Zu spät zur Vorstellung …

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    • Zu spät zur Vorstellung …

      Liebe Forenmitglieder,

      mich würde mal interessieren, wie es bei euch bisher so ablief, als ihr mal zu spät/ verspätet zu einer Vorstellung kamt.

      Habt ihr womöglich unterwegs schon kehrt gemacht – oder seid ihr durchgefahren, obwohl ihr wusstet, dass das Risiko sehr gering ist, überhaupt noch reingelassen zu werden? Wurdet ihr überhaupt reingelassen? Wenn ja: wie lief es genau ab? Welche Anekdoten habt ihr zu berichten? :wink:

      Ich komme nun deshalb zu diesem Thema, weil ich gestern selbst (zum ersten Mal) zu spät kam. Ich war tatsächlich drauf und dran, unterwegs wieder kehrt zu machen, als mir klar wurde, dass ich es nicht pünktlich schaffen würde. Ich rechnete mit mind. 15 Minuten Verspätung, bin aber dennoch durchgefahren. Als ich ankam, parkte ich mein Auto im Parkhaus und lief zum Theater. Dort angekommen (völlig außer Atem und knapp 13 Minuten zuspät) fragte ich die Damen an der Garderobe, ob ich wohl noch rein dürfte. Ich hatte ein Opern-Ticket für die 4. Reihe, Parkett. Sie bestätigten meine Befürchtung mit einem besorgten Kopfschütteln. Dann meinte jedoch eine der Damen, dass ich evtl. einen Platz in der Loge haben könnte, da es dort noch freie Plätze geben musste. Immerhin! So saß ich also in der Loge (1. Reihe) und hatte einen recht guten Sitzplatz. Parkett wäre mir lieber gewesen und ich habe natürlich die Ouvertüre verpasst, aber ich war letzten Endes froh, doch noch durchgefahren zu sein. So hatte ich dennoch einen schönen Abend. 8) Gut, bisher habe ich mich immer über Zuspätkommer aufgeregt, aber nun, wo es mir selbst passiert ist … *hüstel* :versteck1:

      Was könnt ihr so berichten? Bin sehr gespannt … :jaja1:
      "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)
    • Anekdote aus der Jugendzeit vor Jahrzehnten:
      Klassenfahrt nach Berlin war angesagt. Ein Schulfreund und ich, so ziemlich die einzigen Klassik-Interessierten, hatten Opernkarten bestellt - Boris Godunow. Als Provinznestler gingen wir völlig selbstverständlich davon aus, daß alles, was Abends anfängt, um 20.00 anfängt. Das war natürlich zu spät. Der Rest war aber dennoch toll.
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • blöd ist, wenn die Pause kürzer als erwartet war und man sich außer Haus bei einem Spaziergang oder der (günstigeren und vor allem besseren) Nahrungsaufnahme verlustiert hat. So ist mir mal ein dritter Tristan-Akt flöten gegangen (halb so wild, da ich eh schon mehrere Aufführungen zuvor gesehen hatte). Ich habe das Opernhaus dann gar nicht erst betreten, als ich von Außen sah, dass schon kein Publikum mehr im Foyer war und die Logenschließer schon in den Lümmel-Modus übergegangen waren.
      Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.
    • Ich kann mich nicht erinnern, jemals zu spät zu einer Musikveranstaltung erschienen zu sein. Allerdings nehme ich auch nur selten Veranstaltungen außerhalb von 25-30 km wahr. Muss ich auch nicht, sicher ein Vorteil.

      Allerdings ist mir das als ausübender Musiker mal mit der Bundeswehr passiert, als durch einen plötzlich aufkommenden Schneesturm einfach kein Weiterfahren mehr möglich wurde, bzw. dann nur noch sehr langsam. Wir haben dann die Veranstaltung ohne das vorgesehene Abendessen quasi direkt von der Straße aus begonnen - mit rund 25 Minuten Verspätung !! Das war im Winter 88/89 im Raum Kassel gewesen.

      Was ich machen würde, kann ich so nicht sagen, da ich sowas spontan entscheide. Generell erwarte ich Pünktlichkeit von den Leuten, daher begrüße ich es sehr, wenn man an den Eingangstüren entsprechend die Leute warten lässt. Bei Jazz-Veranstaltungen ist das meines Wissens nach eher locker, doch es stört MICH oftmals sehr. Auch ist es unhöflich gegenüber den ausübenden Musikern.

      Ich selbst bin aber auch einmal zur Pause draußen geblieben, weil ich den nach der Pause kommenden Künstler nicht hören wollte. Das war eine Jazzveranstaltung gewesen, und ich konnte anschließend auch wieder den Saal betreten. Heute ärgere ich mich über mich selbst deshalb, denn Lou Rawls sich nicht anzuhören würde ich heute nie wieder machen.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Passt leider nicht ganz, da nur fast-zu-spät", auch wegen eingebildeter falscher Anfangszeit (+ 1h). Dank spontanem und bis heute unerklärlichem Gedankenblitz doch nochmal Ticket gecheckt ... danach alles recht sportlich, Ankleiden mit dem Nötigsten :D in Sekunden, Sprint zur Straßenbahn .... Sprint zur Oper ... waren dann doch noch ein paar Minuten Puffer :schwitz1: .

      :wink: Amaryllis
    • Ein bleibendes Erlebnis, so Mitte der 1990er Jahre: durch eine sehr (!) kurzfristige Absage eines wichtigen, beruflichen Termins bekam ich die Gelegenheit, doch noch in ein Konzert zu gehen, welches ich mir eigentlich schweren Herzens abgeschminkt hatte. In der Hamburger Musikhalle mit u. a. Maxim Vengerov und Schostakowitschs 1. Violinkonzert, ein persönlicher Leckerbissen. Die einzige Schwierigkeit: ich musste erst noch gut 3 Stunden mit dem Zug nach Hamburg fahren, aber ich hatte eine gute halbe Stunde bis zum Konzert bei planmäßiger Ankunft. Dort wohnte auch meine Lebensgefährtin. Telefonisch also geregelt, dass sie an der Abendkasse zwei Karten kauft. Dann: der ICE, in den ich umsteigen musste, hatte schon bei Ankunft 10-15 Minuten Verspätung. Noch schlimmer: diese Verspätung hat sich bis Hamburg bis auf eine knappe halbe Stunde verlängert. Ich saß auf glühenden Kohlen! Handy hatten wir damals nicht. Ich konnte noch einmal von der ICE-Telefonzelle aus anrufen, um meine Verspätung anzukündigen und klarzumachen, dass es *ganz* knapp wird. Dann wie ein Irrer in die U-Bahn zum Gänsemarkt (wahrscheinlich), und noch im Laufen zur Musikhalle. Es war mehr oder weniger Punkt 20:00 Uhr. Kasse zu, niemand mehr im Foyer, nur ein Kartenabreißer, der eine Eintrittskarte hoch hielt. Meine Karte! Dann musste ich noch die Treppen hoch bis ganz oben. Musik hatte schon angefangen. Ich war allerdings nicht als einziger zu spät. Ich wartete mit einer Gruppe russischer weiblicher Maxim-Fans vor der Tür, die von einer Bediensteten streng verschlossen gehalten wurde. Es lief irgendeine kurze Ouvertüre. Dann, nach dieser, durften wir schnell reinhuschen. Glücklicherweise sah ich dann auch sofort meine Freundin mit einem freien Platz neben sich, und ich konnte den Hauptteil des Konzertes genießen. Also, am Ende alles gut. Aber vorher war die Anspannung zwischen Hoffnung und Verzweiflung extrem anstrengend.


      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    • Mir fällt noch eine Situation ein. Diesmal allein, in Berlin so vor ca. 3 Jahren. Vormittags hatte ich mir kurzentschlossen eine Karte in der Philharmonie gekauft für u. a. Mahlers Vierte, am selben Abend. Am Abend bin ich von meiner Unterkunft zeitig losgegangen, d. h. es wäre zeitig unter normalen Umständen gewesen. Aber aus irgendeinem Grund, ich weiss nicht mehr warum, fuhren vom Bahnhof Zoo fast gar keine Busse, fast alle ausgefallen. :hammer1: Ich weiss nicht wann, so um 19:45 oder 19:50 Uhr gab es dann einen völlig überfüllten Bus. Als ich direkt vor der Philharmonie ausstieg war es wieder so ziemlich genau 20:00 Uhr. Foyer ausgestorben. Ich kenne mich in der Philharmonie nicht so gut aus, ich musste auch meinen Weg erst finden. Wie sich herausstellte, war dieser Platz auch ganz oben. Immer, wenn ich dachte, jetzt müsse ich ganz ober sein, ging noch eine Treppe höher. Auf der letzten Treppe kam mir eine Frau entgegen, die ich nach dem Weg fragte. Es stellte sich heraus, dass sie die "Türsteherin" war, und sie musste mit hochkommen, um mich hinein zu lassen. (So habe ich das jedenfalls in Erinnerung.) Im Saal wurde schon geklatscht, der Dirigent hatte schon die Bühne betreten...... :schwitz1:

      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    • Ich bin eigentlich nie in eine Vorstellung zu spät gekommen, dafür war mein, leider verstorbener, Bruder so etwas von "pünktlich" dass ich immer ganz nervös wurde. Ich hatte zwei Karten für die Volksoper "Zar und Zimmermann" und wartete am Balkon und der Glocke läutete schon sehr herausfordernd, da kam er endlich. Ich war schweißgebadet er nicht. Er ging mit Ruhe zu seinem Platz und ein- bis zwei Minuten begann die Ouvertüre. Seitdem hatte ich immer eine Seitenloge besorgt, da passten auch die Freunde und Freundinnen rein und das Warten auf ihn war nicht so adrenalinfördernd.

      :D :top:
    • Im September 1987 gab es eines dieser Fernsehkonzerte mit Leonard Bernstein und den Wiener Philharmonikern im Wiener Konzerthaus, Mozart Klarinettenkonzert mit Peter Schmidl und Sibelius 5. Symphonie, und weil es keinen anderen Termin für diese Liveaufnahmen gab wurde das Konzert an einem Wochentag um 10 Uhr Vormittag angesetzt. Aus beruflichen Gründen konnte ich erst gegen 10:15 Uhr zum Konzerthaus kommen. Sehr nette Platzanweiser haben es ermöglicht, dass ich sogar während der Aufzeichnung zu meinem Balkonsitzplatz gelangen konnte. Ich war aber nicht der Einzige, mehrere Besucher kamen zu spät, und es setzte sich während des Mozart Konzerts am Balkon ein durchgehend mucksmäuschenstilles weiteres Eintrudeln fort. Die Platzanweiser waren darauf eingestellt und die Leute hielten sich alle tunlichst an die absolute Ruhe während der Aufzeichnung, trotz des "Durchlaufs".
      Zur Info: Bis auf weiteres keine aktive Moderationstätigkeit meinerseits.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Als Platzanweiser bzw. "Logenschließer im Lümmelmodus" kann ich nur sagen: Hauptsache, die Leute halten sich an Anweisungen! In meinem Haus lotsen wir die Leute immer noch irgendwie in den Saal (nur bei bestimmten Inszenierungen kann es sein, dass Leute eine Viertelstunde warten müssen oder so - das muss man halt aushalten), aber viele rennen, sobald man die Türen geöffnet hat, einfach davon und suchen sich selbstständig einen Sitzplatz (geht gar nicht!). Oder, noch besser: Zuspätkommer bestehen darauf, ihren Platz in der 10. Reihe Mitte im Parkett einzunehmen. :rolleyes: Es sind Leute schon gewalttätig geworden, weil sie nicht mehr auf ihre gebuchten Plätze konnten.
      Aber Zuspätkommer sind oft so schuldbewusst, dass es sich um die freundlichsten Besucher des ganzen Abends handelt. :love: Niemanden im Abenddienst stört es, wenn Menschen zu spät kommen, das passiert in jeder Vorstellung. Nur sollte man dann gaaaaanz ruhig bleiben und genau den Anweisungen des Personals folgen, wenn man in den Saal gelassen wird ganz brav stehen bleiben und sich vom Herrn resp. von der Dame einen Sitzplatz zuweisen lassen und nicht blöd rumdiskutieren. Mehr wird gar nicht verlangt, dann sind alle Leute zufrieden.
      Achja, und besonders schön wäre es natürlich, wenn Menschen nach betreten des Saals, in dem die Vorstellung läuft, nicht mehr laut (um die Musik zu übertönen), fragen: "Und wo soll ich jetzt hin???!!!!", sondern sich auf stumme Gesten des Personals verlassen. :D
    • Amaryllis schrieb:

      Passt leider nicht ganz, da nur fast-zu-spät", auch wegen eingebildeter falscher Anfangszeit (+ 1h). Dank spontanem und bis heute unerklärlichem Gedankenblitz doch nochmal Ticket gecheckt ... danach alles recht sportlich, Ankleiden mit dem Nötigsten in Sekunden, Sprint zur Straßenbahn .... Sprint zur Oper ... waren dann doch noch ein paar Minuten Puffer .
      Mir ist das einmal bei Beethovens 9. so gegangen, mit dem Taxi habe ich es aber noch knapp geschafft (ca. 12 km Strecke). Der Puffer war aber nur noch minimal.
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • Neulich wäre ich aufgrund eines geschäftlichen Termins fast zu spät zu einer Opernvorstellung gekommen, aber zum Glück hat es dann doch gereicht. Das war für mich schon Stress pur. In der Met ist es einmal passiert, dass ich mit einem Bekannten verabredet war, der dann allerdings zu spät kam. Er durfte den ersten Akt in einem kleinem Zimmer auf dem Bildschirm verfolgen und erst nach der Pause seinen Platz einnehmen.
    • Zu spät zur Vorstellung kommen übrigens nicht nur Konzert- bzw. Opernbesucher, sondern auch die Mitwirkenden. Ich habe es mal in der Berliner Philharmonie erlebt, dass das Konzert der Berliner Philharmoniker erst 45 Minuten später begann, weil es hieß, dass zahlreiche Orchestermusiker wegen einer Demo noch im Stau stünden. Als ob man das nicht vorher wüsste und angesichts dessen mal sein Auto stehen lässt und die Öffis nimmt. Meine Sitznachbarin im Saal, die auch verspätet erschien, erzählte mir ganz stolz, dass im Stau neben ihr Albrecht Mayer in seinem Auto saß.

      Für mich als Bahnfahrer, der darauf angewiesen ist, den letzten Zug vom Berliner Hauptbahnhof zurück nach Hamburg um 22.39 Uhr zu erwischen, ist solch ein verspäteter Konzertbeginn extrem ärgerlich. Wenn das Konzert statt um 20.00 Uhr erst um 20.45 Uhr losgeht, schaffe ich das natürlich nicht mehr. Muss also vor Konzertende den Saal verlassen. Im Gegensatz zu einem verspäteten Erscheinen, das allgemein toleriert wird, ist ein verfrühtes Verlassen des Saals natürlich shocking! =O Was stört der Flegel unseren Kunstgenuss!
      I remember when I was 13 or 14 I wanted to become a conductor. But I thought: How can this be? I don't look like a conductor. Conductors look very old, come from Germany and have white hair. But I come from Mexico, am a kid and I'm a woman.
      (Alondra de la Parra)
    • music lover schrieb:

      Zu spät zur Vorstellung kommen übrigens nicht nur Konzert- bzw. Opernbesucher, sondern auch die Mitwirkenden. Ich habe es mal in der Berliner Philharmonie erlebt, dass das Konzert der Berliner Philharmoniker erst 45 Minuten später begann, weil es hieß, dass zahlreiche Orchestermusiker wegen einer Demo noch im Stau stünden.
      Eine Berliner Spezialität, kommt mir bekannt vor. Herbst 2015, ein Konzert von Rattles Beethoven-Zyklus mit den Sinfonien 4 und 7. Ich wollte mit dem Bus gemütlich zur Philharmonie fahren. Kam aber keiner. Nach längerer Wartezeit in beschleunigtem Schritt zur nächsten U-Bahn-Station. Auch hier Wartezeit, dann nochmal beim Umsteigen in die S-Bahn. Vom Potsdamer Platz im Dauerlauf zur Philharmonie. Völlig außer Atem angekommen, leider war's schon ein paar Minuten nach 19 Uhr. Dafür noch erstaunlich viele Leute im Foyer. Mir wurde dann mitgeteilt, wegen der angespannten Verkehrslage fange das Konzert verspätet an. Tatsächlich, als ich mich hinsetzte, war bestimmt noch ein Viertel der Plätze im Saal leer. Die Leute trudelten allmählich ein und als es dann um vielleicht 19.40 Uhr losging, war mein Schweiß getrocknet und mein Puls schon wieder der Adagio-Einleitung von Beethovens Vierter angepasst.

      Und im Sommer 2016 gab's in der Berliner Philharmonie an einem Sonntagnachmittag das Geburtstagskonzert zum 75. von Martha Argerich. Staatskapelle, Barenboim als Klavierpartner und Dirigent, Mozart KV 448, Beethoven Klavierkonzerte 1 und 2. Leider auch irgendeine Fahrrad-Sternfahrt, die den Verkehr lahmlegte. Stark verspäteter Beginn. Ich musste meinen letzten Zug in Richtung Saarland erwischen, die Zeit war eh schon knapp kalkuliert - und so habe ich dann schweren Herzens auf das erste Beethovenkonzert, das nach der Pause gespielt wurde, komplett verzichtet.

      Berühmt für notorisches Zuspätkommen zum eigenen Konzert ist Valery Gergiev. Im knapp getakteten internationalen Musikleben kommt es aber auch öfter vor, dass Künstler die Zeitzonen durcheinanderbringen: das passierte z.B. dem Tenor Lance Ryan bei einer Siegfried-Vorstellung an der Berliner Staatsoper vor ein paar Jahren und vor ein paar Monaten dem Dirigenten Frédéric Chaslin bei einer Vorstellung an der Kopenhagener Oper - beide kamen zu spät.


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Alles in allem muss ich sagen, dass mich das nach-Hause-Kommen nach Vorstellungen mit irgendeinem letzten Zug ohne Plan B auch wesentlich mehr Nerven gekostet hat als die eigene Pünktlichkeit. Oder sie Soft-Variante davon alias nächtliche Zwangswanderung wegen stark ausgedünntem Straßenbahntakt. :evil:
    • Amaryllis schrieb:

      Alles in allem muss ich sagen, dass mich das nach-Hause-Kommen nach Vorstellungen mit irgendeinem letzten Zug ohne Plan B auch wesentlich mehr Nerven gekostet hat als die eigene Pünktlichkeit.
      In der Tat. Zweimal habe ich diesen letzten Zug auch verpasst und zwei Varianten von Plan B wurden ausprobiert - einmal 1998 in Zeiten knapper Kassen in Freiburg (Cambreling dirigierte Roméo et Juliette von Berlioz), was zu einem längeren Kneipenaufenthalt und nach Sperrstunde zu ein paar ungemütlichen Stunden am Hauptbahnhof führte, bis der erste Frühzug Richtung Rhein-Main fuhr. Beim zweitenmal (2001) war die Kasse besser gefüllt und ich habe mir in München ein Hotelzimmer genommen - nach einem aus irgendwelchen Gründen sehr ausgedehnten Lohengrin (Cheryl Studer und Eva Marton im Spätherbst ihrer Karrieren - huuiii).

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Diesen 50min. - Kurzspielfilm (hier mal zwoMinuten draus) musste ich irgendwann auf DVD haben 8) youtube.com/watch?v=lgRiZpRQiC0
      <= nicht nur, weil ich ein großer Zapatka-Fan bin - und für mein Hobby Lieblingsschauspieler in `seltenen´ Rollen "meilenweit gehe" . . .

      N E I N ... ich kann dieses Opus auch gar nicht sehen ohne einen gleichzeitigen "inneren Film" namens (Arbeitstitel =>)
      Nach einer Aufführung/Vorstellung irgendwo im Ruhrgebiet
      an einem lausig kalten Herbst-Winterabend eine gefühlte halbe Ewigkeit auf die nächste Bahn warten müssen...
      Nicht selten geriet ich da in ne ganz ähnliche Pinte ... auch mal mit Szenen wie der obigen (...nicht ganz so herzallerliebst, zugegeben!)

      <= solche "Gelegenheiten" dürften auch weniger geworden sein ... alldieweil aus vielen solchen Pinten inzw. Pizza- u. Döner-Buden geworden sind . . .
      Dort kann ich zwar gleichfalls nicht über mangelnde Gastfreundschaft klagen - aber dröhnend lauter italienisch-türkischer Fußball (od. schlimmer noch: dröhnend laute TV-Werbung)
      unmittelbar
      nach einem Mathis der Maler erfreut nicht wirklich . . .
      Alexa: Was ist ein gerechter Lohn? - Das weiß ich leider nicht!
      Peter Kessen "Disruptor Amazon"

      Hollywood ist ein Witz - nicht hassenswert...
      Aki Kaurismäki
    • Apropos Mathis der Maler, da fällt mir noch ein Anekdötchen (Mai 2016, Semperoper) ein, das wiederum zum Thema Stress vor der Vorstellung passt. Ungefähr 10 Minuten vor Beginn einer Mathis-Vorstellung – hatte mir gerade noch einen Kaffee geholt, weil ich furchtbar müde war – quatschte mich ein Touristenpärchen an, ob ich vielleicht das Werk kennen würde und ihnen mal ganz kurz erklären könnte, worum es da so geht, die Handlung und so. Das Programmheft hätten sie sich gespart, eigentlich hätten sie ja lieber den Lohengrin mit der Netrebko gesehen, aber da gäbe es ja keine Karten und so seien sie jetzt halt hier... Meine Güte, da bin ich ganz schön ins Schwitzen gekommen ... strange people 8o !