Cro

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    • Der Cro ist sich vermutlich nicht ganz sicher, ob er schon als Cro Magnon durchgeht oder eher als missing link zwischen Homo sapiens und Ailuropoda melanoleuca gelten muss.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • audiamus schrieb:

      Ecclitico schrieb:

      Gestern hab ich Cro bestellt.
      Herzlichen Glückwunsch.
      Der Glückwunsch ist absolut berechtigt. Ihr als Laien könnt nämlich gar nicht ermessen, wie hart es für einen ist, wenn die Musik-Erwerbe als "Ewigkeitsanschaffungen" gedacht sind. Kurz gesagt: Jede meiner Anschaffungen kommt auf die "Liste", und diese muss regelmäßig durchgehört werden, bis ans Ende meiner Tage. Die Liste wurde im Jahr 1978 begonnen, ist also entsprechend lang. Und wenn da z.B. "Dschinghis Khan" drin steht, muss auch dieses Album regelmäßig gehört werden. Was statistisch allerdings nur ca. alle 5 Jahre passiert, eben aufgrund der Größe der Liste, und dann sind 45 Minuten Dschinghis Khan interessanter, als man dachte...

      Trotzdem kann ich nicht wahllos Deutschrap kaufen, zumal Neuanschaffungen naturgemäß in den ersten Jahren häufiger gehört werden sollten als später. Warum überhaupt deutscher Hip-Hop: Weil ich regelmäßig in Urlauben (v.a. in Italien, Spanien und Franreich) die Leute nach lokalen Musikempfehlungen frage und daher auch für entsprechende Gegenfragen gewappnet sein muss. Und weil mich Texte interessieren (auch bei Oper, Musical, Zarzuela, Bob Dylan, etc.).

      Warum jetzt Cro?

      Bei Deutschrappern fällt immer wieder auf: Fulminanter Start. Aber es findet keine Entwicklung statt. In späteren Alben wird nur noch der Erfolg vom Anfang gefeiert. Man könnte das jeweils aktuelle Album als Werbung für das damalige Debütalbum interpretieren. Hab ich z.B. bei Bushido so gemacht, und ich bereue nichts. Neulich wurden mir Sido und eben Cro empfohlen. Bei Sido hatte auch genau wieder diesen Eindruck. Bei Cro nicht.

      Ob Cros aktuelles Album tatsächlich "deutscher Rap 4.0" darstellt (laut Kritik auf rappers.in) wird sich zeigen. Es hat jedenfalls das Potenzial zum "Meilenstein" (wie Bushidos "Vom Bordstein bis zur Skyline" oder Haftbefehls "Russisch Roulette"). Bei Haftbefehl war es übrigens nicht das erste, sondern das vierte Album. In seinem Fall aber auch das letzte bemerkenswerte, und da das jetzt schon schon 3 Jahre her ist, darf bezweifelt werden, ob er das noch toppen kann.

      Heute kam das Werk übrigens an:


      Bemerkenswert bei Cro: Jedes seiner bisher vier Alben erreichte sowohl in DE als auch in AT die Nummer 1 in den Charts. Diese Quote schafft nicht mal Bushido...


      Thomas
    • Ecclitico schrieb:

      Kurz gesagt: Jede meiner Anschaffungen kommt auf die "Liste", und diese muss regelmäßig durchgehört werden, bis ans Ende meiner Tage.
      Schön zu lesen was die Leute hier so für Marotten haben. Da ist man ja nicht mehr allein mit seinen Obessionen. ^^
      So eine Liste habe ich auch, aber nur zu Dokumentationszwecken, und zur Erinnerung was ich in den letzten Monaten so zusammengekauft und noch nicht angehört habe. Ansonsten entscheide ich eher situativ.

      Peter
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Was ist nun also von Cros jüngstem Werk tru. zu halten:

      Mit dem Kauf bin ich zufrieden, auch vor dem Hintergrund, dass ich mir diese CD - wie alle Erwerbungen seit 1978 - auch noch mit 90 anhören muss bzw. darf.

      Ob das nun "Rap 4.0" oder das wichtigste Rap-Album 2017 ist, kann ich nicht beurteilen. Die 3jährige Pause ist dem Künstler jedenfalls anzumerken. Der nimmt das schon ernst, und er nervt nicht mit Schwelgen in seiner glorreichen Vergangenheit. Natürlich gibt es den einen oder andere Verweis auf frühere Zeiten, aber das gehört bei Rappern offensichtlich dazu, ob Gangster- oder (wie im Fall von Cro) nicht.

      Die Beats sind natürlich up to date, teilweise gehen sie sogar ins Ohr. Die Texte treffen den Nerv der Zeit, gelegentlich bleibt auch was hängen. Probleme eines knapp 30jährigen, aber kein Kinderkram. Wie gesagt: Ich muss das auch im Jahr 2050 noch hören können. Bei Francesco Guccini funktioniert das mit Songs aus der 70ern problemlos, aber man sieht, wie hoch die Latte hier hängt...

      Quervergleich zu Haftbefehl, wenn auch anderes Genre (Gangster-Rap):
      Sein "Russisch Roulette" wird auch noch 2050 hörenswert sein, aber als einziges seiner vier Alben. Bei Cros "tru." bin ich mir noch unschlüssig, aber es könnte klappen...


      Thomas