Magnus Lindberg (geb.1958) - aktueller finnischer Komponist des 21.Jhd

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    • maticus schrieb:

      Friese schrieb:

      Das ist richtig, aber manchmal gibt es ja auch Dirigenten, die besser als die Komponisten wissen, wie etwas dirigiert werden sollte, damit etwas toll klingt, oder?
      Nicht zu vergessen ist aber, dass etwa bei Solokonzerten häufig Komponist und Solist schon während der Entstehung zusammenarbeiten, und dass die Ersteinspielung auch meist mit diesen Solisten gemacht wird.
      Stimmt, dass hatte ich nicht bedacht. Von daher würde da natürlich doch eine Aufnahme reichen.
      Viele Grüße, Michael
    • Ich werde das Gefühl nicht los, das Lindberg sich mit seinen Werken des 21.Jhd besonne hat Werke zu schreiben, die für die Allgemeinheit geniessbarer sind ... nur so kann man seine Hörgemeinde auch halten. Ein bestes Beispiel neuer Musik für "Musik für den Hörer" ist Michael Daugherty, der trotz seiner Modernität geniessbar bleibt und den Hörer anspricht.
      :alte1: Dem Trend der Avantgarde der 60er-80er Musik heute tonaler zu gestalten ist nicht nur Penderecki höchst erfreulich nachgekommen ...

      Die frühen Werke auf der Lindberg - Doppel - CD (Finlandia) würde ich grösstenteils (mit Ausnahmen) eher als ungenissbares Experimantalzeug einstufen ... das sind atonale Klänge/Geräusche, wo bei mir der Hörspass gegen NULL geht ... da greife ich lieber zu anderen Alternativen des 20.Jdh, bei denen ich nicht den Eindruck absoluter Zeitverschwendung habe !!!

      8| Keine Empfehlung für Klassikhörer ... nur für für die "Chaoten" unter uns:


      Finlandia, ADD
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Vionlinkonzert Nr. 2 Lindberg, Magnus

      Vionlinkonzert Nr. 2 Lindberg, Magnus

      In den letzten 14 Tagen habe ich mir das 2. Violinenkonzert von Magnus Lindberg wohl 10 - 12 mal angehört, was nicht dazu geführt hat, dass es mich nervt, sondern im Gegenteil es gefällt mirimmer besser. Wenn es so weiter geht, läuft es in ein paar Jahren, dem Violinkonzert von Brahms den Rang ab. ;-))

      Das zweite Violinkonzert von Magnus Lindberg wurde in Auftrag gegeben vom London Philharmonic Orchestra, Berliner Philharmoniker, Schwedisches Radiosinfonieorchester, Radio France und den Ney Yorker Philharminikern.

      Lindberg hat das Violinenkonzert Frank Peter Zimmermann gewidmet, der es am 09.12.2015 auch Uraufgeführt hat. Zusammen mit Jaap van Zweden und dem London Philharmonic Orchestra.
      Das Konzert Ist klassisch dreisätzig. Wobei die einzelnen Sätze nur Ziffern und keine Überschrift oder Tempusbezeichnungen haben, nur der Zweite Satz hat die Bezeichung Cadenza nach der zwei.Das Violinenkonzert ist so gebaut, dass die drei Sätze nahtlos in ein ander über gehen. Was mir nicht so gut gefällt.

      Der erste Satz ist 9:07 lang. Die Einleitung wird ganz allein von der Geige bestritten und erst nach und nach kommen die anderen Instrumente hinzu. Und hat am Anfang drei, vier deutlichen Paukenschlägezu bieten, die mir immer besonders auffallen. Der erste Teil des Satzes erscheint mir eher lyrisch verspielt. Der zweite Teil hat deutlich mehr Dramatik.

      Der zweite Satz ist 10:46 lang und ist der klassisch ruhigere Satz, der fließt und atmet und manchmal schwärmerisch daher kommt. Man könnte sagen, es ist wirklich schöne, lichte, Musik.Die mich manchmal, besonders im Bereich der Kadenz, an das Violinkonzert von Brahms in der Aufnahme von Janine Jansen erinnert.

      Der dritte Satz ist mit 5:04 recht kurz und rythmisch verspielt. Geige und Orchester ergänzen sich hier noch mal sehr schön, übernehmen Melodien von einander und es gibt einfach manches zuentdecen, so dass mir das Konzert nicht langweilig wird.

      Ich habe mich natürlich im Internet umgeguckt, und da wurde häufig kritisch angemerkt, dass das Stück nicht mehr soo modern ist, dass Lindberg auch noch eine Cadenz eingebaut hat, ist vielensauer aufgestoßen. Mir persönlich gefällt gerade der zweite Satz sehr gut. Und ich empfinde ihn, bei allen klassischen Anklängen trotzdem als modern. Nur eben nicht als Revoluzzer sondern als romantisch-sensibelmodern. Und vor allem eben auch als schöne Musik.

      Wobei mir im Laufe des Hören immer mal wieder durch den Kopf schoss, dass das Konzert zweigeteilt ist. Der Violinenpart ist eher klassisch gehalten. Das Orchesterspiel aber eher modern. Gerade auch durchden häufigen Einsatz der tiefen Trommel. Da würde mich jetzt interessieren, wie die mit mehr Hörerfahrung das sehen?
      Vielleicht ist das auch einfach Einbildung von mir, ich bin mir da nicht so sicher.

      Also falls jemand Lust hat, über nen Stream mal reinzuhören und was zu meiner Zweiteilungsthese zu sagen, würde ich mich freuen.



      Und jetzt freue ich mich darauf, mir das erste Violinkonzert anzuhören, dass wartet jetzt ja auch schon lange. Das habe ich wohl schon ein Jahr, ohne es wirklich reingehört zu haben. Vielleicht war ich aber auch hörtechnisch noch nicht so weit. Das erste ist ja deutlich moderner als das zweite... mal schauen.
      Viele Grüße, Michael
    • Mittlerweile habe ich mir die CD besorgt und gestern das zweite Violinkonzert gehört.

      Das erste kenne ich schon länger. Diesem gegenüber bedeutet das zweite einen weiteren Rückschritt hin zur Spätromantik. Das Soloinstrument wird virtuos gehandhabt; Frank Peter Zimmermann dürfte sich freuen ob der ihm gestellten Aufgaben. Der Sound - auch der konkrete technische Klang der SACD - ist süffig und voluminös.

      Es liegt mir fern, Friese zu widersprechen, und ich könnte nicht behaupten, dass mich diese im besten Sinne des Adjektivs schöne Musik nicht anspricht. Es ist nun auch keine bloße konventionelle Tonalität, sondern die Einbettung in spektralistische Gesetzmäßigkeiten scheint mir - soweit ich das beurteilen kann!! - durchaus noch gegeben.

      Ein Plus beispielsweise gegenüber den späten Sinfonien eines Einojuhani Rautavaara besteht wohl auch darin, dass Lindberg sich spürbar kürzer fassen kann und nicht in den Tonfall repetitiv meditativer Klangfiguren verfällt - oder zumindest bei Weitem weniger.

      Mein Fazit: Hörenswert ... und doch war ich ein wenig erstaunt über solch kaum mehr geschminkte Romantik. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes Spät(est)romantik (1), nicht einfach nur Postmoderne.

      Letzteres schon auch. Denn hier sieht man wieder: Tempus fugit [muss ich noch hören] - sie flieht heute in alle möglichen künstlerischen Richtungen. Gut dem Dinge (Kempowski)!

      PS: Das Klarinettenkonzert (ist mein Lieblingsinstrument noch immer) steht auch schon einige Zeit auf der Liste. Beim zweiten Klavierkonzert zögere ich noch. Warum eigentlich? :D


      [EDIT] (1) Ursprünglich hatte ich hier Postromantik stehen, fürchte aber mittlerweile, dass der Begriff ungeschickt ist. (Siehe auch später: Magnus Lindberg (geb.1958) - aktueller finnischer Komponist des 21.Jhd !)


      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • andréjo schrieb:

      Das Erste kenne ich schon länger. Diesem gegenüber bedeutet das Zweite einen weiteren Rückschritt hin zur Spätromantik.
      Das würde ich keinen Rückschritt nennen, sondern eher einen erfreulichen Vorwärstrend, dass man Werke schreibt, die der Hörer auch gerne hören will, statt "Chaos-Jedöns" .... so wie Lindbergs Frühwerke, auf der FINLANDIA-Doppel-CD, die ich in Beitrag 22 abgebildet habe:

      Darauf ist ja nun nix dabei, was den Hörer, der gute Musik hören will, ansprechen könnte.

      :alter1: Lassen wir doch ehrlich sein:
      Da gibts doch nur einen von wenigen, der glaubt, dass er mit solcher "Mukke" glücklich werden kann ... und das ist unser altbekannter amfortas.


      Mit gefällt das Klavierkonzert Nr.2 (2011/12) aus der Zeit, als Lindberg eher "für den Hörer" schreibt auch weit besser als das KK Nr.1 ((1990-94).
      Das Violinkonzert Nr.2 (2015) kenne ich noch nicht --- werde diese Diskussion aber sehr gerne zum Anlass nehmen um mir die CD (Beitrag 23 von Friese) zuzulegen.
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • teleton schrieb:

      Da gibts doch nur einen von wenigen, der glaubt, dass er mit solcher "Mukke" glücklich werden kann ... und das ist unser altbekannter amfortas.
      Nun, das sehe ich etwas anders und gar nicht soo anders als amfortas. Meine Hörfreude ist dann am größten, wenn ich mich mit Neuem konfrontiert werde und es mir immer vertrauter wird. Ich möchte ja auch nicht jedes Jahr in exakt der gleichen Gegend Urlaub machen.

      Mit Begriffen wie "Chaos-Jedöns" kann ich mich nicht ernsthaft auseinandersetzen. Sorry. Aber ich habe nicht angefangen ...

      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • andréjo schrieb:

      Meine Hörfreude ist dann am größten, wenn ich mich mit Neuem konfrontiert werde und es mir immer vertrauter wird.
      Das gilt auch für mich, ohne das so "bierernst" zu sehen wie Du, wenn ich mich mit meinen Worten ausdrücke.
      Du weisst genau, dass ich immer für Neues aufgeschlossen bin und seit meinem Anfang bei Tamino im Jahre 2004 schon verdammt viele neue Komponisten und Werke in meinen Beiträgen vorgestellt habe.

      Aber, wenn ich solche "Mukke" (das möchte ich auch nicht Musik nennen) hören soll, wie die Lindberg-Doppel-CD aus Beitrag 22, um die es ging ... ne dann flippe ich aus und wende mich wirklicher Musik zu, bei der ich nicht das Gefühl der Zeitverschwendung meiner wertvollen Hörzeit habe.
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Bitte lieber teleton respektiere dann aber auch, dass andere auch diese Musik die Du ablehnst bereichernd finden könnten und man das dann durchaus persönlich nehmen kann, wenn Du sowas schreibst.
      Ich freue mich darauf, heute weiter die Lindberg Klaviermusik CD zu hören, die mir vorliegt, mit einer stilistisch wie ich es höre spannenden Entwicklung.
      Herzliche Grüße
      Alexander
      Zur Info: Bis auf weiteres keine aktive Moderationstätigkeit meinerseits.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Lieber Alexander,

      Du kannst Dir sicher sein, dass ich eine andere Sichtweise als meine auf modere Musik immer respektiere.
      Mein Beitrag ging auch von der Lindberg-Doppel-CD (Finlandia) aus, die mir nicht bietet, was ich auch nur annähernd erbaulich empfinden könnte. Ich hatte mir diese Doppel-CD im Dezember als Ergänzung zu meinen Lindberg-CD´s zugelegt, weil ich dachte dort interessante Frühwerke Lindbergs anzutreffen :S .... weit gefehlt !

      Demnächst lege ich mir auch das VC Nr.2 zu, dass mir bisher noch unbekannt ist.
      :wink: Mit Deiner Lindberg- Klavier - CD wünsche ich Dir selbstverständlich den grössten Hörspass.
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • teleton schrieb:

      Aber, wenn ich solche "Mukke" (das möchte ich auch nicht Musik nennen) hören soll, wie die Lindberg-Doppel-CD aus Beitrag 22, um die es ging ... ne dann flippe ich aus und wende mich wirklicher Musik zu, bei der ich nicht das Gefühl der Zeitverschwendung meiner wertvollen Hörzeit habe.
      AlexanderK hat sich freundlicherweise bereits geäußert. Im Übrigen: Du kannst ausflippen, solange Du willst, solltest aber bitte nicht verlangen, dass man sich darüber freut und Dir gratuliert. Es ist sehr schade, aber ich habe mittlerweile keine Lust mehr, mit Dir über Musik zu sprechen.

      Wie gesagt: Ich habe nicht angefangen mit diesem Krampf. Aber es stinkt mir, wenn die Auseinandersetzung stattfindet, indem von "Chaos Jedöns" die Rede ist. Du könntest diese Weisheit für Dich behalten, die niemandem weiterhilft, der offen ist und die Musik nicht kennt.

      teleton schrieb:

      Darauf ist ja nun nix dabei, was den Hörer, der gute Musik hören will, ansprechen könnte.

      Ich kenne das Stück KRAFT. Und das ist in der Tat gelungen. Das hast Du übrigens an anderem Ort selbst geschrieben, ich glaube, mehrmals.

      Aber was soll's ...

      Möchtest Du hören, dass Khatchaturian und Daugherty banaler Lärm sind? Möchtest Du das? Es ist nicht meine Meinung, aber es gibt sehr wohl Gründe, warum ich den Armenier mittlerweile als belangloser empfinde im Vergleich zu noch vor zwanzig Jahren.

      :wink: Wolfgang

      PS: Ist Dir eigentlich aufgefallen, dass mir die CD mit dem 2. Violinkonzert sehr wohl gefällt. Oder hast Du das überlesen?

      Und noch ein PS:

      teleton schrieb:

      Du kannst Dir sicher sein, dass ich eine andere Sichtweise als meine auf modere Musik immer respektiere.
      Genau - das sind dann Leute, die sich "Chaos-Jedöns" anhören. Und notfalls sind sie halt "bierernst". Merkst Du was?

      Und noch eines:

      :/ Irgendwie kann ich mir nicht helfen. Denn was rege ich mich überhaupt auf? Wahrscheinlich, weil wir vor wenigen Jahren einen wirklich guten Gedanken- und Materialaustausch hatten.

      Schade.

      Von mir aus kann gerne alles gelöscht werden. Dann aber bitte von Anfang an, ab Beitrag 25. Denn da fängt der Krampf an.
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    • teleton schrieb:

      Ein bestes Beispiel neuer Musik für "Musik für den Hörer" ist Michael Daugherty, der trotz seiner Modernität geniessbar bleibt und den Hörer anspricht.
      Wer ist eigentlich "der Hörer", der das noch "genießbar" findet und anderes eben nicht mehr? Das würde ich schon gerne wissen.
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    • Jetzt nach erstmaligem Hören noch ein paar Bemerkungen zu der erst 2017 beendeten Komposition Tempus fugit :



      Sie spricht mich fast noch mehr an als das zweite Violinkonzert. Weiter oben hat Friese bereits eine positive kleine Würdigung und bemerkenswert detaillierte Beschreibung verfasst.

      Friese schrieb:

      So und ihr dürft mich gerne korregieren, falls ich Quatsch rede.
      Och nun ... Du könntest höchstens korrigieren anders schreiben. :P

      Und erst kürzlich hat an anderem Ort Wieland sich geäußert:

      Wieland schrieb:

      Neo-Impressionismus mit Orchestrierung die an Respighis Römische Bilder erinnern.

      Das kann ich nachvollziehen, hätte es spontan vielleicht nicht so spezifisch auf Respighi bezogen wahrgenommen. Passagenweise erinnert mich die Musik dafür deutlich an den genialen Wenigschreiber Henri Dutilleux, der ja seinerseits von Ravel und Debussy kommt, aber zu einem unverwechselbaren Personalstil gefunden hat.

      Ob Magnus Lindberg zu einem solchen gefunden hat, kann man vielleicht erst zu einem späteren Zeitpunkt beurteilen. Ich bin nicht sonderlich vertraut mit den frühen Werken, sehe aber eine Entwicklung von der Komposition KRAFT und dem ersten Klavierkonzert, die experimenteller geartet waren, über das erste hin zum zweiten Violinkonzert. Und auch wenn diese Entwicklung eine gewisse Glättung bedeutet aus meiner Sicht, so bleibt die Musik allenthalben sehr ansprechend.

      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • youtube.com/watch?v=_2-0b4D11a0

      Seht die Sonne - Finnisches RSO, Sakari Oramo : Wirkt auf mich nicht verstörend, auch nicht atonal, aber auch nicht wirklich interessant. Es kommt mir ein wenig wie eine zeitgemäße Komposition in Anlehnung an die "Verklärte Nacht" von Schönberg vor. Abstrakter, sicherlich, auch mit Bläsern.

      youtube.com/watch?v=bzPI5z1cYvc&index=3&list=RD_2-0b4D11a0

      Nun das Klarinettenkonzert. Erneut mit dem Finnischen RSO , Sakari Oramo + Kari Krikku (Klarinette)

      Das Werk ist meiner Meinung nach recht impressionistisch angehaucht. Exzellent gespielt vom Solisten. Weitgehend tonal gehalten, hin und wieder aber auch mit einem Hang zur sehr "freien" Stellen. Das ist sicher kein Krach, aber auch keine "leicht verdauliche" Musik. Da mein Ohr gerade durch mehr Modern Jazz geprägt ist, komme ich heute damit zurecht, aber es ist keine "einfache Musik".

      Doch auch wenn es teilweise ganz schön heftig und auch "schräg" zur Sache geht, fehlt mir etwas in dem Stück. Der Solist muss verdammt fit sein technisch, das ist sauschwer zu spielen. Ist es aber wirklich nötig, ein Stück über 25 Minuten in einem Tempo zu schreiben? Da fehlt mir der Tempowechsel.

      youtube.com/watch?v=KRyJNiLmqaw&list=RD_2-0b4D11a0&index=7

      Graffiti - Finnisches RSO + Helsinki Chamber Choir , Sakari Oramo

      Auch hier wieder über 30 Minuten das "Einheitstempo". Man muss fast meinen, dass Lindberg nur ein Tempo kennt. Da nutzt der Chor auch nicht mehr viel, der aber verdammt gut ist.

      Ich bin absolut kein Kenner der Musik von Magnus Lindberg. Mich hat nur die Auseinandersetzung von Andrejo und Teleton überrascht. Deshalb wollte ich mir mal einen Eindruck verschaffen über das ein oder andere Werk. Es ist sicher kein "Lärm" und "Chaos-Gedönse", zumindest nicht in den Werken, die ich jetzt angehört habe. Doch es ist auch nicht so, dass ich mehr davon hören wollte.

      Hoffentlich bin ich jetzt niemandem auf die Füße getreten. Ich wollte mir einfach nur ein Bild machen. Dazu reicht sicher nicht, drei Stücke anzuhören, aber es hat mich eben auch nicht so begeistert, dass ich mehr hören wollte.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Danke, Maurice, für die youtube-Proben. Mehr hören wollen ... achott. Wann habe ich eigentlich zuletzt Hector Berlioz gehört oder Isang Yun ............................. oder Richard Wagner ...................... oder Michael Nyman ...................................................................?

      So viel zum Thema. Passt ja hier optimal, ist essentiell und erfrischend neu.

      =O Wolfgang

      PS:

      Maurice schrieb:

      Mich hat nur die Auseinandersetzung von Andrejo und Teleton überrascht.
      Du weißt doch: Was sich liebt, das neckt sich.

      PPS:

      Maurice schrieb:

      Ist es aber wirklich nötig, ein Stück über 25 Minuten in einem Tempo zu schreiben? Da fehlt mir der Tempowechsel.
      Hm. Könnte sein, dass da etwas dran ist. Zumindest Tempus fugit will ich daraufhin nochmals hören. Vielleicht haben die Spektralisten tatsächlich diesbezüglich einen Hang ?? Vielleicht ist das postromantisch ?? Dalbavie würde mir jetzt einfallen. Dessen Klavierkonzert und dessen Flötenkonzert kenne ich - Letzteres auch live mit Emmanuel Pahud. Da findet sich praktisch wirklich kein echter Tempowechsel, meine ich mich zu erinnern. Die Musik ist im Übrigen wohl etwas spröder als die jüngeren Nummern unseres Thread-Helden.

      Ich glaube, Du hast Recht!
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • andréjo schrieb:

      Danke, Maurice, für die youtube-Proben. Mehr hören wollen ... achott. Wann habe ich eigentlich zuletzt Hector Berlioz gehört oder Isang Yun ............................. oder Richard Wagner ...................... oder Michael Nyman ...................................................................?
      Frage mich mal. Außerdem kann ich nicht ständig Musik hören, da so zwischendurch meine Trompete (oder mein Kornett, oder mein Flügelhorn) auch noch ein Recht aufs Spielen hat. Und so hin und wieder brauche ich Ruhe oder muss mal was tun. :D


      andréjo schrieb:

      Hm. Könnte sein, dass da etwas dran ist. Zumindest Tempus fugit will ich daraufhin nochmals hören. Vielleicht haben die Spektralisten tatsächlich diesbezüglich einen Hang ?? Vielleicht ist das postromantisch ??
      Das weiß ich nicht. "Postromantisch" würde ich das nicht bezeichnen. Man könnte aber auch Philip Glass ins Spiel bringen. Nicht so extrem wie er, denn es ist keine Minimal-Musik, aber der Aufbau ist doch zumindest ähnlich. Lindberg mit viel größerem Orchester (so vermute ich mal), weitaus mehr auch die Lautstärke bis ins Forte-Fortissimo ausnutzend.


      andréjo schrieb:

      Dalbavie würde mir jetzt einfallen. Dessen Klavierkonzert und dessen Flötenkonzert kenne ich - Letzteres auch live mit Emmanuel Pahud. Da findet sich praktisch wirklich kein echter Tempowechsel, meine ich mich zu erinnern. Die Musik ist im Übrigen wohl etwas spröder als die jüngeren Nummern unseres Thread-Helden.

      Ich glaube, Du hast Recht!
      Ich will keinesfalls irgendwie "recht" haben, doch ich kann auch nur das wiedergeben, was ich gehört habe.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Wahrscheinlich passt auch die Post bei postromantisch nicht, da sie streng genommen den Begriff unlogisch werden lässt. Postmodern passt sicher. Und das zweite Violinkonzert nehme ich als hochgradig romantisch wahr. Hat sich nicht wer - kann hier, kann woanders gewesen sein - sogar an Brahms erinnert gefühlt? Abgesehen von dem Spiel mit den Obertönen, wie es die Spektralisten betreiben, könnte die Musik vielleicht wirklich bereits vor hundertzwanzig Jahren geschrieben worden sein. Das ändert nichts an ihrer Eigenwilligkeit, wie mir scheint.

      Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ich verbreite hier ungefährliches Halbwissen und kann nicht mit Sicherheit sagen, dass das Vorgehen von Lindberg ein spektralistisches ist. Ich habe nichts dergleichen gelesen und Experten oder Halbexperten mögen mich korrigieren oder in Frage stellen. Es ist dies meine Hör-Beobachtung im Vergleich mit anderen Komponisten - wie Dalbavie -, die explizit als Spektralisten gesehen werden. Der Stil klingt auf jeden Fall sehr ähnlich.

      :wink: Wolfgang
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    • Danke, maticus! Das könnte ich mir auf CD noch vorstellen - habe ich oben, glaube ich, schon mal geschrieben (und ist nicht gar so interessant für die Weltöffentlichkeit).
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Und auch nicht schlecht. Hier mit Sammy Lesnick an der Klarinette.

      youtube.com/watch?v=lSp-a5gD59U

      Ich finde, bei solchen ggfs. nicht so leicht zugänglichen Stücken ist das zusätzliche Bild sehr hilfreich und insbesondere die technische Virtuosität des Solisten allein schon eine starke Motivation, die den Zugang zum Werk erleichtern kann.

      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      In mir steckt noch ganz viel Zeug hier drin fest, Gefühle und so. --- Nick Tschiller
    • Ich habe das 2. Violinkonzert vor ein paar Jahren in der Digital Concert Hall gesehen, auch mit Zimmermann und Daniel Harding als Dirigenten. Hat mir musikalisch wirklich gut gefallen, nachdem sein frühes Stück Kraft mich eher auf einer anderen Ebene amüsiert hat (man sieht nicht alle Tage solche Musiker in Wassertanks reinpusten und kreuz und quer im T-Shirt durch die Philharmonie laufen :D ). Aber Lindberg ist ein symphatischer Typ, er hat auch selbst bei Kraft mitgespielt.

      Link: digitalconcerthall.com/de/conc…omposer_magnus%20lindberg
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams