TONALI17

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    • In der Elbphilharmonie ist soeben das Finale des siebten Tonali-Wettbewerbs für junge Musikerinnen und Musiker zwischen 16 und 21 Jahren zu Ende gegangen, der in diesem Jahr für Geige ausgeschrieben war. Die drei Finalistinnen waren Lara Boschkor, Elene Meipariani und Anne Maria Wehrmeyer. Alle drei spielten (zufällig) in der Schlussrunde dasselbe Stück, nämlich das erste Violinkonzert von Prokofieff, zusammen mit der Jungen Norddeutschen Philharmonie unter der Leitung von Daniel Blendulf.
      Das Tonali-Projekt wurde 2009 von den beiden diplomierten Cellisten Amadeus Templeton und Boris Matchin zunächst als Instrumentalwettbewerb gegründet und ist inzwischen ein ganzjähriges und über Hamburg hinaus wirkendes Kulturprojekt. Besonderheit ist die Qualifizierung von jährlich 12 Musikern, denen jeweils eine Hamburger Patenschule zugeordnet wird. In den Schulen engagieren sich Schülermanager für die Organisation von Schulkonzerten, für eine Schülerjury und für das dem Wettbewerb nachfolgende TONALi-Festival "Klassik in deinem Kiez" (vom 16. bis 27. November). In der Elbphilharmonie war heute Abend deshalb ein sehr junges Publikum (der Altersdurchschnitt wurde von den Veranstaltern auf unter 20 geschätzt). Die Jury entschied, den ersten Preis an Lara Boschkor zu vergeben, den zweiten an Anne Maria Wehrmeyer und den dritten an Elene Meipariani. Der Publikumspreis ging an Maria Wehrmeyer, der Sonderpreis für ein gemeinsames Konzert mit Lisa Batiashvili an Elene Meipariani.
      (Für mich persönlich war das insofern ein besonders spannender Abend, als ich mit zwei der drei Finalistinnen schon Konzerte gespielt habe, darunter auch mit Lara Boschkor.)

      Christian
      Jeder Eindruck, den man macht, schafft Feinde. Um populär zu bleiben, muss man mittelmäßig sein.
      Oscar Wilde
    • Das TONALI-Projekt ist wirklich eine gute und verdienstvolle Idee. Es unterscheidet sich von der Mehrzahl der "Musikvermittungsprojekte" (wenn nicht von allen) vor allem dadurch, dass hier nicht Erwachsene versuchen, Kinder und Jugendliche für Klassische Musik zu begeistern und in Konzerte zu bringen, sondern dass Jugendliche dafür gewonnen werden, für Gleichaltrige Schul- und Stadtteilkonzerte zu organisieren und ihre Schulfreunde dazu (und natürlich zum Wettbewerbs-Finale) einzuladen. Das ist meines Wissens eine neue und wie ich finde sehr interessante Idee. Das Ganze geschieht wie gesagt zunächst durch die "Schulpatenschaften", bei denen jeweils einer der qualifizierten Teilnehmer einer Hamburger Schule zugeteilt wird und dort dann in Zusammenarbeit mit den "Schülermanagern" Veranstaltungen bestreitet. Davon profitieren also sowohl die jungen Musiker als auch die Schüler, und zwar über den Wettbewerb hinaus, denn diese Verbindungen zwischen Teilnehmern und Patenschulen besteht während des ganzen "Tonali-Jahres". Das hat nebenbei auch noch den positiven Effekt, dass auch diejenigen Teilnehmer etwas davon haben, die es nicht ins Finale schaffen.
      Ich verfolge dieses Projekt seit seiner Gründung, weil auch im ersten Jahr eine junge Geigerin gewonnen hat, mit der ich in ein paar Mal gespielt habe. Inzwischen wechseln sich jährlich Geiger, Cellisten und Pianisten ab. Inzwischen gibt es auch die "TONALiSTEN Agentur", die Konzerte mit Teilnehmern und Preisträgern des Wettbewerbs organisiert. Und auch in der Wahl der Konzertorte gehen die TONALI-Gründer mitunter sehr ungewöhnliche Wege: in der vergangenen Woche fand ein Konzert im Boxring der berühmten Kultkneipe "Zur Ritze" auf der Reeperbahn statt.

      Christian
      Jeder Eindruck, den man macht, schafft Feinde. Um populär zu bleiben, muss man mittelmäßig sein.
      Oscar Wilde