Die Walküre (Wagner), Oper am Rhein, Düsseldorf

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Die Walküre (Wagner), Oper am Rhein, Düsseldorf

      Die Walküre in Düsseldorf, Aufführung 25.3.18

      Gestern sah ich eine teilweise durchwachsene, insgesamt befriedigende Walküre in der Oper am Rhein.

      Fantastisch Elisabet Strid als kraftvolle, starke Sieglinde. Jeder Ton saß. Ebenfalls sehr gut gefiel mir Simon Neal als Wotan. Wie schon im Rheingold spielte er Wotan als schwachen, frustrierten Gott, der sich seiner Schwächen allzu bewusst ist, aber sie nicht eingestehen mag. Linda Watson als majestätische Brünnhilde fand ich ebenfalls sehr gut — eine helle, doch warme Stimme, auch gesanglich
      überzeugend. Meine Begleitung dagegen fand sie zu hölzern. Klasse Renee Morloc als tief gekränkte Fricka. Sami Luttinen gab einen bedrohlichen Hunding, hatte jedoch mit der Rolle zu kämpfen. Ein in unseren Augen Totalausfall war Corby Welch als Siegmund. Fast jeder Einsatz daneben, das gleiche galt für Tonhöhe und Text. Die Anspannung stand ihm ins Gesicht geschrieben (evtl. war er auch mit der Regie überfordert — das Wälsungenpaar hatte einige Kleiderwechsel zu bewältigen). Man hatte den Eindruck, er singe permanent auf Sparflamme, um sich fürs Ende des ersten Akts zu schonen, und dann war nix mehr übrig für den zweiten.

      Axel Kobers Dirigat war durchwachsen — m.E. zu wenig subtil im ersten Akt, Chaos pur im zweiten, im dritten kraftvoll. Das Blech hatte wahrlich keinen guten Tag.

      Dietrich Hilsdorfs Inszenierung fand ich alles in allem ganz gut — vielleicht, weil sie so zurückhaltend war, dass man nicht viel dagegen sagen kann. Mir war sie zu zurückhaltend Bzw. wenig aussagekräftig. Die Betonung des götterlichen Familiendramas stand wie auch im Rheingold im Vordergrund. War jenes in der zivil/privaten Bürgerwelt des ausgehenden 19. Jh. angesiedelt, spielte die Walküre im militärischen frühen 20. Jh. Teilweise fand ich die Personenregie zu hektisch (An-und Ausgeziehe im ersten, Raus- und Reingelaufe im zweiten Akt).

      Ich bin gespannt auf Siegfried!