Anton Webern-Ranking

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Anton Webern-Ranking

      Och nööö. :( Nicht schon wieder Ranking :neenee1: :neenee1: :cursing:
      Doch :jaja1: :jaja1: :thumbup:

      Weil mir Webern-Mucke sowieso fetzig rüberkommt…
      weil dieses Jahr glücklicherweise zum Musikfest der Hertha-Stadt Webern gespielt wird (zum 135. Geburtstag am 03. Dezember ?) und…
      weil er als Schüler Schönbergs, bisher etwas im Windschatten Alban Bergs zu segeln scheint …

      ein Capriccio-Webern-Ranking

      Vielleicht animiert es manchen User/Leser mal als Erstbegegnung bzw. verstärkt schnucklige Webern-Mucken- Petit-Fours sich zu gönnen oder überhaupt sog. klassische Moderne sich reinzuziehn.

      Also, welche 10 Werke Anton Weberns habt ihr am dollsten lieb ?

      In diesem Thread könnt ihr gerne:
      a. weniger als 10 Stück,
      b. auch ausführlicher darüber posten, inklusive Hinweise, Tipps, Anekdoten, nette Jokes, Links oder
      c. freundlich darüber auslassen, dass euch Weberns Mucke überhaupt nicht anmacht bzw. sogar schrecklich nervt :D .

      wie im Schönberg-Thread und bitte auch ohne Meta-Gebelfer über generelle Sinnfreiheit/Beklopptheit derartiger Rankings.

      Um Posting-Motivation für diesen Thread anzustacheln, eigene momentane Webern-Fetzigkeits-Parade als Entrée:

      01. Variationen für Orchester op. 30 mit z.B. Zender v. 12.09.71., Abbado, Jordan v. 26.08.15
      02. Konzert op. 24 mit z.B. Boulez (E. InterContemporain)
      03. Fünf Sätze f. Streichquartett op. 5 mit z.B. Emerson String Quartet
      04. Sechs Bagatellen für Streichquartett op. 9 mit z.B. Emerson String Quartet
      05. Sechs Orchesterstücke op. 6 mit z.B. Boulez v. 22.01.11; Sparversion mit Schirmer v. 04.05.10
      06. Fünf Orchesterstücke op. 10 mit z.B. P. Jordan v. 03.12.02
      07. Streichtrio op. 20 mit z.B. Emerson String Quartet
      08. Streichquartett op. 28 mit z.B. Emerson String Quartet
      09. Klaviervariationen op. 27 mit St. Schleiermacher v. 08.06.11
      10. Sinfonie op. 21 mit z.B. Pomarico v. 16.06.11
      .........
      ..........
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • na endlich einmal einer, bei dem ich alle opusse kenne. das macht es nicht unbedingt leichter. da ich webern schon sehr lange kenne, schlagen sich hier die jugendlichen vorlieben nieder - lediglich op. 5 in der orchesterversion würde ich jetzt nicht mehr nehmen, stattdessen op. 10
      chronologisch:

      6 Orchstücke op. 6
      6 Streichbagatellen op. 9
      5 Orchstücke op. 10
      Symphonie op. 21
      Konzert op. 24
      Klaviervariationen op. 27

      bei den vokalwerken muss ich nochmals nachhören, da habe ich mir die nummern nicht gemerkt. irgendwo bei opp. 13-15 sollte noch ein liebling dabei sein. probleme habe ich am ehesten mit opp. 20 und 28, dem zwölftönigen streichtrio und -quartett.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • vielleicht noch eine begründung warum nicht opp. 5, 20 und 28: 5 ist zu episch, zu lang, zu gesprächig, zu unkonzentriert. :D bei den 12ton-stücken entsteht der reiz oft durch das hin- und herreichen eines tones zwischen den instrumenten. das "funktioniert" bei streicherbesetzung nicht so gut - klingen zu ähnlich. gut, dann sollte ich auch op. 27 wegnehmen, aber das kenne ich vom selber spielen, da stört das dann weniger.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • putto schrieb:

      bei den 12ton-stücken entsteht der reiz oft durch das hin- und herreichen eines tones zwischen den instrumenten. das "funktioniert" bei streicherbesetzung nicht so gut
      das könnte erklären, warum op. 30 und 24 bei mir höher (also CL) plaziert sind als op. 20, 28. Bei diesen Opussen sprang der Funke durch Emerson rüber, weil das mit diesen Saitenquälern ausgesprochen süffig rüberkommt ..
      .. warum sind in meiner Webern-10-Greatests-Hits keine Vokal-Werke dabei ?( ... müsste mir in bälde seine z.B. beiden Kantanten wieder mal gönnen... eine davon hab ich sogar mit Zender...
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Amfortas09 schrieb:

      ... müsste mir in bälde seine z.B. beiden Kantanten wieder mal gönnen...
      Von den späten Werken liegen mir die beiden Kantaten am meisten - die Texte (obschon etwas verquollen) helfen mir bei der Rezeption doch sehr. Die Musik bekommt da manchmal fast illustrativen Charakter, z. B. bei "Zündender Lichtblitz" aus op. 29. Die "Saiten Apolls" aus derselben Kantate mag ich besonders.

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • weniger denn je ist die Nummernfolge mit Wertung verbunden ...
      unter den opusgezählten gibts anscheinend nichts, was als "Nebenwerk" bezeichnet werden könnte ...

      1. Passacaglia op. 1
      - stelle ich mir als angeschärfte Synthese von Bruckner und Mahler vor
      - (hätte es interessant gefunden, wenn Gielen mal probiert hätte, die P. als 4. Satz zu Bruckner IX aufzuführen).

      2. Konzert op. 24

      3. Orchesterstücke op. 6

      4. Streichquartett op. 28

      5. Kinderstück für Klavier (o.op.)

      6. "Im Tempo eines Menuetts" für Klavier (o.op.)

      7. "Der Tod" aus: Acht frühe Lieder (Eight early songs), Text M. Claudius (o.op.)
      - nie gehört, müßte den Noten nach ein eindrucksvolles Lied in spätester Tonalität sein

      Sonderpreis:
      die Instrumentationen von Schuberttänzen und dem Bachricercare.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • zabki schrieb:

      1. Passacaglia op. 1
      - stelle ich mir als angeschärfte Synthese von Bruckner und Mahler vor
      Hm, ich höre die - wenn überhaupt - eher als eine Synthese von Brahms und Mahler. Natürlich auch verleitet durch die Passacaglia von Brahms' Vierter. Wo sind denn in op. 1 Bruckner'sche Merkmale?

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Zwielicht schrieb:

      Hm, ich höre die - wenn überhaupt - eher als eine Synthese von Brahms und Mahler. Natürlich auch verleitet durch die Passacaglia von Brahms' Vierter. Wo sind denn in op. 1 Bruckner'sche Merkmale?
      du hast natürlich Recht - sicher hat die Brahms-Passacaglia bei der webernschen Pate gestanden.

      an Bruckner erinnern mich die extatischen Blechbläserführungen in einer streng abgezirkelten Umgebung, die Polyphonie manchmal an die Seitensätze Bruckners, auch Atmosphärisches - etwas "Heiß-kaltes", Alpinisches ...

      ein Detail wäre der Schluß: ein Abbau, der in einen leise gehaltenen Blechbläserakkord mündet.

      an der Vorstellung der Passacaglia als 4. Satz von Bruckner IX finde ich es amüsant, daß man eine (mit Sicherheit unbeabsichtigte) "thematische Beziehung" konstatieren könnte - das Thema der Webernpassacaglia besteht genau aus den Tönen, aus denen auch der berühmte Anfangsakkord vom Scherzo besteht, + die Töne des d-Moll-Dreiklangs.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).