Walldorff`s Kalenderblätter - Drittfassung

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    • 12.11.1840 - Geburtstag von Auguste Rodin

      ... Wenn man von der Plastik des Mittelalters zurücksah zur Antike und...in den Anfang unsagbarer Vergangenheiten, schien es da nicht, als verlangte die menschliche Seele immer wieder an lichten oder bangen Wendepunkten nach dieser Kunst, die mehr giebt als Wort und Bild, mehr als Gleichnis und Schein: nach dieser schlichten Dingwerdung ihrer Sehnsüchte oder Ängste? Zuletzt in der Renaissance gab es eine große plastische Kunst; damals als...man das Geheimnis der Gesichter fand und die große Gebärde, die im Wachsen war. Und jetzt? War nicht wieder eine Zeit gekommen, die nach diesem Ausdruck drängte...? Die Künste hatten sich irgendwie erneut, Eifer und Erwartung erfüllte und belebte sie; aber vielleicht sollte gerade diese Kunst, die Plastik, die noch in der Furcht einer großen Vergangenheit zögerte, berufen sein zu finden, wonach die andern tastend und sehnsüchtig suchten? ...

      Rodin vermaß sich nicht, Bäume machen zu wollen. Er fing mit dem Keim an, unter der Erde gleichsam. Und dieser Keim...verankerte sich, ehe er anfing einen kleinen Trieb nach oben zu tun. Das brauchte Zeit und Zeit. "Man muß sich nicht eilen", sagte Rodin den wenigen Freunden, die um ihn waren... Damals kam der Krieg, und Rodin ging nach Brüssel und arbeitete, wie der Tag es befahl. Er führte einige Figuren an Privathäusern aus und mehrere von den Gruppen auf dem Börsengebäude und schuf die vier großen Eckfiguren bei dem Denkmal des Bürgermeisters Loos im Parc d'Anvers. Das waren Aufträge, die er gewissenhaft ausführte, ohne seine wachsende Persönlichkeit zu Worte kommen zu lassen. Seine eigentliche Entwickelung ging nebenher, zusammengedrängt in die Pausen, in die Abendstunden..., und er mußte diese Teilung seiner Energie jahrelang ertragen...

      Schließlich war es diese Oberfläche (des menschlichen Körpers), auf die seine Forschung sich wandte. Sie bestand aus unendlich vielen Begegnungen des Lichtes mit dem Dinge, und es zeigte sich, daß jede dieser Begegnungen anders war und jede merkwürdig... In diesem Augenblick hatte Rodin das Grundelement seiner Kunst entdeckt... Von da ab war (die Fläche, diese verschieden große, verschieden betonte, genau bestimmte Fläche) der Stoff seiner Kunst, das, worum er sich mühte, wofür er wachte und litt. Seine Kunst baute sich nicht auf eine große Idee auf, sondern auf eine kleine gewissenhafte Verwirklichung, auf das Erreichbare, auf ein Können. Es war kein Hochmut in ihm...

      Er las zum ersten Male Dantes Divina Comedia. Es war eine Offenbarung. Er sah...das große und unvergeßliche Gericht eines Dichters über seine Zeit. Da waren Bilder, die ihm recht gaben, und wenn er von den weinenden Füßen Nikolaus des Dritten las, so wußte er schon, daß es weinende Füße gab, daß es ein Weinen gab, das überall war... Und von Dante kam er zu Baudelaire. Hier war kein Gericht, kein Dichter, der an der Hand eines Schattens zu den Himmeln stieg, ein Mensch, einer von den Leidenden hatte seine Stimme erhoben und hielt sie hoch über die Häupter der anderen empor... Und in diesen Versen gab es Stellen, die heraustraten aus der Schrift, die...geformt schienen, Worte und Gruppen von Worten, die geschmolzen waren in den heißen Händen des Dichters, Zeilen, die sich wie Reliefs anfühlten, und Sonette, die wie Säulen mit verworrenen Kapitalen die Last eines bangen Gedankens trugen. Er fühlte...in Baudelaire einen, der ihm vorangegangen war, einen, der sich nicht von den Gesichtern hatte beirren lassen und der nach den Leibern suchte, in denen das Leben größer war, grausamer und ruheloser. Seit jenen Tagen blieben diese beiden Dichter ihm immer nah, er dachte über sie hinaus und kehrte zu ihnen zurück... ((R. M. Rilke, "Einer jungen Bildhauerin ... Paris, im Dezember 1902"; zit. v. zeno.org))

      Wer ist noch unbefangen Formen gegenüber, die einen Namen haben? Wer wählt nicht schon aus, wenn er etwas Gesicht nennt? Der Schaffende aber hat nicht das Recht, zu wählen. Seine Arbeit muß von gleichmäßigem Gehorsam durchdrungen sein. Uneröffnet gleichsam wie Anvertrautes müssen die Formen durch seine Finger gehen, um rein und heil in seinem Werke zu sein. Und das sind die Formen in Rodin's Werk: rein und heil; ohne zu fragen hat er sie weitergegeben an seine Dinge, die wie nie berührt sind, wenn er sie verläßt. Licht und Schatten wird leiser über ihnen wie über ganz frischen Früchten und bewegter, wie vom Morgenwind darüber hingegführt. Hier muß von der Bewegung gesprochen werden; nicht in dem Sinne allerdings, in dem es oft und vorwurfsvoll geschah; denn die Bewegtheit der Gebärden, die in dieser Skulptur viel bemerkt worden ist, geht innerhalb der Dinge vor sich, gleichsam als ein innerer Kreislauf, und stört niemals ihre Ruhe und die Stabilität ihrer Architektur. Es wäre auch keine Neuerung gewesen, Bewegtheit in die Plastik einzuführen. Neu ist die Art von Bewegung, zu der das Licht gezwungen wird durch die eigentümliche Beschaffenheit dieser Oberflächen... ....

      Diese Zeichnungen aus den letzten zehn Jahren...enthalten das Endgültigste einer langen ununterbrochenen Erfahrung... Niemals sind Linien, auch in den seltensten japanischen Blätter nicht, von solcher Ausdrucksfähigkeit gewesen und zugleich so absichtslos... Und doch, was ist hier nicht? Welches Halten oder Loslassen oder Nicht-mehr-Haltenkönnen, welches Neigen und Strecken und Zusammenziehen, welches Fallen oder Fliegen sah oder ahnte man je, das hier nicht wieder vorkommt? ... Da sind Gestalten, die aufsteigen, und dieses Aufsteigen ist so hinreißend, wie nur ein Morgen es sein kann, wenn die Sonne ihn auseinanderdrängt. Und da sind leichte, sich rasch entfernende Gestalten, die, indem sie fortgehn, einen mit Bestürzung erfüllen, als könnte man sie nicht entbehren. Das sind Liegende, um die herum Schlaf entsteht und geballte Träume; und Träge, ganz schwer von Trägheit... Man begreift, wie viel vom Neigen einer Blume auch noch in dieser sich Neigenden ist, und daß alles das Welt ist, auch noch diese Figur, die, wie ein Sternbild im Tierkreis, für immer entrückt ist und festgehalten in ihrer leidenschaftlichen Vereinsamung... ((R. M Rilke, aus einem Vortrag v. 1907; zit. v. gutenberg.spiegel.de))

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      14.11.1831 - Todestag von Georg Wilhelm Friedrich Hegel

      => Joh. Ed. Erdmann (1805/1892) in "Allg. Dt. Biographie. Bd. 11, Duncker & Humblot: Leipzig 1880" =>

      ... Die Carlsschule...schloß grundsätzlich, was zur theologischen Vorbildung gehört, aus, und so blieb für den, schon früh zum geistlichen Stande bestimmten Sohn (eines herzoglich würtembergischhen Beamten mittleren Ranges) nur das Stuttgarter Gymnasium, welches noch den Vortheil bot, daß der Gymnasiast unter steter väterlicher Aufsicht blieb. Verband sich nun damit, daß bei der Nähe des strengen Herrschers der beaufsichtende Vater selbst als unter strenger Aufsicht stehender Beamter erschien, so ist es begreiflich, daß sich in dem Knaben schon in früher Jugend...der Respect vor allem, was da ist und gilt..., entwickelt... Das Tagebuch, welches...sich erhalten hat, zeigt deswegen fast nur Auszüge aus Gelesenem, notirte Aeußerungen dieses oder jenes Lehrers... Weil er nur wiederholt, was er...als klug und weise preisen hört, erscheint er uns...als das, als was ihn sein späterer...grollender Widersacher, Schelling bezeichnet, als personificirte Prosa... Der Schuleinrichtung gemäß...trat das Griechische zurück, das Latein aber so in den Vordergrund, daß sogar die Urtheile über...die deutsch gehaltenen Vorträge in lateinischer Sprache abgegeben wurden... Ganz vernachlässigt wurde das Griechische nicht... Aus dem siebzehnten Jahre haben sich Präparationen zum Euripides erhalten. Erst die Bekanntschaft mit Sophokles aber möchte...den Enthusiasmus für Hellas entzündet haben, der später, als H. sich enge mit Hölderlin verband, natürlich sich noch steigerte...

      1788 verließ der Achtzehnjährige mit einem...glänzenden()Schulzeugniß das Gymnasium und bezog die Universität Tübingen, wo er als herzoglicher Stipendarius in das theologische Stift aufgenommen wurde... Jetzt war einer hineingeschneit, der...nicht in Gemeinschaft, sondern für sich...mit der Feder in der Hand arbeitete. Was Wunder, wenn die Studiengenossen ihn nicht verstanden.... Und in der That, in seiner Beschäftigung mit der Wissenschaft ist er wie ein alter Mann, der...bedächtig, was noch nicht fertig, keinem mittheilt als dem verschwiegenen Schreibtisch, der es weiß, daß in der Unterhaltung...wol geistreiche EInfälle zu Tage gefördert werden, die Wahrheit aber nur in der mitternächtigen Einsamkeit...gewonnen wird... Er war nichts weniger als ein verschlossener ungemüthlicher Geselle...

      Die fünf in Tübingen verbrachten Jahre (sind) in den allerverschiedensten Beziehungen für H. von epochemachender Bedeutung gewesen... Wo hätte (einer, dem die Achtung vor aller Autorität im Blute lag, dessen klare Verständigkeit durch Aufklärungsideen aller Art genährt war,) bessere Anleitung finden können als bei (jenen), welche davon durchdrungen waren, es sei ihnen gelungen die Angriffe gegen die KIrchenlehre mit den Waffen der gegenwärtigen Philosophie siegreich widerlegt zu haben. Der gegenwärtigen Philosophie, unter welcher jene Männer...eine Verschmelzung (der vorkantischen Popularphilosophie) mit kantischen Ideen (verstanden), die es ihnen möglich machte auf kritischem Fundamente ein Gebäude des Dogmatismus zu erbauen, das mit der KIrchenlehre übereinzustimmen schien. Die Unhaltbarkeit dieses Gebäudes, die...Schelling in seinen Briefen über Dogmatismus und Kriticismus so schlagend nachgewiesen hat, wurde frühe auch von (H.) empfunden, und dem ehrlichen Manne mußte der Gedanke immer peinlicher werden, daß nur rabulistische ** Künste eine Lehre, die er einst zu verkündigen bestimmt war, mit Vernunft und Wissenschaft zu einem Scheinfrieden bringen könnten... ((** Als Rabulist wird...jmd. bezeichnet, der "in spitzfindiger, kleinlicher, rechthaberischer Weise argumentiert und dabei oft den wahren Sachverhalt verdreht". / zit. v. wikipedia.org))

      Die Nähe Frankreichs...machten die revolutionären Bewegungen im Nachbarlande zu einem Interesse des eignen. Auch H. begeisterte sich für dieselben. Vielleicht durch Schelling angeregt... In dem von Achtung gegen die Staatsmacht genährten Geiste des Beamtensohnes (mußte dies) einen inneren Kampf hervorrufen, der nicht minder peinlich war, als der zwischen seiner Philosophie und seinem künftigen Seelsorgerberuf. Aus dem letzten Conflict schien herauszuhelfen die durch das Studium Lessing's...angeregte Unterscheidung von Kopf und Herz, vermöge welcher die Religion zu einer, von keinem Verstandeseinwande berührbaren, Gemüthssache gemacht wurde, zu erlebter Liebe, welche der Geistliche zu erwecken und zu steigern habe, wenn nöthig auch durch Spiele der Phantasie... Anders...rettet sich im politischen Gebiete der zum Revolutionär gewordene loyale Unterthan aus diesem Zwiespalt... Die Schönheit (des Griechenthums), die in der Durchdringung der sinnlichen Wirklichkeit mit der idealen Wahrheit besteht, diese erkannte er nun auch in dem hellenischen Staate, der darum ein schönes Kunstwerk ist, weil der Einzelne seine Freiheit nur darein setzt, das Ganze zu erhalten und zu fördern... Die ästhetische Befriedigung, welche die Vertiefung in das hellenische Staatsleben gewährt, läßt den empfundenen inneren Zwiespalt wenn nicht lösen, so doch vergessen...

      (Es stand) also bei H. fest, daß die von der Vernunft zu rechtfertigende >also Vernunft-< Religion das Leben in der Liebe sei. Daß alles Uebrige, was die von ihm einst zu verkündigende positive Religion lehrt, unwesentliche Zuthat sei, das kann ihn auf die Länge nicht beruhigen...: wie erklären sich gerade diese Zuthaten, und...: Wie ist aus der Vernunftreligion die positive geworden? Zur Beantwortung dieser Frage muß auf den allerersten Zustand der christlichen Religion zurückgegangen werden, also auf Jesus und seine Lehre und, da beide nicht außer...den damaligen Culturverhältnissen zu begreifen sind, auf diese... ... Die vollendete Schönheit, weil das seinem Ideale entsprechende Menschenthum(, zeigt sich im Griechenthum.) Seinen Gegensatz bildet das bornirte Judenthum, die verkörperte Häßlichkeit. Indem sich Jesus zu diesem in den entschiedensten Gegensatz stellt..., erscheint er, gerade wie das Griechenthum, als die verkörperte Schönheit und Menschlichkeit. Freilich ein Unterschied bleibt: in Jesu hat die vollendete Menschlichkeit nur individuelles Dasein, wer daran partizipiren will, muß ihn in sich aufleben lassen, wie das die älteren Mystiker...mit Recht hervorheben. Dagegen hat sich das Griechenthum zu...Staat, Kunst, Wissenschaft entfaltet. Darum ist auch der Verfall dieser Entfaltungen ein Beweis, daß die Wurzel verdorrt ist..

      Neben den Untersuchungen über...Jesu hat sich H. während seines Aufenthaltes in der Schweiz (,der seinen Tübinger Studienjahren unmittelbar folgte,) besonders mit...den Einrichtungen verschiedener Staaten beschäftigt... Das Resultat dieser Studien war, daß allmählich...zum Gegenstande seiner Betrachtung das wurde, was der Vergangenheit enthoben ist..., die Idee des Staates... Die frühe Liebe zum Alterthum (hatte Eines) zu einem feststehenden Axiom gemacht, daß der Staat, dem Kunstwerk und dem Organismus gleich, ein Ganzes sei, welches den Theilen, sie bedingend, vorausgeht, und daß eben deswegen der Einzelne im Staate und durch den Staate das wird, was er ist, nicht aber nach Rousseau's Ansicht der Staat von den Einzelnen gemacht wird...

      Eine...Hauslehrerstelle in Frankfurt a. M....versetzte ihn in das Herz Deutschlands... Hier (vermochte er) mit einem, durch dreijährige Abwesenheit unbefangener und schärfer gewordenen, Blick den Zustand seines Vaterlandes...wahrzunehmen. Es war darum erklärlich, daß sich...seine Studien für's Erste von dem religiösen Gebiete ab-, dem politischen zuwandten. Wieder ward das preußische Landrecht vorgenommen, ganz besonders aber...Kant's Rechts- und Tugendlehre studirt, welcher schon jetzt H. dies entgegenstellte, daß die scharfe Trennung des Legalen und Moralischen es unmöglich mache, das >sittliche< "Leben", wie es namentlich im Staate sich kund thut, zu begreifen... ....

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      16.11.1724 - Der (auch als "Ausbrecherkönig") bekannte englische Räuber John Shepherd wird in London hingerichtet

      ...dass es...gewisse Bezüge gibt zwischen diesem und der Figur des "Macheath" in John Gays - vier Jahre später uraufgeführter - Beggar's Opera, scheint mir zumindest ein "sehr hartnäckiges Gerücht" :) Hier - zitiert aus der Erstausgabe ("The Beggar's Opera...Written by Mr. G A Y ... The OUVERTURE and BASSES Compos'd by Dr. PEPUSCH ... J o h n W a t t s, at the Printing-Office in Wild-Court...L O N D O N : M DCC XXIX") - einige wenige Sätze aus der "Introduction" sowie °° der siebten u. achten Szene des ersten resp. °°° der neunten Szene des zweiten Aktes.....

      Beggar If Poverty be a title to Poetry, I am sure nobody can dispute mine. I own myself of the company of Beggars; and I make one at their weekly festival at **St. Giles's. I have a small yearly Salary for my Catches, and am welcome to a dinner whenever I please, which is more than most Poets can say...

      This piece I own was originally writ for the celebrating the marriage of James Chanter and Moll Lay, two most excellent ballad-singers. I have introduc'd the Smilies that are in all your celebrated Operas: The Swallow, the Moth, the Bee, the Ship, the Flower etc. Besides, I have a prison Scene, which the ladies always reckon charmingly pathetic... I hope I may be forgiven, that I have not made my Opera throughout unnatural, like those in vogue; for I have no Recitative: excepting this, as I have censented to have neither Prologue nor Epilogue, it must be allow'd an Opera in all it forms...

      °° Peach You know, Polly, I am not against you toying and trifling with a customer in the way of business, or to get out a secret, or so. But if I find out that you have play'd the fool and are married, you jade you, I'll cut you throat, hussy...

      Married! The Captain is a bold man, and will risque any thing for money; to be sure he believes her a fortune. Do you think your mother and I should have liv'd comfortably so long together, if ever we had been married? Bagage! Mrs. Peach I knew she was always a proud slut; and now the wench hath play'd the fool and married, because forsooth she would do like the Gentry. Can you support the expence of a husband, hussy, in gaming, drinking and whoring? have you money enough to carry on the daily quarrels of man and wife about we shall squander most? There are not many husbands and wives, who can bear the charges of plaguing one another in a handsome way. If you must be married, could you introduce no-body into our family but a highway man?...

      AIR VIII. Polly Can Love be controul'd by advice? / Will Cupid our Mothers obey? / Though my heart were as frozen as Ice, / At his flame't would have melted away. // When he kist me so closely he prest, / 'T was so sweet that I must have comply'd: / So I thought it both safest and best / To marry, for fear you should chide.

      Mrs. Peach Then all the hopes of our family are gone for ever and ever! Peach And Macheath may hang his father and mother-in-law, in hope to get into their daughter's fortune. Polly I did not marry him >as 'tis the fashion< cooly and deliberately for honour or money. But I love him. Mrs. Peach Love him! worse and worse! I thought the girl had been better bred...

      °°° AIR XXVIII. Lucy How cruel are the trayters, / Who lye and swear in jest, / To cheat ungarded creatures / Of virtue, fame and rest! // Who ever steals a schilling, / Thro' shame the guilt conceals: / In love the perjur'd villain / With boasts the theft reveals.

      Mach The very first opportunity, my dear >have but patience<, you shall be my wife in whatever manner you please. Lucy Insinuating monster! And so you think I know nothing of the affair of Miss Polly Peachum. -- -- I could tear thy eyes out! Mach Sure Lucy, you can't be such a fool as to be jealous of Polly! Lucy Are you not married to her, you brute, you? Mach Married! Very good. The wench gives it out only to vex thee, and to ruin me in thy good opinion. ' Tis true, I go to the house; I chat with the girl, I kiss her, I say a thousand things to her >as all gentleman do< that mean nothing, to divert my self; and now the silly jade hath set it about that I am married to her...

      To convince you of my sincerty, if we can find the Ordinary, I shall have no scruples of making you my wife; and I know the consequence of having two at a time. Lucy That you are only to be hang'd, and so get rid of them both. Mach I am ready, my dear Lucy, to give you satisfaction -- -- if you think there is any in marriage. -- -- What can a man of honour say more? Lucy So then it seems, you are not married to Miss Polly. Mach You know, Lucy, the girl is prodigiously conceited. No man can say a civil to her, but >like other fine ladies< her vanity makes her think he's her own for ever and ever.

      AIR XXIX. The first time at the looking glass / The mother sets her daughter, / The Image strikes the smiling lass / With self-love ever after. // Each time she looks, she, fonder grown, / Thinks e'vry charm grows stronger: / But allas, vain maid, all eyes but your own / Can see you are not younger.

      When women consider their own beauties, they are all alike unreasonable in their demands; for they except their lovers should like them as long as they like themselves...

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      19.11.1825 - Todestag von Jan Vaclav Vorisek wird heut Abnd ergänzt!

      Im Alter von fünf Jahren...spielte er bereits in einem Quartett von Pleyel die erste Violine, womit er seinen Vater...zu Thränen rührte... (Dieser) setzte ausschließlich das Clavierspiel fort, worauf nach einiger Zeit die Orgel an die Reihe kam. Dabei wurden die verschiedenen Lehrgegenstände nicht vernachlässigt, weil die Musik als Lebensberuf ausgeschlossen war... In den Ferienmonaten aber nahm in der Vater (, Schullehrer und Organist in Wamberg,) auf seine...Kunstreisen, die zu Fuß gemacht wurden, mit, theils um dem Knaben Gelegenheit zur Ausbildung in seiner Kunst zu verschaffen, theils um durch (deren) Erträgniß eine kleine Zubuße zur Erhaltung und Erziehung seiner Familie zu gewinnen... Als Worzischek zehn Jahre zählte, gewann der Vater die Ueberzeugung, daß der Sohn daheim kaum mehr etwas erlernen werde, und er brachte ihn daher nach Prag... ....

      Im Punkte der Composition (blieb dieser) auf sich selbst und auf das Studium...musicalischer Classiker und der vorzüglichsten Lehrbücher angewiesen. Den größten Nutzen zog er...aus den Fugen und Präludien des großen Bach, deren Durchspielen er immer wieder vornahm, so daß er dieselben später ganz aus dem Gedächtniß vorzutragen im Stande war... Als er anläßlich eines Wohlthätigkeitsconcertes...eine ganz neue große Sonate von Dussek mit aller Meisterschaft spielte, erstaunte man nicht nur über das junge...große Talent, sondern auch das Tonstück fand solchen Beifall, daß...in Kürze die ganze Auflage desselben vergriffen wurde. Noch lebte er in Prag in ziemlich kümmerlichen Verhältnissen, bis ihm 1813 der Professor...Zizius...kennen lernte. (Dieser)...entdeckte sofort in Worzischek den elementaren Genius...und forderte den Künstler auf, nach Wien zu kommen...

      Worzischek erkannte wohl die Wahrheit dieses Rathes, und ohne die Schwierigkeiten zu bedenken, die sich...ihm entgegenstellen würden, begab er sich 1813...nach Wien... (Er) verlor nicht den Muth und arbeitete...unentwegt an seiner künstlerischen Ausbildung. Als ihm dann Gelegenheit geboten ward, Moscheles, Meyerbeer und Hummel zu hören und sie persönlich kennen zu lernen..., bestärkte ihn (dies) in seinem Vorhaben, sich ausschließlich der Musik zu widmen. Sein Vorbild aber wurde Hummel..., dem er...mit so glücklichem Erfolge nachstrebte, daß dieser Meister ihn...als seinen Stellvertreter erwählte und ihm, als er Wien verließ, seine sämmtlichen Clavierlectionen übertrug... (Worzischek war) nun Gelegenheit geboten, in...musicalischen Veranstaltungen öffentlich aufzutreten... Außer Moscheles hatte er (in Wien) keinen Nebenbuhler... Beide in ihrer Spielweise gänzlich verschieden, konnten, ohne Einer den Anderen zu beeinträchtigen, sehr gut nebeneinander bestehen... Wenn Moscheles durch sein feines, höchst brillantes Spiel übertraf, so war ihm...dieser im freien Phantasiren (und) im Fugenspiele...weit überlegen...

      es ist nicht bekannt, was ihn seinem ehemeligen Entschlusse, die Musik als Beruf zu wählen, abtrünnig machte. Kurz, er beendete...die rechtswissenschaftlichen Studien und legte...1822...als Conceptspracticant den Eid ab. In diesem Verhältnisse trat er dem bekannten...Kunstfreunde Hofrath Kiesewetter...näher... Da (dieser)...häufig Privatconcerte veranstaltete, in welchen besonders "alte Musik" mit...Verständniß gepflegt wurde, vertrat Worzischek dabei sie Stelle des Capellmeisters... Bis an sein Lebensende()war er an diesen Kunstübungen thätig..., wodurch eben das Interesse für dergleichen...von Jahr zu Jahr wuchs...

      Auf Kiesewetter's Vorschlag wurde Worzischek 1818...erster Orchesterdirector des österreichischen Musikvereines... Als...1822 der zweite Hoforganist...mit Tode abging und der Concours zur Wiederbesetzung dieser Stelle ausgeschrieben wurde, unterzog sich auch Worzischek demselben und leistete...so Gediegenes, daß die zur Beurtheilung versammelte Comission, ((u. a.)) bestehend aus...den beiden Hofcapellmeistern Eybler und Salieri und dem Componisten Abbe Vogler, einstimmig ihre Bewunderung aussprachen und der Künstler...1823()das Decret als zweiter k. k. Hoforganist erhielt. Nachdem er darauf die erbetene Enthebung aus dem Staatsdienste erhalten hatte, widmete er sich mit allem Eifer seiner neuen Beschäftigung...

      Lange dauerte sein Siechthum, während dessen er seine erste Messe für die k. k. Hofcapelle wohl vollendete, aber ihre Aufführung nicht mehr erlebte. Endlich erlag er...seinem Leiden im Alter von erst 34 Jahren, hinweggerafft aus einer Thätigkeit, deren Glanz erst begonnen hatte... Von gefälligem Aeußern..., hatte er sich in seinem Benehmen eine Weise angeeignet, die in Verbindung mit seiner wissenschaftlichen Bildung und seinen...Musikkenntnissen ihn zum Lieblinge nicht nur seiner mitstrebenden Kunstgenossen, sondern auch der feinen Gesellschaft machte, in die er gern gezogen wurde. Er hatte vieles vor anderen Kunstgenossen voraus, die meist eben nur an ihrer Kunst Genüge finden...

      Ist es einfaches Uebersehen oder ein Symptom, daß man diese dem deutschen Süden angehörende Kraft im Norden nicht völlig würdigt, indem man Worzischek's Namen in Riemann's "Musik-Lexikon"... vergebens sucht, worin doch so viele norddeutsche musicalische dii minorum gentium vorkommen?

      zit. v. wikisource.org
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