Erich Wolfgang Korngold: Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35 - mehr Caruso als Paganini?

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    • putto schrieb:

      Insofern könnte man bedauern, dass Sibelius nicht für Hollywood gearbeitet hat ...
      nun ja, könnte man... Aber abgesehen davon, daß mich auch schon manche Filmmusik an sibeliusartige abgeschattete Farben erinnert hat, scheint er mir nicht ganz so effektvoll komponiert zu haben, jedenfalls im Spätwerk immer weniger. Vielleicht hätte es dem, was wir heute als "filmmusikartig" empfinden, interessante Facetten zugefügt.
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • Habe die Frang CD gestern nun auch erhalten. Kann Dir lieber Gurnemanz in allem was Du zum Werk schreibst gut folgen, und ich finde auch Du hast die Aufnahme ideal beschrieben. Mir gefällt besonders die Romance in dieser klaren, akustisch auch großartig eingefangenen Einspielung. Diesen Satz werde ich mir in dieser Aufnahme gerne öfter anhören und ihn auch zu Musikabenden bei Freunden mitnehmen. Obwohl ich schon drei Aufnahmen des Werks auf CD hatte - um diese hier bin ich nun auch froh.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Na und jetzt bin ich erst um diese hier froh, Dank an Lionel für den Hinweis andernorts! :top:



      Mein Eindruck:

      Die niederländische Geigerin Liza Ferschtman hat, zusammen mit dem Prague Symphony Orchestra unter der Leitung von Jiří Malát, etwas zu sagen. Sie spricht mich direkt an mit ihrem Geigenspiel. Es nimmt für sich ein, geht mir vom ersten Ton an sehr zu Herzen. Das räumlich schön aufgefächerte Orchester ergänzt im fein abgestimmten Dialog klangüppig. So höre ich nicht nur den 1. Satz des vielfach so schön klangschwelgerischen Korngold-Violinkonzerts gerne wieder, entdecke es quasi noch einmal neu mit dieser Liveaufnahme aus dem BASF Feierabendhaus vom 22. und 23.11.2017 (CD Challenge Classics CC72755). Das Persönliche gibt dem zweiten Satz noch mehr Möglichkeit, mich in Märchenwelten wegträumen zu lassen. Und im Finale besticht für mich das Dialogische, das Wechselspiel zwischen Solistin und Orchester, noch einmal besonders deutlich. Das ist alles musikantisch stimmig und besonders fein ausbalanciert. Diese persönliche Färbung der Interpretation macht für mich die mir auch sehr gut gefallende Vilde Frang Aufnahme plötzlich „objektiver“, kalkulierter, konzertanter, während bei Ferschtman eben das Erzählerische deutlicher zur Geltung kommt. Eine echte, ungemein bereichernde Entdeckung!
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • AlexanderK schrieb:

      [...] Liveaufnahme aus dem BASF Feierabendhaus vom 22. und 23.11.2017 [...]
      Oh, da hätte ich ja schon letztes Jahr die Gelegenheit gehabt, das Violinkonzert im Konzertsaal kennenzulernen! Liza Ferschtman ist mir allerdings bislang nicht bekannt. Vielen Dank für Deine Schilderung, lieber Alexander!

      Dafür habe ich kürzlich Gil Shaham mit dem Konzert in Wiesloch bei Heidelberg erlebt, Lorenzo Viotti dirigierte das SWR Symphonieorchester. Im Unterschied zu Frang/Gaffigan/hr-SO wurde hier deutlich kräftiger, zügiger und effektvoller zugepackt. Das war durchaus beeindruckend, vor allem im furiosen Finalsatz.

      Aber, ehrlich gesagt, kann ich mit dem feinen, differenzierten Spiel von Frang&Co. mehr anfangen, da das fein Gesponnene, Zarte dort deutlicher hörbar ist, Debussy und Berg schwingen leise mit und lassen von ferne grüßen... ;)

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
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      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann