Der Thread für (Edel)Bratscher - Keine Witze bitte!!

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Der Thread für (Edel)Bratscher - Keine Witze bitte!!

      Nach mehreren Jahren äußerst sporadischen Übens habe ich mir vorgenommen, wieder mehr meine Bratsche zu traktieren. Anlässlich dessen habe ich mir gedacht, es wäre doch schön, wenn auch dieses wunderbare Instrument hier einen eigenen Thread bekommt, in welchem sich Bratschenspieler bzw. -freunde austauschen können. Klarerweise werden das weniger sein als Freunde der Holzblasinstrumente, welche hier sehr zahlreich verteten sind, aber die/den eine(n) oder andere(n) hoffe ich schon zu erreichen!

      Diskussionsthemen gäbe es ja genug: "Wie schwer ist/war der Umstieg von Violine zu Viola?", "Kann man Violine UND Viola gleichzeitig, oder soll man sich auf eine beschränken?", "Was spielt Ihr?", "Welche Saiten verwendet Ihr?", etc...

      Aber vielleicht machen wir mal eine Bestandaufnahme hier: wieviele gibt es von uns hier überhaupt?


      Nur kurz über mich: ich habe viele Jahre Geige gelernt. Zunächst eher widerwillig auf bildungsbürgerliche Schiene, nach der Schule aber dann mit genuiner Begeisterung. Trotz allgemeiner Fortschritte war ich aber immer mit meinem unsauberen Spiel unzufrieden und habe mir einfach so eine Bratsche gekauft (15,5 Zoll). Das klang gleich viel besser, vor allem in höherer Lage! Natürlich sind Mehrfachgriffe ein Problem, das ich nocht nicht so richtig gelöst habe, allerdings spiele ich jetzt auch eine 16,5 Zoll Viola, was die Sache nicht einfacher macht.


      Und: KEINE WITZE! X( :D
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Ich spiele, seit ich 6 bin, Geige, habe aber in den letzten Jahren fast nix mehr gemacht diesbezüglich.
      Für ein Geburtstagsständchen habe ich mal die Bratschenstimme übernommen (Dissonanzenquartett, 1. Satz). War nicht so arg, der Umstieg.
      Als Bratscher solltest Du eigentlich sehr begehrt sein kammermusikalisch? Es spielen doch alle Geige und Cello, da braucht man Dich dann für's Quartett?
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • Nein, ich bin nicht begehrt, da ich ein Eigenbrötler bin und immer nur alleine spiele ;) . Ich müsste mich ernsthaft einarbeiten, um mit anderen zusammenzuspielen zu können (Tempi halten, etc..). Wahrscheinlich haben mich die obligatorischen Vorspielerlebnisse in der VHS und der Schule da negativ geprägt.

      Nein, der Umstieg war nicht schwierig, aber es gibt schon einige Unterschiede. Zunächst einmal ist es viel schwieriger Akkorde zu spielen, nicht nur wegen der längeren Griffdistanz sondern auch wegen der Ansprechbarkeit der Saiten. Und dann ist das Spielen ab Lage 5 wirklich schwierig, da die Hand nicht ausreichend über den Korpus reicht. Gleichzeitig klingt zumindest die A-Saite in höherer Lage weniger gut als die E-Saite der Geige, sodass eigentlich mehr Druck bzw. Kontrolle nötig wäre.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Ach ja, die Bratsche. Schon ein sehr schönes Instrument. Ich habe in der fünften Klasse mit Geige angefangen. So ab der neunten Klasse konnte ich dann auch leidlich im Takt bleiben, das hat vieles im weiteren Verlauf erleichtert. So etwa um die Zeit habe ich dann auch zusätzlich mit Bratsche angefangen. So ab dem Zivildienst habe ich dann richtig Feuer für Kammermusik gefangen und eigentlich seither immer in Ensembles gespielt. Da wie schon erwähnt die meisten eh Geige oder Cello spielen, bin ich seit vielen Jahren bei der Bratsche hängen geblieben und bin auch zufrieden damit. Derzeit läuft ein Klavierquartett mit Lehrern der hiesigen Musikschule (Cello und Klavier) und einer tüchtigen Mit-Hobby-Geigerin, außerdem bin ich noch in zwei Streichquartetten dabei. Allein übe ich mittlerweile kaum noch, insofern bin ich um die Quartettgelegenheiten sehr froh.
    • Dass das Üben bei Dir zeitlich ein Problem sein muss, kann ich mir gut vorstellen! Ich habe mir aber vorgenommen, mir einfach die Zeit wieder zu nehmen. Meistens spiele ich diverse Etüden u8nd nachher Bachsoli, meistens die Cellosuiten aber an guten Tagen auch aus den Violinstücken, welche aber auf der Bratsche noch hammerhärter sind und sehr rau klingen. Etwas, über das ich immer noch keine Klarheit habe, ist, welche Mensur denn eigentlich für mich die beste wäre. Was für eine Bratsche spielst Du denn?
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Ist mir jetzt echt peinlich, aber die genaue Mensur kann ich Dir nicht sagen. Ich werd' heute mal messen, wir treffen uns sowieso zum Quartetteln. Es ist jedenfalls eine relativ kleine Bratsche. Der Sound ist aber okay. Und der zweite Geiger in einem der Quartette ist Geigenbauer. Sehr erfreulich.
      Dein Übungsprogramm klingt übrigens nicht ganz anspruchslos. Alle Achtung!
    • Jetzt würde natürlich der Kalauer naheliegen, dass doch generell fast alle Bratscher über ihrem Niveau spielen. Aber da steht ja "Keine Witze bitte!!" im Titel... :D

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Was die Bratscher bei den Streichern ist der Anaesthesist bei den Ärzten. Woher kommt eigentlich deren Verwitzung? Das muss doch einen Grund haben.

      Peter
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Bratscherwitze findet man übrigens reichlich dort: Musikerwitze.
      Seriöser - wenn auch nicht gänzlich witzlos - geht's dagegen hier zu: Der Bratschen-Thread.

      :tee1:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
      Künstler und Schwein gelten erst nach dem Tode etwas.
      Max Reger
    • Also ich schätze den Klang der Viola sehr, wie ich auch das corno inglese der Oboe vorziehe. Diese "Altinstrumente" klingen für mich satter und weicher. Leider ist die Literatur für Viola begrenzt, aber ich habe eine ganze Reihe sehr schöner Werke für dieses Instrument, entweder in Kollaboration mit dem Klavier oder anderen Streichern, oder solistisch in meiner Sammlung.

      Peter
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Also ich finde den Anfang von Mahler 10 einfach perfekt für die Viola, und Versionen der Biber-Passacaglia sind teilweise auch zum Sterben schön. Ganz zu schweigen von den esoterischen "The viola in my life"-Kompositionen von Morton Feldman.
      Schöne Grüße, Helli


      ...ich mag alle Farben. Nur schwarz müssen sie sein.
    • motiaan schrieb:

      Ganz zu schweigen von den esoterischen "The viola in my life"-Kompositionen von Morton Feldman.
      ....und Rothko Chapel, für Bratsche, Vokalisenchor, Celesta und Percussion.

      Sehr schön auch der 3. Satz von Brahms 3. Streichquartett mit herausgehobener Bratsche: "Violoncello-Solo kommt nicht vor, aber ein so zärtliches Bratschensolo, daß Sie dem zu Gefallen noch das Instrument wechseln!" schrieb Brahms über dieses Werk an Theodor Wilhelm Engelmann, den Ehemann der Pianistin Emma Brandes.
      zwischen nichtton und weißem rauschen