Künstler-Presseschlagzeilen, die nicht unmittelbar die künstlerische Tätigkeit betreffen

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    • Die New York Times berichtete gestern:

      "Peter Martins, the longtime leader of New York City Ballet, has been removed from teaching his weekly class at the School of American Ballet while the two organizations jointly investigate an accusation of sexual harassment against him."
    • Ich finde es verlogen, daß jetzt alle mit der Moralkeule gegen Levine vorgehen.
      Natürlich nicht falsch, aber verlogen.
      Es war immer bekannt, daß er junge Knaben mochte und die MET hat Ihn geschützt.
      Er durfte sich den Knaben in der Zauberflöte nicht auf ein paar Metern nähern und wenn z.B. der Harlem
      Boys Choir mitwirkte, wurden die Garderoben abgeschlossen und auf den Toiletten Kameras installiert.
      Woher ich das weiß ?

      Das war in Musikerkreisen allgemein bekannt.
      Und jeder, der das wußte, hätte jederzeit eine Anzeige machen können.
      Aber Levine war halt mächtig und für die MET unersetzbar.

      Nun ist er es nicht mehr .

      Ich möchte nicht wissen, was in der Zukunft noch alles "rauskommt" , was ebenfalls bekannt ist seit langem und unter den Teppich gekehrt wurde.
      Sehr berühmte Musiker betreffend, welche stellenweise noch nicht lange verstorben sind.

      Mich ärgert die Doppelmoral.
      Vielen hätte man schon vor Jahrzehnten Einhalt gebieten müssen, aber es wurde vertuscht.
      Und die Verantwortlichen für diese Vertuscherei gehören ebenfalls genannt und angezeigt.

      Ich habe übrigens persönlich etwas unschönes erlebt vor 30 Jahren, auf welches ich nicht näher eingehe.
      Glaubt mir, da redet man u.U. erst Jahrzehnte später drüber, und das auch nur mit den engsten Freunden und nicht in der Öffentlichkeit.
      Daher finde ich es völlig in Ordnung, wenn sich Opfer erst nach sehr langer Zeit öffnen.

      In solchen Fällen stehen die Opfer nämlich ganz schnell u.U. auch am Pranger.
      Und wenn sich nur darüber gewundert wird, daß nicht "Nein" gesagt wurde oder warum es solch eine lange Zeit brauchte.
      Das braucht halt oft "seine" Zeit.
      Damit geht man nicht gleich an die Öffentlichkeit, vor allem, wenn es sich um sehr mächtige Menschen handelt.
      Denn ich gehör' nur mir.
    • Auch bei ganz und gar nicht mächtigen Tätern, sind die Opfer oft genug nicht oder erst sehr viel später in der Lage, über das Geschehene zu sprechen. Das gilt ganz besonders für Kinder und Jugendliche. Sie fallen meistens überhaupt erst durch ihre Symptome auf und nicht etwa, weil sie plötzlich von selbst entscheiden, ihre Scham zu überwinden. Die Dunkelziffer im Bereich sexueller übergriffe, Missbrauch und Vergewaltigung ist unglaublich hoch und je jünger die Opfer sind, desto schlimmer. Ich habe beruflich häufig mit jugendlichen Missbrauchsopfern zu tun und wenn die erwachsenen Tätern sich bewusst wären, was sie anrichten, würden sie vielleicht nicht um einer kurzen Triebbefriedigung willen weiter junge Leben ruinieren. Auch wenn ich nicht auf dem Standpunkt stehe, dass Täter und Opfer gleich behandelt werden müssen und mein Herz eindeutig für die Opfer schlägt, brauchen viele Täter ebenfalls Hilfe, denn sie waren oft leider selbst Opfer.....
      Was Michael zur Doppelmoral sagt, kann ich nur unterstreichen. Wer Bescheid weiss, den Kopf in den Sand steckt und die Opfer nicht schützt, muss sich nicht im Nachhinein aufspielen . Natürlich läuft im ( stark neuroseanfälligen) Künstlermilieu so manches aus dem Ruder, was unter "normalen" Umständen kaum toleriert werden dürfte, aber wenn es um Kinder und Jugendliche geht, muss m.E. jede Toleranz aufhören. Die können sich nämlich wirklich nicht wehren, weil sie überhaupt nicht wissen, was da mit ihnen passiert und allen mehr oder weniger perfiden Manipulationen mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert sind; so dass sie gar am Ende noch glauben, sie seien an alledem selbst schuld. Ich konnte James Levine übrigens noch nie abhaben, obschon ich von dieser sehr unappetitlichen Affäre nichts wusste. Mir hat einfach seine musikalische Herangehensweise nicht behagt. Amfortas wird also keinen grossen Verlust erleiden, sollte "Jimmy" in Zukunft nicht mehr ans Pult dürfen...... die MET findet mit Sicherheit mindestens gleichwertigen Ersatz..... :fee:
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • FairyQueen schrieb:

      Was Michael zur Doppelmoral sagt, kann ich nur unterstreichen. Wer Bescheid weiss, den Kopf in den Sand steckt und die Opfer nicht schützt, muss sich nicht im Nachhinein aufspielen .
      Das sehe ich zwar prinzipiell genauso, aber man muss schon unterscheiden, ob man an der MET von Levines Neigungen wusste oder von Taten. Selbst wenn es "in Musikerkreisen allgemein bekannt" war, dass er "junge Knaben mochte" (mir war das jedenfalls nicht bekannt), wäre das noch kein Verbrechen, welches "jeder, der das wußte", zur Anzeige hätte bringen müssen. Vielmehr hätten die Verantwortlichen geeignete Maßnahmen zur Vorbeugung vor Taten ergreifen müssen. Wenn die Geschichte mit den abgeschlossenen Garderoben und Toilettenkameras stimmt, hat man das ja offenbar versucht, wenn auch im Nachhinein mit mutmaßlich unzureichenden Mitteln.

      Christian
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Ja Christian, da hast Du 100%ig Recht!
      Allerdings wenn man bereits soweit geht, Garderoben abzuschliessen und Kameras in Toiletten zu installieren, wird es wohl mehr als Verdachtsmomente über "Neigungen" gegeben haben..... :fee:
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • FairyQueen schrieb:

      Auch bei ganz und gar nicht mächtigen Tätern, sind die Opfer oft genug nicht oder erst sehr viel später in der Lage, über das Geschehene zu sprechen. Das gilt ganz besonders für Kinder und Jugendliche. Sie fallen meistens überhaupt erst durch ihre Symptome auf und nicht etwa, weil sie plötzlich von selbst entscheiden, ihre Scham zu überwinden. Die Dunkelziffer im Bereich sexueller übergriffe, Missbrauch und Vergewaltigung ist unglaublich hoch und je jünger die Opfer sind, desto schlimmer. Ich habe beruflich häufig mit jugendlichen Missbrauchsopfern zu tun und wenn die erwachsenen Tätern sich bewusst wären, was sie anrichten, würden sie vielleicht nicht um einer kurzen Triebbefriedigung willen weiter junge Leben ruinieren. Auch wenn ich nicht auf dem Standpunkt stehe, dass Täter und Opfer gleich behandelt werden müssen und mein Herz eindeutig für die Opfer schlägt, brauchen viele Täter ebenfalls Hilfe, denn sie waren oft leider selbst Opfer.....
      Was Michael zur Doppelmoral sagt, kann ich nur unterstreichen. Wer Bescheid weiss, den Kopf in den Sand steckt und die Opfer nicht schützt, muss sich nicht im Nachhinein aufspielen . Natürlich läuft im ( stark neuroseanfälligen) Künstlermilieu so manches aus dem Ruder, was unter "normalen" Umständen kaum toleriert werden dürfte, aber wenn es um Kinder und Jugendliche geht, muss m.E. jede Toleranz aufhören. Die können sich nämlich wirklich nicht wehren, weil sie überhaupt nicht wissen, was da mit ihnen passiert und allen mehr oder weniger perfiden Manipulationen mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert sind; so dass sie gar am Ende noch glauben, sie seien an alledem selbst schuld. Ich konnte James Levine übrigens noch nie abhaben, obschon ich von dieser sehr unappetitlichen Affäre nichts wusste.
      Deine Ausführungen über Opfer von Mißbrauch mache ich mir ausdrücklich zu eigen.

      Aber noch 1 x zum Dritten. Mir ist es wichtig, dass Jimmy weiterhin (und das meine ich nicht bloß juristisch) Anspruch auf Unschuldsvermutung hat. wie z.B. im Fall von Stefan Arzberger.

      FairyQueen schrieb:

      Mir hat einfach seine musikalische Herangehensweise nicht behagt. Amfortas wird also keinen grossen Verlust erleiden, sollte "Jimmy" in Zukunft nicht mehr ans Pult dürfen...... die MET findet mit Sicherheit mindestens gleichwertigen Ersatz....
      Zunächst: Mir geht es überhaupt nicht um Aufrechnung von Bedeutung als Künstler gegen kriminelles Fehlverhalten, wie es völlig zu Unrecht einige Postings früher mir hier unterstellt wurde....

      .. und nee, nee ! Ohne Jimmy am Pult wärs für Amfortas Verlust, weil momentan Zweifel an möglichen gleichwertigen Ersatz..
      Vorbehalt/Zweifel drängte sich auf, nach seinem letzten durch Krankheit unvollständigen Ring (2011). Siegfried und Götterhämmerung kamen ohne Jimmy am Pult mir orchestral allenfalls routiniert rüber..

      .. und Jimmy gehört zu den wenigen Orchesterquälern, die sich in z.B. Boston, NYC für Schönberg- und Berg-Mucke ins Zeug legen ...
      .. z:b. Mitschnitte vom Moses und Aron (20.02.99) und Lulu (20.04.02) vom Kammerkonzert (22.02.08) gehören mit zum Geilsten (neben fetzigen Ergänzungen/Alternativen aus Europa), was bisher davon reingezogen wurde .. er dirigierte – sofort nach Premiere in Santa Fee unter MTT (1979) - Lulu-Cerha-Fassung in NYC und das über Jahre regelmäßig.

      .. die jüngsten NYC-Lulu-Wiedergaben unter Lantham-König kamen dagegen spannungs- und kraftlos rüber.... zuletzt beeindruckte mich Mitschnitt von Mozarts Entführung unter Jimmy vom 07.05.16 .....

      Ich stimme Daniel Barenboim darin zu, der sehnlichst wünscht, dass Anschuldigungen gegen Jimmy sich als falsch erweisen. Doch Jimmys Reputation und Spätkarriere blieben auch in diesem Fall schwer beschädigt bis zerstört. Das wäre dann höchst ungerecht......
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Lieber Amfortas, allein schon um der potentiellen Opfer willen, hoffe ich natürlich auch, dass er unschuldig ist! In "dubio pro reo" ist in unserer globalisierten Medienwelt leider immer schwieriger umzusetzen........
      Was die musikalische Einschätzung angeht, kommt es auf das Repertoire an. die Opernübertragungen aus der MET mit "meinen Opern ( Mozart und Company ....Leichtgewichte....im Vergleich zu dem, was du anführst) haben mich halt nie wirklich überzeugt. Warum sollte es keinen gleichwertigen Ersatz für die MET geben?????? Gute Dirigenten laufen doch wahrlich genug herum- oder?
      Na, ich drücke dir trotzdem Daumen, dass du ihn weiter geniessen kannst.... :fee:
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • Hallo zusammen,

      ich meinte mich zu erinnern, dass auch Michail Pletnev und die vor einigen Jahren gegen ihn erhobenen Vorwürfe hier in den vergangenen Tagen auch noch vorgekommen ist, leider habe ich auf die Schnelle den Beitrag nicht gefunden. Hier bringt Jan Brachmann einige Details zum Verfahren gegen Pletnev zur Kenntnis, die mir entgangen waren. Vielleicht geht es ja dem einen oder der anderen auch so, dass er das nicht mitbekommen hatte:

      'Das Urteil muss man anderen überlassen, ganz wie im Fall des russischen Pianisten und Dirigenten Michail Pletnjow, der im Sommer 2010 verhaftet worden war, weil er im thailändischen Pattaya einen vierzehnjährigen Jungen vergewaltigt haben soll. Pletnjow, der zunächst nach Russland ausgereist war, stellte sich der thailändischen Justiz und unterzog sich einem Gerichtsprozess. Der förderte viel zutage, nämlich einen professionell organisierten Ring von Kinderprostitution, nur eines nicht: eine Beteiligung Pletnjows daran, in welcher Form auch immer. Der Prozess gegen den Musiker wurde im Dezember 2010 eingestellt, weil die Beweislage nicht einmal ausreichte, um Anklage zu erheben.'

      Gruß Benno
      Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)
    • Amfortas09 schrieb:

      Zunächst: Mir geht es überhaupt nicht um Aufrechnung von Bedeutung als Künstler gegen kriminelles Fehlverhalten, wie es völlig zu Unrecht einige Postings früher mir hier unterstellt wurde....
      Dann verstehe ich nicht, warum Du in diesem Thread, der den Titel trägt "Künstler-Presseschlagzeilen, die nicht unmittelbar die künstlerische Tätigkeit betreffen", überhaupt über Levines (mit dem ich im Gegensatz zu Dir nicht das "Du" vereinbart habe und deshalb auch von ihm nicht die Erlaubnis bekommen habe, ihn "Jimmy" zu nennen) künstlerische Bedeutung diskutierst. Und ein Zusammenhang zwischen den Vorwürfen und seiner "Bedeutung als Musiker" wurde Dir nicht "unterstelt", sondern Du hast ihn in diesem Posting selbst hergestellt.

      Christian
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Zunächst, deine Kritik hat Berechtigung einzig an der Bezeichnung Jimmy, aber nicht am "Du", weil letzteres im Amerikanischen üblich.

      Und nein. Keinerlei Zusammenhang wurde hergestellt.
      Im Gegentum.
      Ich schrieb: „seine Bedeutung als Musiker wird es nicht ankratzen“ ..... das schließt eben die Aufrechnung (oder Beziehung) einer Bedeutung als Musiker mit möglichen moralischen Versagen ausdrücklich aus.
      Damit wird gleichfalls auch eine „negative“ Aufrechnung, also der vermeintliche Schluss vom moralischen Versagen einer Person auf seine künstlerischen Fähigkeiten, zurückgewiesen....
      Und: "überhaupt über Levines künstlerische Bedeutung diskutierst" beeinhaltet genauso wenig eine derartige Aufrechnung.
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • ChKöhn schrieb:

      Dann hast Du also einfach mal so erwähnt, was niemand bestritten hat
      ich kann mich an frühere Diskussionen in C. erinnern, wo z.Tl. versucht wurde, solche Zusammenhänge zu bilden. Deshalb war es nicht einfach mal so erwähnt..

      ChKöhn schrieb:

      was ausdrücklich nicht zum Thread-Thema gehört.
      das war zu diesem Zeitpunkt m.E. nicht unbedingt so klar, da Erfahrungen aus früheren Debatten in C.

      ChKöhn schrieb:

      Etwas merkwürdig,
      deshalb ist es auch überhaupt nicht merkwürdig, wenn versucht wird, quasi prophylạktisch solche "Zusammhänge" gar nicht erst aufkommen zu lassen.. ..

      ChKöhn schrieb:

      aber warum nicht.
      Ja.

      -----

      Auf diesen Beitrag folgte eine Diskussion über Duz- und Siezverhalten in verschiedenen Ländern etc. pp. Das Ganze kann hier nachgelesen und weitergesponnen werden: »You can say you to me!« – Wer wen wo siezt und duzt

      Amaryllis, für die Moderation
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Giovanni di Tolon schrieb:

      Hier bringt Jan Brachmann einige Details zum Verfahren gegen Pletnev zur Kenntnis
      Ich kenne Herrn Brachmann nicht . Aber er nennt keine Quellen . Und schreibt (mich)Verwirrendes - (Pletnjev)" stellte sich der thailändischen Justiz und unterzog sich einem Gerichtsprozess." . Dann weiter :"Der Prozess gegen den Musiker wurde im Dezember 2010 eingestellt, weil die Beweislage nicht einmal ausreichte, um Anklage zu erheben." . Das ist schlicht Unsinn. Ohne Anklage kann es keinen Gerichtsprozess geben . Erstmal ermittelt die Staatsanwaltschaft, dann kann es evtl zur einer Anklage kommen . Woher auch immer Herr Brachmann seine informationen hat - entweder sie stimmen nicht oder er hat etwas durcheinandergebracht . Was wohl stimmt, ist , daß keine Anklage erhoben wurde . Aber : nach meiner Kenntnis ist es so, daß in Thailand innerhalb einer gewissen Frist von der Staatsanwaltschaft eine Anklage erhoben werden muss . Erfolgt dies nicht - aus welchen Gründen auch immer, da sind den Spekulationen natürlich wieder alle Türen offen - passiert nichts , quasi mit Fristablauf ,es gibt kein Verfahren. Aber auch in Thailand gäbe es die Möglichkeit, durch eine Art Selbstanzeige dann ein Verfahren -oder die offizielle Einstellung mit Begründung - zu erreichen . Das wäre für mich eindeutig . - Also : es gab keinen Prozess, was auch Herr Brachmann schreibt . Er konnte daher auch nicht eingestellt werden . Und also auch nicht mit der genannten Begründung . So etwas als Informationsquelle ? Von wegen bringt Details zur Kenntnis - das könnte man auch anders nennen .
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Kamikaze - You Yellow Fiend !"
    • Hudebux schrieb:

      Das Karussell dreht sich weiter.
      #HeToo: Stardirigent Charles Dutoit wird vierfach sexueller Missbrauch vorgeworfen
      Das Schlimme hier ist, dass es vermutlich der Wahrheit entspricht, da das Vorgehen identisch war. Dazu an verschiedenen Orten mit verschiedenen Orchestern, zu völlig unterschiedlichen Zeiten. Und auch hier scheint man bereits hinter vorgehaltener Hand darüber gesprochen zu haben, so dass man durchaus von dem Bescheid wissen sprechen kann.

      Doch das sind natürlich reine Spekulationen meinerseits, die ich nach dem Lesen des Artikels mal jetzt so aufgestellt habe.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Rosamunde schrieb:

      Thielemann
      .....
      Daher kann man mich mit Thielemann jagen, ich halte recht wenig von dem Menschen.Und daher interessiert er mich auch als Dirigent überhaupt nicht mehr.
      Es kann manchmal so einfach sein, den Respekt vor jemanden zu verlieren...........
      Das hört sich so verkürzt nicht gut an und tut mir leid für Deinen Freund.

      Solche Geschichten kursieren immer wieder, aber wenn man selber nicht dabei war, dann kann man eigentlich keine Stellung dazu einnehmen. Und sollte es auch nicht weitererzählen, denn man weiss ja gar nicht, ob es stimmt. Selbst der beste Freund kann hier und da etwas anders darstellen, als es wirklich war.

      War es wirkich eine Entlassung aus einem Dienstverhältnis? Geht das einfach so?

      Und was war denn das für ein Dienstverhältnis? Thielemann am Klavier und Dein Freund hat ihm "reingequatscht"? Was, in einer Probe, vor allen Leuten? Es gab eventuell eine Vorgeschichte oder weitere Einzelheiten. Ich kann mir etliches vorstellen, was da passiert sein könnte. Wieso hat man es zB für nötig gehalten auf den falschen Akkord hinzuweisen, falls er denn wirklich falsch war. Dieser Akkord war eventuell in dem Zusammenhang nebensächlich. Man hat eventuell unnötig die Probe unterbrochen nur um sich selber herauszukehren. Ich will keine Gerüchte in die Welt setzten, aber es kann alles ganz anders gewesen sein, als Dein Freund es darstellt. Er erzählt es aber so, das ist klar. Jeder ist für sich selbst unterwegs.

      Es tut mir aber trotzdem für Deinen Freund leid, wie auch immer es gewesen ist. Und vielleicht hat Thielemann sich wirklich daneben benommen. Aber es war nicht kriminell und auch nicht MeToo.

      Ich finde es eigentlich viel interessanter, dass Du anscheinend nie mit Thielemann gearbeitet hast (richtig?), Dich aber öffentlich - auf der Basis von Gerüchten - so dermassen negativ über ihn ausdrückst. Er interessiere Dich (nur wegen dieser einen Geschichte? ) als Dirgent überhaupt nicht mehr. Wer interessiert Dich denn dann noch? Hast Du alle Deine MeToo Aufnahmen weggeschmissen? Domingo, Levine, Gatti etc alle weg? Solti, Barenboim? Wer war es von den Alten, der rumgebrüllt hat... Furtwängler?
    • Rosamunde schrieb:

      War es wirkich eine Entlassung aus einem Dienstverhältnis? Geht das einfach so?
      Er war damals Solorepetitor und es war eine Probe mit Sängern,keine große Probe im Saal mit Orchester.
      Mein Freund hat diese Oper selber oft dirigiert,u.a. in Kiel und war, wie ich selber auch, mit den Söhnen Korngolds gut bekannt.
      Er ist,wie auch ich, ein Fan und Spezialist dieses Komponisten, und da hat es Ihn halt geritten, dass Thielemann der falsche Akkord nicht auffiel.

      Das war eigentlich alles.
      Und ja, man kann von dieser Arbeit gefeuert werden, diese Mitarbeiter haben nicht dieselben Verträge wie wir Orchestermusiker.

      Thielemann hat mal ausgerechnet in Nürnberg während seiner GMD Zeit dort den Badenweiler Marsch spielen lassen.
      Das ist der Marsch., der immer bei den NS Großkundgebungen gespielt wurde.
      Ich unterstelle ihm jetzt nicht, ein Nazi zu sein, denn das ist er natürlich nicht.

      Aber ich kann mit dieser Haltung nichts anfangen und lehne solche Affronts ab.
      Im übrigen halte ich Ihn für einen außerordentlich guten Dirigenten.
      Er ist mir aber einfach nicht sympathisch, das ist im Grunde alles.

      Und das, was ich geschrieben habe, sind keine Gerüchte.Mein Dirigentenfreund und ich kennen uns jetzt seit 16 Jahren,und wir haben auch mal das Korngold Klavierquintett aufgeführt mit meinem Turina-Quartett.Er ist ein echter Virtuose auf dem Klavier und ein ganz ausgezeichneter Dirigent, der bei uns viele Produktionen erfolgreich geleitet hat.
      Er ist bei uns Kapellmeister.Sein Vorgänger war übrigens Dirk Kaftan.
      Denn ich gehör' nur mir.
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Thielemann hat mal ausgerechnet in Nürnberg während seiner GMD Zeit dort den Badenweiler Marsch spielen lassen.
      Das ist der Marsch., der immer bei den NS Großkundgebungen gespielt wurde.
      Ich unterstelle ihm jetzt nicht, ein Nazi zu sein, denn das ist er natürlich nicht.
      Mal ein Einwurf dazu: Der Original-Name lautet "Bardonviller-Marsch" und wurde von Georg Fürst bereits 1914 geschrieben. Fürst war im Garde-Regiment der Wittelsbacher als "Obermusikmeister" angestellt, hatte also mit den Nazis nichts zu tun. Dass der Marsch später unter neuem Namen zu Hilters Lieblingsmarsch wurde, ist der Lauf der Geschichte. Der Marsch durfte nach dem Kriege nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen aufgeführt werden (etwa zu meiner Militärmusikzeit unter einer Konzertreihe "400 Jahre Militärmusik", die mein damaliger Chef ins Leben gerufen hatte. Er durfte unter dem Original-Namen bei historischen Konzerten gespielt werden.). Heute kann man den Marsch hin und wieder in der Öffentlichkeit wieder hören. Die heutige Generation kennt oftmals nicht mal die Bedeutung des Marsches, was unsere Geschichte angeht. Verboten ist er nicht mehr, aber man sollte sehr sensibel damit umgehen.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Thielemann hat mal ausgerechnet in Nürnberg während seiner GMD Zeit dort den Badenweiler Marsch spielen lassen.
      Das ist der Marsch., der immer bei den NS Großkundgebungen gespielt wurde.
      Ich unterstelle ihm jetzt nicht, ein Nazi zu sein, denn das ist er natürlich nicht.
      Das ist nun allerdings Legende (hatte ich zwar auch mal angenommen, wurde aber korrigiert). Es gab ein Neujahrskonzert, bei dem er preußische Militärmärsche statt Wiener Walzer aufs Programm setzte, aber der Badenweiler war nicht dabei. Soviel ich weiß hat er nach seinem Hinauswurf in Nürnberg aber immer noch Hausverbot...
      Einzelne giebt es sogar, auf deren Gesicht eine so naive Gemeinheit und Niedrigkeit der Sinnesart, dazu so thierische Beschränktheit des Verstandes ausgeprägt ist, daß man sich wundert, wie sie nur mit einem solchen Gesichte noch ausgehn mögen und nicht lieber eine Maske tragen (Arthur Schopenhauer)
    • Armin Diedrich schrieb:

      Soviel ich weiß hat er nach seinem Hinauswurf in Nürnberg aber immer noch Hausverbot...
      Ok, ich wußte nur, dass er wegen des Badenweiler Marsches Hausverbot hatte.
      Tja, dann stimmt das nicht, was über viele Jahre als richtig angesehen wurde.
      Da bin ich dann auch überfragt.

      Aber er hat immer noch Hausverbot.
      Also:Mir ist es relativ egal, warum er Hausverbot hat.
      Ich will mich auch überhaupt nicht über Ihn unterhalten!

      Ich habe klargemacht, dass ich Ihn für einen außerordentlichen Dirigenten halte.
      Von mir aus ist er auch der Heilsbringer und DAS Genie unserer Tage.
      Ich mag IHN trotzdem nicht.

      Davon abgesehen spiele ich in einem derartig schlechten totalem Provinzorchester, also
      ganz knapp über Amateur Niveau, dass ich sowieso niemals unter dieser Lichtgestalt
      spielen würde.
      Und ich kann eh nicht mehr spielen.
      Schmerzpatient seit 2016 und OP im Juni 2020.
      Nach wie vor Schmerzen.
      Ich schaffe es eh nicht mehr.

      Und ich habe für meinen Teil mich jetzt genug über diesen Dirigenten belehren und informieren lassen.
      Das ist jetzt mal genug,bitte.
      Denn ich gehör' nur mir.