Musizieren unterwegs

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    • Musizieren unterwegs

      Liebe Capricciosi,

      musiziert Ihr auch auf Reisen?
      Ich selbst nehme meine Klarinette meistens mit. Das ist ja rein praktisch erstmal kein Problem. Aber man muss sich schon ein wenig überwinden z.B. im Hotelzimmer zu spielen. Stört man auch niemanden? Besser man spielt eher ganze Stücke, statt dass man Technik übt und damit unfreiwillige Zuhörer nerven könnte.

      Ein Kollege von mir ist sehr viel auf Reisen und musiziert leidenschaftlich gerne. Kleines Handicap, sein Instrument ist das Klavier. Aber in welchem Hotel steht den Gästen schon ein akzeptables Klavier zur Verfügung?

      Nun ist er aber folgenden Internetservice gestossen, für den ich hier gerne Werbung machen möchte.
      Musictraveler
      Auf dieser Seite werden stundenweise Musizierzimmer vermittelt. Man kann auch selber welche anbieten.
      Mein Kollege war für eine Woche zu Besuch in Zürich und wir konnten vermittelt durch Musictraveler in einen Raum mit einem herrlichen alten Flügel aus den 1940ern von August Förster gemeinsam musizieren.

      Es ist zu hoffen, dass das noch überschaubare Angebot bei Musictraveler stetig grösser wird, denn ich glaube die Nachfrage nach Musikzimmern sollte recht gross sein.


      Wenn Ihr in Euren Städten oder anderswo öffentlich zugängliche Übungsräume kennt, könnt Ihr sie hier im Tread gerne posten.


      Hier in Zürich gibt es z. B. die Musikzimmer der Uni und der ETH. Die sind allerdings eher nicht für Reisende zugänglich.

      Auch ander Themen zum Thema Musizieren unterwegs können hier gerne diskutiert werden.

      Hudebux
    • Für den Gitarristen gibt's sowas: de.yamaha.com/de/products/musi…/silent_guitar/index.html

      Neuerdings auch in einer Stahsaiten-Variante. Man kann einen Kopfhörer einstöpseln. Sind auch ein paar "effects" eingebaut (Hall, Echo, Chorus). Bei meinem, etwas älteren Instrument ist nur ein Pickup eingebaut, und der sitzt näher an den Diskantsaiten; der Effekt ist, dass die Bässe arg mager klingen. Soll in der neueren Variante behoben sein. Gibt mE eine akzeptable Konzertgitarre ab.

      Etwas Vergleichbares dürfte es für Bläser, strukturbedingt, wohl nicht geben.
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur
    • Interessantes Thema.

      Am besten wäre es m. E., wenn die Unterkünfte (Hotels, ...) so einen Raum bieten könnten, den man dann auch relativ spontan nutzen kann. Ich kann mir selbst kaum vorstellen, einen Raum, irgendwo an dem Aufenthaltsort, schon lange im Voraus zu buchen. Weder im Urlaub noch auf Dienstreisen.

      Ich selbst habe meine Klarinette nur einmal mit auf eine Dienstreise genommen. Die entsprechende math. Tagungsstätte (eine sehr bekannte im Schwarzwald) kannte ich schon von vorherigen Aufenthalten, und daher wusste ich, dass diese ein großzügig gestaltetes Musizierzimmer (samt Klavier) enthält, welches man auch bis in die Nacht nutzen kann.

      Kontraproduktiv --- gerade wenn man kein Profi ist --- finde ich, wenn man in einer Umgebung spielt (Hotelzimmer o. ä.), so wie Hudebux es schon andeutet, in der man befürchtet, den Unmut der Nachbarschaft zu erregen, und sich dann selbst extrem zurücknimmt. Ich kenne das selbst von früheren komplizierten Nachbarschaften, und weiss, dass dies nur Stress und Hemmungen verursacht. Die kann man aber gerade bei den "unangenehmen" und schwierigen höchsten Tönen (jetzt auf Klarinette und ähnlich Instrumente bezogen) garnicht gebrauchen, da muss man stattdessen unbefangen und mit Selbstbewusstsein (wozu auch Lautstärke gehört) drangehen können. Bevor sich da unbewusst eine langfristige Hemmung aufbaut, sollte man es m. E. besser gleich lassen bzw., wie durch diesen Thread angeregt, sich einen geeigneten Raum suchen.

      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    • Ich habe mir fürs Horn mal einen sogenannten "Hotelzimmer-Dämpfer" gekauft. Für die Geige gibt es sowas auch, und ich fand es fabelhaft, weil auch die Kratzer und Quietscher (ich spiele ganz schlimm) leiser wurden.
      Beim Horn ist es nur frustrierend, weil nichts von dem, was man reingibt, auch wirklich rauskommt. Noch dazu liegen manche Töne ein wenig anders oder klingen komisch und sind nicht wie gewohnt korrigierbar, weil man ja nunmal die rechte Hand nicht
      benutzen kann.
      Ich übe jetzt manchmal nachts im Schrebergarten. Es gab nur sehr wenige Morddrohungen; die meisten Nachbarn sind tolerant. "Sind's gewohnt, hört keiner drauf" (Meistersinger 2. Akt).
      Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere.
    • Ich muss gestehen, dass ich auf Reisen eher die Gitarre mitnehme (einfache, billigere Konzertgitarre) mitnehme und die Oboe zu Hause lasse, jedenfalls wenn ich überhaupt den Platz und die Zeit habe, ein Instrument mitzunehmen. Die Gitarre ist (jedenfalls so wie ich spiele) eindeutig leiser und man muss nicht Angst haben, dass sie geklaut wird oder beschädigt wird. Die Oboe erfordert doch sehr viel Konzentration und lässt sich (auch im piano) nicht "verstecken".
      Interessantes Thema.
      Peter
    • Für Organisten ist das Mitnehmen des eigenen Instrumentes extrem schwierig, sofern man nicht etwa eine Truhenorgel sein eigen nennt.

      Möglich wäre immerhin eine Digitalorgel in einem entsprechend umgebauten VW-Bus o. ä.

      In Frankreich habe ich mal eine Kirche besucht, in welcher gerade der Organist des Ortes übte. Ich ging frech auf die Empore und durfte die Orgel auch mal "probieren". Mit Üben hatte dies freilich nichts zu tun.

      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Hammerklaviersonate macht anspruchsvoll. Von ihr berührt, wird man ungeduldig gegenüber vielem Mittelmäßigen und Mäßigen, das sich wer weiß wie aufspielt und doch nichts anderes ist als eine höhere Form der Belästigung. (Joachim Kaiser)
    • Quasimodo schrieb:

      Na komm, zum Üben wird's doch auch eine B3 tun! Da sparst Du Dir immerhin den Umbau des Busses!
      Nee, die hat kein Vollpedal (C-f1). Aber eine zweimanualige Orgel mit Vollpedal sollte quer in einen VW-Bus passen.

      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Hammerklaviersonate macht anspruchsvoll. Von ihr berührt, wird man ungeduldig gegenüber vielem Mittelmäßigen und Mäßigen, das sich wer weiß wie aufspielt und doch nichts anderes ist als eine höhere Form der Belästigung. (Joachim Kaiser)