Bewegte Luft - Wind, Sturm und Orkan in der Musik

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    • Bewegte Luft - Wind, Sturm und Orkan in der Musik

      Der Herbststurm "Herwart" fegt über Deutschland - und warf in mir die Frage auf, welche Musik ich mir dazu auflegen soll. Da dachte ich mir: Warum machst Du nicht einfach einen Thread zu diesem Thema auf?

      Wind, Sturm und Orkan: In welchen musikalischen Werken wird dieses Thema aufgenommen? Sei es durch den Werktitel, sei es durch eine Textzeile oder durch das musikalische Geschehen?

      Die beiden naheliegendsten Antworten, was klassische Musik angeht, gebe ich mal selbst. Shakespeares Theaterstück "Der Sturm" ("The Tempest") stand Pate bei
      • Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier Nr. 17 d-moll op. 31 Nr. 2 "Der Sturm"
      • Peter Tschaikowskys Fantasie nach Shakespeare f-moll op. 18 "Der Sturm"
      Wie in vergleichbaren Threads zuvor, soll es hier nicht allein um klassische Musik gehen. Daher nenne ich noch
      • Graham Nashs Komposition "Wind on the Water", welche den zweiten Teil des Stücks "To the last whale..." vom Album "Wind on the Water" von David Crosby und Graham Nash bildet. Der erste Teil ist eine reine Vokalkomposition von David Crosby: "Critical Mass".


      So, nun seid Ihr dran. Viel Spaß!
      "Mir ist noch nie ein solches Talent begegnet. Sie ist einzigartig unter den Pianisten unserer Zeit."
      (Martha Argerich über Gabriela Montero)
    • Allegro tempestoso aus dem Klavierkonzert Nr. 2 von Sergei Sergejewitsch Prokofjew - zwar nur eine Satzbezeichung, hört sich in Teilen wirklich stürmisch an - vorausgesetzt der Pianist ist kein Phlegmatiker.

      Sibelius: Der Sturm - nach Shakespeare.

      Michaelangelo Falvetti: Sinfonia Di Tempeste

      Joseph Haydn: Symphonie Nr.8 "Le Soir" 4. Satz. La Tempesta

      Siegmund Hausegger: Natursymphonie 3. Satz. Stürmisch bewegt

      Felix Weingartner: Der Sturm

      Franco Ferrara: Notte di tempesta


      Gruß
      Josquin
    • darf sicher nicht fehlen:

      Die Walküre, Vorspiel

      ("stürmisch", dann beim Öffnen des Vorhangs: "Außen Sturm, im Begriffe sich gänzlich zu legen").
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Sibelius‘ Musik zu Shakespeares „The Tempest“ ist auch nicht zu verachten!

      Dazu noch „Stormen“ von Atterberg, „Der Sturm“ von Frank Martin, „The Tempest“ von Ades. Purcell nicht zu vergessen.

      Spontan fallen mir natürlich das Gewitter in Beethovens Pastorale und „Gewitter und Sturm“ aus Strauss‘ „Alpensinfonie“ ein.

      Und natürlich das beeindruckende, viel zu unbekannte Chorwerk „Der Sturm“ von Vítězslav Novák, die Sturmsätze bzw. -passagen aus Langaards Symphonie Nr. 1 („Klippenpastorale“), Atterbergs 3. Symphonie („Västkustbilder“), Bridges „The Sea“ oder Glasunows „Das Meer“. Samt und sonders stürmische Angelegenheiten.

      :wink: Agravain

      Ich habe das schon oft bemerkt; die Leute von Profession wissen oft das Beste nicht.
      Georg Christoph Lichtenberg

      Sei nicht wie der Frosch im Brunnen. Der Frosch kennt nichts Größeres als den Brunnen, in dem er sitzt. So sind alle Frömmler; ihnen gelten nur ihre eigenen Glaubenssätze.
      Shrî Ramakrishna
    • Bei Schumann wird man fast immer bei solchen Fragen fündig:

      Ballade op. 122 Nr. 2 "Die Flüchtlinge", Melodram nach Shelley:

      Der Hagel klirrt nieder,
      es leuchten die Wogen,
      die Blitze sprühen,
      der Schaum kommt geflogen -
      Fort, fort, fort!

      Der Donner laut kracht,
      die Wälder stöhnen,
      der Sturmwind braust,
      die Glocken ertönen -
      Fort, fort, fort!


      (fast autobiographisch - junger Mann entführt Tochter, das Paar trifft ein schrecklicher Fluch des Vaters).


      und falls es auch metaphorisch stürmen darf, vom selben Komponisten in den Faustszenen:

      Ariel:
      Horchet, horcht! dem Sturm der Horen,
      tönend wird für Geistesohren,
      schon der neue Tag geboren!
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Noch einmal Tschaikowsky, aber Boris, nicht Peter: Die Sinfonische Dichtung "The Wind of Siberia" aus dem Jahr 1984 (Vladimir Fedoseyev gewidmet):


      Die Rockmusik ist zu diesem Thema natürlich eine einzige Fundgrube. Mir fallen spontan ein (aber es gibt massenweise weitere Titel):

      Neil Young: "Like a Hurricane"

      Marc Cohn: "Blow on Chilly Wind"

      Bob Dylan: "Blowin' in the Wind"

      J.J. Cale: "Anyway the Wind Blows"

      Jimi Hendrix: "The Wind cries Mary"

      Joe Cocker: "There's a Storm Coming"
      "Mir ist noch nie ein solches Talent begegnet. Sie ist einzigartig unter den Pianisten unserer Zeit."
      (Martha Argerich über Gabriela Montero)
    • ach klar, der fliegende Holländer ...
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Mussorgski: Lieder und Tänze des Todes, Nr. 3 "Trepak"

      Wald, keine Pfade, kein Haus in der Näh',
      wütendes Sturmgetöse
      ...
      Sieh, da naht die Windesbraut im weißen Schleier,
      Dir zu Ehren hält sie heute große Feier
      ...
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Von Vivaldi gibts doch auch ein Flötenkonzert "La (?) Tempesta di Mare", aus der Serie mit den 6 Flötenkonzerten, die Nummer hab ich grad nicht präsent...
      Da wogt und stürmt es jedenfalls ganz ordentlich.

      und das Gewitter aus dem "Sommer" macht auch ganz schön Wind.
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • ach ja, "Wind" darf es ja auch sein, "Sturm" ist nicht unbedingt verlangt - also:

      Anton Webern: Im Sommerwind.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • ... und dann natürlich auch:

      "Des Sommerwindes wilde Jagd" in Schönbergs Gurreliedern.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Auch Bachs weltliche Kantaten

      „Geschwinde, ihr wirbelnden Winde“ (Der Streit zwischen Phoebus und Pan) BWV 201

      und

      „Zerreißet, zersprenget, zertrümmert die Gruft“ (Der zufriedengestellte Aeolus) BWV 205

      gehören hierher.

      :wink: Agravain

      Ich habe das schon oft bemerkt; die Leute von Profession wissen oft das Beste nicht.
      Georg Christoph Lichtenberg

      Sei nicht wie der Frosch im Brunnen. Der Frosch kennt nichts Größeres als den Brunnen, in dem er sitzt. So sind alle Frömmler; ihnen gelten nur ihre eigenen Glaubenssätze.
      Shrî Ramakrishna
    • Claude Debussy wurde bereits zweimal erwähnt. Nicht zu vergessen aus seiner Feder:

      "Le vent dans la pleine", aus den Préludes, Buch 1
      "Mir ist noch nie ein solches Talent begegnet. Sie ist einzigartig unter den Pianisten unserer Zeit."
      (Martha Argerich über Gabriela Montero)