Walter Bricht (1904 - 1970)

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    • Walter Bricht (geb. 9.9.1904 in Wien; gest. 20.3.1970) war ein österreichisch-amerikanischer Komponist, Pianist und Hochschullehrer. Bricht wurde 1904 in Wien als Sohn des Musikkritikers der Volkszeitung Balduin Bricht und der Sängerin Agnes Pylleman Bricht geboren. Ein musikalisches Talent zeigt sich früh, mit vier erhielt Bricht erste Klavierunterweisungen, mit zwölf schrieb er Klavierstücke und Lieder. Er studierte an der Wiener Akademie für Musik und schloss 1928 mit Diplomen in Komposition, Dirigieren und Klavier ab. Er war nach Aussage von Kommilitonen der Lieblingsschüler von Franz Schmidt, der ihn als einzigen auch zu sich nach Hause einlud. Ende der 20er, Anfang der 30 jahre reüssierte Bricht sowohl als Pianist (die Liste der berühmten Musiker, die er begleitete ist lang) als auch als Komponist.

      Bis zur Machtübernahme war sich Bricht seiner jüdischen Herkunft gar nicht bewusst, da er lutherisch erzogen worden war. Aber drei der vier Großeltern waren, wie die Nazis schnell herausfanden, jüdisch und damit galt er offiziell als "Volljude". Anscheinend war sein Talent so groß und der Einfluss seines Lehrers vielleicht auch, dass man ihm eine "Ehren-Arierschaft" antrug, wenn er der Partei beiträte, das aber lehnte er ab und emigrierte in die USA.

      Dort startete er in New York als Kirchenorganist und Klavierbegleiter, konnte aber 1939 der Fakultät des Mason College of Music in Charleston, WV, beitreten. Dort lernte er auch seine zukünftige Frau kennen, mit der er zwei Töchter hatte. Eine davon Dana Bricht Higbee verwaltet seinen Nachlass. 1963 wurde Bricht Professor an der Indiana University School of Music, wo er bis an sein Lebensende wirkte. Er starb 1970 - 65jährig - an den Folgen eines Emphysems.

      Walter Brichts Musik war bis vor kurzem praktisch unbekannt, eine erste CD mit Orchesterwerken erschien gerade bei Toccata. Den Text dazu gestaltete Michael Haas, Initiator der Decca-Reihe "Entartete Musik". Auf seiner website gibt es zahlreiche Dokumente zu Walter Bricht Die 1934 entstandene Symphonie setzt die spätromantische Tradition des Lehrers fort. Die Symphonie sollte sowohl in Wien als auch in Berlin von den dortigen Philharmonikern gespielt werden, aber da kam die Sache mit den Großeltern dazwischen. Im US-amerikanischen Exil hat Bricht nur noch wenig komponiert. Auf die Frage warum, hat er wohl mit einer Geste Richtung eines Schranks mit allen Partituren geantwortet: solange all das nicht publiziert wird, was ich schon geschrieben habe, warum soll ich weiter schreiben.