Daniel Barenboim - als Pianist, Dirigent und Institution

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    • Die Aufnahme mit Barbirolli kenne und schätze ich. Vielleicht fällt mir irgendwann auch mal die mit Barenboim in die Hand, dann kann ich sagen, welche der beiden Aufnahmen mich mehr überzeugt.

      ;)
      Es grüßt Gurnemanz
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      Entschiedne Abkehr vom Begriffe der »zeitlosen Wahrheit« ist am Platz. Doch Wahrheit ist nicht – wie der Marxismus behauptet – nur eine zeitliche Funktion des Erkennens sondern an einen Zeitkern, welcher im Erkannten und Erkennenden zugleich steckt, gebunden. Das ist so wahr, daß das Ewige jedenfalls eher eine Rüsche am Kleid ist als eine Idee.
      Walter Benjamin
    • Maestro furioso

      Liebe Capricciosi!

      Zum Thema Barenboim und seinem Umgang mit seinen Mitarbeitern der Staatskapelle möchte ich ein paar sehr persönliche Bemerkungen machen. Ich muss vorausbemerken, dass ich nicht im Detail weiß, was dem Maestro hier vorgeworfen wird.
      Das ganze hat mit meinem Beruf zu tun - ich bin Arzt in einem chirurgischen Fach. Im OP geht es um was und viele chirurgische Chefärzte (im Österreich wie auch in Italien heißen sie Primarius) stehen den Toscaninis, Fritz Reiners, Georg Szells oder auch Karl Böhms des Pultes in Sachen Verbalinjurien um gar nichts nach - bis in heutige Zeiten. Wer sich für dieses Thema interessiert, möge bitte die Autobiographie des Deutschen Chirurgen Ferdinand Sauerbruch lesen. Der gibts in einem Anflug von Altersmilde sogar zu.....
      Im OP mag ja die Motivation noch eine verständliche sein. Immerhin liegt ein Patient wehrlos am Tisch, der sich nur das optimale Resultat verdient hat. Wobei ich einschränkend dazusagen muss, dass das Resultat von herber Kritik meiner Erfahrung nach dazu führt, dass der derart Kritisierte beim nächsten Auftritt wie ein Pferd vor einem Hindernis, das es nicht überspringen möchte, scheut und das Resultat dann um nichts besser wird...
      Aber auf der Orchesterprobe????
      Ich hätte von einem Menschen, der den West-östlichen Divan gegründet hat und den Mut hatte, Wagner in Israel zu spielen, mehr erwartet. Ich weiß, wenn man intellektuell seiner Umgebung bei weitem überlegen ist, ist der Weg zum menschenverachtenden Sarkasmus ein kurzer. Sherlock in der Fernsehserie bezeichnet sich ehrlicherweise als hochfunktionellen Soziopathen......
      Aber Daniel Barenboim - von ihm hätte ich mir mehr Format erwartet.
      Natürlich immer vorausgesetzt, die Anschuldigungen sind wahr.....
    • Leute, beruhugt Euch mal bitte. Soweit ich die Sache überblicke, wird dem Barenboim nichts vorgeworfen, das auch nur irgendwie mit unseren Gesetzen im Widerspruch steht (da könnte man viel mehr andere Leute im Kulturbereich öffentlich beschuldigen, zB Gustav Kuhn, den man glücklicherweise schon losgeworden ist, wenn auch viel zu spät).

      Nach dem Lesen von Lars' längerem Post weiß ich noch immer nicht, was Lars eigentlich mitteilen wollte, außer Gerüchte streuen und Stimmung machen. Sandra hat die Aussage gut auf den Punkt gebracht.

      Meine Meinung: Wer nicht in der Staatskapelle spielen will, weil er mit Barenboims vielleicht aufbrausender Art nicht zurechtkommt, soll sich ein anderes Orchester suchen. Wenn man mit Barenboim nicht zusammenarbeiten kann bzw. sich ihm unterordnen, dann soll man den Kontakt meiden. Entscheidend ist, was herauskommt, und bisher habe ich nur zwei tolle Leistungen von ihm und der Staatskapelle gehört. Wer weiß, was mit dem Orchester passiert, wenn man jetzt einen super lieben Kerl hinstellt, der aber musikalisch nur höchstens halb so viel versteht wie Barenboim. (Das Downgrade eines Orchesters haben wir in Wien unlängst erst erlebt, das wünsche ich den Berlinern nicht).

      Wirkliche Vergehen haben allem Anschein nach nicht stattgefunden. Also wieso diese Aufregung? Im Berufsleben, und vor allem in einem Spitzenorchester, wird man halt nicht mit Samthandschuhen angefasst. Wer nicht permanent Spitzenleistungen erbringen will, hat in einem Spitzenorchester nichts verloren. So sehe ich das. Ich bin darauf gefasst, jetzt auf harten Widerspruch zu stoßen. :D
    • Daniel Barenboims Kinderorchester

      Neu

      Dank Daniel Barenboim und seiner hervorragenden Mitarbeiter u.a. Matthias Schulz, Max Renne, Nadine Grenzendörfer und Pia Romanowski sowie Mitgliedern der Staatskapelle und Musiklehrern als Mentoren konnte in der abgelaufenen Spielzeit 2018/19 ein in Deutschland einzigartiges Opernkinderorchester (OKO) mit 90 Instrumentalisten im Alter zwischen 7 und 14 Jahren aus der Taufe gehoben werden und zu vier großen Auftritten in der glanzvollen Staatsoper Unter den Linden höchst erfolgreich geführt werden, bei durchaus beachtlichem Program: u.a. Peter und der Wolf, Mozartauszüge, Hensel und Gretel.

      Daniel Barenboim stand auch mitreißend am Pult.

      In der kommenden Spielzeit werden neue künstlerische Herausforderungen für und mit den Kindern geplant.

      Die OKO Elternschaft hatte persönlich Gelegenheit, sich von den außerordentlichen pädagogischen und menschlichen Kompetenzen Daniel Barenboims begeistern zu lassen.

      Die Kinder sind vom Maestro fasziniert.

      Beiläufig erfuhr ich sogar aus seinem Munde die seinige Beurteilung der Vorwürfe.

      Es gibt für mich keinen Grund , nur ansatzweise seine Integrität und Liebenswürdigkeit in Frage stellen zu lassen.

      Staatskapeller und (Stamm-)Publikum wünschen sich von Herzen noch viele ereignisreiche Jahre mit unserem hochverehrten Generalmusikdirektor.