Opernhilfe

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    • Liebes Forum,

      ich bin vor kurzem an das Poesiealbum der jungen Margarete Slezak gelangt, Tochter des berühmten Tenors Leo Slezak. Das Poesiealbum wurde zwischen 1910 und 1920 geführt und enthält Eintragungen der Freunde und Verwandte der jungen "Greterl", darunter natürlich auch viele berühmte Künstler (Caruso, Ferrar, Bodanzky, Flesch, Burmester, etc). Leider konnte ich einige Unterschriften nicht entziffern und würde gerne drei Bilder einstellen und vielleicht klingelt bei dem ein oder anderen etwas, der sich besser mit Oper auskennt als ich. Die ersten beiden Unterschriften stammen vom Januar 1918 aus dem Wiener Bristol-Hotel, eine noble Herberge zur damaligen Zeit. Die dritte Unterschrift stammt vermutlich von der Überfahrt nach Amerika mit der "Kaiser Wilhelm II" aus dem Jahr 1912, auch eher etwas für den gehobenen Geldbeutel. Ich vermute also, dass es sich in allen drei Fällen um bekannte Persönlichkeiten handelt (aller Voraussicht nach aus dem "Opernumfeld"):

      Nummer 1:
      [IMG:https://www.tobias-broeker.de/s/cc_images/cache_30967587.jpg?t=1503222824]


      Nummer 2:
      [IMG:https://www.tobias-broeker.de/s/cc_images/cache_30967586.jpg?t=1503222824]


      Nummer 3:
      [IMG:https://www.tobias-broeker.de/s/cc_images/cache_30967585.jpg?t=1503222824]
    • Ich war schneller. :P

      ... puuhhh, jetzt werden meine Augen doch langsam müde.
      Ich schaffe den Rest nicht, nur ein Hinweis, der vielleicht weiter hilft: Die Unterschriften in 1 und 2 ähneln sich, es scheint um ein und dieselbe Person zu gehen, wenn auch von unterschiedlichen Händen geschrieben. Ein Wort fängt mit "Tr" (oder "Fr") an, dann wird neu angesetzt mit "Ani" und dann wird nochmal neu angesetzt, in beiden Fällen. ?(
    • Noch ein Hinweis: Im Bristol dürften Papa und Tochter sich aufgehalten haben, weil Papa am 09. in der Staatsoper gesungen hat. Die Wiener Staatsoper hat die Spielpläne alle archiviert:
      "https://archiv.wiener-staatsoper.at/performances/27812"
      Aber unter seinen Kolleg_innen scheint mir kein Name zu passen. :heul1:
    • ThomasBernhard schrieb:

      Auf Bild 2 könnte mit Bleistift Lotte Walter stehen. Aber ist das realistisch? Das wäre Bruno Walters plusminus 15jährige Tochter.
      Das stimmt, es handelt sich wohl um die Tochter Bruno Walters, aber mir geht es um die Tintenschrift. Danke dennoch für den Hinweis.

      Und Antonio Scotti ist ein Volltreffer! Ganz herzlichen Dank! Ich hab auch einige Autogramme mit der Internet-Bildersuche gefunden und die Ähnlichkeit ist augenscheinlich!
    • Paula Fleming schrieb:

      Noch ein Hinweis: Im Bristol dürften Papa und Tochter sich aufgehalten haben, weil Papa am 09. in der Staatsoper gesungen hat. Die Wiener Staatsoper hat die Spielpläne alle archiviert:
      "https://archiv.wiener-staatsoper.at/performances/27812"
      Aber unter seinen Kolleg_innen scheint mir kein Name zu passen. :heul1:
      Ja, die Spielpläne habe ich auch schon entdeckt und durchgesehen, aber auch mir ist kein Name ins Auge gestochen. Aber es stimmt, die beiden Einträge sind wohl von gleicher Hand. Im Album befinden sie sich etliche Seiten auseinander, da ist mir das gar nicht aufgefallen. Interessant..
    • Die Verse vor der ersten Unterschrift sind aus einem polnischen Gedicht Adam Asnyks

      Między nami nic nie było!
      Żadnych zwierzeń, wyznań żadnych,
      Nic nas z sobą nie łączyło
      Prócz wiosennych marzeń zdradnych

      Zwischen uns ist nichts gewesen!
      Keine Vertrautheiten, keine Geständnisse
      Nichts hat uns verbunden
      Außer betrügerischen Frühlingsträumen

      (Margarethe Slezak hat's vermerkt und eine Eindeutschung geschrieben)

      Vielleichts kann's helfen, die Buchstaben der Unterschrift zu entziffern. Sie stammt wohl von einem Polen / einer Polin.
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Für mich sieht der Nachname nach "Iwanitsky" aus. Das würde für beide Seiten passen. Bei Seite 1 gibt es den ganzen Vornamen, vielleicht "Mlane"? und scheinbar gibt es noch ein kleines Adelswort, wahrscheinlich sowas wie das deutsche "von". Eine Suche bei musicsack.com ergiebt einen Treffer für Iwantzky, eine "M. Iwantzky-Wasilenko", war 1879 aktiv als Sängerin. Könnte passen, leider findet sich aber überhaupt kein weiter Hinweis auf solch eine Person. Aber da macht vielleicht auch die richtige Schreibweise den entscheidenden Schritt, meine Versuche mit Iwantsky, Ivantski, etc lieferten aber noch keinen Treffer...
    • das bei musicsack als Quelle genannte Rigaer Theater- und Tonkünstlerlexikon gibts online

      ia801009.us.archive.org/24/ite…_Tonkuenstler_Lexikon.pdf

      da ist aber auch nicht viel mehr zu entnehmen, M. v. Iwanitzky-Wasilenko (nicht Iwantzky, stimmt also besser mit der Lesung überein) war Sopranistin und ist 1879/1880 in einem russischen Club aufgetreten.

      edit
      bei der Suche würde ich auch die Schreibweise Jwanitzky in Betracht ziehen, das Rigaer Lex. setzt I = J, und solche Schreibweisen gibt es auch.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Kutsch-Riemens weiß, dass die ukrainische Sopranistin Maria Litwinenko-Volgemut ihre Stimme 1908-1912 bei M. Iwanitzky am Kiewer Konservatorium ausbilden ließ.

      Der abgekürzte Vorname auf Bild 2 sieht für mein Auge eigentlich nach "St." aus, wiewohl die Schreibung des "M" von "Między" auf Bild 1 da zur Vorsicht gemahnt.

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Areios schrieb:

      bei M. Iwanitzky am Kiewer Konservatorium
      das ist jetzt immerhin eine nach Poesiealbum und Rigaer Lexikon wahrscheinlich davon unabhänige Quelle mit "M." als Vornamensabkürzung. Das "World biographical System" hat den Namen auch, ist aber abhängig vom Rigaer Lex. Hat jemand eine Vermutung, was es mit dem "Mlane" auf sich haben könnte?
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


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    • Für mich sieht es so aus, als wenn im Bild1 eine eingedeutschte Version des Namens: Iwanitzky und im Bild2 die original polnische: Iwanicki stehen würde.
      "Mlane" sagt mir überhaupt nichts. Es dürfte etwas anderes geschrieben sein.
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Philbert schrieb:

      Für mich sieht es so aus, als wenn im Bild1 eine eingedeutschte Version des Namens: Iwanitzky und im Bild2 die original polnische: Iwanicki stehen würde.
      das würde passen. "Iwanicki" wird als poln. Adelsgeschlecht (14.-18. Jh.) angegeben.
      Etwa gleichzeitig mit der Sängerin gabs in Riga noch einen Oberstleutnant "Eugen v. Iwanitzky-Wassilenko".
      ---
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      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


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