Violine

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      Ich bin ja (noch immer) ein Klassik-Newbie, daher seht es mir bitte nach, wenn ich noch nie etwas von einem "Dämpfer" gehört habe. :versteck1:
      Nun aber der Hintergrund meiner darauffolgenden Fragen:
      Gestern besuchte ich ein Konzert, saß in der ersten Reihe und konnte daher sehr genau beobachten, wie sämtliche Violinisten (und Bratschisten) ein kleines schwarzes Teil an einer Saite einer Violine immer wieder mal nach vorn und wieder zurück schoben. Nun mal nachgegoogelt und festgestellt, dass es sich dabei um einen "Dämpfer" handelt. Auf Wikipedia steht, dass durch einen Dämpfer die "Klangfarben und die Lautstärke der Violine vermindert werden" sollen. Ich dachte gestern schon, dass der Bartók (Tanz Suite) irgendwie zu ... "schön" und nicht energisch und zackig genug gespielt war. Nichts für ungut: es war in tolles Konzert und auch der Bartók gefiel mir sehr. Aber halt dennoch ungewohnt und anders als ich es bislang kannte. Irgendetwas war "anders". Nun frage ich mich, ob es lediglich an diesen Dämpfern gelegen haben mag. Aber das wird womöglich nicht der einzige Aspekt sein, der zu bedenken wäre.

      In welchen Fällen werden solche Dämpfer eingesetzt? Also auch dann, wenn es nicht in der Partitur steht? Womöglich ja auch auf Anweisung des Dirigenten hin, könnte ich mir denken - oder womöglich sogar eines Gast-Solitsten hin (damit er vielleicht stärker hervorgehoben wird bzw. besser im Mittelpunkt stehen kann)?
      "Wer Werte verteidigen will, hat sie schon aufgegeben. Man kann Werte nur leben, sodass sie manifest werden und Strahlkraft erlangen." (Hagen Rether)
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      Newbie69 schrieb:

      In welchen Fällen werden solche Dämpfer eingesetzt? Also auch dann, wenn es nicht in der Partitur steht? Womöglich ja auch auf Anweisung des Dirigenten hin, könnte ich mir denken - oder womöglich sogar eines Gast-Solitsten hin (damit er vielleicht stärker hervorgehoben wird bzw. besser im Mittelpunkt stehen kann)?
      Gerade in Profi-Orchestern dürfte es die absolute Ausnahme sein, dass ein Dämpfer an Stellen benutzt wird, an denen es nicht in der Partitur steht. Normalerweise haben die Komponisten sehr genau notiert, an welchen Stellen der Dämpfer aufgesetzt werden soll ("con sordino") und an welchen wieder abgenommen, um die Klangfarbe der Streicher etwas zu verändern. Mit oder ohne Dämpfer können die Streicher natülich auf sehr viele Varianten spielen, "schöner" oder "zackiger" - die veränderte Klangfarbe wird Bartók höchtwahrscheinlich aber selbst so gefordert haben.
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde
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      @Cherubino:
      Danke für deine Rückmeldung!

      Habe soeben mal in die Partitur geschaut (für Orchester) ...

      universaledition.com/bela-bartok-38/werke/tanz-suite-5208

      Dort steht an mehreren Stellen tatsächlich "con sord.". Gut, dann wird es gestern schon mal nicht daran gelegen haben.

      Ich frage mich dennoch, ob solche Dämpfer auch aus anderen Gründen heraus benutzt werden. Ob man z. B. bewusst das Orchester etwas reduzieren möchte, damit ein Solisten lauter und ausdrucksstärker rüber kommt!? War nur so ein Gedanke von mir ...
      "Wer Werte verteidigen will, hat sie schon aufgegeben. Man kann Werte nur leben, sodass sie manifest werden und Strahlkraft erlangen." (Hagen Rether)
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      Newbie69 schrieb:

      Ob man z. B. bewusst das Orchester etwas reduzieren möchte, damit ein Solisten lauter und ausdrucksstärker rüber kommt!?
      Das weiss ich nicht, kann sicherlich auch (mal) sein. Aber die Anweisung "con sordino" gibt es z. B. auch in Streichquartetten. Ich denke, dass der Grund dafür eine bestimmte Klangfarbe, eine (gedämpfte) Stimmung, ein weniger brillianter Klang, u.s.w. ist. Bei Trompeten z. B. gibt es das ja auch.

      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
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      maticus schrieb:

      Aber die Anweisung "con sordino" gibt es z. B. auch in Streichquartetten.
      Ein meines Erachtens besonders schönes Beispiel hierfür ist der dritte Satz von Brahms' Op. 67, in dem nur die - hier oft melodisch führende - Bratsche ohne Dämpfer spielt, die Violinen und das Cello aber mit.

      Dann natürlich auch das vierte Bartók-Quartett mit seinem dahinhuschenden zweiten Satz, durchgehend con sordino
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      Es geht mehr um die besondere Klangfarbe. Leise sollten die auch ohne Dämpfer spielen können. Ab Bartok gibt es auch alle möglichen vorher eher unüblichen Kombinationen von solchen Effekten und Spieltechniken. Der eine Presto-Satz aus Bergs Lyrischer Suite ist meiner Erinnerung nach auch con sordino.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
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      von Mauricio Kagel gibts ein Stück "Klangwölfe" für Violine und Klavier, da spielt die Geige mit Klangwolf, einem besonders großen Dämpfer, der von Violinisten zum Üben in Hotels verwendet wird.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).