Cello-Talk

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    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Rufe Ihn doch einfach an, das sollte kein Problem sein.
      Der Komponist ist ein Kollege und guter Bekannter von mir, bitte bestelle schöne Grüße!

      Hallo Michael,

      vor einer Stunde schickte ich meine Bestellung inclusive deiner lieben Grüße mittels einer E-Mail ab. Und gerade bekam ich eine Nachricht, dass die CD am Dienstag an mich rausgeht.[Blockierte Grafik: http://www.smileygarden.de/smilie/Schleifchen-Girls/smilie_girl_120.gif]

      Bin schon sehr neugierig auf diese Aufnahme, da ich nicht die geringste Ahnung habe, was mich musikalisch und literarisch erwartet.

      Mit lieben Grüßen

      Mozartinaa
      " Das Österreichisch klingt wie ein einzig großer Topfenknödel "......Zitat aus der Krimiserie "Bella Block"
    • Ich wollte eigentlich nur sagen, dass ihr einen neuen (Amateur-)Cellisten im Forum habt.
      Ach ja, noch was:
      "https://www.youtube.com/watch?v=RBweXQ-UuE8"
      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:
      "Nicht immer sind an einem Misserfolg die Künstler schuld.
      Manchmal ist es auch das Publikum, das indisponiert ist."
      Leonie Rysanek (1926-1998)
    • Lieber Michael, liebe Cello-Interessierte,

      sehr viele Cellisten dürfen sich glücklich schätzen, stolze Besitzer eines der wertvollen Celli aus dem 18. Jhdt. zu sein.

      So spielen z.B. Sol Gabetta und der österreichische Cellist Friedrich Kleinhappl auf einem Guadagnini-Cello. Daniel Müller-Schott auf einem Goffriller-Cello und Yo-Yo Ma auf einem Stradivari-Cello, das zuvor Jacqueline du Pré gehörte.

      Nun sind diese Celli ja nicht gerade billig. So soll sich der Wert des Guadagnini-Cellos von Frau Gabetta auf 2 Mill. Euro belaufen.

      Nun meine Frage: Wie kommt nun ein Cellist zu so einem kostbaren Instrument ? Wird es ihm geliehen, geschenkt oder kauft er es sich selbst, sofern er schon Millionen verdient hat?

      Das würde mich sehr interessieren.

      Mozartinaa[Blockierte Grafik: http://www.smileygarden.de/smilie/Schleifchen-Girls/smilie_girl_184.gif]
      " Das Österreichisch klingt wie ein einzig großer Topfenknödel "......Zitat aus der Krimiserie "Bella Block"
    • Dass Streich- wie Blasinstrumente in Klang und Ansprache nachlassen, wenn sie länger nicht gespielt werden, ist bekannt. Darüber hinaus gibt es unter Bläsern die Theorie, dass sich Oboen oder Klarinetten auch verschlechtern, wenn permanent schief und schräpig in sie hineingetrötet wird. Meine dumme Frage an die hier versammelten Cellisten wäre jetzt, wie es sich beim Cello verhält: Leidet ein an und für sich gutes Instrument durch schlechtes Spiel? Ist es deshalb nicht empfehlenswert, ein hochklassiges Cello in Anfängerhände zu geben?

      Nächste Frage: Wo ungefähr liegt der Mindetspreis für ein einigermaßen profiorchestergeeignetes Cello? Bekommt man für 15000 oder 20000 Euro schon ein Instrument, mit dem man sich nicht allzusehr vor den Kollegen verstecken muss?

      Und wie geht man überhaupt als Laie ohne Lehrer vor, wenn man ein gutes Cello erwerben möchte?

      Beste Grüße

      Bernd
    • Hallo Bernd,
      man kann Glück haben und ein hervorragend klingendes Noname Instrument finden.
      Meine Freundin hat z.B. ein wirklich tolles altes Noname- Cello, welches darüberhaus auch noch einen Baßbalkenriss hat, welcher zwar zu 100% repariert ist, den Wert des Instrumentes aber weiter nach unten drückte.

      Es kostete immer noch 10.000,- , aber das Cello ist super, es gehörte vorher 'nem WDR- Cellisten und klingt toll.
      Sowas zu finden, davon träumen viele, ein Cello, das so gut klingt, daß eigentlich noch eine 0 mehr beim Preis stehen müßte.
      Das Instrument kam vom Vorbesitzer direkt, der jemanden suchte, der würdig genug für dieses Schnäppchen ist.
      Er hätte es keinem Anfänger verkauft, es ging nicht ums Geld.

      Von solchen Ausnahmen abgesehen ist es schwierig, weniger als mindestens 35.000 für ein gutes Instrument (selbst gute neue kosten schon soviel) auszugeben, was sehr hohen Ansprüchen genügt.
      Nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt, und mein Instrument ist deutlich teurer.Das Ding mit der 0 mehr.
      Aber wie gesagt, man kann Glück haben.

      Bei den Bögen sieht es genauso aus.



      Und wie geht man überhaupt als Laie ohne Lehrer vor, wenn man ein gutes Cello erwerben möchte?
      Auch dazu benötigt man Glück, nämlich das Glück, einen seriösen und sehr guten Geigenbauer zu kennen, dem man Celli zum Überprüfen und Einschätzen zeigen kann.

      Man hat als Cellist selber nicht unbedingt so viel Kenntnis davon, ich habe damals vor 20 Jahren meinem Geigenbauerfreund alle möglichen Celli gezeigt, als ich auf der Suche war.
      Er hat viele versteckte Mängel bei den meisten Celli entdeckt oder befunden, daß ein bestimmter Preis unkorrekt war(auf diesem Gebiet gibt es viele unseriöse Anbieter) usw.

      Bis ich dann mit dem Gustav Bernardel- Cello ankam, da sagte er nach 5 Minuten: "Kaufen " .

      Leidet ein an und für sich gutes Instrument durch schlechtes Spiel?
      Ich bin schon der Meinung, daß ein Cello einiges von der Persönlichkeit seines Spielers übernimmt im Laufe der Jahre.

      Ist es deshalb nicht empfehlenswert, ein hochklassiges Cello in Anfängerhände zu geben?

      Es gibt sehr viele hochwertige Anfängerinstrumente, welche sogar noch dem Anspruch im Studium genügen können.Ich habe selber solche Celli gespielt und mein Geigenbauer z.B. holt sich Instrumente aus China (die gar nicht übel sind) und richtet diese perfekt ein. Die klingen sehr, sehr gut, natürlich würden sie nicht meinem Anspruch genügen.
      Aber für Anfänger und auch Fortgeschrittene sind die prima und liegen preislich zwischen 2500,- und 5000,- .

      Was soll ein hochklassiges Instrument in den Händen eines Anfängers?
      Das ist Perlen f.d.S.............. ;+)
    • Hallo Michael,

      vielen Dank für deine umfassende Antwort! Die eine oder andere Frage schicke ich dir bei Gelegenheit noch per PN, wenn ich das darf.

      Was soll ein hochklassiges Instrument in den Händen eines Anfängers?
      Das ist Perlen f.d.S.............


      Eventuell will der Anfänger (der aber schon ein paar Jahre spielt) einfach sein Geld einigermaßen werthaltig anlegen.....

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Eventuell will der Anfänger (der aber schon ein paar Jahre spielt) einfach sein Geld einigermaßen werthaltig anlegen.....
      Dann sollte er erst mal darauf achten, daß die Papiere in Ordnung sind und eventuell Expertisen vorliegen.
      Es ist gar nicht so leicht, ein teures Instrument wieder und mit Gewinn zu verkaufen, wenn man es als Geldanlage betrachtet.

      Sehr teure Bögen dagegen sind im Moment eine gute Kapitalanlage, also Bögen ab 20.000,- aufwärts bis zu nem Tourte-Bogen für über 250.000,- .

      Aber ganz ehrlich:Ich finde das irgendwie gemein, denn die sehr teuren
      Instrumente sollte m.E. nur gespielt werden von Leuten, welche
      künstlerisch das Recht dazu haben.
    • Aber ganz ehrlich:Ich finde das irgendwie gemein, denn die sehr teuren
      Instrumente sollte m.E. nur gespielt werden von Leuten, welche
      künstlerisch das Recht dazu haben.


      Diesen Standpunkt kann ich gut verstehen, Michael. Es geht aber nicht um ein sehr teures Instrument, sondern um eines in der Preisklasse von 10000 bis 30000 Euro (die von dir eben genannten 35000 wären eventuell auch noch drin).

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Diesen Standpunkt kann ich gut verstehen, Michael. Es geht aber nicht um
      ein sehr teures Instrument, sondern um eines in der Preisklasse von
      10000 bis 30000 Euro (die von dir eben genannten 35000 wären eventuell
      auch noch drin).

      Ein sehr, sehr schwieriges Preissegment.
      Normalerweise für einen Anfänger zu teuer, aber für einen Profi bis auf Schnäppchen und Neubauten eher nicht so interessant.

      Wie wäre es denn, mit diesem Geld einen sehr guten heutigen Geigenbauer zu unterstützen und ein neues Instrument zu kaufen?

      25.000,- bis 35.000,- sind normal für ein sehr, sehr gutes neues Instrument, welches hohen Erwartungen gerecht werden....kann.......
      Es muß aber gut eingespielt werden.
      Ich kenne mich da weniger aus, mein Geigenbauer baut auch nicht mehr selber, sondern hat sich auf Klangeinstellung spezialisiert.
      Aber er kennt sich natürlich auf diesem Gebiet aus wie wenige andere.

      Ich würde Dir dringend raten, Dich mit meinem Geigenbauer in Südfrankreich zu verständigen, das bringt mehr, als hier in's blaue reinzuschreiben.
      Mein Freund ist absolut integer und seriös, außerdem ein Spitzengeigenbauer.
      Weltspitze.
      Zweimal im Jahr baut er seine Werkstatt in meinem Haus auf und versorgt seine zahlreichen Kunden hier.

      Er wird Dir gerne alle Deine Fragen beantworten ohne in irgendeiner Weise Dich bequatschen zu wollen oder etwas anzudrehen.

      Er ist einer meiner engsten Freunde:

      "http://ulrich-seitz.monsite-orange.fr/"

      Bitte tue mir den Gefallen und rufe bei Ulrich einfach an, es ist das beste, was ich Dir hier vermitteln kann.

      :wink:
      Michael
    • Ein sehr, sehr schwieriges Preissegment.
      Normalerweise für einen Anfänger zu teuer, aber für einen Profi bis auf Schnäppchen und Neubauten eher nicht so interessant.


      Michael, dann wäre vielleicht doch ein Cello zwischen 5000 und 10000 Euro nebst einem Bogen für 20000 Euro die bessere Lösung?

      Ich würde Dir dringend raten, Dich mit meinem Geigenbauer in Südfrankreich zu verständigen, das bringt mehr, als hier in's blaue reinzuschreiben.
      Mein Freund ist absolut integer und seriös, außerdem ein Spitzengeigenbauer.
      Weltspitze.


      Vielen Dank für den Hinweis auf ihn - ein richtiger guter und seriöser Instrumentenbauer ist mehr als Gold wert!

      Zweimal im Jahr baut er seine Werkstatt in meinem Haus auf und versorgt seine zahlreichen Kunden hier.


      Kannst du denn schon absehen, wann er wieder zu dir kommt?

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Kannst du denn schon absehen, wann er wieder zu dir kommt?

      Er war gerade zwei Wochen hier und kommt im Herbst wieder.
      Komm mal vorbei bei mir, wenn er hier ist. :wink:

      Michael, dann wäre vielleicht doch ein Cello zwischen 5000 und 10000 Euro nebst einem Bogen für 20000 Euro die bessere Lösung?
      Neinneinnein, das wäre völliger Quatsch.
      Absurd.

      Ok, Bögen in dieser Preislage SIND eine sehr gute Kapitalanlage!

      Celli in der Preislage so bis 35.000 eher nicht, das ist mehr totes Kapital.........

      Was will denn Dein Bekannter? Einfach ein für Ihn sehr gutes Cello und vielleicht noch einen für Ihn passenden Bogen?
      Da sind schon Beträge fällig, die nicht jeder locker machen kann.

      Ich versuche seit Jahren, meinen dritten Bogen zu verkaufen.
      Der ist billiger, 2000,- .

      Und ich bekomme Ihn NICHT verkauft, für Anfänger ist er zu teuer und Fortgeschrittene suchen bereits meistens eine Kategorie höher.........

      Totes Kapital halt.
      Ich habe Ihn damals gekauft, weil er mechanisch absolut super ist.
      Er ist aber kein klanglich sehr guter Bogen, ich benötigte ihn nur als eventuellen Ersatzbogen.
      Und ich dachte auch, daß es ja kein Problem sei, da ich Ihn jederzeit wieder verkaufen könnte.

      Ich versuche Ihn seit 2005 zu verkaufen, kein Erfolg.

      Und ich bin sogar schon mit dem Preis runtergegangen, so daß es ein Verlustgeschäft wäre.
      Nützt nix, es ist einfach eine ungünstige Preiskategorie.

      Und genau das kann auch mit Celli in der Preisklasse ab 10.000,- bis- sagen wir mal- 30.000,- passieren.
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Es gibt sehr viele hochwertige Anfängerinstrumente, welche sogar noch dem Anspruch im Studium genügen können.Ich habe selber solche Celli gespielt und mein Geigenbauer z.B. holt sich Instrumente aus China (die gar nicht übel sind) und richtet diese perfekt ein. Die klingen sehr, sehr gut, natürlich würden sie nicht meinem Anspruch genügen.
      Lieber Michael,

      hier würde ich gerne einmal einhaken, da mich interessiert, wie ein Proficellist seinen Anspruch an ein Instrument definiert (stör Dich bitte nicht an dem mitzitierten Chinabeispiel: natürlich ist mir bewußt, daß Profis nicht mit diesen Celli ihren Beruf ausüben könnten - dafür werden diese (Schüler-)Instrumente ja auch nicht gebaut).


      Geht es um Ansprache (ich habe irgendwo gelesen, daß viele der alten Meister gerade nicht durch "leichte" Ansprache auffallen), Ausgewogenheit des Klangs über alle Saiten und Lagen, Spielgefälligkeit u.U. aufgrund abweichender/optimierter Maße und/oder Verhältnisse der einzelnen relevanten Teile zueinander (ich denke da z.B. an das Griffbrett, das ja bei den allermeisten alten Instrumenten aus dem 17. bis frühen 19. Jahrhundert sehr viel steiler gefertigt war und daher Umbauten erlitten hat)?

      Was ist mit dem eigentlichen Klang bzw. der Tonqualität? Sucht der Profi, der sich seinen Ton erarbeitet hat, hier das passende Instrument, und dieses ist ausnahmslos unter 150-300 Jahre alten Meisterinstrumenten zu finden bzw. nur in einer bestimmten Preisklasse? Oder erkennt er nur in diesen Instrumenten das Potential, gleichsam gemeinsam mit dem Instrument jener inneren Idealvorstellung des eigenen Tons am nächsten zu kommen?

      Erwarten u.U. Publikum, Kritik und Kollegen (und vllt. man selber) ab einem gewissen Können ein entsprechend altes/teures Instrument?

      Bin sehr gespannt

      :wink:

      Magus
      "Whenever we hear sounds, we are changed, we are no longer the same..." Karlheinz Stockhausen 1972
    • Geht es um Ansprache (ich habe irgendwo gelesen, daß viele der alten
      Meister gerade nicht durch "leichte" Ansprache auffallen),
      Ausgewogenheit des Klangs über alle Saiten und Lagen, Spielgefälligkeit
      u.U. aufgrund abweichender/optimierter Maße und/oder Verhältnisse der
      einzelnen relevanten Teile zueinander (ich denke da z.B. an das
      Griffbrett, das ja bei den allermeisten alten Instrumenten aus dem 17.
      bis frühen 19. Jahrhundert sehr viel steiler gefertigt war und daher
      Umbauten erlitten hat)?



      Was ist mit dem eigentlichen Klang bzw. der Tonqualität? Sucht der
      Profi, der sich seinen Ton erarbeitet hat, hier das passende Instrument,
      und dieses ist ausnahmslos unter 150-300 Jahre alten
      Meisterinstrumenten zu finden bzw. nur in einer bestimmten Preisklasse?
      Oder erkennt er nur in diesen Instrumenten das Potential, gleichsam
      gemeinsam mit dem Instrument jener inneren Idealvorstellung des eigenen
      Tons am nächsten zu kommen?



      Erwarten u.U. Publikum, Kritik und Kollegen (und vllt. man selber) ab
      einem gewissen Können ein entsprechend altes/teures Instrument?

      Ich mache es kurz:Im großen und ganzen nein.

      Man sucht ein Instrument, welches zu einem paßt, mit dem man seine künstlerischen Ideen gut verwirklichen kann.
      Das kannn durchaus ein neues oder neueres Instrument sein, es muß kein altes sein.

      Ich kann auch aus einem sehr guten Chinesen eine Menge herausholen, aber eben nicht dasselbe wie aus meinem alten Franzosen......Vor allem nicht an Klangfarben.
      Für den Orchesterdienst würde solch ein Instrument u.U. sogar ab und an taugen, aber ich spiele ja nicht nur im Orchester, und es macht auf einem besseren Instrument einfach auch mehr Spaß.

      Ich hatte letztens mal einen 50.000,- Bogen in der Hand......leider, leider hat der eine ganz andere Qualität, mechanisch wie klanglich, als mein Bogen....aber ich kann mir den nicht leisten.

      Ich kann auch nicht erklären, woran es liegt.
      Ich habe aber sehr wohl erklärt, daß man Schnäppchen machen kann, man muß halt lange suchen und viel Glück haben.

      Und man macht das nicht für die Kollegen oder das Publikum, man macht das für sich selber.

      Und das alte Meister nicht gut ansprechen sollen, das halte ich für ein Gerücht.

      Gerade sehr gute alte Instrumente zeichnen sich dadurch aus, daß man eben nicht so furchtbar drücken muß/darf .

      Im Grunde genommen ist es doch dasselbe, warum manche Leute es eher vorziehen, einen BMW, Audi, Mercedes zu fahren als einen Dacia, wenn es denn geht.
    • Hallo Michael,

      danke für Deine Antworten, denen ich entnehme, daß es keine allgemeingültigen Definitionen dafür gibt, wann und warum ein Instrument "paßt" oder auch nicht. Geht mir ja selber so.

      Daß Du am Schluß den Autovergleich bemühst - ich hätte mich das jetzt nicht getraut (obwohl das ja hierzulande immer naheliegt :whistling: ).

      :audi:

      Magus
      "Whenever we hear sounds, we are changed, we are no longer the same..." Karlheinz Stockhausen 1972
    • Daß Du am Schluß den Autovergleich bemühst - ich hätte mich das jetzt nicht getraut
      Mir ist einfach nichts besseres eingefallen, andere suchen die beste Nadel für Ihren Plattenspieler oder den besten PC für EGO-Shooter.
      Das blöde bei Celli ist halt die Tatsache, das dies alles gleich so ins Geld geht.
    • Das Cello ist mein absolutes Lieblingsinstrument; schade, dass ich es nicht selber spielen kann. Ich schätze seinen ruhigen, sonoren Klang. Schön, dass mein Freund dieses Instrument spielt. Wenn ich ihn in der Slowakei besuche, machen wir oft zusammen Hausmusik (ich spiele dann auf der Altblockflöte), meist zusammen mit einem Kollegen meines Freundes, der Cembalo oder Klavier spielt. Gern hören wir beide auch die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker.

      Von den Profis gefallen mir Sol Gabetta und Mstislav Rostropovich am besten. Letzterer ist auch das große Vorbild meines Freundes.
    • Bei meiner Suche nach einem neuen Cello gab mir dieser Thread, vor allem Michaels Anmerkungen, sehr viele Anregungen.

      Vorweg sei gesagt, dass ich kein Proficellist bin. Aber ich spiele sehr regelmäßig und auch in einigen Kammermusikensembels, am liebsten Streichquartett und Klaviertrio.

      Mein erstes Cello hatte mir noch meine Mutter zu meinen Schulzeiten geschenkt. Mein Lehrer hatte es in Amsterdam für sie erworben. Es war ein französisches Cello aus Mirecourt, eher eine einfache Holzwahl, ein Fabrikinstrument. Die Decke ist nicht mit dem Hobel ausgearbeitet worden, sondern herausgepresst wurden, so wie man Zargen von Streichinstrumenten biegt. Daher fanden sich im Inneren an der Decke entsprechende Brandspuren. Aber das Instrument klang und klingt auch heute noch, gemessen an der einfachen Bauweise, ziemlich gut. Gebaut worden ist es Ende des neunzehntes Jahrhunderts. Ich habe noch einen Brief meines Cellolehrers, in dem er schrieb, dass sich neue Instrumente leicht im Klang negativ entwickeln können. Hier sei dies wegen des Alters des Instrumentes ausgeschlossen. Es sei das Beste in seiner Preisklasse gewesen. Und die Möglichkeiten meiner Mutter waren damals recht begrenzt.

      Einige Zeit später erhielt ich aus Familienbesitz ein schönes anderes Cello. Ein namenloses Instrument. Der eine Geigenbauer sagte mir: Ein französisches Instrument. Ein anderer tippte auf einen deutschen Meister. Das Cello hat einiges mitgemacht. Die Unterzargen sind ziemlich zertrümmert. Auch war einmal der Hals herausgebrochen. Aber sowohl die Decke als auch der Boden sind erstaunlicherweise bis auf ganz kleine Risse vollständig intakt. Einen wunderschönen Lack hat das Instrument, durchsichtig und transparent. Nach langer Zeit habe ich das Wagnis unternommen und den französischen Steg gegen einen belgischen umgetauscht. Seitdem klingt es auf der A-Saite frei und offen und wunderschön. Aber die Ansprache auf allen anderen Saiten ist ausgesprochen schwierig. Vor allem deshalb habe ich immer mal wieder nach einem anderen Instrument Ausschau gehalten und viele Celli unterschiedlichen Preisklassen, sowohl alte und neue probiert.

      Sobald ein auch nur etwas älteres Cello von einem auch nur halbwegs namhaften Geigenbauer gebaut war, wurde es richtig teuer. Ein alter Franzose, Baujahr um 1890, namhaft mit Papieren lag schon jenseits der 100.000 € Grenze, ein Italiener von 1920 sollte 80.000 € kosten, ein anderer, gebaut um 1950 60.000 €. Ein belgisches Instrument, auch etwa um 1900 gebaut lag bei 50.000 € und damit bei der mir selbst gesetzten Höchstgrenze. Sein Lack war wenig ansprechend, die Bauweise eher schlampig, vor allem an den Ecken, seinen Ton habe ich als durchaus tragfähig empfunden, aber auch irgendwie mulmig. Die Preisentwicklung bei alten Streichinstrumenten ist anscheinend enorm: Ich habe bei meiner Suche einmal in eine alte Fuchstaxe von 1990 gesehen. Die dort angegebenen, schon entsprechend den Anweisungen der Autoren hochgerechneten Preise für Celli scheinen sich nominell seitdem bis heute in etwa vervierfacht zu haben.

      Ich habe mir daraufhin einige Neubauten angesehen. Das Instrument eines Münchner Geigenbauers gefiel mir schon ziemlich gut und ich habe einige Zeit geschwankt, ob ich es erwerben soll. Wunderschönes Holz, ein toller tiefroter Lack. Aber es ist dann doch ein anderes neues Instrument geworden, mit dem ich jetzt restlos glücklich bin. Es spricht sehr leicht und gut und ohne Nebengeräusche an. Es reagiert wunderbar auf meinen Bogen. Das Cello besitzt einen sehr eigenen Klangcharakter: In den Bässen voll, vielleicht in der Tendenz ein wenig herb, rauh, kräftig männlich. Auch auf den tiefen Seiten ist der Ton sofort da. Und die A-Saite liefert mir einen wunderschönen Schmelz. Das Cello besitzt vielleicht keinen Konzertsaal füllenden Riesenklang, aber den brauche ich ja auch gar nicht. Als Kammermusikinstrument für meine Zwecke ist es jedenfalls hervorragend geeignet. Es mischt sich sehr schön in den Klang der Instrumente meiner Mitspieler ein, kann sich aber auch, wo es nötig ist, durchsetzen. Nebenbei ist es auch noch optisch eine wunderschöne Arbeit, so dass ich schon beim Anblick meine Freude an ihm habe.

      Ich bin froh, die Entscheidung zu einem neuen Instrument getroffen zu haben, und das nicht nur aus preislichen Erwägungen. Es klingt in meinen Ohren auch besser als viele andere wesentlich teurer Instrumente, die ich ausprobiert habe. Nun mag Klang eine Geschmacksfrage sein. Ich habe mir seinen Klang als meine Stimme ausgesucht.

      Paulus