Bruckner-Bücher

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    • Bruckner-Bücher

      Wenn ich nichts übersehen habe, gibt es noch keinen Thread, der sich mit Literatur über Anton Bruckner befaßt.

      Besonders interessieren würde mich ein Buch, das eine fundierte, aber nicht nur für Musikprofis verständliche Einführung in die Symphonien bietet. Die sind in den letzten Wochen wieder stärker in meinen Focus gerückt, und ich denke, den einen oder anderen gute Lesetip darf ich hier erhoffen.

      Darüberhinaus können natürlich auch gern Bücher zu anderen Werken des Komponisten (z. B. das Chorwerk) und Biographisches vorgestellt und besprochen werden.

      Also: Wer weiß was und mag sich hier äußern? :)

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
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      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • EinTon schrieb:

      Gelesen hatte ich mal August Halms "die Symphonie Anton Bruckners", verfaßt 1914:

      amazon.de/Symphonie-Anton-Bruc…4,203,200_QL40_&dpSrc=src"

      Das Buch ist - nach meiner Erinnerung - sehr subjektiv und mit erkennbar großer Bruckner-Begeisterung geschrieben. Gerade deshalb ist es aber sehr anregend und reizvoll zu lesen.


      über eurobuch antiquarisch ab 12.-- erhältlich.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).


    • Geleitwort von Lorin Maazel, eher hohl.

      Einiges an biografischem Firlefanz. Aber auch eine Menge Dinge, die man handfest in den Noten nachvollziehen kann. Ich meine schon, dass man das Büchlein mit Gewinn lesen kann.

      Es gibt mehrere Ausgaben, bei den einschlägigen Versendern nach "Renate Ulm Bruckner" suchen.

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!" (Paul Watzlawick)
    • EinTon schrieb:

      August Halms "die Symphonie Anton Bruckners", verfaßt 1914
      Da steht es : 1914 . Das Buch ist als Ergänzung oder auch als Beispiel für die damalige Sicht und Einschätzung der Symphonik Bruckners dem Musikhistoriker vielleicht von Nutzen , aber allein die Überlegung , welche Fassungen der Sinfonien damals vorlagen - und das die verschiedenen Fassungen eine wichtige Rolle spielen, ist wohl unstrittig - sollte von einer Empfehlung abhalten . ( Statt dessen ? Meine persönliche Empfehlung außer Konkurrenz und auf Englisch wäre : The Essence of Bruckner von Simpson ; nur in der letzten, erweiterten , nur als TB erschienenen Auflage ) .

      [IMG:https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51vp6orFIjL._SX310_BO1,204,203,200_.jpg]
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang "
    • Das von Renate Ulm herausgegebene Werk habe ich auch im Regal. Für mich ist das Standardwerk über Bruckner allerdings das Buch von Prof. Constantin Floros:


      Bei Prof. Floros habe ich am Ende der 70er Jahre an der Uni Hamburg Vorlesungen als Gasthörer belegt. Eine beeindruckende Persönlichkeit.
      Für Rapper ist das Wort "ficken" dasselbe wie für Schlümpfe das Wort "schlumpfen". Es ersetzt einfach alle anderen Tu-Wörter. "Alter, hab' ich voll gefickt, ey" kann auch heißen: "Die Überweisung ist gestern bei uns rausgegangen."
      (Dieter Nuhr)
    • music lover schrieb:

      Für mich ist das Standardwerk über Bruckner allerdings das Buch von Prof. Constantin Floros:
      Wenn es so gut ist, wie seine dreibändige Reihe zu Gustav Mahler, dann ist es super fundiert ... kein biografisches Blabla, sondern klares Aufzeigen des Woher und des Wohin aus den Noten.

      Gruß
      MB

      :wink:
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    • b-major schrieb:

      Ein Ton schrieb:
      August Halms "die Symphonie Anton Bruckners", verfaßt 1914
      Da steht es : 1914 . Das Buch ist als Ergänzung oder auch als Beispiel für die damalige Sicht und Einschätzung der Symphonik Bruckners dem Musikhistoriker vielleicht von Nutzen , aber allein die Überlegung , welche Fassungen der Sinfonien damals vorlagen - und das die verschiedenen Fassungen eine wichtige Rolle spielen, ist wohl unstrittig - sollte von einer Empfehlung abhalten .
      da möchte ich doch sehr Einspruch erheben.

      Sicher, 1914 war nicht nur das Fassungsproblem, sondern überhaupt die Fragwürdigkeit der vorhandenen Ausgaben nur gerüchteweise bekannt. Und man muß - wahrscheinlich noch schwerer zu schlucken - Halms spezielle Geschichtskonstruktion als Hintergrund hinnehmen. Halm unterscheidet "zwei Kulturen der Musik" (entsprechend dem Titel eines anderen Buches von H.) Das eine ist die Kultur der Fuge, die themenbezogene Musik Bachs, das andere ist die Kultur der Sonate, die Musik "der Zeiten und Verwandlungen" Beethovens. In Bruckner sind diese beiden Kulturen zur Synthese gekommen. Halms Buch ist weder als Gesamtdarstellung, noch als Einführung gedacht. Wie der Titel ("Die Symphonie...") schon zum Ausdruck bringt, beschreibt Halm einen Idealtypus von Bruckners Sinfonien. Keine wird auch nur annähernd vollständig behandelt, das Buch gliedert sich nach den "Satztypen". In modernerer Sprache könnte der Titel lauten "Der Formbegriff von Bruckners Sinfonik". Als solches ist es bahnbrechend und nicht zu überschätzen - eine bisher unbekannte Art, musikalische Form als Prozess (und zwar nicht unbedingt als Prozess thematischer Arbeit) zu beschreiben. Adorno schreibt "der schmählich verkannte August Halm", und sein Mahlerbuch ist ohne Halm nicht denkbar. Einige sprachlich etwas euphorisch geratene Züge hat Halm selbst in der zweiten Auflage bedauert. Abgesehen davon das Musterbeipiel eines Buches über Musik, das auch wirklich von Musik selbst handelt.
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


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    • Danke für Eure Tips! Die Bücher von Ulm (Hrsg.), Halm und Floros sind bei der Unibibliothek Heidelberg (wo ich öfter vorbeischaue) ausleihbar, das von Simpson nicht (lese auch nicht so gern Englisches).

      Dabei habe ich noch dieses gefunden, das lesenswert sein könnte:

      Constantin Floros: Brahms und Bruckner. Studien zur musikalischen Exegetik, Wiesbaden 1980


      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
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    • zabki schrieb:

      da möchte ich doch sehr Einspruch erheben.
      Das sei Dir unbenommen . Ich habe auf "Besonders interessieren würde mich ein Buch, das eine fundierte, aber nicht nur für Musikprofis verständliche Einführung in die Symphonien bietet" von Gurnemanz abgestellt .
      Wenn ich dann bei "Der Formbegriff von Bruckners Sinfonik" bin , wie Du so richtig den Halm betitelst , kann ich auch gleich zu Ernst Kurth " Bruckner" greifen ( insbesondere. Bd. 2) , in dessen Nachfolge ich Floros ein wenig sehe . Formbegriff und Schematik wollte ich nicht in den Blickpunkt stellen , sondern den Aspekt einer auch für nicht "Musikprofis" verständlichen Einführung in die Sinfonien . Verstehe meinen Beitrag bitte so .
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang "
    • Floros legt (erwartungsgemäß) einen starken Akzent auf programmusikalische Aspekte bei Bruckner wie auch bei Brahms. Dabei überzieht er m.E. gelegentlich, trägt aber zu einer Korrektur von Vorstellungen bei, die stark auf die Idee der "absoluten Musik" fixiert sind.

      Nicht unproblematisch, aber u.a. aufgrund der kritischen Tendenz lesenswert das Bruckner-Kapitel in Martin Gecks "Von Beethoven bis Mahler".

      Peter Gülke dagegen hat dagegen stärker auf die formale Eigengesetzlichkeit der Bruckner'schen Strukturen gesetzt. Relativ komplexe Lektüre, lohnt sich aber (Gülke, Brahms - Bruckner. Zwei Studien, 1989).

      Über die in den genannten Titeln besprochenen Themen haben wir im Forum ab hier ausführlich diskutiert.

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Armin Diedrich schrieb:

      Grundlegend ist inzwischen wohl das "Bruckner-Handbuch": [...]
      Danke! Der Herausgeber hat auch dieses Büchlein verfaßt:

      Hans-Joachim Hinrichsen: Bruckners Sinfonien. Ein musikalischer Werkführer, München 2016


      Inhaltsverzeichnis: d-nb.info/1078448442/04

      :wink:
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    • b-major schrieb:

      Formbegriff und Schematik wollte ich nicht in den Blickpunkt stellen , sondern den Aspekt einer auch für nicht "Musikprofis" verständlichen Einführung in die Sinfonien . Verstehe meinen Beitrag bitte so .
      ok, mir hatte dein Beitrag etwas durchweg abwertend geklungen.
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      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
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    • Im Hinblick auf eine 'verständliche Einführung' in die Sinfonien habe ich die bei mir stehenden Werke kurz durchgesehen und bin dabei auf Hansjuergen Schaefer , Anton Bruckner , Berlin 1996 gestoßen . Soweit ich mich erinnere , waren sowohl Leben als auch Werk prägnant dargestellt .( Zufällig habe ich ein signiertes und ein unsigniertes Exemplar , also = eines zu viel . Bitte...).

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    • b-major schrieb:

      Hansjuergen Schaefer , Anton Bruckner , Berlin 1996
      Oh, das kommt mir bekannt vor, besonders das Bild! Habe gerade in meiner Sammlung nachgeforscht und es auf Anhieb gefunden. Vor Jahren gelesen, soweit ich mich erinnere, gut geschrieben. Die Symphonien werden insgesamt etwas kurz abgehandelt, das Leben des Komponisten sachlich-verständnisvoll dargestellt, "prägnant", das dürfte passen, auch auf die Darstellung des Autors bei Tante Wiki: de.wikipedia.org/wiki/Hansj%C3%BCrgen_Schaefer.

      Dann besitze ich immerhin ein Buch über Bruckner. ^^

      :wink:
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      Helmut Lachenmann
    • Gneisenau schrieb:

      Ich empfehle:
      Benjamin-Gunnar Cohrs:
      Das Finale der IX. Sinfonie von Anton Bruckner - Geschichte • Dokumente • Werk • Präsentation des Fragments

      Hier ein Link zur Ansicht:
      opusklassiek.nl/boeken/cohrs_dissertation_bruckner9.htm"
      Gibt es auch hier und hier

      Speziell zu Bruckners 9. Sinfonie gibt es noch dieses Buch, das u. a. auch Beiträge von Benjamin-Gunnar Cohrs enthält:
      bzw.
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)