Beethoven: Die neun Symphonien – Gesamteinspielungen und Gesamtausgaben

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    • teleton schrieb:

      Du solltest Paavo Järvis CD-Aufnahmen nicht mit dem vollendeten Abschluss bei Beethovenfest 2010 in der Bonner Beethovenhalle verwechseln.
      Lieber Teleton,
      wie so oft: Studio vs live.
      Danke für den Tip und ich werde nachhören.
      Im Moment aber klebe ich am gaaaanz späten Klemperer von 1970, der ja selbst ein wenig klebt.
      Spannend finde ichs trotzdem, weil zwar manchmal unendlich langsam, aber immer wach und nie routiniert.
      Anders als eben schnell und rotiniert.
      "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst." Voltaire
    • Mehrfachwerte: das letzte Konzert von 1971 bei Testament, die Video- Mitschnitte der BBC. Besonders angetan hat es mir aber die späte Siebente von LP, die so auf völlig andre Art als über das Tempo Drive erzeugt und zum Zuhören zwingt.
      Hörenswert natürlich der Zyklus aus Wien von 1960.
      So verstörend aber wie die 7 von der ganz späten LP finde ich die Lesart Ottos nur selten.
      Stellt alles auf den Kopf, was Metronom etc. angeht und ich finde die Aufnahme fesselnder als jeden Parforce- Ritt jüngeren Datums.
      Fatalistische Leidenschaft....oder so....zwing mich nicht, Worte zu finden X/ .
      "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst." Voltaire
    • Beethoven und seine 9 Sinfonien - was ich da gerade höre, hängt immer sehr von meiner persönlichen Stimmung ab. Im Moment möchte ich mich einer hemmungslosen Emotionalität hingeben und da kommt mir der frühe Bernstein-Zyklus gerade recht.



      Schon klar, das ist kein Kriterium, um Interpretationen sachlich beurteilen zu können. Aber ich bin eh ein Mensch, der künstlerische Hemmungslosigkeiten eher liebt und von daher passt dieser Zyklus. Und ich bin eh ein Mensch, der sich seine Interpretationen nach der persönlichen Verfassung aussucht und sie manchmal auch findet. Und ich bin eh ein Mensch, der Authentizität über Werktreue stellt. Von daher passt diese GA Bernsteins aus den NY-Jahren gerade wunderbar zu mir.

      Bernstein lädt, typisch für ihn ^^ , alle Sinfonien mit einer wirklich hemmungslosen Emotionalität auf, die mir im Moment eine unendliche Freude bereitet. Möglicherweise geht sie mir drei Tage später schon wieder auf die Nerven, weil ich dann anders ticke, aber vielleicht gibt es ja einen Beethoven für jede Stunde. Und diese ist gerade meine. ^^

      Wenn Musik 'zu Herzen gehen' soll, dann ist für mich, sorry, eine historische-informierte Wiedergabe relativ uninteressant. Dann höre ich eben auf dieses Herz (Gott, was klingt das pathetisch. ^^ ), was das gerade verlangt. Und so finde ich mich bei Bernstein gerade bestens bedient.

      :wink: Wolfram
    • Wolfram schrieb:

      Schon klar, das ist kein Kriterium, um Interpretationen sachlich beurteilen zu können. Aber ich bin eh ein Mensch, der künstlerische Hemmungslosigkeiten eher liebt und von daher passt dieser Zyklus. Und ich bin eh ein Mensch, der sich seine Interpretationen nach der persönlichen Verfassung aussucht und sie manchmal auch findet. Und ich bin eh ein Mensch, der Authentizität über Werktreue stellt.
      Ja, finde ich auch. Wofür hört man denn Musik? Ist es nicht sehr oft, um einer Stimmung entweder zu begegnen oder sie zu erwecken? Sie entweder zu bestärken oder zu vertreiben? Oder sie einfach nur zu begleiten?

      Man hört doch selten, um zu "beurteilen". Und Werktreue ist ein sehr schwieriger Parameter, der mich am Ende jeder Duskussion immer wieder auf die eigentliche Frage zurückbringt, nämlich warum ich eigentlich Musik höre.

      Ich erkenne allerdings an mir die (Un-)Art, dass mir unzureichendes Beherrschen eines Instruments, der Stimme oder der Kapellmeisterschaft dann den Genuss des musikalischen Ereignisses verderben. Ein Mindestmass an Qualität muss schon gegeben sein, und beim Empfinden dieser hat jeder seine eigenen Massstäbe, wahrscheinlich je nach musikalischer Vor- und Ausbildung und Erfahrung.

      Ich persönlich habe bei mir insbesondere bei Beethoven Symphonien auch bemerkt, dass meine Tagesverfassung ganz massiv in meine Rezeption einer bestimmten Aufnahme hineinspielt. Ausserdem ändert sie sich auch sehr mit dem voranschreitenden Alter, aber das ist wohl nicht ungewöhnlich.
      Was es nur immer wieder zeigt, ist dass man an sich selber am besten lernen kann, wie eine "absolute" Position gegenüber musikalischer Interpretation fast unmöglich ist.