Ted Heath - The british Gentleman of Bigband-Swing

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    • Ted Heath - The british Gentleman of Bigband-Swing

      Heute möchte ich einmal einen Bigband-Leader vorstellen, den vermutlich die meisten Freunde des Jazz oder Bigband-Jazz überhaupt nicht kennen, oder allenfalls mal seinen Namen gehört haben - Ted Heath. Dabei leitete er von 1946 bis zu seinem Tode 1969 eine absolut erstklassige Bigband und machte viele Einspielungen mit ihr, die auch sehr erfolgreich waren. Die Band selbst gab es aber noch bis zum 04.Dezember 2000, dem Abschlusskonzert in der Londoner Royal Festival Hall unter der Leitung von Don Lusher, der sehr sehr viele Jahre in der Band als Lead-Posaunist saß.

      Ted Heath, der mit bürgerlichem Namen George Edward Heath hieß, wurde am 30.März in London geboren. Hier sind sich diverse Lexika, Booklets und auch Wikipedia einig. Das Geburtsjahr hingegen ist offenbar schon nicht mehr so ganz klar zu bestimmen. Hier gibt es auch hin und das Jahr 1900 zu lesen, Wkipedia sagt 1902, ebenso Paul Roth, der den Booklet-Text zu einer CD der Naxos-Reihe "Nostalgia" verfasst hat.

      Als er am 18.November 1969 in Virginia Water verstarb, bekam Don Lusher, sein langjähriger Lead-Posaunist, die Erlaubnis seiner Witwe, die Band weiterhin auf Tourneen und Konzerten zu leiten. Der Team-Spirit war extrem gut gewesen, so dass es nur sehr wenige Personalwechsel gab. Er war darin den weitaus bekannteren Bigbands aus den USA, wie etwa Duke Ellington, Count Basie, Les Brown und Harry James recht ähnlich, dessen Musiker auch relativ lange dabei blieben, oder immer mal wieder zurück gekommen sind.

      Ted Heath, der sehr früh mit Musik in Berührung gekommen war (sein Vater war selbst Leiter einer Band), konnte bereits mit 10 Jahren einen Wettbewerb auf dem Tenorhorn gewinnen. Mit 14 Jahren wechselte er zur Posaune über, mit der er als Straßenmusiker sein erstes Geld verdiente.

      1919 bekam er die Gelegenheit, im Ragtime-Orchester von Doc Cook mitzuspielen, was in England gastierte. In der Band spielte auch ein gewisser Sidney Bechet mit. Entdeckt wurde er aber von Jack Hylton, dem damals besten Bigband-Leiter Englands, der ihn 1922 engagierte. 1924/25 spielte er dann bei Bert Firman, 1925-1927 erneut bei Hylton und von 1927-1935 bei Bert Ambrose, dem großen Konkurrenten Hyltons.

      Dann spielte er bei Sid Lipton und von 1942-1945 in der Band von Geraldo. Dass er dabei zeitgleich ab 1942 bereits eine 17-Mann-All Star-Bigband als reines Studio-Orchester leitete, wäre wohl zur gleichen Zeit in den USA nicht möglich gewesen.

      Die ersten regulären Aufnahmen wurden aber erst am 08.Februar 1944 ; "South of the Border" und "Caravan". Am 17.Dezember 1944 folgten "Opus One" und "The very Though of You".

      Am 09.Dezember 1945 begann eine Reihe mit dem Orchester im Londoner "Palladium". Die zweite Veranstaltung fand bereits am 23.Dezember, die dritte am 06.Januar 1946 statt. Sie sollte sich als voller Erfolg erweisen, und lief dann unglaubliche 10 (in Worten: Zehn) Jahre lang durch.

      Die Band bekam bald den Beinamen "Britain's Tommy Dorsey Band", weil Heath viele Hits der Dorsey-Band spielte, und mit Harry Roche einen exzellenten Posaunen-Solisten ihn ihren Reihen hatte. Grundsätzlich war konnte man Einflüsse von Tooy Dorsey, Glenn Miller (kein Wunder, war Miller ab 1944 ja in England stationiert mit seiner Army Air Force Band) , aber auch Les Brown und etwas Count Basie-geprägt. Als Arrangeure beschäftigte er George Shearing (ja, DEN George Shearing !!), Kenny Baker (seinen Lead-und Solo-Trompeter), Norman Stenfalt (Seinen Pianisten) und Alan Bristow.

      Bis Januar 1946 gab es die Bigband aber nur als reine Studio-Bigband, was nichts Anderes zu bedeuten hatte, dass es eigentlich nicht "seine" Musiker waren, sondern aus anderen Bigbands rekrutierte Musiker, die das zusätzlich zu ihren regulären Gigs machten. Es wurde allerdings so mit der BBC und den Orchestern abgeklärt. Als dann das Ganze so nicht mehr funktionierte (logisch, dass die anderen Bandleader das nicht so gut fanden), machte Ted Heath den Musikern deutlich, dass eine Entscheidung getroffen werden musste. Alle (!!!) kamen zu dem Ergebnis, ihre eigentlichen Jobs zu kündigen um mit Heath weiter zu spielen können. Sicher auch eine absolute Ausnahme im Bandgeschäft weltweit.

      Und Heath hatte viele der besten britischen Musiker in seinen Reihen: Kenny Baker spielte Lead-und Solo-Trompete, Harry Roche Solo-Posaune, Les Gilbert Altsax, Johnny Gray Tenorsax Charlie Short Bass, Norman Sternfalt und Ralph Sharon Klavier und Jack Parnell Drums. Kurz danach kamen der Trompeter Stan Roderick, der Posaunist Jackie Armstrong und der Tenorist Tommy Whittle dazu. 1948 löste Maurice Pratt Harry Roche an der Posaune ab, Ende 1949 kam der Pianist und Arrangeur Frank Horrox in die Band hinein.

      Das Repertoire bestand aus den bekannten Bigband-Klassikern "Opus One" (Tommy Dorsey-Band), "Caravan" (Duke Ellington), "Skyliner" (Charlie Barnet), "Song of the Volga Boat Men" (Glenn Miller), "Eager Beaver" (Stan Kenton), "Dark Eyes" (Gene Krupa), "Harlem Nocturne", "Ladybird" und "Lyonia"von Tadd Damaron oder "Ring dem Bells" und "Sophisticated Lady"(Duke Ellington). "Father Knickerbopper" von Tiny Kahn, "Saxophone Mambo" von Perez Prado oder "Move" von Denzil Best. Dazu kamen Stücke, die die einzelnen Band-Mitglieder geschrieben haben, oder Stücke der 1945 populären Sam Donahue-Bigband, die eine echt harte Konkurrenz der US-Navy zur Miller Army Air Force Band.

      Ein weiteres Stück, was Heath auch eingespielt hat, war de "London Suite" von Fats Waller. Eigentlich war es für das Solo-Klavier , und damit für Waller selbst geschrieben, doch Heath nahm es als Bigband-Stück auf. Die sechs Sätze wurden von Eric Jupp (Lime House, Piccadilly und Soho), Alan Bristow (Chelsea), Reg Briggs (Whitechapel) und Bruce Campbell (Bond Street) arrangiert (02.12. & 23.12.1947 & 0704.1948).



      Zu den CDs : Links handelt es sich um eine Doppel-CD der Firma Proper. Sie ist sehr schön gemacht, mit ausführlichem Booklet. Es geht mit den allerersten Einspielungen vom 08.02.1944 los und endet am 22.10.1948 mit dem Theme Song "Listen to my Music".

      Mitte : Ist quasi die Fortsetzung zu linken Doppel-CD. Beginnt am 15.04.1948 und endet am 11.02.1952 mit dem "Hawaiin Mambo" (auch unter dem Namen "Hawaii War Chant" 1942 durch die Tommy Dorsey-Band bekannt geworden).

      Rechts : Beginnt am 18.12.1944 und endet am 07.11.1946. Teilweise Überschneidungen mit den Stücken, aber es sind nur drei Stück, wenn ich es richtig gesehen habe.

      Es sind also die Anfangsjahre, die man hier recht gut und auch gewissenhaft dokumentiert bekommt. Wer noch was dazu kaufen möchte, sollte sich hier umschauen:



      Diese Serie ist eine absolute Bereicherung, egal mit welchem Interpreten. Man bekommt sehr oft alternative Fassungen von Radio-Übertragungen in für damalige Verhältnisse guter Aufnahmetechnik angeboten.

      Das war der erste Teil der Geschichte der Ted Heath Bigband.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Man kann leider in der Literatur nur wenig über die Band finden. Auch Wkipedia hat nicht wirklich viel zu bieten, so dass es für den Interessenten schwierig ist, die Band wirklich kennen zu lernen, wenn man von den vielen CDs (und Platten) absieht, die man erwerben kann.

      Leo Walker, der mehrere Jazzbücher in den USA veröffentlichte, darunter seinen durchaus interessanten "The Bigband Almanac", der wohl 1978 die erste Auflage hatte, hat auch nicht gerade viel, und wenn, dann teilweise gar falsche Angaben gemacht. So machte Heath 1956 seine erste USA-Tournee, im Austausch mit Stan Kenton übrigens. Sein Konzert in der berühmten Carnegie Hall wurde auch mitgeschnitten und veröffentlicht.

      Auch im anderen wichtigen Bigband-Buch, jenem von George T. Simon, einem der besten Kenner der amerikanischen Bigband-Szene damals, findet man nur ganz weit Hinten einige Zeilen über die Band. Immerhin sehr positiv, darunter auch der Hinweis auf die sehr erfolgreiche US-Tournee 1956.

      Heath nahm vor allem für die britische Decca auf, die viele Singles produzierten, die ALLE Gewinn abwarfen. Sicher auch eine Seltenheit im harten Bigband-Geschäft der Nachkriegsjahre. Hatte sie doch harte Konkurrenz in Europa mit etwa Erwin Lehn, Kurt Edelhagen, Kurt Henckels, den ganzen weiteren Rundfunk-Bigbands der Sender, etwa auch von Radio Zürich, Radio Belgrad, und natürlich auch den britischen Bigbands wie etwa Altmeister Jack Hylton.

      Ted Heath : Headin' North - and other hit singles - Leider geht das Bild nicht richtig einzustellen, sorry

      Wir die Band 1953-1959 geklungen hat, kann man auf dieser CD sehr gut hören. Immrhin gibt es ein Booklet mit den Aufnahmedaten und Besetzungsangaben. Die Solisten sind aber kaum erwähnt. Doch es gibt viele sehr gute Einspielungen, die ich zumindest teilweise vorstellen möchte.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)


    • Diese drei CDs (zwei sind sogar Doppel-CDs) sollen für die Vielzahl der kaum beschriebenen CDs stehen, die gerade in den 1950-er Jahren entstanden sind, bzw. so irgendwann mal veröffentlicht wurden im CD-Zeitalter. Sollten die wenigen Angaben in den einzelnen Booklets stimmen, befinden wir uns etwa zwischen 1953 und 1965. So würde ich sie einschätzen, wenn man das nach wie vor hervorragende Klangbild dazu zählt.

      Die Einzel-CD "The very best of Teddy Heath" bringt uns einige der besten Bigbands wieder nahe, denn Heath spielt hier "Opus One" (für Tommy Dorsey und auch Gene Krupa), "Intermission Riff" (Stan Kenton), "Hot Toddy" (Ralph Flanagan), Waklin' Shoes (Gerry Mulligan), "Blue Moon" (Les Brown), "Blues in the Night" (Jimmie Lunceford), "It don't mean a Thing" und "Take the A-Train" (Duke Ellington),
      "Tuxedo Junction" (Erskine Hawkins, Glenn Miller), "Flying Home" (Benny Goodman, Lionel Hampton), dazu mit "Soho" und "Headin' North" zwei eigene Stücke von Heath. Insgesamt 24 Titel bringen Hörgenuss pur !!

      Bei "Ted Heath - The Perfectionist" geht es schon in die 1960-er hinein. Auch hier wieder interessante Titel: "Mack the Knife", "Autumn Leaves", "Stranger in Paradise", "My favourite Things", "It ain't necessarily So", "Charleston", "Fever", "South Rampart Street Parade", "Mood Indigo", Lullaby of the Leaves", "Ill Wind", "Sophisticated Lady", "Fascinating Rhythm" sind die bekanntesten Stücke hier.

      "Ted Heath - The Maestro" bringt dann wieder eine weitere Auswahl weiterer Stücke heraus: "One o'clock Jump", "Swing low, sweet Chariot", "Moonlight in Vermont", "Spring is Here", "Can't buy my Love", "St.James Infirmary Blues", "Dark Eyes" "Boogie Blues", "Hawaiin War Chant oder "Lover". Auch hier geht es bis in die 1960-er Jahre hinein.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Grandios , lieber Tröterich ! Diese Einführung hat meinen Appetit geweckt , und ich höre jetzt schon dauernd Ted Heath . War bei mir immer nur an der Peripherie , aber jetzt rückt er in den Fokus . Bekommst Du eigentlich eine Provison für das Ankobern ? Danke , daß ich noch was Neues erhören kann !
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang "
    • b-major schrieb:

      Grandios , lieber Tröterich ! Diese Einführung hat meinen Appetit geweckt , und ich höre jetzt schon dauernd Ted Heath . War bei mir immer nur an der Peripherie , aber jetzt rückt er in den Fokus . Bekommst Du eigentlich eine Provison für das Ankobern ? Danke , daß ich noch was Neues erhören kann !
      Danke Dir !! Nein, doch ich habe immer mal so ein "As" im Ärmel. Und Ted Heath ist so ein As. Ich kenne auch keine schlechte Einspielung von ihm. Du kannst, ein weiterer Wink mit dem Zaunpfahl, auch mal bei "Don Lusher" schauen. Er hat die Band dann ab 2001 unter eigener Leitung eine Bigband geleitet, die mit vielen Ex-Heath-Musikern besetzt war (u.a. Kenny Baker, Derek Watkins, Eddie Blair Tony Fisher (Trompeten), Nat Peck - er hat noch 1944/45 mit Glenn Miller gespielt, Wally Smith (Posaunen), Roy Willox, Tommy Whittle und Harry Mackenzie (Sax, Klarinette) )

      Es geht leider nur ein Bild hier zu posten. Also, einfach mal nachschauen bitte.

      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)