Cello-Talk

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    • Knulp schrieb:

      Danke, ich werde es probieren (bislang verklebe ich also alles
      Falls Du eine neue Saite-eine ungespielte- aufziehst,dann solltest Du vorher
      unbedingt die gesamte Saite mit einem in etwas Isopropanol getränkten Tempo Tuch sauber machen.
      Du wirst staunen,wie viel schwarzer Abrieb danach in dem Tempo Tuch ist.
      Das sind Überbleibsel von irgendwelchen Mitteln,welche bei der Herstellung der Saite verwendet werden.

      Die gesäuberte Saite ziehst Du dann auf und hast durch diese Aktion locker 2 Wochen Einspielzeit gespart.
      Ich säubere auch alle paar Monate das Griffbrett mit Iso und Tempo Tuch,und manchmal auch die gesamte Saite.
      Dann klebt ein paar Tage alles,aber alle paar Monate ist das schon sinnvoll.

      Mit der Stahlwolle säubere ich die Saite vor JEDEM Gebrauch,das geht sehr schnell und hat sich in Jahrzehnten bewährt.

      Manchmal säubere ich die Bogenstange auch mit Iso, das ist zwar schlecht für den Lack, aber das Kolophonium ist es auch.
      Der Lack am Bogen ist nicht von der Bedeutung wie der Lack auf dem Cello und auch sehr leicht wieder zu ersetzen,wenn es sein muß.

      Was den Lack meines Cellos angeht,so lasse ich die Finger von ALLEN Politurmitteln,welche dafür angeboten werden.
      Diese verkleben nur die ganzen Poren,das ist im Grunde eine Sauerei.
      Ein bis zweimal im Jahr lasse ich das Cello vom Geigenbauer saubermachen.
      Mein Geigenbauer nimmt dafür auch keinerlei Polituren sondern Alkohol.
      Richtig eingesetzt von einem Profi passiert da nichts.
      Ich mit meinen zwei linken Händen und fehlender Geduld lasse die Finger davon.

      Es gibt "Geigenbauer", welche aggressive Polituren verwenden,welche das Instrument in Minuten strahlen läßt
      wie einen Honigkuchen.
      Mein Geigenbauer hat mir diesen Trick mal demonstriert.

      Denn dieser "Trick" geht so weiter, dass der Geigenbauer dann dem Kunden sagt,er hätte 7-8 Stunden poliert.
      Ich habe das selber mal erlebt bei solch einem "Geigenbauer",zum Glück zahlte mein Orchester die Rechnung,denn die lag dafür damals bei etwa
      800 DM. :wink:
    • Vielen Dank. Interessant!

      Das hier greife ich mal heraus:

      Michael Schlechtriem schrieb:

      Mit der Stahlwolle säubere ich die Saite vor JEDEM Gebrauch,das geht sehr schnell und hat sich in Jahrzehnten bewährt.
      Finckel empfiehlt das auch und liefert dafür ein sehr starkes Argument. Wenn man, wie es bei Amateuren üblich sein dürfte und bei mir der Fall ist, nur dann und wann zum Kolophonium greift - meistens zu spät - und noch viel seltener die Saiten säubert, sei es so als spiele man ständig andere Bögen, weil das Ansprechen ganz anders sei. Säubert man hingegen vor jedem Gebrauch und kolophoniert man neu, hat man jedes Mal die selbe Situation.

      Das überzeugt mich total.
    • Knulp schrieb:

      Wenn man, wie es bei Amateuren üblich sein dürfte und bei mir der Fall ist, nur dann und wann zum Kolophonium greift -
      Glaube mir,es gibt auch Profis,die selten zum Kolophonium greifen.
      Denen ist dann auch der Hersteller des Kolophoniums egal,da wird dann irgendwas draufgeschmiert, was dann halt für ein paar Tage halten soll.
      Finckel ist schon sehr extrem in seinem Kolophoniumgebrauch.
      Und ich bin es auch.

      Daher kann ich Dir zwei -für mich- sehr wichtige Tips geben.
      Also wie gesagt,das sind jetzt zwei Tips von mir,welche sich seit vielen,vielen Jahren bewährt haben.

      Zuerst die Wahl des Kolophoniums.
      Mein Kollege Lutz Wagner und ich haben über die Jahre ziemlich viele Kolophonium Sorten ausprobiert.
      Und wir machen das auch ab und an immer noch.Aber es gibt eine Marke,bei der wir seit 20 Jahren geblieben sind.

      Früher hat man ja alles mögliche draufgeschmiert, und dann hat es u.U. erstmal ein paar Tage nur gepfiffen und geschrien-also das Instrument.

      Es gibt immer wieder neue Marken, aber ich-und Lutz und andere auch- bleibe seit sehr vielen Jahren konstant bei

      MELOS-DARK.

      Es gibt auch ein helles Melos,aber das hat uns zu wenig Grundton.
      Melos Dark ist jedenfalls ziemlich spitze mit einem voluminösen,runden Klang und quasi keinen Nebengeräuschen.
      Von Anfang an,also auch bei einem frisch bezogenen Bogen!
      Es wird immer geschrieben,dass Melos Dark für den Winter gemeint ist und Melos Hell für den Sommer.
      Das ist totaler Unsinn.
      Melos Dark funktioniert das ganze Jahr und bietet mehr Grundton.
      Melos Hell klingt eben heller,auch das ganze Jahr hindurch.
      Das muß man mögen, ich/wir tuen es nicht.Denn es ist einfach flacher im Klang.
      Falls Du also z.B. hier bestellst,dann kommt automatisch das helle Melos als Kaufempfehlung.
      Du mußt von Hell auf Dunkel wechseln bei der Bestellung und den Werbetext ignorieren,denn der ist Unsinn.
      paganino.de/zubehoer/violoncel…sin-kolophonium-hell.html

      Und zum zweiten das Auftragen:
      Klar,wenn es schnell gehen muß.dann wischt man einfach ein paar mal mit dem Zeug über den Bogen.
      Aber wenn es amtlich sein soll,dann empfehle ich folgendes:

      Das Kolophonium unter äußersten Druck in ZEITLUPE auf die Bogenhaare bringen.
      Druck von OBEN,also vom Kolophonium aus.
      NICHT den Bogen zusätzlich drücken!!!!

      Es wird ein unangenehmes Quietschen geben,aber genau DAS ist das Zeichen,dass es richtig gemacht wird.

      Das muß man nicht jeden Tag machen, aber einmal pro Woche wäre gut.
      Durch den großen Druck-keine Sorge,da passiert nichts- und die Zeitlupe wird eine große Menge an Kolophonium sehr tief
      verteilt.
      Dann hat die Gräte optimalen Kontakt.
      Wie gesagt,nicht jeden Tag DAS machen, aber regelmäßig. :wink:
    • Hallo Michael,
      ich finde deine Anmerkungen wirklich interessant - hoff das ist jetzt keine blöde Frage: Kann man die Stahlwolle und langsame Kolophonium-Auftrage Technik auch für die Violine benutzen?
      Oder spielt hier die Größe der Saiten / des Bogens eine Rolle?
      LG Gerhard
    • waldhoerer schrieb:

      ch finde deine Anmerkungen wirklich interessant - hoff das ist jetzt keine blöde Frage: Kann man die Stahlwolle und langsame Kolophonium-Auftrage Technik auch für die Violine benutzen?
      Hallo Gerhard,
      das ist keine blöde Frage.
      Ich bin ja nun Cellist und nicht Violinist,also was das angeht ein Fachidiot. :D

      Das mit der Stahlwolle würde ich jetzt bei Violinsaiten nicht verantworten wollen, ich müßte da mal nachfragen.
      Ich denke aber, daß es eher nicht geeignet ist für die viel dünneren Violinsaiten.

      Bei dem langsamen Auftragen des Kolophonium sehe ich aber kein Problem.
      Ich weiß.daß es beim Cello etwas bringt, und bei einer Violine kann es jedenfalls nicht schaden.
      Aber eine Violine spricht viel schneller an als ein Cello,daher bin ich mir nicht sicher,ob solche Tricks dort nötig sind.
      Ich denke,eher nicht.
      Ausprobieren,DAS kann nichts schaden.
      :wink: Michael

      P.S.Das gehört jetzt nicht in diesen thread, aber ich schreibe es trotzdem hier.
      Ich fragte ja bei deinem Klavierstück,warum es in h-moll steht.
      Das hatte nämlich einen Hintergedanken:
      Stünde es in a-moll,dann hättest Du zumindest einige der irrwitzig schnellen Passagen der rechten Hand
      als Glissando schreiben können.
      Weil Da keine oder weniger schwarze Tasten im Weg wären.
      DANN wäre es mit etwas Umarbeiten spielbar..... ;)
    • Hi Michael - vielen Dank. Ja die Violin-Saiten sind wirklich dünn. Ich rubbel das alte Kolophonium öfter mit einem nassen (und danach trockenem) Handtuch runter, hat dem Lack auch noch nie geschadet... muß aber auch zugeben daß ich kein superteures Instrument habe...

      Das mit dem langsamen Auftragen werd ich auf alle Fälle ausprobieren!
    • waldhoerer schrieb:

      Hi Michael - vielen Dank. Ja die Violin-Saiten sind wirklich dünn. Ich rubbel das alte Kolophonium öfter mit einem nassen (und danach trockenem) Handtuch runter, hat dem Lack auch noch nie geschadet... muß aber auch zugeben daß ich kein superteures Instrument habe..
      Meine Kollegen nehmen immer ein trockenes Tuch.Soviel weiß ich natürlich.
      Dieses hohe furchtbare Quitschen,was dabei passiert, ist ja nicht zu überhören und macht anscheinend Spaß. ;)