Genderatur - Schreibe zurechtgerückt

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    • EinTon schrieb:

      Da ginge aber auch die ehemalige DDR-Nationalhymne ("Auferstanden aus Ruinen")... :pfeif:
      Meinst Du? Das fände ich immerhin bedenklich (nicht wegen "brüderlich"):

      Wenn wir brüderlich uns einen,
      Schlagen wir des Volkes Feind!

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • EinTon schrieb:

      An deren Text stört mich v. a. das althergebrachte Klischee der von "Mutter, die ihren [gefallenen] Sohn beweint" (als ob ein Tod eines Soldaten im Krieg nicht auch anderen Nahestehenden ebenso stark naheginge (zB der Freundin/Verlobten des Gefallenen)).
      aber ist das gendermäßig korrekt, daß Du als Beispiel, wer noch weinen könnte, wiederum Frauen benennst?
      die Selbstverständlichkeit, mit der Männer kämpfen und Frauen weinen, finde ich schon sehr patriarchalisch.
      (mehr als irgendwelche Titel und fehlende BinnenXsternchen)
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • philmus schrieb:

      aber ist das gendermäßig korrekt, daß Du als Beispiel, wer noch weinen könnte, wiederum Frauen benennst?
      Partner/Partnerin steht einem in jungen Jahren - so man denn liiert und kein Single ist - nun einmal besonders nahe, sicherlich näher als zB Geschwister. Daher hatte ich dies als Beispiel genommen.
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • EinTon schrieb:

      Kater Murr schrieb:

      An der Hymne rumzudoktern ist Schwachsinn. Der Posten der Dame ist anscheinend eine reine Versorgungsstelle, wenn sie so wenig ausgelastet ist.
      Österreich und Kanada haben allerdings bereits entsprechend entsprechende Textänderungen an ihren Hymnen durchgeführt. Das ist also nicht nur die fixe Idee einer Einzelperson.
      Natürlich nicht. So originell ist diese Beauftragte nicht. Es ist eine kollektive Idiotie unserer Zeit.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Palisander schrieb:

      Ich frage mich gerade was dann demnächst auf dem "Änderungsplan" stehen würde. Vielleicht wird ja demnächst der Mohr aus Mozart´s Zauberflöte auch abgeschafft bzw. ersetzt.....
      Wäre vielleicht eine bessere Alternative zum Blackfacing, was wie im letzten Jahrhundert teilweise noch an einigen deutschen Theatern vorkommt.
      „Ohne Kunst, ohne Kultur kann sich eine Gesellschaft nicht mit der Gegenwart auseinandersetzen.“

      Rebecca Saunders
    • Das ist nur der Einfall einer Beauftragten, die vielleicht unter einem Minderwertigkeitskomplex litt. Dies hat sie wohl eine Viertelstunde Überlegungszeit gekostet, mehr nicht.
      Es ist keine parlamentarische Initiative, kein Antrag für eine Grundgesetzänderung, kein Gesetzentwurf, eigentlich ist es nur eine zweizeilige Nachrichtenmeldung.
      Daß man sich so darüber echauffieren kann, heißt wohl, daß die Sauregurkenzeit inzwischen auch im Winter stattfinden kann.
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Palisander schrieb:

      Ich frage mich gerade was dann demnächst auf dem "Änderungsplan" stehen würde. Vielleicht wird ja demnächst der Mohr aus Mozart´s Zauberflöte auch abgeschafft bzw. ersetzt..... :neenee1:
      Erich Leinsdorf, der sicher nicht der Bilderstürmerei verdächtig war, hat um das Mozart-Jahr 1991 schon in einem Interview gesagt "Weil ein Schwarzer hässlich ist" könne man heute nicht mehr singen lassen. (In demselben Interview hat er allerdings deutliche Kritik an Bernsteins "Freiheit, schöner Götterfunken" durchblicken lassen, wenn ich recht erinnere.) Ich nehme daher stark an, dass diese Zeile heute manchmal abgewandelt wird. Zumal weit harmlosere Fälle in Kinderbüchern (Preussler, Lindgren) abgeändert wurden. Es ist m.E. aber ein anderer Fall als die Nationalhymne, weil explizit abwertend und rassistisch.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Ich möchte gerne mal Tenöre wie Kenneth Tarver oder Lawrence Brownlee fragen, was sie empfehlen würden, wenn sie diese Monostatos-Zeilen singen sollten.
      Dabei ist Schikaneder ein interessanterer Schriftsteller als Hoffmann von Fallersleben. Letzterer hat sich eifrig bemüht, berühmte Komponisten für seine Verse zu begeistern. Schubert hat dankend abgelehnt, Schumann hat auf seinen Texten einige seiner schwächsten Lieder komponiert. Nur Haydn konnte sich nicht wehren, weil er tot war.
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Philbert schrieb:

      Ich möchte gerne mal Tenöre wie Kenneth Tarver oder Lawrence Brownlee fragen, was sie empfehlen würden, wenn sie diese Monostatos-Zeilen singen sollten.
      Die Figur des Monostatos muß nicht zwangsläufig rassistisch verstanden werden: Das Schwarze bezeichnet möglicherweise nicht seine Hautfarbe, sondern die Kleidung als Priester. Helmut Perl ("Der Fall Zauberflöte") spricht von der "Zölibat-Arie", was durchaus einen Sinn ergäbe:

      Alles fühlt der Liebe Freuden,
      Schnäbelt, tändelt, herzet, küßt;
      Und ich sollt' die Liebe meiden,
      Weil ein Schwarzer häßlich ist.
      Ist mir denn kein Herz gegeben?
      Bin ich nicht von Fleisch und Blut?
      Immer ohne Weibchen leben,
      Wäre wahrlich Höllenglut!


      Ob diese Interpretation schlüssig ist, wäre natürlich zu diskutieren, auch wenn das hier zu weit führen würde...

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Kommt drauf an, wie er szenisch umgesetzt wird.
      Immerhin wird Monostatos als Mohr in der Personenliste bezeichnet und die Anspielungen auf seine Farbe - bspweise in der Szene mit Papageno im ersten Akt (Bin ich nicht ein Narr, daß ich mich schrecken ließ? Es gibt ja schwarze Vögel in der Welt, warum denn nicht auch schwarze Menschen?), mit Pamina im zweiten (MONOSTATOS voll Zorn: Nein? und warum? weil ich die Farbe eines schwarzen Gespensts trage?) sind sicher nicht nur auf eine schwarze Kleidung bezogen.
      Alles, wie immer, IMHO.