusammenstellung der Gruppen war schräg.
      Gruß aus Kiel
      Ich vergesse niemals ein Gesicht. Doch bei Ihnen mache ich eine Ausnahme! (Groucho Marx)
    • philmus schrieb:

      "Sea of tranquilitiy" ist kein Dreck, sondern harmonisch ziemlich abgefahren.. sogar mit Septimen im Bass... Weiß aber grad nicht mehr, auf welcher LP der Song war...
      Gone To Earth (1977)
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Doc Stänker schrieb:

      Weathers wurde extra engagiert, es sollte "rockiger" werden. Der Ergebnis ist bekannt.

      Ich hab nix gegen "rockiges" kräftiges Schlagzeugspiel, sofern es eine gewisse Diffenziertheit aufweist, wie zB in exzellenter Manier bei Billy Cobham auf den klassischen Alben von Mahavisnu Orchestra oder auch bei Phil Collins auf den ersten beiden (noch proggigen) Genesis-Platten der Nach-Gabriel-Ära. Ein solches kann ich aber bei Weathers nicht vernehmen.

      Doc Stänker schrieb:

      1972 tourte man übrigens mit Black Sabbath, das muss ein Kulturschock gewesen sein.

      Ja, Gentle Giant wurde auf dieser Tour bei einem ihrer Auftritte von Black-Sabbath-Fans mit Bierflaschen und Böllern beworfen... , (vgl. ggconcerts.on-reflection.org/part2.htm , im Abschnitt "Sep. 15" ).
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • EinTon schrieb:

      Ja, Gentle Giant wurde auf dieser Tour bei einem ihrer Auftritte von Black-Sabbath-Fans mit Bierflaschen und Böllern beworfen... , (vgl. ggconcerts.on-reflection.org/part2.htm , im Abschnitt "Sep. 15" ).
      Mann, was für eine Mühe haben sich da Leute gegeben, das alles zu dokumentieren! Das ist ja unfassbar!
      Danke für den Link.
      Eine Konzertankündigung lesend fällt mir ein, ich müsste mal wieder "MayBlitz" hören.
      Gruß aus Kiel
      Ich vergesse niemals ein Gesicht. Doch bei Ihnen mache ich eine Ausnahme! (Groucho Marx)
    • Eusebius schrieb:

      Doc Stänker schrieb:

      Dem meisten Progrock haftet was Konstruiertes an, meist ins pathetische abdriftend
      Das sind die Elemente, derentwegen ich mich auch nicht weiter mit dieser Spezies der Rockmusik beschäftigt habe[...]
      U. A. aus diesem Grund bevorzuge ich auch die (von mir schon oben erwähnte, und von manchem auch zum "Prog" gezählte, zumindest mit diesem verwandte) R.I.O.-Richtung gegenüber dem "klassischen" Prog à la Yes und Genesis - ein Beispiel wäre Univers Zeros um 1980 herausgekommenes Album "Ceux du dehors":



      open.spotify.com/album/1J0tUfb0y6YHoKF4uGCOzA

      Mag sein, dass das für Euch auch noch zu "konstruiert" ist (die Musik ist jedenfalls ziemlich komplex, was mir aber auch gerade gefällt :) ), prätentios bzw. pompös im Sinne von ELP (die ich gleich Euch aus ebendiesem Grund nur begrenzt mag) sind sie jedenfalls nicht.
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • Josquin Dufay schrieb:

      Ich kenne noch Eloys Ocean (1977) - bezeichne ich als deutschen ProgRock. Oder muß das nun etwa Krautrock heißen? ...
      Eloy werden eher dem "ArtRock" zugeordnet - wobei die Definition letztlich genauso schwammig ist wie beim ProgRock. Was man allein schon daran sehen kann, dass viele der Bands, die hier im Thread schon erwähnt wurden, in der Liste des entsprechenden Wikipedia-Artikels ebenfalls genannt sind. Laut Wikipedia repräsentiere der ArtRock im Gegensatz zum ProgRock stärker "den Ansatz hin zu anspruchsvollen Produktionsweisen, großen Formen und neuen visuellen Darstellungen" und arbeite "intensiv mit den Mitteln der elektronischen Musik". Für Eloy trifft das auf jeden Fall zu, denn Frank Bornemanns englischsprachige Lyrics werden durch einen "Germanizer" nahezu bis zur Unkenntlichkeit verfremdet... :D
      Früher war nichts besser, aber: Es gab Sachen, die waren früher gut. Und sie wären es auch heute noch - wenn man die Finger davon gelassen hätte! (Jochen Malmsheimer)