Melodya "Anthology of Russian Symphonic"

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    • Melodya "Anthology of Russian Symphonic"

      Tach,

      ein ziemlich irres Projekt. Ich zitiere mal:

      Editorische Meisterleistung – Anthology of Russian Music
      Ein gigantisches Box-Set in Luxusausstattung mit 55 CDs und Bonus bietet einen einmaligen Überblick über das russische Sinfonie-Schaffen des 19. Jahrhunderts. Erstklassig besetzt mit den besten Orchestern Russlands und namhaften Solisten und Dirigenten. Werke von Glinka, Borodin, Balakirew, Mussorgsky, Tschaikowsky, Rimsky-Korsakov u. v. m.

      Das unglaubliche Unternehmen Evgeny Svetlanovs, mit seinem Orchester die gesamte russische Orchestermusik einzuspielen, dauerte mehr als 25 Jahre und führte den Dirigenten durch die Welt der russischen Sinfonik.
      Mittlerweile sind zwei Boxen erschienen:

      Hier die 1.



      Und dann die 2.



      Es ist angeblich das größte Aufnahmeprojekt in der Geschichte der Tonaufzeichnung: Yevgeni Svetlanovs Unterfangen, die gesamte wesentliche russische Orchestermusik einzuspielen, dauerte mehr als 25 Jahre.

      Die ersten 55 CDs des Projekts erschienen bei Melodiya bereits in Vol. 1 dieser aufsehenerregenden Boxen-Edition. Sie führte von den Anfängen eines russischen musikalischen Nationalstils mit Michae Glinka über die großen Romantiker Tschaikowsky, Borodin, Rimsky-Korssakoff, Mussorgsky, usw. bis zur Zeit der Oktoberrevolution.

      Genau dort setzt nun Vol. 2 an. Ihr Inhalt spiegelt die sowjetische Phase der russischen Sinfonik sowie einige ausgewählte »Exil-Komponisten« wider mit Namen wie Rachmaninoff, Glasunow, Glière, Strawinsky, Schostakowitsch, Prokofieff, Miaskowsky, Mosolov bis hin zu auch gegenwärtig weiterhin aktiven Komponisten wie Rodion Schtschedrin. Dazu stoßen Namen, die heute kaum noch bekannt sind, im Umfeld der sowjetischen Kulturpolitik aber eine wichtige Rolle gespielt haben.

      Die Box enthält komplette Sinfoniezyklen von u. a. Glasunow, Rachmaninoff und Schostakowitsch sowie einen großzügigen Querschnitt aus dem bis heute unwiederholten und unerreichten Zyklus der 27 Sinfonien des Prokofieff-Freundes Nikolai Miaskowsky. Fantastisch ist eigentlich noch untertrieben für diese 56 CDs umfassende Edition, die hiermit erstmals in vollständiger klanglicher Restaurierung vorliegt. Zahlreiche Alben der Edition liegen hiermit auch erstmals überhaupt auf CD vor.

      Die Preise für die Boxen gehen in Ordnung. Ca. 7 EUR je CD.

      Die Frage ist nur: sind die Stücke es auch wert ?

      VG Bernd
    • Ich frage mich bei solchen Kompilationen immer, für wen sie eigentlich gedacht sind? Freunde russischer Orchestermusik dürften einen erheblichen Teil dieser Werke bereits in ihrer Sammlung haben. Andere schreckt möglicherweise der hohe Preis ab. Und man erhält ja auch vieles, was vielleicht von enzyklopädischem Reiz ist, aber höchstens ein Mal angehört wird. Ich fände es besser, solche gewaltigen Sammlungen in kleineren Portionen herauszubringen, denn durch die Determinanten Preis und Vielfalt wird ein Teil potenzieller Käufer abgeschreckt.

      Peter
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Ich glaube nicht, daß es in diesem Fall eine geringe Anzahl an potenziellen Kunden gibt - dafür ist dieses Projekt zu einmalig gewesen. Wer es haben will, der kauft es sich halt - da gibt es nicht vile Chancen, denn Melodiya neigt gerne dazu, so etwas für längere Zeit nur einmal aufzulegen.
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Zumal es bei dem Repertoire eben nicht viele andere Optionen gibt und die Svetlanov-Aufnahmen oft seit Jahr(zehnt)en vergriffen sind oder nie auf CD zu kaufen waren. Wer also nicht schon Jahre sehr intensiv diesen Bereich sammeln wollte, hat vermutlich nicht so viel davon. Und 300 EUR sind für einen schichttypischen Klassikhörer auch nicht die Welt, für 55 CDs schon gar nicht.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Ich folge da Eusebius' Einwand: Mir wäre da auch zuviel „Beifang“ dabei, der mich weniger interessiert. Und gerade die weniger bekannten Komponisten sind zumeist nur mit einem (oft kurzen) Stück vertreten. Das treibt dann den Preis für die gesuchte/ersehnte Scheibe fast ins Unermessliche.
      Außerdem kenne ich mich: ich mache Boxen viel seltener auf als Einzel-CDs oder LPs.

      LG, Kermit :wink:
      Es ist vielfach leichter, eine Stecknadel in einem Heuhaufen zu finden, als einen Heuhaufen in einer Stecknadel.
    • Kermit schrieb:

      Das treibt dann den Preis für die gesuchte/ersehnte Scheibe fast ins Unermessliche.
      Nein, tut es nicht. Die anderen CDs sind dennoch da, auch wenn sie dich nicht interessieren. Der Preis pro CD bleibt bestehen.
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • B.Albert schrieb:

      Die Frage ist nur: sind die Stücke es auch wert ?
      Das kommt ja immer auf den Standpunkt an,
      wer eher nur die bekannteren Komponisten, wie Prokofieff etc hören mag, der kommt hier nicht auf seine Kosten,
      denn solche "Größen" wie eben Prokofieff oder Weinberg (Vainberg) werden mit gaaaanz wenigen "Standards" abgehakt....
      wohingegen das im "Ausland" eher unbekanntere sowjetische Repertoire, Boiko, Pakhmutina (Breschnews Lieblings Komponistin),
      Khrennikov (persönlicher Freund des Dirigenten)....breiten Raum erhält.

      Eusebius schrieb:

      Freunde russischer Orchestermusik dürften einen erheblichen Teil dieser Werke bereits in ihrer Sammlung haben.
      Ich sammle seit etwas mehr als 40 Jahren, gerade im russischen Bereich....und bin in der glücklichen Lage, behaupten zu können...
      mir mangelt es an nichts (was mich über die Jahrzehnte aber deutlich teurer kam als die jetzt zu bezahlenden Summen für beide Boxen :)

      Kater Murr schrieb:

      Zumal es bei dem Repertoire eben nicht viele andere Optionen gibt und die Svetlanov-Aufnahmen oft seit Jahr(zehnt)en vergriffen sind oder nie auf CD zu kaufen waren. Wer also nicht schon Jahre sehr intensiv diesen Bereich sammeln wollte, hat vermutlich nicht so viel davon. Und 300 EUR sind für einen schichttypischen Klassikhörer auch nicht die Welt, für 55 CDs schon gar nicht.
      Genau so ist es :)

      Kermit schrieb:

      Außerdem kenne ich mich: ich mache Boxen viel seltener auf als Einzel-CDs oder LPs.
      :jaja1:
      aber es gibt auch Ausnahmen :)


      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink:
      Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)


      Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)